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 <p begin="00:00:09.500" xml:id="p0" end="00:00:13.700">BK'IN DR. MERKEL: Meine Damen und Herren,<br />danke, dass Sie eine Weile gewartet haben.</p>
      <p begin="00:00:13.700" xml:id="p1" end="00:00:22.701">Wir hatten eine sehr sachorientierte und zum Teil auch sehr<br />detaillierte Diskussion, wie es dem Sachverhalt auch angemessen ist.</p>
      <p begin="00:00:23.001" xml:id="p2" end="00:00:26.801">Wir haben diese außerordentliche<br />Zusammenkunft verabredet,</p>
      <p begin="00:00:27.101" xml:id="p3" end="00:00:34.001">weil die Entwicklung der Flüchtlingszahlen in<br />den letzten Wochen und Tagen sehr dynamisch war</p>
      <p begin="00:00:34.001" xml:id="p4" end="00:00:40.601">und wir deshalb zum Schultern dieser<br />Aufgabe noch einmal neue Absprachen</p>
      <p begin="00:00:40.601" xml:id="p5" end="00:00:46.302">zusätzlich zu denen, die wir schon getroffen haben<br />und die natürlich weitergelten treffen mussten.</p>
      <p begin="00:00:46.302" xml:id="p6" end="00:00:49.403">Es ging also heute nicht um die<br />Tagesordnung der nächsten Woche,</p>
      <p begin="00:00:49.403" xml:id="p7" end="00:00:56.302">in der wir über die Gesetzgebung und auch über die<br />Finanzhilfen und Finanzströme sprechen werden,</p>
      <p begin="00:00:56.302" xml:id="p8" end="00:01:03.502">sondern es ging heute vor allen Dingen darum, wie wir auf<br />diese gesamtstaatliche Herausforderung reagieren können.</p>
      <p begin="00:01:03.502" xml:id="p9" end="00:01:09.202">Ich habe mich sehr gefreut, dass die Ministerpräsidenten<br />den Bund einhellig dabei unterstützen,</p>
      <p begin="00:01:09.202" xml:id="p10" end="00:01:18.802">vor allen Dingen in den Ländern, in denen sich die Flüchtlinge<br />aufhalten oder in denen Fluchtursachen auftreten, stärker zu helfen.</p>
      <p begin="00:01:19.102" xml:id="p11" end="00:01:22.403">Das wird der Bund auf der<br />nationalen Ebene tun,</p>
      <p begin="00:01:22.403" xml:id="p12" end="00:01:29.302">aber wir erwarten auch von der Europäischen Union<br />ein gemeinsames Signal, das deutlich macht:</p>
      <p begin="00:01:29.302" xml:id="p13" end="00:01:38.302">Wir setzen uns für menschenwürdige Bedingungen in den Flüchtlingslagern<br />zum Beispiel in Jordanien, im Libanon und im Irak ein,</p>
      <p begin="00:01:38.302" xml:id="p14" end="00:01:42.202">wo im Augenblick bei den<br />internationalen Hilfsorganisationen,</p>
      <p begin="00:01:42.202" xml:id="p15" end="00:01:50.302">zum Beispiel beim World Food Programme oder dem<br />UNHCR, beträchtliche Finanzierungslücken klaffen.</p>
      <p begin="00:01:50.603" xml:id="p16" end="00:01:53.002">Es ist sehr wichtig, dass wir hier agieren.</p>
      <p begin="00:01:53.302" xml:id="p17" end="00:01:59.902">Die Länder unterstützen den Bund auch dabei, dass wir<br />eine faire Lastenverteilung in Europa erreichen.</p>
      <p begin="00:02:00.202" xml:id="p18" end="00:02:05.002">Das hat etwas mit dem Gesamtverständnis<br />der Europäischen Union zu tun.</p>
      <p begin="00:02:05.002" xml:id="p19" end="00:02:07.402">Deshalb ist es eine gute Botschaft,</p>
      <p begin="00:02:07.702" xml:id="p20" end="00:02:14.302">dass am nächsten Dienstag der Justiz- und Innenministerrat<br />tagen und sich auch noch einmal damit beschäftigen wird</p>
      <p begin="00:02:14.302" xml:id="p21" end="00:02:19.402">und dass auch eine Diskussion darüber stattfindet,<br />ob es einen europäischen Sonderrat gibt.</p>
      <p begin="00:02:19.402" xml:id="p22" end="00:02:21.502">Ich habe mich dazu ja heute schon geäußert.</p>
      <p begin="00:02:21.803" xml:id="p23" end="00:02:24.803">Dann haben wir uns mit der<br />nationalen Aufgabe befasst.</p>
      <p begin="00:02:24.803" xml:id="p24" end="00:02:33.502">Es geht jetzt darum, wieder einen geordneten und nachzuverfolgenden<br />Umgang mit der großen Zahl von Flüchtlingen zu schaffen.</p>
      <p begin="00:02:33.802" xml:id="p25" end="00:02:37.103">Wir haben über die Beschleunigung<br />der Verfahren gesprochen.</p>
      <p begin="00:02:37.103" xml:id="p26" end="00:02:42.502">Hierzu wird es in der nächsten Woche noch einmal<br />sehr detaillierte Angaben auch des Bundes geben.</p>
      <p begin="00:02:42.502" xml:id="p27" end="00:02:45.802">Die Länder unternehmen hier<br />auch erhebliche Anstrengungen,</p>
      <p begin="00:02:46.102" xml:id="p28" end="00:02:49.403">um zum Beispiel bei den Verwaltungsgerichten<br />die Verfahren zu beschleunigen.</p>
