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 <p begin="00:00:00.669" xml:id="p0" end="00:00:05.269">BK’in Merkel: Meine Damen und Herren,<br />wir sind heute hier zusammengekommen,</p>
      <p begin="00:00:05.269" xml:id="p1" end="00:00:11.270">um Sie über wichtige Ergebnisse des gestrigen<br />Koalitionsgesprächs zu unterrichten.</p>
      <p begin="00:00:11.270" xml:id="p2" end="00:00:19.369">Ich glaube, dass wir Wesentliches erreichen konnten und<br />auch wesentliche Projekte auf den Weg vorangebracht haben.</p>
      <p begin="00:00:19.369" xml:id="p3" end="00:00:31.500">Will sagen: Wir werden jetzt die Ressortabstimmung bezüglich Leiharbeit, Werkverträge<br />und Verbändeanhörung hinsichtlich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes einleiten.</p>
      <p begin="00:00:31.500" xml:id="p4" end="00:00:37.337">Wir werden im April Entscheidungen für die<br />Förderung der Elektromobilität treffen.</p>
      <p begin="00:00:37.337" xml:id="p5" end="00:00:42.137">Auch die Diskussionen im Zusammenhang mit dem Teilhabegesetz<br />werden in Verbindung mit den Ländern vorangebracht,</p>
      <p begin="00:00:42.437" xml:id="p6" end="00:00:47.238">weil es ja nun ein wichtiges<br />Bund-Länder-Vorhaben ist.</p>
      <p begin="00:00:47.238" xml:id="p7" end="00:00:54.738">Um das große Thema Rente in einen noch<br />breiteren Zusammenhang einzuordnen,</p>
      <p begin="00:00:54.738" xml:id="p8" end="00:01:00.737">werden wir in kleiner Runde mit den<br />Gewerkschaften und den Arbeitgebern sprechen,</p>
      <p begin="00:01:01.037" xml:id="p9" end="00:01:05.237">um hier die Rückkoppelung in<br />die Gesellschaft zu suchen.</p>
      <p begin="00:01:05.237" xml:id="p10" end="00:01:14.238">Denn das Thema Sicherheit im Alter und Bekämpfung<br />der Altersarmut ist eines der ganz großen Themen.</p>
      <p begin="00:01:14.238" xml:id="p11" end="00:01:24.438">Eine Frage, bei der wir gestern wesentliche qualitative Entscheidungen<br />getroffen haben, betrifft zum einen die Frage der Integration.</p>
      <p begin="00:01:24.438" xml:id="p12" end="00:01:32.537">Wir wissen, dass, nachdem Hunderttausende von Flüchtlingen in unserem<br />Land angekommen sind, wir vor eine doppelte Aufgabe gestellt sind.</p>
      <p begin="00:01:32.537" xml:id="p13" end="00:01:37.637">Das ist auf der einen Seite, die<br />Flüchtlingsbewegung zu ordnen und zu steuern.</p>
      <p begin="00:01:37.637" xml:id="p14" end="00:01:44.537">Hier haben wir mit einer europäischen Lösung Fortschritte gemacht,<br />aber es liegt noch eine ganze Reihe von Aufgaben vor uns.</p>
      <p begin="00:01:44.837" xml:id="p15" end="00:01:54.437">Die andere Herausforderung aber ist natürlich, die große Zahl der<br />Flüchtlinge, die in Deutschland ist, nicht nur zu registrieren,</p>
      <p begin="00:01:54.437" xml:id="p16" end="00:01:58.937">sondern vor allen Dingen auch die<br />Integrationsaufgabe zu leisten.</p>
      <p begin="00:01:58.937" xml:id="p17" end="00:02:04.337">Wir haben einen Beschluss gefasst,<br />dass wir nicht nur qualitativ ein Integrationskonzept</p>
      <p begin="00:02:04.337" xml:id="p18" end="00:02:08.538">nächste Woche - am 22. April - <br />mit den Ländern diskutieren werden,</p>
      <p begin="00:02:08.838" xml:id="p19" end="00:02:14.537">sondern dass wir als Bund auch ein<br />Bundesgesetz zur Integration machen werden.</p>
      <p begin="00:02:14.537" xml:id="p20" end="00:02:18.138">Das ist zum ersten Mal in der Geschichte<br />der Bundesrepublik Deutschland der Fall.</p>
      <p begin="00:02:18.138" xml:id="p21" end="00:02:26.838">Es ist ein qualitativer Fortschritt, dass der Bund dies als eine<br />gesetzliche Aufgabe mit dem Prinzip „Fordern und Fördern“ ansieht</p>
      <p begin="00:02:27.137" xml:id="p22" end="00:02:40.038">und hier verlässliche Angebote macht, und zwar abgestuft nach Flüchtlingen mit einer guten<br />Bleibeperspektive und nach Flüchtlingen mit einer nicht so guten Bleibeperspektive,</p>
      <p begin="00:02:40.038" xml:id="p23" end="00:02:47.537">aber ein Angebot für jeden und auch Pflichten<br />für jeden, der hier bei uns ankommt.</p>
      <p begin="00:02:47.537" xml:id="p24" end="00:02:55.637">Der Kern ist natürlich, zu versuchen, möglichst viele Menschen<br />in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wenn sie zu uns kommen.</p>
      <p begin="00:02:55.637" xml:id="p25" end="00:03:00.438">Wir wissen aber, dass dies zum Teil<br />mehrerer vorbereitender Schritte bedarf.</p>
      <p begin="00:03:00.438" xml:id="p26" end="00:03:07.879">Dabei geht es zum einen um das Erlernen der Sprache und zum<br />anderen auch um die Qualifizierungen, die dafür notwendig sind.</p>
      <p begin="00:03:07.879" xml:id="p27" end="00:03:11.779">Es ist sozusagen ein struktureller Gewinn,</p>
      <p begin="00:03:11.779" xml:id="p28" end="00:03:23.780">dass wir die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht<br />nur an einem Ort lokalisiert und mit einer Person, nämlich Herrn Weise, verzahnt haben,</p>
      <p begin="00:03:23.780" xml:id="p29" end="00:03:30.679">sondern dass jetzt auch eine Kooperation zwischen beiden<br />Institutionen gerade im Blick auf Sprachkurse vorhanden ist,</p>
      <p begin="00:03:30.679" xml:id="p30" end="00:03:37.579">denn wir müssen ja die Sprach- und Integrationskurse<br />der allgemeinen Art immer auch vernünftig verzahnen.</p>
      <p begin="00:03:37.579" xml:id="p31" end="00:03:42.079">Das werden wir als Bundesregierung<br />mit den Sprachangeboten machen,</p>
      <p begin="00:03:42.379" xml:id="p32" end="00:03:46.379">die es bei der Bundesagentur für Arbeit schon<br />gibt oder die in Zukunft noch eingeführt werden.</p>
      <p begin="00:03:46.679" xml:id="p33" end="00:03:51.779">Wir werden eine Reihe von Maßnahmen<br />treffen, die deutlich machen:</p>
      <p begin="00:03:52.079" xml:id="p34" end="00:03:56.879">Es gibt bei Angeboten in Bezug auf<br />Integrationsmaßnahmen eine Pflicht zur Mitarbeit.</p>
      <p begin="00:03:56.879" xml:id="p35" end="00:04:06.779">Wir werden die verschiedenen Ausbildungsangebote in dem Gesetz<br />mit verschiedenen Möglichkeiten ausführlich darstellen:</p>
      <p begin="00:04:06.779" xml:id="p36" end="00:04:15.480">ausbildungsbegleitende Hilfen, assistierte Ausbildung, berufsvorbereitende<br />Bildungsmaßnahmen für Menschen mit guter Bleibeperspektive,</p>
      <p begin="00:04:15.780" xml:id="p37" end="00:04:24.179">Orientierungskurse für Flüchtlinge mit schlechterer<br />Bleibeperspektive - immer mit einkalkulierend,</p>
      <p begin="00:04:24.479" xml:id="p38" end="00:04:31.380">dass diese Flüchtlinge vielleicht unser Land wieder verlassen, aber das,<br />was sie bei uns gelernt haben, dann natürlich zu Hause verwenden können,</p>
      <p begin="00:04:31.680" xml:id="p39" end="00:04:40.979">aber auch wissend, dass, wenn wir Menschen erst einmal ein Jahr oder anderthalb<br />Jahre nichts anbieten, Schäden eintreten, die nie wieder gut zu machen sind.</p>
      <p begin="00:04:40.979" xml:id="p40" end="00:04:50.280">Ein wichtiger Punkt und ein Anliegen des Bundeswirtschaftsministers war es, für<br />Rechtssicherheit bezüglich des Aufenthalts während einer Ausbildung zu sorgen.</p>
      <p begin="00:04:50.280" xml:id="p41" end="00:04:52.079">Das ist auch ein Anliegen<br />vieler Unternehmen.</p>
