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  <p begin="00:00:00.000" xml:id="p0" end="00:00:06.963">BK’in Merkel: Meine Damen und Herren, die Klausurtagung<br />des Bundeskabinetts der Großen Koalition ist beendet.</p>
      <p begin="00:00:06.963" xml:id="p1" end="00:00:13.019">Wir haben intensive Beratungen und sehr<br />eingehende, tiefgehende Diskussionen gehabt,</p>
      <p begin="00:00:13.019" xml:id="p2" end="00:00:19.652">die vor allen Dingen auch gezeigt haben, wie viele<br />Themen über ein Ressort hinaus von Bedeutung sind.</p>
      <p begin="00:00:19.652" xml:id="p3" end="00:00:23.951">Lassen Sie mich aber zu<br />Beginn etwas zu dem sagen,</p>
      <p begin="00:00:23.951" xml:id="p4" end="00:00:26.742">worüber der Bundesaußenminister<br />heute auch gesprochen hat,</p>
      <p begin="00:00:26.742" xml:id="p5" end="00:00:31.173">nämlich zu der sehr bedrückenden<br />Lage in der Ukraine.</p>
      <p begin="00:00:33.146" xml:id="p6" end="00:00:38.421">Der Bundesaußenminister hat auch in einem<br />Telefonat die deutsche Haltung deutlich gemacht,</p>
      <p begin="00:00:38.421" xml:id="p7" end="00:00:40.492">die ich hier noch einmal<br />unterstreichen möchte:</p>
      <p begin="00:00:40.492" xml:id="p8" end="00:00:45.929">Wir erwarten von der ukrainischen Regierung,<br />dass sie die demokratischen Freiheiten,</p>
      <p begin="00:00:45.929" xml:id="p9" end="00:00:51.837">insbesondere die Möglichkeiten <br />zu friedlichen Demonstrationen, sichert,</p>
      <p begin="00:00:51.837" xml:id="p10" end="00:00:57.767">dass sie Leben schützt und dass<br />Gewaltanwendung nicht stattfindet.</p>
      <p begin="00:00:57.767" xml:id="p11" end="00:01:04.677">Wir sind aufs Äußerste besorgt - und nicht<br />nur besorgt, sondern auch empört darüber -,</p>
      <p begin="00:01:04.677" xml:id="p12" end="00:01:11.439">in welcher Art und Weise Gesetze durchgepeitscht wurden,<br />die diese Grundfreiheiten doch infrage stellen.</p>
      <p begin="00:01:11.439" xml:id="p13" end="00:01:16.568">Deshalb wird die Bundesrepublik<br />Deutschland intensiv darauf hinwirken,</p>
      <p begin="00:01:16.568" xml:id="p14" end="00:01:20.564">dass das, was ein Grundrecht ist,<br />nämlich das Demonstrationsrecht,</p>
      <p begin="00:01:20.564" xml:id="p15" end="00:01:23.412">von der ukrainischen Opposition<br />genutzt werden kann.</p>
      <p begin="00:01:23.412" xml:id="p16" end="00:01:29.770">Wir plädieren dafür, dass darüber auch Gespräche zwischen der<br />ukrainischen Regierung und der Opposition geführt werden.</p>
      <p begin="00:01:29.770" xml:id="p17" end="00:01:34.163">Ich betone noch einmal, dass es die<br />Aufgabe jedweder Regierung ist,</p>
      <p begin="00:01:34.163" xml:id="p18" end="00:01:39.441">solche Möglichkeiten der freiheitlichen<br />Meinungsäußerung auch sicherzustellen,</p>
      <p begin="00:01:39.441" xml:id="p19" end="00:01:45.493">und dass dies zurzeit nach unserer Auffassung<br />innerhalb der Ukraine nicht möglich ist</p>
      <p begin="00:01:45.493" xml:id="p20" end="00:01:47.297">beziehungsweise nicht ausreichend möglich ist.</p>
      <p begin="00:01:47.297" xml:id="p21" end="00:01:55.883">Wir haben ansonsten, wie Ihnen gestern auch<br />angekündigt, in der Klausur die verschiedenen Themen,</p>
      <p begin="00:01:55.883" xml:id="p22" end="00:01:58.857">die in diesem Jahr eine Rolle<br />spielen, die Gesetzgebungsvorhaben,</p>
      <p begin="00:01:58.857" xml:id="p23" end="00:02:00.950">aber auch die Aktivitäten darüber hinaus,</p>
      <p begin="00:02:00.950" xml:id="p24" end="00:02:04.991">intensiv besprochen und deutlich gemacht,</p>
      <p begin="00:02:04.991" xml:id="p25" end="00:02:10.149">dass wir hier auch eine Verpflichtung<br />gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern haben.</p>
      <p begin="00:02:10.149" xml:id="p26" end="00:02:14.195">Der erste Schwerpunkt gestern<br />war das Thema Energie.</p>
      <p begin="00:02:14.195" xml:id="p27" end="00:02:20.865">Hier ist es in einem großen Kraftakt<br />gelungen, die Eckpunkte dessen umzusetzen,</p>
      <p begin="00:02:20.865" xml:id="p28" end="00:02:27.003">was wir in der Koalitionsvereinbarung im Großen<br />und Ganzen ja auch schon vorgezeichnet haben.</p>
      <p begin="00:02:27.003" xml:id="p29" end="00:02:30.785">Die intensive Beschäftigung<br />mit der Materie hat aber doch gezeigt,</p>