      <p begin="00:02:49.403" xml:id="p29" end="00:02:55.402">Wir haben dann über die Logistik der<br />Unterbringung der Flüchtlinge gesprochen.</p>
      <p begin="00:02:55.702" xml:id="p30" end="00:02:59.002">Ich freue mich sehr, dass<br />es heute gelungen ist,</p>
      <p begin="00:02:59.002" xml:id="p31" end="00:03:09.802">dass die Angebote da sind die Ministerpräsidenten werden dazu<br />noch etwas sagen , Verteilzentren, also Drehkreuze, zu schaffen.</p>
      <p begin="00:03:09.802" xml:id="p32" end="00:03:14.602">Wir haben die Dinge noch einmal diskutiert.</p>
      <p begin="00:03:14.602" xml:id="p33" end="00:03:16.603">Solche Drehkreuze sind notwendig.</p>
      <p begin="00:03:16.903" xml:id="p34" end="00:03:18.702">Der Bund wird in Zukunft<br />gemeinsam mit den Ländern</p>
      <p begin="00:03:19.003" xml:id="p35" end="00:03:27.203">die Verteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen<br />Bundesländer nach dem Königsteiner Schlüssel managen.</p>
      <p begin="00:03:27.203" xml:id="p36" end="00:03:30.803">Das setzt voraus das ist<br />heute auch geschehen ,</p>
      <p begin="00:03:30.803" xml:id="p37" end="00:03:34.703">dass sich alle Länder zu diesem<br />Königsteiner Schlüssel bekennen.</p>
      <p begin="00:03:34.703" xml:id="p38" end="00:03:41.603">Wir haben seitens des Bundes Angebote unterbreitet der<br />Bundesinnenminister, Thomas de Maizière, hat das gemacht ,</p>
      <p begin="00:03:41.603" xml:id="p39" end="00:03:48.503">wie der Bund die Länder bei der Zurverfügungstellung<br />von Plätzen noch entlasten kann.</p>
      <p begin="00:03:48.503" xml:id="p40" end="00:03:54.504">Hierzu ist ein Angebot von bis zu<br />40.000 Plätzen unterbreitet worden.</p>
      <p begin="00:03:54.504" xml:id="p41" end="00:03:58.403">Die Details werden in den<br />nächsten Tagen geklärt.</p>
      <p begin="00:03:58.403" xml:id="p42" end="00:04:01.204">Die Bundeswehr hat auch noch<br />einmal deutlich gemacht,</p>
      <p begin="00:04:01.204" xml:id="p43" end="00:04:07.448">dass sie bereit ist, bezüglich der Frage,<br />verstärkt Personal zur Verfügung zu stellen</p>
      <p begin="00:04:07.448" xml:id="p44" end="00:04:15.416">wie wir die gesamten logistischen Herausforderungen zum Beispiel<br />in den neu zu schaffenden Verteilzentren regeln können,</p>
      <p begin="00:04:15.416" xml:id="p45" end="00:04:18.715">Alles in allem bestand<br />große Einigkeit darüber,</p>
      <p begin="00:04:19.016" xml:id="p46" end="00:04:26.816">dass wir den Menschen, die Schutz brauchen, Schutz<br />geben wollen und dafür alles Menschenmögliche tun.</p>
      <p begin="00:04:27.115" xml:id="p47" end="00:04:29.215">Auf der anderen Seite war aber auch klar,</p>
      <p begin="00:04:29.215" xml:id="p48" end="00:04:34.616">dass die, die keine Bleibeperspektive haben,<br />nicht in unserem Land bleiben können.</p>
      <p begin="00:04:34.616" xml:id="p49" end="00:04:39.415">Dies ist der gemeinsame<br />Wunsch von Ländern und Bund.</p>
      <p begin="00:04:39.715" xml:id="p50" end="00:04:45.115">Auch das ist eine Botschaft gewesen, die von<br />allen sehr eindrücklich unterbreitet wurde.</p>
      <p begin="00:04:45.115" xml:id="p51" end="00:04:49.315">Es ist eine riesige Kraftanstrengung,<br />die wir zu bewältigen haben,</p>
      <p begin="00:04:49.315" xml:id="p52" end="00:04:52.315">aber mich hat das Gespräch<br />heute Abend darin bestärkt,</p>
      <p begin="00:04:52.315" xml:id="p53" end="00:04:57.415">dass wir sehr detailliert und<br />auch sehr klar gesprochen haben,</p>
      <p begin="00:04:57.415" xml:id="p54" end="00:05:02.815">aber dass wir alle willens sind, diese<br />Herausforderung auch zu bestehen.</p>
      <p begin="00:05:02.815" xml:id="p55" end="00:05:08.215">MP DR. WOIDKE: Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,<br />meine sehr verehrten Damen und Herren!</p>
      <p begin="00:05:08.215" xml:id="p56" end="00:05:12.116">Ich bin erst einmal sehr froh, dass wir<br />uns heute hier in Berlin getroffen haben</p>
      <p begin="00:05:12.116" xml:id="p57" end="00:05:17.215">und sehr intensiv miteinander über die verschiedenen<br />Entwicklungen der letzten Tage und Wochen,</p>
      <p begin="00:05:17.215" xml:id="p58" end="00:05:21.115">die ja von einer großen Dynamik<br />geprägt waren, geredet haben.</p>
      <p begin="00:05:21.115" xml:id="p59" end="00:05:27.416">Die Länder haben die Herausforderung<br />angenommen, und das schon seit vielen Monaten.</p>
      <p begin="00:05:27.416" xml:id="p60" end="00:05:34.315">Allerdings stellt uns die Entwicklung speziell der<br />letzten zwei Wochen vor enorme Herausforderungen.</p>