      <p begin="00:04:52.079" xml:id="p42" end="00:04:58.979">Deshalb haben wir jetzt verabredet, dass<br />wir das regeln, und zwar dahingehend,</p>
      <p begin="00:04:58.979" xml:id="p43" end="00:05:07.679">dass die Ausbildung durchgeführt werden kann und sich,<br />wenn das Unternehmen denjenigen weiter beschäftigen kann,</p>
      <p begin="00:05:07.979" xml:id="p44" end="00:05:10.380">eine zweijährige Möglichkeit<br />zur Arbeit anschließt oder,</p>
      <p begin="00:05:10.679" xml:id="p45" end="00:05:15.179">wenn keine Weiterbeschäftigung nach<br />erfolgreichem Ausbildungsabschluss erfolgt,</p>
      <p begin="00:05:15.179" xml:id="p46" end="00:05:22.380">ein halbes Jahr Zeit ist, um zu schauen, ob man<br />eine Berufstätigkeit in Deutschland aufnehmen kann.</p>
      <p begin="00:05:22.380" xml:id="p47" end="00:05:29.879">Umgekehrt gilt: Wer seine Ausbildung abbricht, verliert den<br />Aufenthaltstitel und damit das Recht, in Deutschland zu bleiben.</p>
      <p begin="00:05:29.879" xml:id="p48" end="00:05:37.079">Aufenthaltsverfestigung, also ein dauerhafterer<br />Aufenthaltsstatus, wird nur dann gewährt,</p>
      <p begin="00:05:37.079" xml:id="p49" end="00:05:42.179">wenn Flüchtlinge auch die<br />Integrationsleistung erbringen.</p>
      <p begin="00:05:42.179" xml:id="p50" end="00:05:49.379">Wir werden dann die Wohnsitzzuweisung und natürlich<br />auch die Steuerung der Integrationskurse regeln.</p>
      <p begin="00:05:49.379" xml:id="p51" end="00:06:03.779">Das alles sind sehr detaillierte praktische Vorschläge, die versuchen, von der Realität<br />auszugehen, die wir vorfinden, und Angebote zu machen, und zwar auf einer gesetzlichen Grundlage.</p>
      <p begin="00:06:04.080" xml:id="p52" end="00:06:10.379">Ein weiterer qualitativer Schritt war gestern die<br />Beschlussfassung zur Bekämpfung des Terrorismus.</p>
      <p begin="00:06:10.379" xml:id="p53" end="00:06:15.179">Sie wissen, wir sind größeren und großen<br />terroristischen Gefahren ausgesetzt.</p>
      <p begin="00:06:15.179" xml:id="p54" end="00:06:17.879">Wir wollen hier adäquat handeln.</p>
      <p begin="00:06:17.879" xml:id="p55" end="00:06:22.079">Ich möchte mich sowieso bei allen<br />drei anwesenden Ministern bedanken,</p>
      <p begin="00:06:22.079" xml:id="p56" end="00:06:25.379">dass in kurzer Zeit - das gilt<br />für den Integrationsbeitrag,</p>
      <p begin="00:06:25.680" xml:id="p57" end="00:06:33.779">aber auch für die Frage der Terrorismusbekämpfung - hier sehr<br />schnell qualitativ wichtige Einigungen zustande gekommen sind.</p>
      <p begin="00:06:33.779" xml:id="p58" end="00:06:41.279">Es geht im Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung des Terrorismus<br />um die weitere Ertüchtigung der Sicherheitsbehörden</p>
      <p begin="00:06:41.580" xml:id="p59" end="00:06:48.480">- ich will das jetzt nicht alles darstellen - sowie um<br />Verpflichtungen und Sanktionen auch für private Unternehmen.</p>
      <p begin="00:06:48.480" xml:id="p60" end="00:06:52.379">Es wird hier auch wieder geschaut: Wo<br />muss besser zusammengearbeitet werden?</p>
      <p begin="00:06:52.379" xml:id="p61" end="00:06:58.079">Wo muss die Interoperabilität von<br />Informationssystemen verbessert werden?</p>
      <p begin="00:06:58.079" xml:id="p62" end="00:07:01.680">Wo brauchen wir mehr internationale<br />Zusammenarbeit? Wie regeln wir das?</p>
      <p begin="00:07:01.680" xml:id="p63" end="00:07:04.679">Wie setzen wir die EU-Rahmenbeschlüsse um?</p>
      <p begin="00:07:04.679" xml:id="p64" end="00:07:10.380">All das ist jetzt einheitlich in der Koalition vereinbart,<br />und ich halte das für einen großen Fortschritt.</p>
      <p begin="00:07:10.380" xml:id="p65" end="00:07:15.480">Ich möchte mich auch bei dem Innenminister und dem Justizminister<br />bedanken, genauso wie natürlich bei der Bundesarbeitsministerin.</p>
      <p begin="00:07:19.829" xml:id="p66" end="00:07:23.680">BM Gabriel: Meine Damen und Herren,<br />das war gestern ein guter Abend,</p>
      <p begin="00:07:23.680" xml:id="p67" end="00:07:30.280">weil die Koalition in wichtigen Handlungsfeldern der<br />Politik in Deutschland Handlungsfähigkeit bewiesen hat.</p>
      <p begin="00:07:30.280" xml:id="p68" end="00:07:38.380">Ich will mich dem Dank der Bundeskanzlerin insbesondere an Heiko Maas,<br />Thomas de Maizière und Andrea Nahles ausdrücklich anschließen.</p>
      <p begin="00:07:38.380" xml:id="p69" end="00:07:48.581">Das war nur möglich, weil es eine exzellente Vorbereitung und Abstimmung<br />der gestern gefassten Beschlüsse in sehr kurzer Zeit gegeben hat.</p>
      <p begin="00:07:48.581" xml:id="p70" end="00:07:52.780">Nach dem, wie das gestern abgelaufen<br />ist, bin ich sehr sicher,</p>
      <p begin="00:07:53.080" xml:id="p71" end="00:08:02.380">dass das auch die weitere Arbeit der Zusammenarbeit in der Koalition bis zum Ende<br />der Legislaturperiode - und die ist noch ein ganzes Stück hin - prägen wird.</p>
      <p begin="00:08:02.380" xml:id="p72" end="00:08:06.280">Das ist nicht nur für das Vertrauen innerhalb<br />der Bundesregierung wichtig gewesen,</p>
      <p begin="00:08:06.580" xml:id="p73" end="00:08:11.980">sondern Handlungsfähigkeit in Bezug auf so wichtige<br />Themen wie Integration und Sicherheit zu gewährleisten,</p>
      <p begin="00:08:11.980" xml:id="p74" end="00:08:17.680">ist natürlich auch ein Signal für das<br />Vertrauen der Bürger in die Bundesregierung.</p>
      <p begin="00:08:17.981" xml:id="p75" end="00:08:29.380">In der Sache hat gestern der Koalitionsausschuss mit den Beschlüssen<br />auf der Basis der Eckwerte des Bundeshaushalts begonnen.</p>
      <p begin="00:08:29.380" xml:id="p76" end="00:08:34.181">Zu den einzelnen Punkten ist eben<br />schon im Detail etwas gesagt worden.</p>
      <p begin="00:08:34.181" xml:id="p77" end="00:08:40.180">Eine der wichtigsten Entscheidungen ist in der Tat,<br />das Integrationsgesetz auf den Weg zu bringen.</p>
      <p begin="00:08:40.180" xml:id="p78" end="00:08:45.880">Erstmals in der Geschichte der Republik bekommt<br />Deutschland ein eigenes Integrationsgesetz.</p>
      <p begin="00:08:45.880" xml:id="p79" end="00:08:48.581">Das ist ein wirklich historischer Schritt.</p>
      <p begin="00:08:48.581" xml:id="p80" end="00:08:53.080">Die Modernisierung und Öffnung unserer<br />Gesellschaft ist seit vielen Jahren im Gang.</p>
      <p begin="00:08:53.080" xml:id="p81" end="00:08:57.281">Wir haben vor anderthalb Jahrzehnten<br />das Staatsbürgerrecht reformiert.</p>
      <p begin="00:08:57.580" xml:id="p82" end="00:09:02.980">Seitdem erhalten in Deutschland geborene Kinder ausländischer<br />Eltern automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft.</p>
      <p begin="00:09:02.980" xml:id="p83" end="00:09:10.180">Wir haben zu Beginn der Legislaturperiode den Optionszwang für<br />in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern abgeschafft</p>
      <p begin="00:09:10.180" xml:id="p84" end="00:09:13.180">und damit für diesen Teil die doppelte<br />Staatsbürgerschaft eingeführt.</p>
      <p begin="00:09:13.180" xml:id="p85" end="00:09:20.980">Man darf auch daran erinnern, dass die Bundespräsidenten Johannes Rau<br />und Christian Wulff wichtige Impulse für die Akzeptanz gesetzt haben,</p>