      <p begin="00:02:30.785" xml:id="p30" end="00:02:38.185">dass, um die Versorgungssicherheit, die Preisstabilität<br />und auch die Umweltfreundlichkeit zu erhalten,</p>
      <p begin="00:02:38.185" xml:id="p31" end="00:02:44.034">Maßnahmen notwendig sind, die sehr entschieden<br />und sehr schnell umgesetzt werden müssen.</p>
      <p begin="00:02:44.034" xml:id="p32" end="00:02:48.942">Das Bundeskabinett hat diese Maßnahmen<br />und diese Eckpunkte insgesamt gebilligt.</p>
      <p begin="00:02:48.942" xml:id="p33" end="00:02:52.655">Wir halten es für einen<br />außerordentlich wichtigen Punkt,</p>
      <p begin="00:02:52.655" xml:id="p34" end="00:02:58.007">dass wir im Bereich der Energieversorgung<br />unsere industrielle Basis sichern</p>
      <p begin="00:02:58.007" xml:id="p35" end="00:03:05.207">und unsere wirtschaftliche Kraft über den Tag hinaus sichern<br />und dass wir die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger,</p>
      <p begin="00:03:05.207" xml:id="p36" end="00:03:09.397">die Energiewende zu unterstützen,<br />nicht dadurch überstrapazieren,</p>
      <p begin="00:03:09.397" xml:id="p37" end="00:03:13.801">dass wir einen zu hohen Anstieg<br />der Stromkosten haben.</p>
      <p begin="00:03:13.801" xml:id="p38" end="00:03:17.755">Ich glaube, dass die Eckpunkte diesen<br />Rahmenbedingungen Rechnung tragen.</p>
      <p begin="00:03:17.755" xml:id="p39" end="00:03:21.962">Ich möchte noch auf zwei Dinge<br />hinweisen, die mir wichtig sind.</p>
      <p begin="00:03:21.962" xml:id="p40" end="00:03:24.001">Es wird ja teilweise der Eindruck erzeugt,</p>
      <p begin="00:03:24.001" xml:id="p41" end="00:03:28.659">als wenn der Ausbau der erneuerbaren<br />Energien in Zukunft nicht mehr stattfinde.</p>
      <p begin="00:03:28.659" xml:id="p42" end="00:03:31.333">Wer sich auf der Zeitachse<br />einmal anschaut,</p>
      <p begin="00:03:31.333" xml:id="p43" end="00:03:38.022">wie wir in den nächsten Jahren die Korridore gesetzt<br />haben - verbindliche Korridore -, der wird sehen,</p>
      <p begin="00:03:38.022" xml:id="p44" end="00:03:44.412">dass dies alles auf das international und auch <br />von uns national vereinbarte Ziel ausgerichtet ist,</p>
      <p begin="00:03:44.412" xml:id="p45" end="00:03:52.502">bis 2050 80 Prozent des Stroms aus<br />erneuerbaren Energien zu erzeugen.</p>
      <p begin="00:03:52.502" xml:id="p46" end="00:03:55.412">Das heißt: wir liegen<br />genau auf dieser Linie,</p>
      <p begin="00:03:55.412" xml:id="p47" end="00:04:01.057">wenn wir die Korridore bis 2030 so umsetzen,<br />wie wir es jetzt in den Blick genommen haben,</p>
      <p begin="00:04:01.057" xml:id="p48" end="00:04:03.423">Das heißt, wir müssen schauen:</p>
      <p begin="00:04:03.423" xml:id="p49" end="00:04:09.284">Wie können wir kosteneffizient den Ausbau<br />der erneuerbaren Energien voranbringen?</p>
      <p begin="00:04:09.284" xml:id="p50" end="00:04:13.422">Des Weiteren wird immer<br />wieder darauf verwiesen,</p>
      <p begin="00:04:13.422" xml:id="p51" end="00:04:16.066">dass der vorgesehene Anteil<br />der Offshore-Energie zu groß sei.</p>
      <p begin="00:04:16.066" xml:id="p52" end="00:04:17.861">Hierzu möchte ich Folgendes sagen:</p>
      <p begin="00:04:17.861" xml:id="p53" end="00:04:26.953">Die Offshore-Energieerzeugung steckt noch in den<br />Kinderschuhen, was die Praxiserprobung anbelangt.</p>
      <p begin="00:04:26.953" xml:id="p54" end="00:04:31.733">Alle anderen Formen der erneuerbaren<br />Energieerzeugung - wie zum Beispiel Solarenergie,</p>
      <p begin="00:04:31.733" xml:id="p55" end="00:04:37.068">wie Windenergie an Land - haben eine lange<br />Zeitspanne bekommen, in der sie zeigen konnten,</p>
      <p begin="00:04:37.068" xml:id="p56" end="00:04:41.836">wie und ob diese Energieerzeugungsformen<br />marktfähig werden.</p>
      <p begin="00:04:41.836" xml:id="p57" end="00:04:46.467">Die Offshore-Energie muss dies noch zeigen,<br />aber sie muss diese Chance auch bekommen.</p>
      <p begin="00:04:46.467" xml:id="p58" end="00:04:51.059">Ziel ist natürlich die Marktfähigkeit<br />aller erneuerbaren Energien.</p>
      <p begin="00:04:51.059" xml:id="p59" end="00:04:57.123">Ich glaube, das Bundeswirtschaftsministerium<br />und der Bundeswirtschafts- und Energieminister</p>
      <p begin="00:04:57.123" xml:id="p60" end="00:04:59.348">haben hier ein Paket vorgelegt,</p>