      <p begin="00:05:34.315" xml:id="p61" end="00:05:44.215">Ich glaube, dass wir deshalb weiterhin mit der<br />Bundesebene eine enge Abstimmung brauchen.</p>
      <p begin="00:05:44.215" xml:id="p62" end="00:05:47.515">Ich bin auch sehr froh es gab da ja<br />im Vorfeld ein bisschen Irritation ,</p>
      <p begin="00:05:47.515" xml:id="p63" end="00:05:52.115">dass der heutige Termin den Termin<br /> am 24. September eben nicht ersetzt,</p>
      <p begin="00:05:52.115" xml:id="p64" end="00:05:56.015">sondern dass wir uns in der nächsten Woche mit<br />der Frau Bundeskanzlerin wieder treffen werden</p>
      <p begin="00:05:56.015" xml:id="p65" end="00:06:01.115">und dann über die Dinge sie sind<br />im Fluss weiter reden müssen.</p>
      <p begin="00:06:01.415" xml:id="p66" end="00:06:03.516">Es ist eine große<br />internationale Herausforderung,</p>
      <p begin="00:06:03.516" xml:id="p67" end="00:06:07.415">auch was die Abstimmungsfragen betrifft die<br />Frau Bundeskanzlerin ist darauf eingegangen.</p>
      <p begin="00:06:07.715" xml:id="p68" end="00:06:14.015">Speziell die Verbesserung der Situation in den Herkunftsländern<br />vieler Flüchtlinge wird eine Langfristaufgabe sein.</p>
      <p begin="00:06:14.015" xml:id="p69" end="00:06:17.915">Die europäische Situation muss<br />ich jetzt nicht kommentieren;</p>
      <p begin="00:06:17.915" xml:id="p70" end="00:06:22.515">Sie haben alle schon am heutigen Tag über<br />die gestrige Zusammenkunft geschrieben.</p>
      <p begin="00:06:22.515" xml:id="p71" end="00:06:24.615">Aber auch da wird es weitere<br />Abstimmungen brauchen,</p>
      <p begin="00:06:24.615" xml:id="p72" end="00:06:29.415">um Europa als solidarisches<br />Europa weiter leben zu lassen.</p>
      <p begin="00:06:29.415" xml:id="p73" end="00:06:32.715">Aber die dritte Frage ist natürlich<br />die nationale Herausforderung,</p>
      <p begin="00:06:33.015" xml:id="p74" end="00:06:36.915">vor der vor allen Dingen die kommunale<br />Ebene und die Länder stehen.</p>
      <p begin="00:06:36.915" xml:id="p75" end="00:06:39.715">Deswegen bin ich der Frau<br />Bundeskanzlerin auch sehr dankbar,</p>
      <p begin="00:06:39.715" xml:id="p76" end="00:06:43.315">dass wir hier heute zusammen auch über die<br />Probleme, die es gibt, geredet haben.</p>
      <p begin="00:06:43.315" xml:id="p77" end="00:06:52.615">Ich glaube, dass wir weiteren Verbesserungsbedarf<br />und das ist ja auch keine Neuigkeit –</p>
      <p begin="00:06:52.615" xml:id="p78" end="00:06:58.615">speziell bei der Dauer der Verfahren haben, die vom<br />Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geführt werden.</p>
      <p begin="00:06:58.615" xml:id="p79" end="00:07:01.316">Darüber gab es auch am heutigen<br />Abend eine lange Diskussion.</p>
      <p begin="00:07:01.316" xml:id="p80" end="00:07:06.415">Wir müssen alles versuchen, um diese<br />Verfahrensdauern zu verkürzen.</p>
      <p begin="00:07:06.415" xml:id="p81" end="00:07:08.515">Das hat erstens etwas damit zu tun,</p>
      <p begin="00:07:08.816" xml:id="p82" end="00:07:13.615">dass Menschen, die hier ein Bleiberecht<br />haben und die ein Asylrecht bekommen,</p>
      <p begin="00:07:13.615" xml:id="p83" end="00:07:16.616">möglichst schnell wissen<br />müssen, dass sie dieses haben.</p>
      <p begin="00:07:16.616" xml:id="p84" end="00:07:18.415">Wir wollen in Brandenburg erreichen,</p>
      <p begin="00:07:18.415" xml:id="p85" end="00:07:23.515">dass sie schon vor der Verteilung auf die<br />Kommunen diesen Asylbescheid in der Hand haben,</p>
      <p begin="00:07:23.515" xml:id="p86" end="00:07:27.715">damit die Kommune dann auch in<br />Fragen der Integration weiß,</p>
      <p begin="00:07:27.715" xml:id="p87" end="00:07:30.416">wie sie mit diesen Menschen umgehen<br />kann und sie voll integrieren kann.</p>
      <p begin="00:07:30.416" xml:id="p88" end="00:07:36.715">Wir wollen aber auch erreichen, dass Menschen, auf<br />die das Asylrecht nicht zutreffend ist, dies wissen</p>
      <p begin="00:07:37.016" xml:id="p89" end="00:07:43.615">und dann möglichst freiwillig zu einer Rückreise<br />in die Herkunftsländer gebracht werden.</p>
      <p begin="00:07:43.615" xml:id="p90" end="00:07:46.016">Das sind Herausforderungen,<br />vor denen wir stehen.</p>
      <p begin="00:07:46.016" xml:id="p91" end="00:07:54.416">Die erste große Herausforderung ist momentan natürlich<br />das ist ja auch etwas, was Sie jeden Tag sehen –</p>
      <p begin="00:07:54.715" xml:id="p92" end="00:08:00.415">die Frage der Unterkunft, der<br />Verpflegung und der sozialen Betreuung.</p>