      <p begin="00:09:20.980" xml:id="p86" end="00:09:23.080">dass Deutschland ein Einwanderungsland ist.</p>
      <p begin="00:09:23.080" xml:id="p87" end="00:09:25.480">Das hat alles politische Konsequenzen.</p>
      <p begin="00:09:25.480" xml:id="p88" end="00:09:32.080">Die Integration einer Gesellschaft, in der Menschen mit<br />sehr unterschiedlichen Herkunftskulturen zusammen leben,</p>
      <p begin="00:09:32.080" xml:id="p89" end="00:09:35.980">geschieht eben nicht allein, wie wir selber<br />ja auch haben leidvoll erfahren müssen.</p>
      <p begin="00:09:35.980" xml:id="p90" end="00:09:39.280">Integration ist anspruchsvoll<br />und anstrengend.</p>
      <p begin="00:09:39.280" xml:id="p91" end="00:09:43.480">Sie stellt Anforderungen an alle - an diejenigen, die<br />hier sind, wie auch an diejenigen, die kommen -,</p>
      <p begin="00:09:43.780" xml:id="p92" end="00:09:46.180">sie stellt aber auch<br />Anforderungen an den Staat.</p>
      <p begin="00:09:46.180" xml:id="p93" end="00:09:52.780">Eine vielfältige Gesellschaft muss staatliche<br />Institutionen haben, die sich auch Respekt verschaffen.</p>
      <p begin="00:09:53.081" xml:id="p94" end="00:09:58.480">Integration beruht eben auf gegenseitiger<br />Wertschätzung und individueller Entfaltung.</p>
      <p begin="00:09:58.480" xml:id="p95" end="00:10:11.080">Willkommenskultur heißt: Wir wollen integrierte, stolze Menschen, die nach Deutschland<br />einwandern, keine zwangsassimilierten, ängstlichen Integrationssimulanten.</p>
      <p begin="00:10:11.080" xml:id="p96" end="00:10:17.380">Wer zu uns gehören will, wird nun bessere Möglichkeiten<br />haben, einen eigenen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.</p>
      <p begin="00:10:17.680" xml:id="p97" end="00:10:21.881">Dieses Gesetz signalisiert:<br />Leistung lohnt sich.</p>
      <p begin="00:10:22.180" xml:id="p98" end="00:10:31.481">Wer mitmacht, gewinnt, und zwar Anerkennung, Wohlstand und Freiheit und nach<br />einer gewissen Zeit hoffentlich auch staatsbürgerliche Rechte und Pflichten.</p>
      <p begin="00:10:31.781" xml:id="p99" end="00:10:40.780">Wir haben mit diesem Gesetz den Weg freigemacht, einen großen Schritt<br />vorwärts zu kommen für die zukünftige Gesellschaft unseres Landes</p>
      <p begin="00:10:40.780" xml:id="p100" end="00:10:43.481">- ein Deutschland, das regulierte<br />Einwanderung vereinfacht,</p>
      <p begin="00:10:43.481" xml:id="p101" end="00:10:50.541">Chancen unabhängig von Menschen und Herkunft bietet und<br />nicht Menschen von hier gegen Asylbewerber ausspielt.</p>
      <p begin="00:10:50.541" xml:id="p102" end="00:10:54.530">Das Integrationsgesetz ist solidarisch,<br />aber es ist auch pragmatisch.</p>
      <p begin="00:10:54.530" xml:id="p103" end="00:10:58.730">Es ist das gute Ende unserer<br />Verständigung in der Koalition,</p>
      <p begin="00:10:58.730" xml:id="p104" end="00:11:03.529">aber erst der Anfang einer wirklich tiefgreifenden<br />Veränderung in unserer Gesellschaft.</p>
      <p begin="00:11:03.529" xml:id="p105" end="00:11:07.129">Es ist ein guter Baustein,<br />aber es wird weitergehen.</p>
      <p begin="00:11:07.429" xml:id="p106" end="00:11:11.629">Gestatten Sie mir deshalb eine Bemerkung<br />auch über die Ergebnisse gestern hinaus.</p>
      <p begin="00:11:11.629" xml:id="p107" end="00:11:14.929">Als SPD-Vorsitzender bin ich sicher:</p>
      <p begin="00:11:15.229" xml:id="p108" end="00:11:25.130">In ein paar Jahren wird dieses Gesetz rückblickend als der erste<br />große Schritt hin zu einem modernen Einwanderungsgesetz gelten.</p>
      <p begin="00:11:25.130" xml:id="p109" end="00:11:27.793">Das steht zwar heute nicht auf der Agenda,</p>
      <p begin="00:11:27.793" xml:id="p110" end="00:11:36.930">aber es bleibt aus unserer Sicht notwendig, um Einwanderung<br />besser zu steuern, zu ordnen und Integration zu fördern.</p>
      <p begin="00:11:36.930" xml:id="p111" end="00:11:40.230">Damit ist ja eine Debatte längst im Gange.</p>
      <p begin="00:11:40.230" xml:id="p112" end="00:11:46.530">Es geht letztlich nicht um die Frage, wie wir den<br />Titel wählen und wann wir das alles zusammenführen,</p>
      <p begin="00:11:46.530" xml:id="p113" end="00:11:51.931">aber dass wir steuern, ordnen und integrieren<br />müssen, das ist, glaube ich, allen klar.</p>
      <p begin="00:11:51.931" xml:id="p114" end="00:11:55.830">Ich glaube, dass wir gestern einen<br />großen Schritt vorangekommen sind.</p>
      <p begin="00:11:56.130" xml:id="p115" end="00:12:01.230">Ich danke ausdrücklich auch Bundesfinanzminister<br />Wolfgang Schäuble, der heute nicht da ist,</p>
      <p begin="00:12:01.230" xml:id="p116" end="00:12:07.230">der die finanziellen Voraussetzungen für dieses<br />Gesetz schon vor Ostern mitgeschaffen hat.</p>
      <p begin="00:12:07.230" xml:id="p117" end="00:12:13.230">Es gibt im Bundeshaushalt 2017 deutlich mehr<br />Mittel für Kitaausbau, Sprachförderung,</p>
      <p begin="00:12:13.230" xml:id="p118" end="00:12:18.930">Integrationskurse, Ausbildungsförderung,<br />Arbeitsmarktpolitik, sozialen Wohnungsbau.</p>
      <p begin="00:12:18.930" xml:id="p119" end="00:12:22.230">Am kommenden Donnerstag werden<br />wir mit den Ländern beraten,</p>
      <p begin="00:12:22.230" xml:id="p120" end="00:12:27.630">wie wir - Bund, Länder und Kommunen - diese<br />gesamtstaatliche Aufgabe gemeinsam schultern.</p>
      <p begin="00:12:27.630" xml:id="p121" end="00:12:31.531">Mit dem Integrationsgesetz schaffen wir<br />dafür die rechtlichen Voraussetzungen.</p>
      <p begin="00:12:31.531" xml:id="p122" end="00:12:36.330">Man kann zusammenfassend sagen: <br />Wir haben für die Migranten viel erreicht</p>
      <p begin="00:12:36.630" xml:id="p123" end="00:12:42.930">und für unsere Gesellschaft viel gewonnen<br />mit dem, was wir gestern beschlossen haben.</p>
      <p begin="00:12:42.930" xml:id="p124" end="00:12:49.830">Die Koalition hat außerdem bekräftigt, dass der Koalitionsvertrag natürlich<br />weiterhin gilt und dass wir die verabredeten Projekte umsetzen werden.</p>
      <p begin="00:12:49.830" xml:id="p125" end="00:12:57.931">Der von Andrea Nahles innerhalb der Koalition mit den Arbeitgebern und Arbeitnehmern<br />ausgehandelte Gesetzentwurf zur Bekämpfung des Missbrauchs von Werksverträgen</p>
      <p begin="00:12:57.931" xml:id="p126" end="00:13:02.430">und zur Regulierung von Leih- und Zeitarbeit<br />geht unverändert in die Ressortabstimmung.</p>
      <p begin="00:13:02.430" xml:id="p127" end="00:13:06.830">Aber natürlich gibt es eine Reihe offener<br />Fragen, die wir jetzt miteinander</p>
      <p begin="00:13:06.830" xml:id="p128" end="00:13:13.731">in dem Prozess bis zum nächsten Koalitionsausschuss beraten<br />wollen, um dann eine endgültige Entscheidung zu treffen.</p>
      <p begin="00:13:13.731" xml:id="p129" end="00:13:17.930">Sie wissen, dass für die SPD dieser<br />Gesetzentwurf von besonderer Bedeutung ist.</p>
      <p begin="00:13:18.231" xml:id="p130" end="00:13:22.430">Nach Abschluss des Koalitionsvertrags<br />habe ich auf der Pressekonferenz gesagt:</p>