      <p begin="00:04:59.348" xml:id="p61" end="00:05:02.733">mit dem wir als Bundesregierung gemeinsam<br />in die Beratungen gehen können.</p>
      <p begin="00:05:02.733" xml:id="p62" end="00:05:08.224">Dass das intensive und auch strittige<br />Beratungen werden, deutet sich bereits an.</p>
      <p begin="00:05:08.224" xml:id="p63" end="00:05:15.159">Ich halte es aber für die absolut richtige<br />Entscheidung, dies jetzt auch sehr schnell zu machen.</p>
      <p begin="00:05:15.159" xml:id="p64" end="00:05:17.986">Zweitens haben wir natürlich<br />auch das Thema Rente besprochen.</p>
      <p begin="00:05:17.986" xml:id="p65" end="00:05:22.402">Hierzu wird in der nächsten Woche, <br />am 29. Januar - so ist die Planung -,</p>
      <p begin="00:05:22.402" xml:id="p66" end="00:05:29.706">das Gesetzgebungspaket durch einen Kabinettsbeschluss <br />auf den Weg in die parlamentarischen Beratungen gebracht.</p>
      <p begin="00:05:29.706" xml:id="p67" end="00:05:32.596">Die Ressortabstimmung haben <br />wir hier selbstverständlich nicht gemacht,</p>
      <p begin="00:05:32.596" xml:id="p68" end="00:05:39.461">aber das Bundeskabinett unterstützt die Bundesarbeitsministerin<br />bei ihren Arbeiten zu diesem Rentenpaket.</p>
      <p begin="00:05:39.461" xml:id="p69" end="00:05:46.142">Ich bin optimistisch, dass wir die Ressortabstimmung<br />dann auch bis zum nächsten Mittwoch schaffen.</p>
      <p begin="00:05:47.257" xml:id="p70" end="00:05:52.425">Die weiteren Themen, die uns beschäftigt haben<br />- wenn ich sie nur kursorisch nennen darf -,</p>
      <p begin="00:05:52.425" xml:id="p71" end="00:05:55.726">haben immer wieder mit der<br />Frage der Demografie zu tun.</p>
      <p begin="00:05:55.726" xml:id="p72" end="00:05:59.351">Hier spielt Familienpolitik eine Rolle,<br />hier spielt Forschungspolitik eine Rolle,</p>
      <p begin="00:05:59.351" xml:id="p73" end="00:06:01.576">und es geht hierbei auch um<br />Generationengerechtigkeit.</p>
      <p begin="00:06:01.576" xml:id="p74" end="00:06:06.215">Wir machen mit unserem Rentenpaket<br />eine Beschlussfassung,</p>
      <p begin="00:06:06.215" xml:id="p75" end="00:06:10.966">die auch Älteren in unserer<br />Gesellschaft Unterstützung gibt.</p>
      <p begin="00:06:10.966" xml:id="p76" end="00:06:19.533">Wir haben im Gegenzug dazu Maßnahmen anzulegen, <br />zum Beispiel eine Demografiereserve, die auch Jüngere anbelangt.</p>
      <p begin="00:06:19.533" xml:id="p77" end="00:06:24.226">Wir sehen es außerdem als unsere gemeinsame<br />Verpflichtung im Sinne der Generationengerechtigkeit,</p>
      <p begin="00:06:24.226" xml:id="p78" end="00:06:30.955">alles dafür zu tun, dass es auch in Zukunft<br />eine starke wirtschaftliche Basis gibt,</p>
      <p begin="00:06:30.955" xml:id="p79" end="00:06:35.896">um den Menschen auch in den<br />nächsten Jahren Arbeit zu geben,</p>
      <p begin="00:06:35.896" xml:id="p80" end="00:06:40.117">so wie wir schon heute eine relativ<br />positive Arbeitslage in Deutschland haben.</p>
      <p begin="00:06:40.117" xml:id="p81" end="00:06:42.865">Das Thema Europa hat eine<br />große Rolle gespielt.</p>
      <p begin="00:06:42.865" xml:id="p82" end="00:06:51.459">Die Umsetzung der Bankenunion ist unser gemeinsames Ziel, noch bevor das<br />europäische Parlament seine Arbeiten in dieser Legislaturperiode abschließt.</p>
      <p begin="00:06:51.459" xml:id="p83" end="00:06:55.448">Wir haben auch über weitere<br />europäische Vorhaben gesprochen.</p>
      <p begin="00:06:55.448" xml:id="p84" end="00:06:59.326">Der Bundesaußenminister hat uns mit<br />Blick auf die internationalen Konflikte</p>
      <p begin="00:06:59.326" xml:id="p85" end="00:07:02.194">noch einmal einen sehr<br />umfassenden Überblick gegeben.</p>
      <p begin="00:07:02.194" xml:id="p86" end="00:07:08.334">In dem umfassenden Überblick zeigt sich schon, <br />dass es leider viele Konfliktherde auf dieser Welt gibt</p>
      <p begin="00:07:08.334" xml:id="p87" end="00:07:14.618">- vom Nahen Osten und Syrien <br />bis hin zu der Situation in Afrika.</p>
      <p begin="00:07:14.618" xml:id="p88" end="00:07:17.728">Deutschland - das war die<br />übereinstimmende Meinung des Kabinetts -</p>
      <p begin="00:07:17.728" xml:id="p89" end="00:07:20.347">wird sich seiner Verantwortung<br />nicht entziehen,</p>