      <p begin="00:08:00.415" xml:id="p93" end="00:08:07.315">Aber die große Herausforderung für die kommenden Monate<br />und Jahre wird es sein, die Integration zu organisieren.</p>
      <p begin="00:08:07.615" xml:id="p94" end="00:08:11.215">Diese Integration wird<br />zusätzliches Geld kosten,</p>
      <p begin="00:08:11.215" xml:id="p95" end="00:08:15.415">wenn Kinder aus Flüchtlingsfamilien<br />in eine Kita gehen sollen;</p>
      <p begin="00:08:15.715" xml:id="p96" end="00:08:19.915">wenn Kinder aus Flüchtlingsfamilien in die Schule<br />gehen sollen, werden zusätzliche Lehrer gebraucht,</p>
      <p begin="00:08:19.915" xml:id="p97" end="00:08:22.615">und diese Lehrer müssen bezahlt werden;</p>
      <p begin="00:08:22.615" xml:id="p98" end="00:08:29.215">wenn junge Erwachsene in Ausbildung kommen sollen,<br />müssen sie vorher gut Deutsch gelernt haben.</p>
      <p begin="00:08:29.215" xml:id="p99" end="00:08:33.716">Auch darum müssen wir uns kümmern,<br />denn ich glaube nach wie vor,</p>
      <p begin="00:08:33.716" xml:id="p100" end="00:08:39.716">dass diese riesengroße nationale, aber auch<br />europäische Herausforderung, vor der wir stehen,</p>
      <p begin="00:08:40.015" xml:id="p101" end="00:08:48.115">auch zu einem Gewinn für unser Land werden kann, wenn<br />wir diese Chance der Integration richtig nutzen.</p>
      <p begin="00:08:48.115" xml:id="p102" end="00:08:51.515">Das ist die Herausforderung für<br />die kommenden Monate und Jahre.</p>
      <p begin="00:08:51.515" xml:id="p103" end="00:08:56.615">Ich glaube, wir sind da auch in der<br />Diskussion miteinander auf einem guten Weg,</p>
      <p begin="00:08:56.615" xml:id="p104" end="00:09:01.115">und ich glaube, dass wir das miteinander<br />auch schaffen werden, Frau Bundeskanzlerin.</p>
      <p begin="00:09:01.415" xml:id="p105" end="00:09:04.715">MP DR. HASELOFF: Ich möchte<br />einige Sachen kurz ergänzen.</p>
      <p begin="00:09:04.715" xml:id="p106" end="00:09:09.815">Für mich macht sich das an drei Punkten<br />fest: begrenzen, beschleunigen</p>
      <p begin="00:09:09.815" xml:id="p107" end="00:09:14.315">und rückführen bei den Fällen, die abgelehnt<br />wurden und das sind nicht wenige.</p>
      <p begin="00:09:14.315" xml:id="p108" end="00:09:19.416">Die Begrenzung ist aktuell<br />aufgrund der Situation erfolgt.</p>
      <p begin="00:09:19.715" xml:id="p109" end="00:09:25.116">Es ist keine Abschottung, es ist keine Schließung,<br />aber es ist ein Steuern des Vorgangs, um das,</p>
      <p begin="00:09:25.116" xml:id="p110" end="00:09:29.915">was die Frau Bundeskanzlerin sagte, auch zu ermöglichen,<br />nämlich geordnete Verfahren wieder herbeizuführen.</p>
      <p begin="00:09:29.915" xml:id="p111" end="00:09:33.515">Das andere ist natürlich die<br />Beschleunigung der Verfahren.</p>
      <p begin="00:09:33.515" xml:id="p112" end="00:09:36.115">Wir haben heute auch sehr<br />technisch im Detail besprochen,</p>
      <p begin="00:09:36.115" xml:id="p113" end="00:09:42.715">wie das mit dem BAMF und all den anderen<br />mit einbeziehbaren Behörden möglich ist.</p>
      <p begin="00:09:42.715" xml:id="p114" end="00:09:48.116">Da gibt es Wege; das werden wir in den nächsten<br />Tagen bis zum 24. September noch ausdifferenzieren,</p>
      <p begin="00:09:48.116" xml:id="p115" end="00:09:52.915">sodass es dann durch entsprechende mobile Teams bzw.<br />auch durch Verstärkung,</p>
      <p begin="00:09:53.215" xml:id="p116" end="00:09:55.215">durch Abordnung aus anderen Bundes-<br />und Landesbehörden ermöglicht wird,</p>
      <p begin="00:09:55.515" xml:id="p117" end="00:10:01.015">die Rückstände, die derzeit<br />ständig wachsen, abzuarbeiten.</p>
      <p begin="00:10:01.015" xml:id="p118" end="00:10:08.516">Es ist auch ganz klar: Ein nicht unerheblicher Teil<br />der Abgelehnten sind derzeit nicht zurückgeführt</p>
      <p begin="00:10:08.516" xml:id="p119" end="00:10:11.815">und binden Unterbringungskapazität<br />sowie auch Finanzen.</p>
      <p begin="00:10:11.815" xml:id="p120" end="00:10:18.416">Dadurch wird es derzeit nicht ermöglicht, diejenigen, die jetzt<br />noch in Zelten wohnen bzw. jetzt noch untergebracht werden müssen,</p>
      <p begin="00:10:18.716" xml:id="p121" end="00:10:21.415">entsprechend in festen<br />Unterkünften unterzubringen.</p>
      <p begin="00:10:21.415" xml:id="p122" end="00:10:25.616">Das heißt, wir brauchen hier ein einheitliches<br />Vorgehen darauf haben sich die Länder verständigt ,</p>
      <p begin="00:10:25.616" xml:id="p123" end="00:10:27.917">wir müssen hier gemeinsam mit dem Bund</p>