      <p begin="00:13:22.730" xml:id="p131" end="00:13:27.530">„Das ist ein Vertrag der Großen Koalition<br />mit Politik für die kleinen Leute.“</p>
      <p begin="00:13:27.830" xml:id="p132" end="00:13:33.530">Diejenigen, die in Deutschland hart arbeiten,<br />müssen anständig behandelt werden.</p>
      <p begin="00:13:33.830" xml:id="p133" end="00:13:38.930">Anstand, Fairness und Chancen<br />sind die Leitlinien der Politik,</p>
      <p begin="00:13:38.930" xml:id="p134" end="00:13:42.230">auch des Koalitionsvertrags und<br />aller ihn tragenden Parteien.</p>
      <p begin="00:13:42.230" xml:id="p135" end="00:13:48.830">Mit diesem Gesetzentwurf wollen wir in einem<br />bestimmten Segment der Arbeit ihren Wert zurückgeben.</p>
      <p begin="00:13:48.830" xml:id="p136" end="00:13:51.230">Es geht um den Wert der Arbeit.</p>
      <p begin="00:13:51.230" xml:id="p137" end="00:13:57.231">Wir wollen damit der fatalen Entwicklung begegnen, dass<br />Arbeit in einigen Bereichen immer weniger wert ist.</p>
      <p begin="00:13:57.530" xml:id="p138" end="00:14:02.930">Leistung muss Sicherheit und faire Löhne<br />bei der Arbeit und bei der Rente schaffen.</p>
      <p begin="00:14:02.930" xml:id="p139" end="00:14:09.231">Wir haben auch - das ist eben schon gesagt worden - über<br />Kriminalitäts- und Terrorismusbekämpfung gesprochen,</p>
      <p begin="00:14:09.530" xml:id="p140" end="00:14:13.430">denn zur Sicherheit gehört natürlich nicht nur<br />soziale Sicherheit, sondern auch innere Sicherheit.</p>
      <p begin="00:14:13.730" xml:id="p141" end="00:14:16.230">Sie schützt die innere<br />Freiheit in Deutschland.</p>
      <p begin="00:14:16.530" xml:id="p142" end="00:14:20.131">Innere Sicherheit ist ein<br />sozialdemokratisches Thema.</p>
      <p begin="00:14:20.131" xml:id="p143" end="00:14:24.631">Nur sehr reiche Menschen können<br />sich einen armen Staat leisten.</p>
      <p begin="00:14:24.930" xml:id="p144" end="00:14:28.530">Ich möchte in Deutschland niemals<br />„gated communities“ sehen,</p>
      <p begin="00:14:28.830" xml:id="p145" end="00:14:31.231">wie sie in den Vereinigten Staaten<br />leider üblich sind.</p>
      <p begin="00:14:31.531" xml:id="p146" end="00:14:39.330">Deshalb ist auch die öffentliche Sicherheit in Deutschland eine<br />zentrale Aufgabe des Sozialstaats und ein unverzichtbares Bürgerrecht.</p>
      <p begin="00:14:39.330" xml:id="p147" end="00:14:42.030">Der Rechtsstaat ist aber nur<br />dann ein starker Staat,</p>
      <p begin="00:14:42.330" xml:id="p148" end="00:14:44.731">wenn er Rückhalt bei den<br />Bürgerinnen und Bürgern genießt.</p>
      <p begin="00:14:44.731" xml:id="p149" end="00:14:51.930">Es gibt eine tiefe Verunsicherung, wenn insbesondere<br />Alltagskriminalität steigt und sich Menschen nicht mehr sicher fühlen.</p>
      <p begin="00:14:51.930" xml:id="p150" end="00:14:55.831">Wir bringen jetzt ein Paket zur<br />Bekämpfung des Terrorismus,</p>
      <p begin="00:14:55.831" xml:id="p151" end="00:15:00.330">aber auch Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung<br />im Alltag auf den Weg.</p>
      <p begin="00:15:00.631" xml:id="p152" end="00:15:06.630">Die Fraktionen werden vor allem mit Blick auf Einbruchssicherung<br />die Mittel erhöhen und weitere Vorschläge machen.</p>
      <p begin="00:15:06.630" xml:id="p153" end="00:15:13.531">Denn die Anschläge der letzten Monate, aber auch das Ansteigen<br />der Alltagskriminalität zeigen: Hier muss mehr passieren.</p>
      <p begin="00:15:13.531" xml:id="p154" end="00:15:15.930">Hier geht es jetzt um Datenaustausch.</p>
      <p begin="00:15:16.230" xml:id="p155" end="00:15:18.930">Auch die Kooperation der<br />Geheimdienste gehört dazu.</p>
      <p begin="00:15:18.930" xml:id="p156" end="00:15:25.231">Für die Geheimdienste der westlichen Welt muss im Kampf<br />gegen den Terror gelten: Kooperation statt Konspiration.</p>
      <p begin="00:15:25.231" xml:id="p157" end="00:15:30.030">Zielgerichteten Datenaustausch gibt es<br />eben nicht in nationalen Alleingängen.</p>
      <p begin="00:15:30.330" xml:id="p158" end="00:15:37.230">Auch bei uns in Deutschland gibt es für die Sicherheitsorgane<br />danach keine Ausreden mehr, nicht zu kooperieren.</p>
      <p begin="00:15:37.230" xml:id="p159" end="00:15:41.430">Wir stocken die Mittel für die Sicherheitsbehörden<br />für intensive Prävention auf,</p>
      <p begin="00:15:41.430" xml:id="p160" end="00:15:46.231">damit wir den Druck auf die hier ansässigen<br />Unterstützter des Terrors aufrechterhalten können.</p>
      <p begin="00:15:46.231" xml:id="p161" end="00:15:51.930">Die Führungsaufsicht bestimmter, bereits verurteilter<br />Unterstützer ist dabei ein wichtiger Baustein.</p>
      <p begin="00:15:51.930" xml:id="p162" end="00:15:55.830">Wer sicher leben will, der darf die<br />Gefährder nicht unbeobachtet lassen.</p>
      <p begin="00:15:56.130" xml:id="p163" end="00:15:57.630">Das Gleiche gilt für Schleuser.</p>
      <p begin="00:15:57.930" xml:id="p164" end="00:16:01.830">Im Übrigen hat Terrorfinanzierung<br />auch etwas mit Geldwäsche zu tun.</p>
      <p begin="00:16:01.830" xml:id="p165" end="00:16:03.930">Das haben wir leidvoll erfahren müssen.</p>
      <p begin="00:16:04.230" xml:id="p166" end="00:16:06.031">Wir wollen sicher leben.</p>
      <p begin="00:16:06.331" xml:id="p167" end="00:16:08.430">Dafür brauchen wir einen<br />starken Rechtsstaat.</p>
      <p begin="00:16:08.730" xml:id="p168" end="00:16:12.630">Deshalb auch die weitere<br />Entwicklung in der Bundespolizei.</p>
      <p begin="00:16:12.930" xml:id="p169" end="00:16:17.730">Wir haben, wie gesagt, schon im vergangenen Jahr<br />ein Programm zur Einbruchsprävention vorgelegt,</p>
      <p begin="00:16:17.730" xml:id="p170" end="00:16:20.130">das wir jetzt über die<br />Fraktionen aufstocken wollen.</p>
      <p begin="00:16:20.130" xml:id="p171" end="00:16:24.930">Für eine Reihe anderer Projekte sind<br />gestern die Verfahren besprochen worden.</p>
      <p begin="00:16:24.930" xml:id="p172" end="00:16:32.430">In meinem Fachbereich bin ich froh, dass das Strommarktdesign und<br />das Gesetz zur Digitalisierung im Bundestag zu Ende beraten werden,</p>
      <p begin="00:16:32.430" xml:id="p173" end="00:16:44.731">dass wir in die Verbändeanhörung für das EEG 2016 gehen und auf einer<br />Sonder-MPK eine gemeinsame Position von Bund und Ländern erreichen wollen.</p>
      <p begin="00:16:44.731" xml:id="p174" end="00:16:50.130">Meine Damen und Herren, bis zur Sommerpause wird es sicherlich noch<br />eine Menge Diskussionen und gelegentlich auch Konflikte geben.</p>
      <p begin="00:16:50.130" xml:id="p175" end="00:16:55.231">Aber wenn wir die anstehenden Themen<br />mit der Kombination aus Vertragstreue,</p>
      <p begin="00:16:55.231" xml:id="p176" end="00:17:01.830">Einigungswillen und Realismus angehen, wie wir es gestern<br />getan haben, dann bin ich sicher, dass wir das schaffen.</p>
      <p begin="00:17:01.830" xml:id="p177" end="00:17:09.030">Wir wollen eine Gesellschaft, die anständig ist, fair mit den<br />Bürgerinnen und Bürgern umgeht und allen gleiche Chancen bietet,</p>
      <p begin="00:17:09.030" xml:id="p178" end="00:17:14.130">eine Gesellschaft, die den Terror bekämpft,<br />damit ihre Bürger gut und sicher leben können,</p>