      <p begin="00:07:20.347" xml:id="p90" end="00:07:25.894">sondern in den verschiedenen Bereichen<br />auch seinen möglichen Beitrag leisten.</p>
      <p begin="00:07:25.894" xml:id="p91" end="00:07:34.939">Wir werden - federführend durch den Bundesinnenminister,<br />den Bundeswirtschafts- und Energieminister</p>
      <p begin="00:07:34.939" xml:id="p92" end="00:07:41.896">und den Bundesminister für Verkehr und Infrastruktur<br />- als Kabinett eine digitale Agenda erarbeiten,</p>
      <p begin="00:07:41.896" xml:id="p93" end="00:07:47.696">um die verschiedenen Formen und Facetten der Digitalisierung<br />unserer Gesellschaft in den Blick zu nehmen.</p>
      <p begin="00:07:47.696" xml:id="p94" end="00:07:50.703">Dies ist zum Beispiel ein<br />solches Querschnittsthema,</p>
      <p begin="00:07:50.703" xml:id="p95" end="00:07:54.282">das von einem Ressort alleine gar<br />nicht mehr bearbeitet werden kann.</p>
      <p begin="00:07:54.282" xml:id="p96" end="00:07:56.055">Wir haben uns darauf geeinigt,</p>
      <p begin="00:07:56.055" xml:id="p97" end="00:08:01.343">welche der verschiedenen ressortübergreifenden<br />Initiativen wir fortsetzen</p>
      <p begin="00:08:01.343" xml:id="p98" end="00:08:06.428">- ich will die hier jetzt nicht alle nennen; Sie<br />werden darüber zu gegebener Zeit informiert werden -,</p>
      <p begin="00:08:06.428" xml:id="p99" end="00:08:11.752">und ich will auf zwei Projekte hinweisen, <br />die wir gemeinschaftlich neu in Angriff nehmen.</p>
      <p begin="00:08:11.752" xml:id="p100" end="00:08:17.034">Das eine wird unter der Überschrift „Gutes Leben<br />- Lebensqualität in Deutschland“ laufen.</p>
      <p begin="00:08:17.034" xml:id="p101" end="00:08:21.864">Was ist den Bürgerinnen und Bürgern<br />aus ihrer Perspektive wichtig?</p>
      <p begin="00:08:21.864" xml:id="p102" end="00:08:26.466">Dies wird ressortübergreifend so organisiert,</p>
      <p begin="00:08:26.466" xml:id="p103" end="00:08:32.343">dass wir auch als Bundesregierung gemeinsam <br />Bürgerdialoge führen und uns dafür interessieren werden,</p>
      <p begin="00:08:32.343" xml:id="p104" end="00:08:37.771">welche qualitativen Anforderungen<br />Menschen an ein gutes Leben stellen.</p>
      <p begin="00:08:38.794" xml:id="p105" end="00:08:42.713">Das hat auf der einen Seite natürlich<br />mit den materiellen Werten zu tun,</p>
      <p begin="00:08:42.713" xml:id="p106" end="00:08:47.084">das ist gar keine Frage<br />- Bruttoinlandsprodukt, Beschäftigungszahlen und vieles andere.</p>
      <p begin="00:08:47.084" xml:id="p107" end="00:08:50.420">Es gibt aber auch viele andere Faktoren,<br />die heute für Menschen wichtig sind,</p>
      <p begin="00:08:50.420" xml:id="p108" end="00:08:55.306">wie zum Beispiel die Frage von Arbeitszeit und<br />Familienzeit, die Frage „Wie viele Menschen gibt es,</p>
      <p begin="00:08:55.306" xml:id="p109" end="00:08:59.965">die sich um mich persönlich kümmern, wenn ich<br />einmal krank oder in einer Notsituation bin?“.</p>
      <p begin="00:08:59.965" xml:id="p110" end="00:09:04.466">All das entscheidet genauso über<br />Lebensqualität wie der materielle Wohlstand,</p>
      <p begin="00:09:04.466" xml:id="p111" end="00:09:06.941">und diese Fragen wollen wir<br />gemeinsam in den Blick nehmen,</p>
      <p begin="00:09:06.941" xml:id="p112" end="00:09:13.433">genauso wie wir uns auch stärker über Fragen<br />der guten Rechtssetzung austauschen wollen.</p>
      <p begin="00:09:13.433" xml:id="p113" end="00:09:20.668">Letzter Punkt. Wir haben beschlossen, dass wir<br />während unserer G8-Präsidentschaft in 2015</p>
      <p begin="00:09:20.668" xml:id="p114" end="00:09:26.769">den G8-Gipfel in Deutschland auf dem Schloss<br />Elmau in Bayern stattfinden lassen werden.</p>
      <p begin="00:09:28.341" xml:id="p115" end="00:09:34.048">Der G8-Gipfel wird 2015 in Deutschland<br />stattfinden, wie gesagt auf Schloss Elmau.</p>
      <p begin="00:09:34.048" xml:id="p116" end="00:09:41.613">Der G8-Gipfel wird thematisch auch sehr <br />stark an zwei Ereignissen ausgerichtet sein,</p>
      <p begin="00:09:41.613" xml:id="p117" end="00:09:45.265">die sich 2015 auch noch international abspielen.</p>
      <p begin="00:09:45.265" xml:id="p118" end="00:09:53.729">Das ist erstens die Frage der neuen Millenniumsziele<br />für den Prozess der Vereinten Nationen</p>
      <p begin="00:09:53.729" xml:id="p119" end="00:09:56.815">- im September 2015 müssen diese<br />Ziele beschlossen werden -</p>