      <p begin="00:10:27.917" xml:id="p124" end="00:10:31.216">auch unter Einbeziehung der<br />Bundespolizei, was Flüge anbelangt</p>
      <p begin="00:10:31.216" xml:id="p125" end="00:10:36.016">und auch was die Außenkontakte zu den<br />entsprechenden Ländern anbelangt ,</p>
      <p begin="00:10:36.016" xml:id="p126" end="00:10:39.916">ein konzertiertes Agieren praktizieren –</p>
      <p begin="00:10:40.216" xml:id="p127" end="00:10:45.616">sodass es ermöglicht wird, dass wir Kapazitäten, die<br />wir aktuell dringend brauchen, auch frei werden.</p>
      <p begin="00:10:45.917" xml:id="p128" end="00:10:49.216">Darauf müssen wir jetzt auch einen<br />ganz wesentlichen Schwerpunkt legen,</p>
      <p begin="00:10:49.216" xml:id="p129" end="00:10:52.816">damit wir die Ressourcen, die wir haben,<br />auch wirklich effizient einsetzen können.</p>
      <p begin="00:10:52.816" xml:id="p130" end="00:10:57.916">Denn das Asylrecht stellt wirklich eines<br />der komplexesten Grundrechte dar,</p>
      <p begin="00:10:58.216" xml:id="p131" end="00:11:03.616">und bei den Zahlen, die wir derzeit zu bewältigen<br />haben, sind wir ganz klar an der Kante.</p>
      <p begin="00:11:03.616" xml:id="p132" end="00:11:07.816">Die Frage ist, inwieweit wir es trotzdem<br />schaffen, es voll zu praktizieren.</p>
      <p begin="00:11:08.116" xml:id="p133" end="00:11:11.417">Das geht nur, indem wir deutlich<br />flexibilisieren und beschleunigen,</p>
      <p begin="00:11:11.716" xml:id="p134" end="00:11:13.816">aber auch das geltende Recht anwenden,</p>
      <p begin="00:11:13.816" xml:id="p135" end="00:11:17.417">und dazu gehört eben auch die Rückführung<br />in einer ersten Stufe freiwillig</p>
      <p begin="00:11:17.716" xml:id="p136" end="00:11:19.316">und in einer zweiten Stufe dann mit Hilfen,</p>
      <p begin="00:11:19.316" xml:id="p137" end="00:11:22.616">gegebenenfalls auch mit Anreizen,<br />die finanzieller Natur sein können.</p>
      <p begin="00:11:27.818" xml:id="p138" end="00:11:30.318">FRAGE DR. RINKE: Frau Bundeskanzlerin,<br />ich habe zwei Fragen.</p>
      <p begin="00:11:30.318" xml:id="p139" end="00:11:33.918">Ich würde gerne noch einmal an die 40.000<br />anknüpfen, die Sie erwähnt haben –</p>
      <p begin="00:11:33.918" xml:id="p140" end="00:11:36.918">auch wenn Sie gesagt haben, dass die<br />Details noch festgelegt werden.</p>
      <p begin="00:11:36.918" xml:id="p141" end="00:11:43.518">Sind das klassische Erstaufnahmeplätze, die<br />geschaffen werden, oder eine Zwischenform?</p>
      <p begin="00:11:43.818" xml:id="p142" end="00:11:47.118">Vielleicht können Sie auch alle drei<br />sagen, ob darüber gesprochen wurde,</p>
      <p begin="00:11:47.118" xml:id="p143" end="00:11:51.918">wie man denn in den nächsten Tagen mit<br />möglicherweise neuen humanitären Notlagen</p>
      <p begin="00:11:51.918" xml:id="p144" end="00:11:54.918">zum Beispiel an der Grenze<br />Serbien-Ungarn umgeht.</p>
      <p begin="00:11:54.918" xml:id="p145" end="00:11:57.618">Gibt es da eine Verabredung<br />zwischen Bund und Ländern,</p>
      <p begin="00:11:57.618" xml:id="p146" end="00:12:03.918">ob man dann noch einmal eine größere Zahl von Flüchtlingen<br />aufnimmt oder durch die Länder durchreisen lässt?</p>
      <p begin="00:12:03.918" xml:id="p147" end="00:12:09.318">BK'IN DR. MERKEL: Über das Zweite haben wir heute<br />nicht gesprochen, da gibt es auch keine Planungen.</p>
      <p begin="00:12:09.318" xml:id="p148" end="00:12:15.418">Was das Erste betrifft, so wird jetzt zwischen Bund<br />und Ländern noch einmal über die Frage gesprochen:</p>
      <p begin="00:12:15.418" xml:id="p149" end="00:12:24.118">Sind es besondere Erstaufnahmeeinrichtungen sein, die sozusagen<br />auch einen gewissen Puffer darstellen, oder sind es klassische?</p>
      <p begin="00:12:24.118" xml:id="p150" end="00:12:26.818">Das ist heute Abend noch nicht<br />abschließend geklärt worden.</p>
      <p begin="00:12:26.818" xml:id="p151" end="00:12:29.518">Auch über die einzelnen Liegenschaften<br />muss noch gesprochen werden.</p>
      <p begin="00:12:29.518" xml:id="p152" end="00:12:31.618">Das wird bis nächste Woche geklärt sein.</p>
      <p begin="00:12:31.618" xml:id="p153" end="00:12:35.219">MP DR. HASELOFF: Aber die Bereitschaft der Länder,<br />die angesprochen wurden, ist auf jeden Fall da,</p>
      <p begin="00:12:35.518" xml:id="p154" end="00:12:37.618">diese Warteräume mit organisieren zu helfen</p>
      <p begin="00:12:37.618" xml:id="p155" end="00:12:40.918">und diese Plätze dann auch in<br />ihren Landesgrenzen zu sichern;</p>