      <p begin="00:17:14.130" xml:id="p179" end="00:17:19.230">und für die Integration kein Lippenbekenntnis<br />und Sicherheit selbstverständlich ist.</p>
      <p begin="00:17:19.230" xml:id="p180" end="00:17:24.031">Ich denke, dass wir mit den gestrigen Beschlüssen<br />einen großen Schritt nach vorne gekommen sind.</p>
      <p begin="00:17:27.345" xml:id="p181" end="00:17:34.845">MP Seehofer: Meine Damen und Herren, gestern war ein<br />langer, anstrengender Abend mit guten Ergebnissen.</p>
      <p begin="00:17:35.145" xml:id="p182" end="00:17:41.146">Ich begrüße den Maßnahmenkatalog<br />zur Terrorismusbekämpfung.</p>
      <p begin="00:17:41.146" xml:id="p183" end="00:17:42.945">Da ist ja schon viel geschehen.</p>
      <p begin="00:17:43.245" xml:id="p184" end="00:17:52.245">Das sind Weiterungen, die insbesondere unsere Sicherheitsbehörden<br />weiter ertüchtigen werden, wobei es vor allem auch darum geht,</p>
      <p begin="00:17:52.245" xml:id="p185" end="00:18:03.945">dass man bessere Rechtsgrundlagen für die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch<br />- national und international - für die Sicherheitsbehörden findet.</p>
      <p begin="00:18:03.945" xml:id="p186" end="00:18:08.146">Wir haben im Zusammenhang mit der<br />Kriminalitätsbekämpfung auch vereinbart,</p>
      <p begin="00:18:08.146" xml:id="p187" end="00:18:20.445">dass sich unsere beiden Bundestagsfraktionen primär bei der Frage der<br />Einbruchskriminalität mit zusätzlichen Initiativen beschäftigen werden.</p>
      <p begin="00:18:20.745" xml:id="p188" end="00:18:22.845">Das erscheint mir ganz notwendig;</p>
      <p begin="00:18:22.845" xml:id="p189" end="00:18:31.845">denn bezogen auf die Bundesrepublik insgesamt haben wir es doch<br />mit einem spürbaren Anstieg der Einbruchskriminalität zu tun.</p>
      <p begin="00:18:32.145" xml:id="p190" end="00:18:38.746">Ich begrüße ebenso die Eckpunkte<br />zum Integrationsgesetz.</p>
      <p begin="00:18:38.746" xml:id="p191" end="00:18:45.045">Es ist übrigens das erste Integrationsgesetz<br />in der Geschichte unseres Landes,</p>
      <p begin="00:18:45.045" xml:id="p192" end="00:18:51.945">das jetzt vorbereitet wird, und steht Integrationsgesetzen<br />der Bundesländer in keiner Weise im Weg.</p>
      <p begin="00:18:51.945" xml:id="p193" end="00:19:00.245">Der Bund hat natürlich die Integrationsaufgabe im<br />Arbeitsmarkt und in der Sprache primär zu schultern.</p>
      <p begin="00:19:00.245" xml:id="p194" end="00:19:08.645">Die Länder sind mehr auf dem Gebiet der Schulen, ebenfalls<br />auf dem Gebiet der Sprache, aber auch der Kultur zuständig.</p>
      <p begin="00:19:08.945" xml:id="p195" end="00:19:10.745">Das ergänzt sich gegenseitig sehr gut.</p>
      <p begin="00:19:11.046" xml:id="p196" end="00:19:16.145">Das ist ein sehr umfangreiches<br />Angebot, das die Chance eröffnet,</p>
      <p begin="00:19:16.446" xml:id="p197" end="00:19:21.245">dass wir von einem Land der gelingenden<br />Integration werden reden können.</p>
      <p begin="00:19:21.245" xml:id="p198" end="00:19:26.645">Das ist sehr wichtig, damit ein<br />gesellschaftliches Miteinander zustande kommt.</p>
      <p begin="00:19:26.945" xml:id="p199" end="00:19:40.746">Es ist auch wichtig, dass wir die Kraft hatten, Leistungsberechtigte<br />zu ermuntern, an diesen Integrationsangeboten teilzunehmen</p>
      <p begin="00:19:40.746" xml:id="p200" end="00:19:48.446">und dass in dem Falle, dass Angebote ohne den erforderlichen<br />Grund abgelehnt oder Maßnahmen abgebrochen werden,</p>
      <p begin="00:19:48.446" xml:id="p201" end="00:19:55.646">dies für die Sozialleistungen Konsequenzen<br />hat, die Sie dem Papier entnehmen können.</p>
      <p begin="00:19:55.646" xml:id="p202" end="00:20:01.646">Ich halte es auch für eine Frage der Gerechtigkeit,<br />dass eine Gesellschaft dieses Angebot macht,</p>
      <p begin="00:20:01.646" xml:id="p203" end="00:20:06.047">dass es aber auch eine Verpflichtung<br />für Leistungsberechtigte gibt,</p>
      <p begin="00:20:06.047" xml:id="p204" end="00:20:12.646">dieses Angebot anzunehmen, damit die<br />Integration wirklich gelingen kann.</p>
      <p begin="00:20:12.646" xml:id="p205" end="00:20:19.847">Diese beiden Punkte sind sehr gut<br />diskutiert und beschlossen worden.</p>
      <p begin="00:20:20.146" xml:id="p206" end="00:20:25.246">Wir haben eine Reihe von Punkten<br />vor dem Hintergrund diskutiert,</p>
      <p begin="00:20:25.546" xml:id="p207" end="00:20:30.046">dass nächste Woche eine<br />Sonderministerpräsidentenkonferenz stattfindet.</p>
      <p begin="00:20:30.346" xml:id="p208" end="00:20:39.046">Wir werden sie im Vorlauf der Ministerpräsidentenkonferenz in<br />verschiedenen Zusammensetzungen vertieft diskutieren müssen,</p>
      <p begin="00:20:39.046" xml:id="p209" end="00:20:41.447">weil sie die Länder sehr stark berühren.</p>
      <p begin="00:20:41.447" xml:id="p210" end="00:20:45.946">Es wird nicht überraschen, dass es dabei<br />um die Bund-Länder-Finanzbeziehungen geht.</p>
      <p begin="00:20:45.946" xml:id="p211" end="00:20:56.447">Aber es geht auch um Ihr Teilhabegesetz, Frau Nahles, in dem sehr viele Rückwirkungen in<br />der Behindertenpolitik für die Länder enthalten sein werden - auch finanzielle Fragen.</p>
      <p begin="00:20:56.746" xml:id="p212" end="00:21:03.347">Deshalb sind verschiedene Themen nicht<br />abschließend entschieden worden.</p>
      <p begin="00:21:03.347" xml:id="p213" end="00:21:06.646">Auch für die wichtige Frage<br />dieses Integrationsgesetzes,</p>
      <p begin="00:21:06.646" xml:id="p214" end="00:21:15.047">nämlich die Frage der Wohnsitzzuweisung, werden die Kriterien<br />sicherlich auf Bundesebene festgelegt werden müssen.</p>
      <p begin="00:21:15.047" xml:id="p215" end="00:21:23.446">Aber es ist ratsam, wenn man mit den 16 Bundesländern vorher<br />darüber spricht, wie dies dann auf der Länderebene erfolgt.</p>
      <p begin="00:21:23.746" xml:id="p216" end="00:21:25.846">Das wird nächste Woche geschehen.</p>
      <p begin="00:21:25.846" xml:id="p217" end="00:21:28.847">Es ist also keine Vertagung von Themen,</p>
      <p begin="00:21:28.847" xml:id="p218" end="00:21:36.346">sondern es ist die notwendige Beteiligung der<br />Ministerpräsidenten an wichtigen Entscheidungen,</p>
      <p begin="00:21:36.346" xml:id="p219" end="00:21:39.946">bevor das Bundeskabinett die<br />Gesetzentwürfe dazu beschließt.</p>
      <p begin="00:21:39.946" xml:id="p220" end="00:21:51.046">Wir haben gestern grünes Licht für das Vorhaben von Frau Nahles gegeben,<br />Werkverträge und Leiharbeit in ein modernes soziales Muster zu kleiden.</p>
      <p begin="00:21:51.046" xml:id="p221" end="00:21:56.746">Bei den Werkverträgen gibt es bekanntlich<br />keine nennenswerten Probleme mehr.</p>
      <p begin="00:21:56.746" xml:id="p222" end="00:22:01.847">Bei der Leiharbeit gibt es einige Punkte,<br />die noch diskussionsbedürftig sind.</p>
      <p begin="00:22:01.847" xml:id="p223" end="00:22:08.146">Aber ich denke, es ist ganz vernünftig, wenn man jetzt das<br />Ressortanhörungsverfahren und die Verbändeanhörung einleitet</p>
      <p begin="00:22:08.146" xml:id="p224" end="00:22:20.447">und nach Abschluss dieser Anhörung noch einmal in der Koalition vor Zuleitung<br />des endgültigen Gesetzentwurfs an das Kabinett über diese Punkte spricht.</p>