      <p begin="00:09:56.815" xml:id="p120" end="00:10:02.227">und zweitens die Pariser Klimakonferenz<br />am Ende des Jahres 2015.</p>
      <p begin="00:10:02.227" xml:id="p121" end="00:10:08.047">Der gesamte thematische Prozess wird<br />von uns jetzt natürlich vorbereitet.</p>
      <p begin="00:10:08.047" xml:id="p122" end="00:10:14.416">Es wird neben dem Treffen der Staats- und Regierungschefs<br />auf Schloss Elmau drei Konferenzen geben,</p>
      <p begin="00:10:14.416" xml:id="p123" end="00:10:18.831">die wir anbieten werden, nämlich ein<br />Finanzministertreffen, ein Außenministertreffen</p>
      <p begin="00:10:18.831" xml:id="p124" end="00:10:23.519">und ein Treffen der Energieminister -<br />auch mit Blick auf die deutsche Rolle,</p>
      <p begin="00:10:23.519" xml:id="p125" end="00:10:26.128">was Energiewende und Ähnliches anbelangt.</p>
      <p begin="00:10:26.128" xml:id="p126" end="00:10:30.020">Wir haben jetzt einen klaren Arbeitsplan,<br />und ich darf Ihnen berichten,</p>
      <p begin="00:10:30.020" xml:id="p127" end="00:10:31.332">dass wir auch genug zu tun haben.</p>
      <p begin="00:10:32.574" xml:id="p128" end="00:10:37.214">Die Gespräche sind aber so verlaufen, dass ich<br />ermutigt bin, dass wir das auch schaffen können.</p>
      <p begin="00:10:37.214" xml:id="p129" end="00:10:40.502">Allerdings liegt eine ganze<br />Menge Arbeit vor uns.</p>
      <p begin="00:10:40.502" xml:id="p130" end="00:10:46.529">Insofern waren es für mich auch sehr<br />bereichernde Beratungen. - Das war es von mir.</p>
      <p begin="00:10:47.560" xml:id="p131" end="00:10:49.718">BM Gabriel: Frau Bundeskanzlerin,<br />meine Damen und Herren, ich glaube,</p>
      <p begin="00:10:49.718" xml:id="p132" end="00:10:55.085">dass man vielleicht auf einen Aspekt der<br />Meseberg-Tagung besonders hinweisen sollte,</p>
      <p begin="00:10:55.085" xml:id="p133" end="00:10:57.275">der mir jedenfalls besonders gefallen hat:</p>
      <p begin="00:10:57.275" xml:id="p134" end="00:10:59.223">Nicht nur war die Atmosphäre gut,</p>
      <p begin="00:10:59.223" xml:id="p135" end="00:11:05.780">sondern die Kabinettsmitglieder haben eine Reihe<br />von Maßnahmen, Projekten oder Vorhaben definiert,</p>
      <p begin="00:11:05.780" xml:id="p136" end="00:11:12.652">bei denen die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen<br />Ressorts die Voraussetzung für den Erfolg ist.</p>
      <p begin="00:11:12.652" xml:id="p137" end="00:11:15.302">Das gilt einerseits natürlich<br />für das Thema digitale Agenda;</p>
      <p begin="00:11:15.302" xml:id="p138" end="00:11:20.795">aber wir werden beispielsweise natürlich auch<br />über die Frage von Forschungsentwicklung</p>
      <p begin="00:11:20.795" xml:id="p139" end="00:11:25.909">im Zusammenhang mit Energiepolitik<br />oder mit E-Mobilität zu reden haben.</p>
      <p begin="00:11:25.909" xml:id="p140" end="00:11:32.386">So gab es eine ganze Reihe von Bereichen, in denen<br />bereits hier auf der Tagung in Meseberg klar wurde,</p>
      <p begin="00:11:32.386" xml:id="p141" end="00:11:38.639">dass die Zusammenarbeit zwischen den Ministerinnen<br />und Ministern für bestimmte Projekte</p>
      <p begin="00:11:38.639" xml:id="p142" end="00:11:44.811">entweder schon verabredet ist oder in den<br />nächsten Tagen und Wochen stattfinden wird.</p>
      <p begin="00:11:44.811" xml:id="p143" end="00:11:46.724">Das finde ich deshalb wichtig,<br />weil ich glaube, dass das,</p>
      <p begin="00:11:46.724" xml:id="p144" end="00:11:52.170">was die Bundeskanzlerin und ich gestern<br />Vormittag zu Beginn gesagt haben,</p>
      <p begin="00:11:52.170" xml:id="p145" end="00:11:57.886">auch untermauert werden muss, <br />nämlich dass wir hier eine Regierung haben,</p>
      <p begin="00:11:57.886" xml:id="p146" end="00:12:02.739">die sich gemeinschaftlich für alle Vorhaben<br />und Projekte verantwortlich fühlt,</p>
      <p begin="00:12:02.739" xml:id="p147" end="00:12:09.010">die in der Koalitionsvereinbarung stehen oder <br />- das muss man ja dazu sagen - uns noch erreichen werden;</p>
      <p begin="00:12:09.010" xml:id="p148" end="00:12:16.113">denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Leben<br />ausschließlich mit den Themen befassen wird,</p>