      <p begin="00:12:41.219" xml:id="p156" end="00:12:45.118">denn da sind ja auch eine ganze Reihe von<br />organisatorischen Dingen zu praktizieren,</p>
      <p begin="00:12:45.118" xml:id="p157" end="00:12:50.819">und wir brauchen sowohl die Verteilzentren als auch<br />diese Warteräume in den Grenzbereichen zu den Ländern,</p>
      <p begin="00:12:51.119" xml:id="p158" end="00:12:54.720">die mehr oder weniger auf dem Weg<br />der Flüchtlinge liegen, bzw. Warteräume,</p>
      <p begin="00:12:55.020" xml:id="p159" end="00:12:57.719">die dann auch so in<br />der Bundesrepublik verteilt sind,</p>
      <p begin="00:12:58.020" xml:id="p160" end="00:13:00.821">dass sie existente Liegenschaften,<br />die verfügbar sind, nutzen,</p>
      <p begin="00:13:00.821" xml:id="p161" end="00:13:09.221">und trotzdem auch einen fairen Vergleich bzw. auch eine faire Verteilung<br />auf alle 16 Bundesländer nach dem Königsteiner Schlüssel ermöglichen.</p>
      <p begin="00:13:18.381" xml:id="p162" end="00:13:23.821">FRAGE ENGEL: Ich würde gern noch einmal zu der<br />Verkürzung der Verfahrensdauer nachfragen.</p>
      <p begin="00:13:23.821" xml:id="p163" end="00:13:28.320">Der Wunsch danach ist ja nicht neu,<br />das wird ja schon länger versucht.</p>
      <p begin="00:13:28.320" xml:id="p164" end="00:13:30.720">Was gibt Ihnen die Hoffnung,<br />dass es diesmal klappt?</p>
      <p begin="00:13:31.020" xml:id="p165" end="00:13:34.920">BK'IN DR. MERKEL: Es gibt ja Dinge, die<br />auch eine gewisse Vorbereitung brauchen.</p>
      <p begin="00:13:35.220" xml:id="p166" end="00:13:36.721">Wir haben im Juni verabredet,</p>
      <p begin="00:13:37.020" xml:id="p167" end="00:13:43.021">dass wir vier Entscheidungszentren schaffen, in denen auch die<br />Altfälle wenn ich das einmal so sagen darf abgearbeitet werden.</p>
      <p begin="00:13:43.320" xml:id="p168" end="00:13:46.321">Heute konnte der Präsident<br />des Bundesamtes mitteilen,</p>
      <p begin="00:13:46.620" xml:id="p169" end="00:13:52.121">dass diese Zentren jetzt ab <br />dem 1. oder 4. Oktober ihre Arbeit aufnehmen werden.</p>
      <p begin="00:13:52.121" xml:id="p170" end="00:13:56.822">Zweitens hat man jetzt die technischen<br />Voraussetzungen geschaffen,</p>
      <p begin="00:13:57.121" xml:id="p171" end="00:14:00.421">um mobile Teams herumschicken zu können.</p>
      <p begin="00:14:00.721" xml:id="p172" end="00:14:02.821">Dazu ist heute auch eine<br />Aussage gemacht worden.</p>
      <p begin="00:14:03.122" xml:id="p173" end="00:14:05.723">Da war natürlich der Wunsch der<br />Länder das ist ja klar , zu wissen:</p>
      <p begin="00:14:05.723" xml:id="p174" end="00:14:06.922">Wo kommen die denn nun genau hin?</p>
      <p begin="00:14:06.922" xml:id="p175" end="00:14:11.722">Das werden wir nächste Woche auch noch<br />einmal in einem Bericht darstellen.</p>
      <p begin="00:14:11.722" xml:id="p176" end="00:14:15.623">Es gibt jetzt in Bayern zumindest<br />die erste Einrichtung,</p>
      <p begin="00:14:15.623" xml:id="p177" end="00:14:21.622">die sich auf Flüchtlinge aus Ländern mit einer<br />geringen Bleibeperspektive konzentriert</p>
      <p begin="00:14:21.622" xml:id="p178" end="00:14:27.622">und in der sozusagen vom Verwaltungsgericht bis<br />zum BAMF gleich alle in der Einrichtung sind.</p>
      <p begin="00:14:27.622" xml:id="p179" end="00:14:30.322">Es gibt also einige Signale,</p>
      <p begin="00:14:30.622" xml:id="p180" end="00:14:42.022">aber angesichts der Steigerungsrate der Flüchtlingszahlen in den letzten<br />Wochen ist natürlich vieles sozusagen schon in dem Moment überholt,</p>
      <p begin="00:14:42.022" xml:id="p181" end="00:14:43.822">in dem man die Anstrengungen unternimmt.</p>
      <p begin="00:14:43.822" xml:id="p182" end="00:14:45.322">Es gibt die Zusage der Bundeswehr,</p>
      <p begin="00:14:45.622" xml:id="p183" end="00:14:52.822">innerhalb der nächsten Tage 800 Mitarbeiter der Bundeswehr<br />für die Arbeit im BAMF zur Verfügung zu stellen.</p>
      <p begin="00:14:53.122" xml:id="p184" end="00:14:56.722">Es gibt eine Zusage des Zolls, und zwar nicht für<br />irgendwann, sondern für jetzt, sehr schnell.</p>
      <p begin="00:14:56.722" xml:id="p185" end="00:15:00.922">Insofern gibt es da schon eine<br />ganze Reihe von Aktivitäten.</p>
      <p begin="00:15:00.922" xml:id="p186" end="00:15:06.322">Die Länder haben ihrerseits auch noch einmal gesagt,<br />dass sie bereit wären, dies zu unterstützen,</p>
      <p begin="00:15:06.322" xml:id="p187" end="00:15:09.923">weil das eben das allgemeine Anliegen<br />ist, und vor allen Dingen auch gesagt,</p>