      <p begin="00:22:20.447" xml:id="p225" end="00:22:25.247">Vielleicht lösen sich ja manche dieser<br />Punkte im Anhörungsverfahren auf.</p>
      <p begin="00:22:25.247" xml:id="p226" end="00:22:36.346">Ich begrüße auch, dass der Energieminister beim nächsten Teil<br />all der energiepolitischen Fragen, insbesondere beim EEG 2016,</p>
      <p begin="00:22:36.646" xml:id="p227" end="00:22:48.946">einen übergreifenden Konsens anstrebt - das war auch bei der vorigen<br />Energieabteilung so -, sodass die Gespräche weitergeführt werden, die laufen,</p>
      <p begin="00:22:48.946" xml:id="p228" end="00:22:54.646">und es nach meiner Einschätzung auch gelingen<br />kann, dass wir zwischen Bund und Ländern,</p>
      <p begin="00:22:54.646" xml:id="p229" end="00:22:59.747">aber auch zwischen den Parteien zu<br />einvernehmlichen Vorschlägen kommen.</p>
      <p begin="00:22:59.747" xml:id="p230" end="00:23:09.947">Sehr stark liegt mir die Zukunft unserer Rentenversicherung am Herzen<br />- ich bin froh, dass wir gestern auch darüber gesprochen haben -,</p>
      <p begin="00:23:09.947" xml:id="p231" end="00:23:15.346">nicht für die heutigen Rentner, sondern für das, was<br />in der Zukunft vor dem Hintergrund stattfinden wird,</p>
      <p begin="00:23:15.646" xml:id="p232" end="00:23:22.846">dass auf der einen Seite nicht einmal die Hälfte der<br />sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Vorsorge vereinbaren oder eingehen,</p>
      <p begin="00:23:22.846" xml:id="p233" end="00:23:25.547">auf der anderen Seite aber<br />das Rentenniveau sinkt.</p>
      <p begin="00:23:25.846" xml:id="p234" end="00:23:31.660">Ich denke, es besteht breiter Konsens<br />darüber, dass es hier Handlungsbedarf gibt.</p>
      <p begin="00:23:31.660" xml:id="p235" end="00:23:37.146">Ich sage für meine Person - ich kenne aber<br />auch keine, die etwas anderes sagt -,</p>
      <p begin="00:23:37.146" xml:id="p236" end="00:23:42.546">dass es da noch keine fertigen Lösungen gibt und dass es<br />ungeheuer wichtig ist, hierüber den Dialog zu führen.</p>
      <p begin="00:23:42.847" xml:id="p237" end="00:23:49.446">Die Vereinbarung, dass wir jetzt mit den<br />Koalitionsspitzen und den Gewerkschaften einerseits</p>
      <p begin="00:23:49.446" xml:id="p238" end="00:23:56.646">und den Koalitionsspitzen und den Arbeitgebern andererseits<br />einen Dialog beginnen, halte ich für sehr gut.</p>
      <p begin="00:23:56.946" xml:id="p239" end="00:24:02.647">Zu den Rentenreformen in der Geschichte der<br />Bundesrepublik Deutschland gehörte immer,</p>
      <p begin="00:24:02.946" xml:id="p240" end="00:24:09.246">dass man sich bemüht hat, dies gemeinsam mit<br />den gesellschaftlichen Kräften zu machen.</p>
      <p begin="00:24:09.546" xml:id="p241" end="00:24:16.446">Rentenpolitik eignet sich nicht unbedingt für<br />eine gigantische parteipolitische Profilierung.</p>
      <p begin="00:24:16.446" xml:id="p242" end="00:24:24.546">Deshalb ist das, was wir dazu an gemeinsamem<br />Verfahrensvorgehen festgelegt haben, richtig.</p>
      <p begin="00:24:24.546" xml:id="p243" end="00:24:29.346">Ich denke, wir haben gestern Abend<br />viel für unser Land bewirkt.</p>
      <p begin="00:24:29.346" xml:id="p244" end="00:24:37.446">Aber ich möchte auch nicht verschweigen, dass wir bis<br />zur Sommerpause noch gigantisch viel zu tun haben.</p>
      <p begin="00:24:47.008" xml:id="p245" end="00:24:51.646">Frage: Frau Bundeskanzlerin, Herr Seehofer<br />wartet noch auf einen Brief von Ihnen.</p>
      <p begin="00:24:51.646" xml:id="p246" end="00:24:54.046">Haben Sie ihn ihm gestern Abend<br />quasi in die Hand gedrückt?</p>
      <p begin="00:24:54.046" xml:id="p247" end="00:25:02.746">Oder wollen Sie, Herr Seehofer, Ihre Bundesregierung vielleicht im Sinne<br />der Rückkehr zu mehr Handlungsfähigkeit gar nicht mehr verklagen?</p>
      <p begin="00:25:03.046" xml:id="p248" end="00:25:05.446">Gibt es eine Entscheidung<br />im Fall Böhmermann?</p>
      <p begin="00:25:08.281" xml:id="p249" end="00:25:15.246">BK’in Merkel: Erstens. Der Brief wird beantwortet.<br />Da sind wir uns auch sehr einig.</p>
      <p begin="00:25:15.246" xml:id="p250" end="00:25:19.746">Zweitens. Die Beratungen zu dem<br />anderen Thema dauern an.</p>
      <p begin="00:25:19.746" xml:id="p251" end="00:25:21.846">Wir informieren Sie, wenn sie beendet sind.</p>
      <p begin="00:25:21.846" xml:id="p252" end="00:25:27.447">MP Seehofer: Ich warte auf<br />den Eingang des Briefes,</p>
      <p begin="00:25:27.746" xml:id="p253" end="00:25:32.546">werde allerdings nicht jeden Tag zuallererst an den<br />Briefkasten der Bayerischen Staatskanzlei gehen.</p>
      <p begin="00:25:32.546" xml:id="p254" end="00:25:35.246">Ich denke, der Brief wird eingehen.</p>
      <p begin="00:25:35.246" xml:id="p255" end="00:25:43.046">Dann wird er ganz vernünftig bewertet, so wie es<br />in einem anständigen Umgang zwischen Parteien</p>
      <p begin="00:25:43.046" xml:id="p256" end="00:25:49.046">oder in dem Fall zwischen der Bundesregierung und der<br />Bayerischen Staatsregierung üblich sein sollte und ist.</p>
      <p begin="00:25:54.828" xml:id="p257" end="00:25:59.146">Frage: Ich würde gern wissen, was das Ziel bei<br />der Rente noch in dieser Wahlperiode ist.</p>
      <p begin="00:25:59.446" xml:id="p258" end="00:26:04.847">Will man noch gemeinsam ein großes Gesetzespaket<br />auf den Weg bringen, das gegen Altersarmut wirkt?</p>
      <p begin="00:26:04.847" xml:id="p259" end="00:26:07.246">Wenn das nicht gelingen soll:</p>
      <p begin="00:26:07.246" xml:id="p260" end="00:26:11.146">Ist dann auf jeden Fall das Ziel, das durchzubringen,<br />was im Koalitionsvertrag noch steht,</p>
      <p begin="00:26:11.146" xml:id="p261" end="00:26:14.146">nämlich Lebensleistungsrente<br />und Ost-West-Angleichung?</p>
      <p begin="00:26:14.146" xml:id="p262" end="00:26:21.346">BK’in Merkel: Wir haben gestern Abend noch einmal betont, dass die<br />Koalitionsvereinbarung natürlich die Basis unserer Arbeit ist.</p>
      <p begin="00:26:21.346" xml:id="p263" end="00:26:30.346">Aber ich glaube, dass in der Diskussion klar geworden ist,<br />dass das, was im Koalitionsvertrag steht, Elemente sind,</p>
      <p begin="00:26:30.346" xml:id="p264" end="00:26:34.846">aber dass zur Lösung des<br />Gesamtproblems mehr notwendig ist.</p>
      <p begin="00:26:35.146" xml:id="p265" end="00:26:38.747">Was man jetzt noch davon hinbekommen<br />wird, werden wir diskutieren.</p>
      <p begin="00:26:38.747" xml:id="p266" end="00:26:44.446">Wir gehen jetzt erst einmal den, wie ich finde, sehr vernünftigen<br />Schritt auf die Gewerkschaften und auf die Arbeitgeber zu.</p>
      <p begin="00:26:44.446" xml:id="p267" end="00:26:51.946">BM Gabriel: Es gibt zwei Verabredungen in der Koalitionsvereinbarung,<br />die wir aus meiner Sicht natürlich einhalten werden.</p>
      <p begin="00:26:51.946" xml:id="p268" end="00:26:57.346">Dort steht „solidarische Lebensleistungsrente“,<br />oder man kann es auch „Mindestrente“ nennen.</p>
      <p begin="00:26:57.646" xml:id="p269" end="00:27:05.746">Das ist die Schwester des Mindestlohns für die, die 40 Jahre gearbeitet<br />haben und weniger Rente als einer bekommen, der noch nie gearbeitet hat.</p>
