Für uns ist klar: Sicherheitspolitik muss in einem neuen
erweiterten Sinn verstanden werden. Dazu gehören neben den Fragen
der militärischen Sicherheit Fragen der weltweiten
Finanzarchitektur ebenso wie die der Energieversorgung oder der
Migration. Wir müssen unsere Instrumente entsprechend anpassen und
zur Bewältigung von Krisen und Konflikten globale, flexible und
vernetzte Ansätze nutzen. Dazu brauchen wir immer mehr verlässliche
Partnerschaften. Kein Land kann heute mehr die Probleme der Welt
alleine lösen. Umso wichtiger werden Bündnisse, die auf einer
gemeinsamen Wertebasis gründen, wie etwa die EU und die Nato. Je
tragfähiger das Netz an Partnerschaften und je umfassender die
Vernetzung unserer gemeinsamen politischen, wirtschaftlichen,
entwicklungspolitischen und militärischen Fähigkeiten, umso besser
sind die Perspektiven einer erfolgreichen Krisenbewältigung, umso
besser ist dies für unsere Sicherheit.
Auf diesen Überzeugungen basiert unsere heutige
Sicherheitspolitik. Das leitet die enge deutsch-französische
Zusammenarbeit, unsere Einbindung in die Europäische Union und in
die Nordatlantische Allianz. Diese drei Dimensionen verstärken sich
gegenseitig. Europäische Integration und Atlantische Partnerschaft
sind zwei Seiten einer Medaille.
Die EU hat in ihrer Gemeinsamen Außen-, Sicherheits- und
Verteidigungspolitik in den vergangenen zehn Jahren beachtliche
Fortschritte erreicht. Dabei haben wir bei unseren amerikanischen
Partnern deutlich gemacht und finden dafür zunehmend Akzeptanz,
dass dies die transatlantische Sicherheitspartnerschaft kräftigt
und die Nato stärkt. Für Deutschland und Frankreich ist klar:
Angesichts der Herausforderungen braucht Europa die Vereinigten
Staaten von Amerika, und die USA brauchen einen starken
europäischen Partner.