      <p begin="00:15:09.923" xml:id="p188" end="00:15:12.322">dass sie ihre Verwaltungsgerichtskapazitäten<br />unterstützen.</p>
      <p begin="00:15:12.322" xml:id="p189" end="00:15:16.522">Man muss nämlich wissen das<br />wurde vorhin vom BAMF gesagt ,</p>
      <p begin="00:15:16.822" xml:id="p190" end="00:15:23.122">dass allein in diesem Jahr für Menschen aus Ländern, die<br />wir als sichere Herkunftsländer bezeichnen könnten,</p>
      <p begin="00:15:23.122" xml:id="p191" end="00:15:26.122">62.000 Bescheide erteilt worden sind,</p>
      <p begin="00:15:26.422" xml:id="p192" end="00:15:31.623">aber 50 Prozent davon gehen in ein gerichtliches<br />Verfahren, um da noch einmal eine Klärung herbeizuführen.</p>
      <p begin="00:15:31.922" xml:id="p193" end="00:15:39.123">Daran sehen Sie also die Komplexität, und<br />das wird auch von allen Seiten beachtet.</p>
      <p begin="00:15:39.123" xml:id="p194" end="00:15:43.022">MP DR. HASELOFF: Es lassen sich nicht alle<br />Verfahren gleichzeitig beschleunigen.</p>
      <p begin="00:15:43.022" xml:id="p195" end="00:15:46.622">Es wird also in den nächsten Tagen auch eine<br />Abstimmung mit dem Bundesinnenminister darüber geben,</p>
      <p begin="00:15:46.922" xml:id="p196" end="00:15:49.923">auf welche konkrete Zielgruppe man<br />sich erst einmal konzentriert</p>
      <p begin="00:15:50.222" xml:id="p197" end="00:15:55.922">und ob das Altfälle sind, die man mehr<br />oder weniger freizuarbeiten versucht</p>
      <p begin="00:15:56.223" xml:id="p198" end="00:16:01.922">ich will es einmal vorsichtig ausdrücken , oder ob es um<br />Neuankömmlinge oder um spezielle Herkunftsländer geht,</p>
      <p begin="00:16:01.922" xml:id="p199" end="00:16:05.309">aus denen Flüchtlinge eine sehr<br />hohe Verbleibsprognose haben,</p>
      <p begin="00:16:05.309" xml:id="p200" end="00:16:08.322">also bei einer Anerkennungsquote<br />von 100 Prozent zu liegen kommen,</p>
      <p begin="00:16:08.322" xml:id="p201" end="00:16:14.322">damit man also mit diesen Schwerpunkten dort auf jeden Fall<br />erst einmal die Rückstände deutlich zu minimieren versucht.</p>
      <p begin="00:16:14.322" xml:id="p202" end="00:16:19.422">MP DR. WOIDKE: Dabei geht es darum, dass die<br />Kapazitäten für die Menschen geschaffen werden,</p>
      <p begin="00:16:19.422" xml:id="p203" end="00:16:23.323">denen man helfen muss und die hier<br />eine Bleibeperspektive haben,</p>
      <p begin="00:16:23.623" xml:id="p204" end="00:16:26.322">und auf diese Menschen auch die<br />Mittel, die zur Verfügung stehen</p>
      <p begin="00:16:26.622" xml:id="p205" end="00:16:32.622">das, was ich vorhin gesagt habe, gilt ja genauso für<br />die Mittel für die Integration , zu konzentrieren,</p>
      <p begin="00:16:32.923" xml:id="p206" end="00:16:35.022">um hier diese Bleibeperspektive zu haben.</p>
      <p begin="00:16:35.022" xml:id="p207" end="00:16:42.222">Deswegen ist es sehr gut nachvollziehbar das hat<br />Herr Schmidt vom BAMF heute auch vorgetragen ,</p>
      <p begin="00:16:42.222" xml:id="p208" end="00:16:45.723">dass sich das BAMF momentan vor allen<br />Dingen auf die Länder konzentriert,</p>
      <p begin="00:16:45.723" xml:id="p209" end="00:16:49.322">aus denen Flüchtlinge eine geringe Perspektive<br />auf eine Bleibeperspektive haben.</p>
      <p begin="00:16:49.322" xml:id="p210" end="00:16:55.622">Das heißt, die Flüchtlinge aus Westbalkanländern mit einer Ablehnungsquote<br />der Asylanträge von 99 Prozent sind momentan ein Schwerpunkt.</p>
      <p begin="00:16:55.622" xml:id="p211" end="00:17:07.722">FRAGE STEFFEN: Könnten Sie bitte noch einmal diese<br />Verteilzentren von diesen 40.000 Erstaufnahmeplätzen abgrenzen?</p>
      <p begin="00:17:07.722" xml:id="p212" end="00:17:11.622">Ich habe noch nicht ganz verstanden, wo<br />diese Verteilzentren entstehen sollen.</p>
      <p begin="00:17:11.622" xml:id="p213" end="00:17:15.522">Wer soll sie betreiben? Bis wann?</p>
      <p begin="00:17:15.522" xml:id="p214" end="00:17:22.723">Zweitens: Wie viele dieser mobilen Teams mit wie vielen<br />Mitarbeitern sind denn bis jetzt klar oder geplant?</p>
      <p begin="00:17:22.723" xml:id="p215" end="00:17:25.122">Könnten Sie das vielleicht noch<br />ein bisschen quantifizieren?</p>
      <p begin="00:17:25.122" xml:id="p216" end="00:17:27.522">BK'IN DR. MERKEL: Das können wir Ihnen<br />in der nächsten Woche ganz genau sagen.</p>
      <p begin="00:17:27.822" xml:id="p217" end="00:17:34.122">Ehe ich mich jetzt irgendwie<br />in einer Zahl vertue:</p>