      <p begin="00:12:16.113" xml:id="p149" end="00:12:19.063">die wir da vor einigen Wochen <br />aufgeschrieben haben, ist ja nicht sehr groß.</p>
      <p begin="00:12:19.063" xml:id="p150" end="00:12:22.374">Allein der Blick auf die<br />internationale Agenda zeigt,</p>
      <p begin="00:12:22.374" xml:id="p151" end="00:12:26.863">vor welchen Herausforderungen Europa und auch<br />Deutschland möglicherweise noch stehen werden.</p>
      <p begin="00:12:26.863" xml:id="p152" end="00:12:33.215">Das fand ich jedenfalls bemerkenswert,<br />weil ich - zumindest vor etwas längerer Zeit -</p>
      <p begin="00:12:33.215" xml:id="p153" end="00:12:37.276">schon einmal die Gelegenheit hatte, hier <br />und in Genshagen solche Klausuren zu erleben.</p>
      <p begin="00:12:37.276" xml:id="p154" end="00:12:40.957">Es war für mich jedenfalls<br />ein deutlicher Unterschied,</p>
      <p begin="00:12:40.957" xml:id="p155" end="00:12:45.774">dass sich eine ganze Reihe von Kollegen im<br />Kabinett bereits aufeinander bezogen haben.</p>
      <p begin="00:12:45.774" xml:id="p156" end="00:12:49.344">Für unser Haus war natürlich wichtig,</p>
      <p begin="00:12:49.344" xml:id="p157" end="00:12:55.457">dass wir einen Kabinettsbeschluss - der bereits<br />gestern erfolgt ist - zu den Eckpunkten zum EEG</p>
      <p begin="00:12:55.457" xml:id="p158" end="00:13:01.994">und zu den Dingen, die wir noch im Anhang geschildert haben<br />- wir haben das ja noch etwas konkretisiert -, bekommen.</p>
      <p begin="00:13:01.994" xml:id="p159" end="00:13:05.727">Wir waren den anderen Kabinettsmitgliedern<br />außerordentlich dankbar,</p>
      <p begin="00:13:05.727" xml:id="p160" end="00:13:08.338">dass das unter dem hohen<br />Zeitdruck gelungen ist.</p>
      <p begin="00:13:08.338" xml:id="p161" end="00:13:12.318">Das ging ausschließlich deshalb <br />- ich glaube, das können wir auch einmal sagen -,</p>
      <p begin="00:13:12.318" xml:id="p162" end="00:13:17.833">weil wir das gemeinsam mit dem<br />Kanzleramt ganz gut vorbereitet haben.</p>
      <p begin="00:13:17.833" xml:id="p163" end="00:13:27.116">Das ist deshalb von großer Bedeutung, weil man <br />auch angesichts der - wie soll man das sagen? - Hinweise,</p>
      <p begin="00:13:27.116" xml:id="p164" end="00:13:32.405">die wir jetzt bekommen, was wir angeblich alles<br />an Schwierigkeiten auslösen, ja doch zeigt,</p>
      <p begin="00:13:32.405" xml:id="p165" end="00:13:36.749">dass eine Marschroute vorgegeben werden muss,<br />an der sich jetzt auch alle orientieren.</p>
      <p begin="00:13:36.749" xml:id="p166" end="00:13:40.548">Ich habe großes Verständnis für jeden, <br />der jetzt seine Interessen definiert.</p>
      <p begin="00:13:40.548" xml:id="p167" end="00:13:43.415">Ich habe es vor ein paar Tagen schon gesagt:</p>
      <p begin="00:13:43.415" xml:id="p168" end="00:13:49.702">Wir werden natürlich mit allen reden und auch prüfen,<br />ob wir jetzt die richtigen Ansatzpunkte gefunden haben.</p>
      <p begin="00:13:49.702" xml:id="p169" end="00:13:58.041">Klar muss aber auch sein, dass am Ende nicht die Summe<br />der Einzelinteressen eine gute Energiepolitik ergibt.</p>
      <p begin="00:13:58.041" xml:id="p170" end="00:14:02.851">Wir haben ein gewaltiges Programm vor uns.</p>
      <p begin="00:14:02.851" xml:id="p171" end="00:14:09.122">Das ist vor 15, vor 20 Jahren mit der Entwicklung<br />der erneuerbaren Energien gestartet,</p>
      <p begin="00:14:09.122" xml:id="p172" end="00:14:14.949">und wir haben auch eine große Chance, dass das zu einem<br />wirtschaftlichen und auch ökologischen Erfolg wird.</p>
      <p begin="00:14:14.949" xml:id="p173" end="00:14:19.934">Aber man muss schon sagen, dass die Lernkurve,<br />die wir in dieser Zeit gebraucht haben,</p>
      <p begin="00:14:19.934" xml:id="p174" end="00:14:24.047">eben auch dazu geführt hat, <br />dass wir jedes Jahr 24 Milliarden Euro</p>
      <p begin="00:14:24.047" xml:id="p175" end="00:14:28.426">jetzt in der Bundesrepublik Deutschland<br />Verbrauchern und Wirtschaft entziehen,</p>
      <p begin="00:14:28.426" xml:id="p176" end="00:14:30.987">um diese Entwicklung zu finanzieren.</p>
      <p begin="00:14:30.987" xml:id="p177" end="00:14:34.387">Das hat einen großen Erfolg,<br />wir haben vor allen Dingen bei Wind am Land</p>
      <p begin="00:14:34.387" xml:id="p178" end="00:14:38.062">und bei Photovoltaik inzwischen<br />Wettbewerbsfähigkeit erreicht</p>