      <p begin="00:27:06.046" xml:id="p270" end="00:27:08.146">Das kann nicht gerecht sein.</p>
      <p begin="00:27:08.146" xml:id="p271" end="00:27:12.046">Das Zweite ist die Reform<br />der Betriebsrenten.</p>
      <p begin="00:27:12.046" xml:id="p272" end="00:27:14.446">Beides ist sozusagen in Arbeit.</p>
      <p begin="00:27:14.446" xml:id="p273" end="00:27:22.846">Aber die Frage, die Horst Seehofer ja zu Recht gestellt<br />hat, wird durch diese beiden Antworten nicht beantwortet,</p>
      <p begin="00:27:22.846" xml:id="p274" end="00:27:27.646">nämlich für den Teil der Menschen, die<br />überhaupt keine Vorsorge treffen.</p>
      <p begin="00:27:27.947" xml:id="p275" end="00:27:32.146">Dieser Teil wächst, zum Beispiel auch<br />im Bereich der Kreativwirtschaft.</p>
      <p begin="00:27:32.446" xml:id="p276" end="00:27:36.346">Was ist mit dem gesetzlichen<br />Rentenniveau? Das sinkt.</p>
      <p begin="00:27:36.346" xml:id="p277" end="00:27:38.746">- Das sind die beiden<br />Fragen, die hinzutreten.</p>
      <p begin="00:27:38.746" xml:id="p278" end="00:27:47.746">Was wir gestern verabredet haben, ist, dass wir uns zutrauen,<br />eine Gesamtschau im Hinblick auf dieses Problem vorzunehmen</p>
      <p begin="00:27:47.746" xml:id="p279" end="00:27:50.446">und mit Arbeitgebern und<br />Gewerkschaften darüber zu reden.</p>
      <p begin="00:27:50.446" xml:id="p280" end="00:27:59.147">Ob wir in dieser Periode zu der Frage kommen werden, wie wir<br />mit den sozusagen vorsorgelosen Teilen der Bevölkerung umgehen</p>
      <p begin="00:27:59.147" xml:id="p281" end="00:28:03.946">und wie wir mit der gesetzlichen Rente umgehen,<br />werden wir in diesen Gesprächen sehen.</p>
      <p begin="00:28:03.946" xml:id="p282" end="00:28:12.646">Aber daran, dass es Sinn ergibt, alle vier Bereiche<br />- Mindestrente, Betriebsrenten, gesetzliche Rentenversicherung und Versicherungskreis –</p>
      <p begin="00:28:12.646" xml:id="p283" end="00:28:16.547">miteinander in Betrachtung zu ziehen, kann<br />es, glaube ich, keinen Zweifel geben.</p>
      <p begin="00:28:16.547" xml:id="p284" end="00:28:27.946">MP Seehofer: Ich bin sehr froh, dass wir völlig übereinstimmen, was den<br />Handlungsbedarf und das Bemühen angeht, mit allen Beteiligten zu reden.</p>
      <p begin="00:28:27.946" xml:id="p285" end="00:28:33.646">Dass Arbeitnehmervertretungen schon seit<br />Langem auf die Notwendigkeit hinweisen,</p>
      <p begin="00:28:33.946" xml:id="p286" end="00:28:36.046">hier mehr Gerechtigkeit<br />zu schaffen, ist bekannt.</p>
      <p begin="00:28:36.046" xml:id="p287" end="00:28:48.946">Dass aber am Montagabend bei einem Wirtschaftsgespräch in Bayern auch die Arbeitgeber öffentlich<br />erklärt haben „Es kann nicht so bleiben, wie es ist“, hat mich doch etwas überrascht.</p>
      <p begin="00:28:48.946" xml:id="p288" end="00:28:55.546">Das zeigt aber auch die Dringlichkeit<br />der Fragen, die sich hier stellen,</p>
      <p begin="00:28:55.846" xml:id="p289" end="00:29:00.646">insbesondere übrigens auch für<br />Frauen und für Familien mit Kindern.</p>
      <p begin="00:29:00.946" xml:id="p290" end="00:29:11.146">Ich bin vielleicht derjenige, der die meisten Rentenreformen -<br />schon seit Ende der 70er-Jahre - in Deutschland mitgemacht hat.</p>
      <p begin="00:29:11.146" xml:id="p291" end="00:29:12.946">Jede sollte ja die letzte sein.</p>
      <p begin="00:29:12.946" xml:id="p292" end="00:29:25.546">Ich kann nur sagen: Man ist schlecht beraten, wenn man zu Beginn eines<br />Dialogs schon glaubt, die Lösungen in der Westentasche zu haben.</p>
      <p begin="00:29:25.846" xml:id="p293" end="00:29:27.046">Das ist viel zu komplex.</p>
      <p begin="00:29:27.046" xml:id="p294" end="00:29:29.746">Es muss ja nachhaltig sein.</p>
      <p begin="00:29:29.746" xml:id="p295" end="00:29:34.246">Rente lebt von dem Vertrauen, dass<br />man sich darauf verlassen kann,</p>
      <p begin="00:29:34.546" xml:id="p296" end="00:29:39.047">nach einem erfüllten Erwerbsleben auch eine<br />angemessene Altersversorgung zu haben.</p>
      <p begin="00:29:39.347" xml:id="p297" end="00:29:45.046">Das ist übrigens die Frage der Sicherheit im Alter, die in<br />unserer Gesellschaft immer stärker in den Vordergrund rückt:</p>
      <p begin="00:29:45.046" xml:id="p298" end="00:29:52.547">die finanzielle Absicherung genauso wie die Versorgung im Alter<br />im Falle der Krankheit, im Falle der Pflege oder der Behinderung.</p>
      <p begin="00:29:52.846" xml:id="p299" end="00:30:03.046">Deshalb kann ich nur dafür werben, sich jetzt bei allen verständlichen Fragen<br />- „Wie schaut die Lösung aus?“ und „Was habt ihr alle im Kopf?“</p>
      <p begin="00:30:03.046" xml:id="p300" end="00:30:15.646">- einfach diesem Dialogprozess zu unterwerfen und sozusagen erst<br />am Schluss Konsequenzen zu ziehen, die dann auch belastbar sind.</p>
      <p begin="00:30:15.646" xml:id="p301" end="00:30:20.447">Vielleicht gibt es hier jemanden am<br />Tisch, der schon die Lösung hat.</p>
      <p begin="00:30:20.447" xml:id="p302" end="00:30:29.746">Es ist extrem schwierig, die Dinge zu<br />gestalten, aber sie müssen angegangen werden</p>
      <p begin="00:30:29.746" xml:id="p303" end="00:30:36.046">und dürfen nicht mit dem Argument „Es ist alles<br />schwierig“ auf die lange Bank geschoben werden.</p>
      <p begin="00:30:36.346" xml:id="p304" end="00:30:42.646">Es geht ja weniger um die Renten von heute,<br />um das noch einmal deutlich zu sagen.</p>
      <p begin="00:30:42.947" xml:id="p305" end="00:30:47.547">Die Rentner von heute werden jetzt<br />am 1. Juni eine Rentenerhöhung erhalten</p>
      <p begin="00:30:47.547" xml:id="p306" end="00:30:52.647">- bei quasi keiner Inflation<br />-, wie wir sie in Deutschland schon lange nicht mehr hatten.</p>
      <p begin="00:30:52.647" xml:id="p307" end="00:30:55.947">Das ist fast, kann man<br />sagen, Brutto für Netto.</p>
      <p begin="00:30:56.247" xml:id="p308" end="00:31:06.747">Es geht jetzt um die nächsten Jahre, insbesondere die nächsten eineinhalb<br />bis zwei Jahrzehnte, in denen das Rentenniveau eben absinken wird</p>
      <p begin="00:31:07.047" xml:id="p309" end="00:31:13.047">und die Vorsorge nicht die Maßstäbe erreicht<br />hat, die wir alle einmal erhofft haben.</p>
      <p begin="00:31:13.047" xml:id="p310" end="00:31:20.547">Wenn nicht einmal die Hälfte aller Sozialversicherungspflichtigen<br />solche Abschlüsse machen, dann muss sich die Politik darum kümmern.</p>
      <p begin="00:31:20.848" xml:id="p311" end="00:31:25.047">Die ganz schnellen Antworten<br />- „Jetzt machen wir alles als Pflicht“ usw.</p>
      <p begin="00:31:25.047" xml:id="p312" end="00:31:26.247">- sind auch nicht so einfach.</p>
      <p begin="00:31:26.548" xml:id="p313" end="00:31:28.347">Die sind alle schon<br />einmal diskutiert worden.</p>
      <p begin="00:31:28.347" xml:id="p314" end="00:31:34.947">Was machen wir dann nämlich wieder mit den Leuten, die die Pflicht<br />nicht erfüllen können, weil sie das Einkommen dazu nicht haben?</p>
      <p begin="00:31:34.947" xml:id="p315" end="00:31:42.448">Man kann also nur dafür werben, dass wir eine vernünftige<br />Diskussion führen und die Entscheidungen am Schluss fällen.</p>