      <p begin="00:17:34.122" xml:id="p218" end="00:17:37.422">Nächste Woche wird es einen<br />schriftlichen Bericht dazu geben,</p>
      <p begin="00:17:37.422" xml:id="p219" end="00:17:39.222">und der wird Ihnen dann auch<br />zur Verfügung gestellt werden.</p>
      <p begin="00:17:39.522" xml:id="p220" end="00:17:44.923">MP DR. HASELOFF: Die Aufnahmeplätze sollen in verschiedenen<br />Liegenschaften, auf Bundesländer verteilt, zum Einsatz kommen,</p>
      <p begin="00:17:44.923" xml:id="p221" end="00:17:53.123">um einfach auch als Puffer zu wirken, um dann<br />erst anschließend nach der Erstbewertung bzw.</p>
      <p begin="00:17:53.424" xml:id="p222" end="00:17:58.523">Schnellbewertung dieser Verfahren eine entsprechende<br />Verteilung auf die Länder vorzunehmen,</p>
      <p begin="00:17:58.523" xml:id="p223" end="00:18:02.124">während die Verteilzentren mehr<br />logistische Funktionen haben,</p>
      <p begin="00:18:02.424" xml:id="p224" end="00:18:10.823">die dann mehr oder weniger in bestimmten Regionen nach dem Königsteiner<br />Schlüssel die Flüchtlinge auf die Bundesländer zu verteilen helfen.</p>
      <p begin="00:18:10.823" xml:id="p225" end="00:18:15.323">Momentan ist es ja so: Die kommen zum Beispiel<br />über die österreichisch-bayerische Grenze,</p>
      <p begin="00:18:15.323" xml:id="p226" end="00:18:19.824">werden aufgrund dessen, dass München<br />ja eben limitiert ist, durchgewunken,</p>
      <p begin="00:18:20.124" xml:id="p227" end="00:18:25.223">die Züge kommen relativ unkontrolliert<br />in den entsprechenden Bundesländern an</p>
      <p begin="00:18:25.223" xml:id="p228" end="00:18:29.423">oder plötzlich wird wie heute in<br />Sachsen-Anhalt zweimal die Notbremse gezogen,</p>
      <p begin="00:18:29.423" xml:id="p229" end="00:18:33.023">und dann stehen 70 Leute mitten auf dem<br />Acker und versuchen, sich zu verteilen</p>
      <p begin="00:18:33.023" xml:id="p230" end="00:18:34.523">und sich auf den Weg<br />nach Schweden zu machen.</p>
      <p begin="00:18:34.523" xml:id="p231" end="00:18:38.423">Das ist natürlich ein Problem,<br />dass wir dann dadurch abfangen,</p>
      <p begin="00:18:38.423" xml:id="p232" end="00:18:46.223">dass das über diese Verteilzentren auch alles mit Bussen<br />und Bahnen koordiniert entsprechend so laufen wird,</p>
      <p begin="00:18:46.223" xml:id="p233" end="00:18:48.623">dass man wieder von einem wirklich<br />geordneten Verfahren sprechen kann.</p>
      <p begin="00:18:48.623" xml:id="p234" end="00:18:51.623">MP DR. WOIDKE: Ganz simpel geht es darum,</p>
      <p begin="00:18:51.923" xml:id="p235" end="00:18:54.623">die Züge dann nicht alle in<br />München ankommen zu lassen,</p>
      <p begin="00:18:54.623" xml:id="p236" end="00:19:01.523">sondern zu sagen, wenn Züge losfahren, dass man dann auch andere<br />Bahnhöfe und entsprechende Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung hat,</p>
      <p begin="00:19:01.523" xml:id="p237" end="00:19:05.723">um von dort aus wiederum auf Erstaufnahmeeinrichtungen<br />verteilen zu können; deswegen Verteilzentrum.</p>
      <p begin="00:19:05.723" xml:id="p238" end="00:19:09.924">Aber über die Örtlichkeiten werden wir, wie<br />gesagt, in der nächsten Woche noch genauer reden.</p>
      <p begin="00:19:10.223" xml:id="p239" end="00:19:12.624">BK'IN DR. MERKEL: Aber es ist die<br />Bereitschaft gezeigt worden!</p>
      <p begin="00:19:12.624" xml:id="p240" end="00:19:15.635">Gestern gab es ja Berichte nach dem Motto<br />„Eine Einigung kommt nicht zustande“.</p>
      <p begin="00:19:15.635" xml:id="p241" end="00:19:16.879">Diesen Eindruck hatte ich<br />hier überhaupt nicht.</p>
      <p begin="00:19:17.178" xml:id="p242" end="00:19:18.378">Das wird sich in den nächsten<br />Tagen sehr gut klären.</p>
      <p begin="00:19:18.378" xml:id="p243" end="00:19:20.479">MP DR. HASELOFF: Es muss eine Einigung<br />geben, sonst funktioniert das System nicht!</p>
      <p begin="00:19:20.479" xml:id="p244" end="00:19:24.378">MP DR. WOIDKE: Für gute Vorschläge sind die<br />Bundesländer zu haben, Frau Bundeskanzlerin!</p>
      <p begin="00:19:24.378" xml:id="p245" end="00:19:28.179">MP DR. HASELOFF: Alles klar!<br />Damit gehen wir heute ins Bett.</p>
      <p begin="00:19:28.478" xml:id="p246" end="00:19:29.678">BK'IN DR. MERKEL: Manchmal sind wir<br />uns sogar einig darüber, was gut ist.</p>
      <p begin="00:19:29.678" xml:id="p247" end="00:19:35.022">MP DR. WOIDKE: So ist es! So<br />harmonisch beenden wir den Abend.</p>


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