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Wir Europäer müssen mit einer Stimme sprechen

Mi, 04.02.2009
Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy
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Foto: REGIERUNGonline/Steins
Gemeinsame Ansichten in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik (Archivfoto)
"Sicherheitspolitik muss in einem neuen erweiterten Sinn verstanden werden." Das schreiben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy in einem gemeinsamen Namensartikel in der Süddeutschen Zeitung.
Europa muss sich in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik stärker anstrengen und besser mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten. Auf dem gemeinsam von Frankreich und Deutschland ausgerichteten Nato-Gipfel im April muss dafür die Grundlage geschaffen werden - mit der Überarbeitung der Strategie des Verteidigungsbündnisses. Dabei ist die Kombination von zivilen und militärischen Mitteln für Deutschland und Frankreich von besonderer Bedeutung - sie ist das Markenzeichen der europäischen Sicherheitspolitik. Für uns ist klar: Sicherheitspolitik muss in einem neuen erweiterten Sinn verstanden werden.
 
 
Über die "beste aller Welten" haben sich Leibniz und Voltaire schon vor drei Jahrhunderten ihre Gedanken gemacht. Die Münchner Sicherheitskonferenz bietet uns, der deutschen Bundeskanzlerin und dem französischen Staatspräsidenten, die Gelegenheit, unsere Vorstellungen über Stabilität und Sicherheit zu präsentieren. Dies tun wir auch und gerade mit Blick auf die gemeinsame Gastgeberrolle Deutschlands und Frankreichs zum 60. Jahrestag der Nato in Straßburg und Kehl.
 
In den letzten Monaten gab es auf der Welt beunruhigende Entwicklungen: Der Krieg im Kaukasus war die erste militärische Auseinandersetzung im 21. Jahrhundert auf europäischem Boden. Anfang dieses Jahres haben uns die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hamas die Instabilität des Nahen Ostens vor Augen geführt. Fortschritte im brisanten Konflikt um das iranische Nuklearprogramm bleiben aus. Wir erhalten immer wieder Nachrichten von terroristischen Attentaten, von Anschlägen in Afghanistan und Pakistan, von gewaltsamen Auseinandersetzungen in Afrika, etwa im Kongo und Sudan. Hinzu kommt die internationale Krise der Finanzmärkte und eine Krise der Weltwirtschaft sowie die Herausforderung durch den Klimawandel. Eine international abgestimmte Sicherheitspolitik - im umfassenden Sinne - ist dringend geboten.