      <p begin="00:14:38.062" xml:id="p179" end="00:14:41.400">- die entsprechenden Anlagen sind nicht teurer, als wenn<br />man ein neues konventionelles Kraftwerk bauen würde.</p>
      <p begin="00:14:41.400" xml:id="p180" end="00:14:47.060">Aber diese 24 Milliarden Euro sind eben die Lernkurve,<br />die wir jetzt noch um die 20 Jahre lang mitnehmen.</p>
      <p begin="00:14:47.060" xml:id="p181" end="00:14:51.219">Ich finde, man muss schon<br />sagen, dass das eine einmalige,</p>
      <p begin="00:14:51.219" xml:id="p182" end="00:14:57.477">aber eben auch nicht ganz unproblematische Leistung ist, <br />die die Volkswirtschaft in Deutschland erbringt.</p>
      <p begin="00:14:57.477" xml:id="p183" end="00:15:00.969">Ich kenne bislang kein<br />anderes Land, das das macht.</p>
      <p begin="00:15:00.969" xml:id="p184" end="00:15:06.151">Andere werden uns übrigens nur dann folgen, <br />wenn wir zeigen, dass wir diese Last nicht ständig vergrößern.</p>
      <p begin="00:15:06.151" xml:id="p185" end="00:15:11.318">Unser Ziel ist ja auch, dass andere in der<br />Energiepolitik sich mit auf den Weg machen.</p>
      <p begin="00:15:12.292" xml:id="p186" end="00:15:18.053">Ich glaube auch, dass wir aufpassen müssen, <br />dass wir unsere eigene Volkswirtschaft nicht überfordern.</p>
      <p begin="00:15:18.053" xml:id="p187" end="00:15:21.595">Deswegen kann das Ergebnis<br />nur sein, bei all dem,</p>
      <p begin="00:15:21.595" xml:id="p188" end="00:15:23.803">was wir in den nächsten Wochen<br />und Monaten diskutieren werden,</p>
      <p begin="00:15:23.803" xml:id="p189" end="00:15:27.335">dass wir beim EEG und bei den<br />danach folgenden Diskussionen</p>
      <p begin="00:15:27.335" xml:id="p190" end="00:15:34.421">und Entscheidungen über die Frage „Wie sichern wir<br />die konventionelle Verfügbarkeit von Elektrizität,</p>
      <p begin="00:15:34.421" xml:id="p191" end="00:15:39.678">wie entwickeln wir die Netze weiter, <br />wie binden wir das in die europäischen Vorstellungen ein?“</p>
      <p begin="00:15:39.678" xml:id="p192" end="00:15:46.724">darauf achten werden - und dafür ist der<br />gestrige Beschluss ein wichtiges Signal -,</p>
      <p begin="00:15:46.724" xml:id="p193" end="00:15:50.198">dass das Gemeinwohl<br />am Ende im Mittelpunkt stehen muss.</p>
      <p begin="00:15:50.198" xml:id="p194" end="00:15:54.442">Das bedeutet: Kosten runter und<br />Versorgungssicherheit beibehalten.</p>
      <p begin="00:15:54.442" xml:id="p195" end="00:16:01.857">Das lässt sich am Ende nicht durch das Addieren von<br />Einzelwünschen hinbekommen, sondern alle müssen beitragen.</p>
      <p begin="00:16:01.857" xml:id="p196" end="00:16:07.852">Wir sind uns einig darüber, dass wir gerade<br />angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung,</p>
      <p begin="00:16:07.852" xml:id="p197" end="00:16:12.705">die Deutschland hat,<br />wir die Möglichkeit haben, auf dem Arbeitsmarkt,</p>
      <p begin="00:16:12.705" xml:id="p198" end="00:16:18.039">bei der Pflege und auch in der<br />Sozialversicherung dazu beizutragen,</p>
      <p begin="00:16:18.039" xml:id="p199" end="00:16:21.970">dass zum Beispiel der gespaltene Arbeitsmarkt<br />wieder ein bisschen zusammenwächst</p>
      <p begin="00:16:21.970" xml:id="p200" end="00:16:23.174">und dass wir bei der Rente etwas machen.</p>
      <p begin="00:16:23.174" xml:id="p201" end="00:16:29.450">Klar ist aber auch: Das sind Belastungen,<br />bei denen man aufpassen muss,</p>
      <p begin="00:16:29.450" xml:id="p202" end="00:16:36.302">dass man anderer Stelle nicht ebenfalls Belastungen<br />erzeugt - im Gegenteil, da muss es Entlastungen geben.</p>
      <p begin="00:16:36.302" xml:id="p203" end="00:16:42.084">Insofern gibt es schon einen Zusammenhang -<br />jedenfalls wirtschaftlicher Natur - zwischen dem,</p>
      <p begin="00:16:42.084" xml:id="p204" end="00:16:46.725">was wir in der Energiepolitik machen, und dem, <br />was wir auf dem Arbeitsmarkt und in der Rente machen.</p>
      <p begin="00:16:46.725" xml:id="p205" end="00:16:49.573">Insgesamt muss man also schon<br />ein bisschen aufpassen,</p>
      <p begin="00:16:49.573" xml:id="p206" end="00:16:53.635">dass die Bedingungen für die wirtschaftliche<br />Entwicklung in Deutschland weiterhin gut bleiben.</p>
      <p begin="00:16:53.635" xml:id="p207" end="00:16:58.454">Wir haben eine gute wirtschaftliche<br />Entwicklung; alle Prognosen gehen davon aus,</p>