      <p begin="00:31:47.028" xml:id="p316" end="00:31:53.048">Frage: Zum Thema Erbschaftssteuer: <br />Wie sieht da jetzt der weitere Zeitplan aus?</p>
      <p begin="00:31:53.048" xml:id="p317" end="00:31:54.949">Die zweite Frage geht an<br />Frau Merkel und Herrn Seehofer.</p>
      <p begin="00:31:55.248" xml:id="p318" end="00:31:57.348">Herr Gabriel hat sich sehr<br />optimistisch geäußert,</p>
      <p begin="00:31:57.348" xml:id="p319" end="00:32:01.848">dass Sie bis zum Ende der Legislaturperiode inhaltlich<br />und auch stimmungsmäßig gut zusammenarbeiten würden.</p>
      <p begin="00:32:02.149" xml:id="p320" end="00:32:04.849">Ich wollte Sie beide einmal fragen, wie Sie<br />das sehen, auch angesichts der Tatsache,</p>
      <p begin="00:32:04.849" xml:id="p321" end="00:32:09.048">dass Herr Gabriel hier gerade so eine Art<br />kleine SPD-Parteitagsrede gehalten hat.</p>
      <p begin="00:32:09.348" xml:id="p322" end="00:32:13.849">BM Gabriel: Wenn es so war, ist es gut!</p>
      <p begin="00:32:13.849" xml:id="p323" end="00:32:23.048">BK’in Merkel: Ich habe nicht den geringsten Zweifel<br />daran, dass wir die Zusammenarbeit fortsetzen.</p>
      <p begin="00:32:23.348" xml:id="p324" end="00:32:25.548">Die Agenda ist ja hier heute klar geworden.</p>
      <p begin="00:32:25.548" xml:id="p325" end="00:32:31.848">Ich glaube, jeder von uns erfüllt das,<br />was die Menschen von uns erwarten,</p>
      <p begin="00:32:31.848" xml:id="p326" end="00:32:37.248">nämlich dass wir uns um Lösungen bemühen, und dabei<br />sind wir gestern beachtliche Schritte vorangekommen.</p>
      <p begin="00:32:37.248" xml:id="p327" end="00:32:42.349">Zum zweiten Punkt: Auch über die<br />Erbschaftsteuer wird weiter gesprochen.</p>
      <p begin="00:32:42.648" xml:id="p328" end="00:32:46.848">Da sind wichtige<br />Gemeinsamkeiten identifiziert.</p>
      <p begin="00:32:46.848" xml:id="p329" end="00:32:48.348">Es sind noch einige Punkte offen.</p>
      <p begin="00:32:48.348" xml:id="p330" end="00:32:51.948">Das haben wir gestern nicht<br />in der Tiefe diskutiert.</p>
      <p begin="00:32:51.948" xml:id="p331" end="00:33:02.448">MP Seehofer: Die CSU möchte die Koalition ordnungsgemäß<br />bis zur Bundestagswahl 2017 fortführen und weiterführen.</p>
      <p begin="00:33:02.748" xml:id="p332" end="00:33:05.148">Wir werden jeden Beitrag dazu leisten,</p>
      <p begin="00:33:05.148" xml:id="p333" end="00:33:13.548">damit diese Regierung verantwortungsvoll für<br />unser Land vernünftige Politik gestalten kann.</p>
      <p begin="00:33:13.548" xml:id="p334" end="00:33:17.748">Der gestrige Abend war ja<br />ein guter Beleg dafür.</p>
      <p begin="00:33:17.748" xml:id="p335" end="00:33:22.548">Bei der Erbschaftsteuer gibt<br />es noch Gesprächsbedarf.</p>
      <p begin="00:33:22.848" xml:id="p336" end="00:33:31.548">Das ist bei so einem ebenfalls komplizierten<br />Sachverhalt auch nicht weiter verwunderlich.</p>
      <p begin="00:33:38.554" xml:id="p337" end="00:33:44.149">Frage: Frau Bundeskanzlerin,<br />Sie hatten eben gesagt,</p>
      <p begin="00:33:44.448" xml:id="p338" end="00:33:51.948">dass über die Subvention der E-Mobilität noch im<br />April eine Entscheidung gefällt werden werde.</p>
      <p begin="00:33:51.948" xml:id="p339" end="00:34:00.048">Können Sie kurz erläutern - vielleicht auch Herr Gabriel und Herr Seehofer,<br />die das Thema ja beide sehr pushen -, wo es eigentlich noch hakt?</p>
      <p begin="00:34:00.048" xml:id="p340" end="00:34:06.348">Liegt das daran, dass Herr Schäuble, der ja nicht so ein<br />großer Freund dieses Themas ist, gestern nicht da war,</p>
      <p begin="00:34:06.348" xml:id="p341" end="00:34:09.648">oder gibt es noch Beratungsbedarf<br />mit der Industrie?</p>
      <p begin="00:34:09.648" xml:id="p342" end="00:34:15.649">BK’in Merkel: Herr Schäuble war gestern da;<br />das ist vollkommen selbstverständlich.</p>
      <p begin="00:34:15.948" xml:id="p343" end="00:34:23.148">Er war jedenfalls da und ist natürlich<br />in alle Maßnahmen einbezogen worden.</p>
      <p begin="00:34:23.148" xml:id="p344" end="00:34:30.348">Zweitens haben wir mit der Automobilwirtschaft im<br />hinteren Teil des Aprils ein Datum verabredet,</p>
      <p begin="00:34:30.348" xml:id="p345" end="00:34:33.348">über das wir Sie dann natürlich<br />auch informieren werden.</p>
      <p begin="00:34:33.649" xml:id="p346" end="00:34:37.849">Bis dahin sind die Arbeiten planmäßig<br />durchzuführen, und sie laufen auch planmäßig.</p>
      <p begin="00:34:37.849" xml:id="p347" end="00:34:41.748">Wenn dieses Treffen stattgefunden haben wird, dann<br />werden wir Sie selbstverständlich informieren.</p>
      <p begin="00:34:41.748" xml:id="p348" end="00:34:45.948">Das liegt voll im Plan.</p>
      <p begin="00:34:45.948" xml:id="p349" end="00:34:51.948">MP Seehofer: Ich will aber schon der Bundeskanzlerin danken.<br />- Soll ich dir auch danken?</p>
      <p begin="00:34:52.248" xml:id="p350" end="00:34:53.148">BM Gabriel: Auch, ja.</p>
      <p begin="00:34:53.148" xml:id="p351" end="00:34:57.349">MP Seehofer: Auch dem Bundeswirtschaftsminister<br />danke ich für diese grundsätzliche Bereitschaft.</p>
      <p begin="00:34:57.349" xml:id="p352" end="00:35:01.848">Es ist eine historische Situation für<br />eine Schlüsselindustrie in unserem Lande,</p>
      <p begin="00:35:01.848" xml:id="p353" end="00:35:06.049">dass man gemeinsam mit der Automobilindustrie<br />versucht, dies gut zu lösen.</p>
      <p begin="00:35:06.049" xml:id="p354" end="00:35:13.248">Natürlich muss man immer darauf achten, dass<br />unsere Finanzmöglichkeiten nicht überdehnt werden</p>
      <p begin="00:35:13.248" xml:id="p355" end="00:35:22.849">und die Automobilindustrie ihrerseits auch das Menschenmögliche tut,<br />um diese Technologie der Elektromobilität marktfähig zu machen.</p>
      <p begin="00:35:30.908" xml:id="p356" end="00:35:35.149">Frage: Im Zusammenhang mit<br />der Terrorbekämpfung:</p>
      <p begin="00:35:35.149" xml:id="p357" end="00:35:38.448">Ist auch über den Einsatz der<br />Bundeswehr im Inneren geredet worden?</p>
      <p begin="00:35:38.448" xml:id="p358" end="00:35:45.648">Falls ja, wohlwollend beziehungsweise diskussionsbereit,<br />oder ist das für diese Legislaturperiode abgeräumt?</p>
      <p begin="00:35:45.648" xml:id="p359" end="00:35:51.348">BK’in Merkel: Nein, wir haben Sie ja informiert, worüber<br />wir gestern geredet haben, und die Tagesordnung war voll.</p>
      <p begin="00:35:51.348" xml:id="p360" end="00:35:54.949">Sie wissen, dass wir, glaube ich,<br />sieben Stunden getagt haben.</p>
      <p begin="00:35:55.248" xml:id="p361" end="00:35:57.348">MP Seehofer: Bayern München war auch noch!</p>
      <p begin="00:35:57.348" xml:id="p362" end="00:36:01.548">BK’in Merkel: Insofern haben<br />wir darüber nicht gesprochen.</p>
      <p begin="00:36:01.849" xml:id="p363" end="00:36:06.648">Die Diskussionen um das Weißbuch werden geführt<br />werden, aber da sind wir noch ganz am Anfang.</p>
      <p begin="00:36:06.948" xml:id="p364" end="00:36:13.103">BM Gabriel: Für uns ist klar, dass<br />das nicht zur Debatte stehen wird.</p>

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