      <p begin="00:16:58.454" xml:id="p208" end="00:16:59.688">dass sich zumindest im nächsten Jahr</p>
      <p begin="00:16:59.688" xml:id="p209" end="00:17:05.487">und auch darüber hinaus dieser Pfad<br />wirtschaftlichen Wachstums fortentwickelt.</p>
      <p begin="00:17:05.487" xml:id="p210" end="00:17:10.842">Es gibt aber eben auch ein paar Herausforderungen<br />- ich will es einmal so nennen -,</p>
      <p begin="00:17:10.842" xml:id="p211" end="00:17:14.678">die angesichts dieser Entwicklung<br />beachtet werden müssen.</p>
      <p begin="00:17:14.678" xml:id="p212" end="00:17:19.198">Das ist zuallererst die Frage der<br />öffentlichen und privaten Investitionen:</p>
      <p begin="00:17:19.198" xml:id="p213" end="00:17:22.170">Wir haben davon zu wenig,<br />über viele Jahre schon.</p>
      <p begin="00:17:22.170" xml:id="p214" end="00:17:26.001">Wir haben ein Problem im Bereich<br />der öffentlichen Infrastruktur;</p>
      <p begin="00:17:26.001" xml:id="p215" end="00:17:29.170">wir fahren die Infrastruktur<br />unseres Landes auf Verschleiß.</p>
      <p begin="00:17:29.170" xml:id="p216" end="00:17:32.361">Deswegen ist es gut, dass die<br />Große Koalition entschieden hat,</p>
      <p begin="00:17:32.361" xml:id="p217" end="00:17:36.935">5 Milliarden Euro zusätzliche<br />Verkehrsinvestitionen zur Verfügung zu stellen.</p>
      <p begin="00:17:36.935" xml:id="p218" end="00:17:38.154">Das ist auch bitter nötig.</p>
      <p begin="00:17:38.154" xml:id="p219" end="00:17:43.429">Wir werden aber auch ansonsten darüber<br />nachzudenken haben - nicht nur im ersten Jahr,</p>
      <p begin="00:17:43.429" xml:id="p220" end="00:17:47.363">sondern auch im Verlauf der Entwicklung<br />der Legislaturperiode -, was wir tun können,</p>
      <p begin="00:17:47.363" xml:id="p221" end="00:17:50.694">um private und öffentliche<br />Investitionen voranzubringen.</p>
      <p begin="00:17:50.694" xml:id="p222" end="00:17:53.943">Das Zweite ist das allseits<br />bekannte Thema der Fachkräfte.</p>
      <p begin="00:17:53.943" xml:id="p223" end="00:17:59.437">Dazu ist gestern verabredet worden, dass wir<br />uns insbesondere in den Ministerien Forschung,</p>
      <p begin="00:17:59.437" xml:id="p224" end="00:18:02.897">Arbeit und Wirtschaft - aber da werden<br />sicherlich auch noch andere Beiträge bringen;</p>
      <p begin="00:18:02.897" xml:id="p225" end="00:18:07.586">zum Beispiel die Staatsministerin für<br />Migration und Integration, Frau Özoguz,</p>
      <p begin="00:18:07.586" xml:id="p226" end="00:18:11.464">die den Integrationsgipfel  begleitet, <br />der in diesem Jahr stattfinden soll,</p>
      <p begin="00:18:11.464" xml:id="p227" end="00:18:14.650">- im Schwerpunkt mit dem Thema<br />Ausbildung beschäftigen.</p>
      <p begin="00:18:14.650" xml:id="p228" end="00:18:17.668">Auch das ist ein Thema, bei dem die<br />Bundesregierung zusammenarbeiten muss;</p>
      <p begin="00:18:17.668" xml:id="p229" end="00:18:24.200">denn die Demografie stellt uns doch<br />vor ziemliche Herausforderungen.</p>
      <p begin="00:18:24.200" xml:id="p230" end="00:18:27.864">Dies gilt vor allen Dingen für<br />mittelständische und kleinere Unternehmen,</p>
      <p begin="00:18:27.864" xml:id="p231" end="00:18:34.801">denn diese können eben nicht so ohne Weiteres mit den<br />Lohnentwicklungen und den Arbeitsbedingungen mithalten,</p>
      <p begin="00:18:34.801" xml:id="p232" end="00:18:36.560">die große Unternehmen anbieten können;</p>
      <p begin="00:18:36.560" xml:id="p233" end="00:18:39.324">trotzdem brauchen auch diese Unternehmen<br />hochqualifizierte Fachkräfte,</p>
      <p begin="00:18:39.324" xml:id="p234" end="00:18:42.271">um in Deutschland und weltweit<br />weiter erfolgreich zu sein.</p>
      <p begin="00:18:42.271" xml:id="p235" end="00:18:50.435">Die dritte Bedingung neben dem Thema Investitionen,<br />Infrastruktur und Fachkräfte ist eben die Energieversorgung.</p>
      <p begin="00:18:51.727" xml:id="p236" end="00:19:00.020">Dort müssen wir sehen, dass beispielsweise in der Industrie die<br />Lohnkosten inzwischen bei 15 bis 20 Prozent der Kosten liegen,</p>
      <p begin="00:19:00.020" xml:id="p237" end="00:19:03.579">die Rohstoff- und Energiekosten<br />inzwischen aber bei weit über 40 Prozent.</p>
      <p begin="00:19:03.579" xml:id="p238" end="00:19:09.992">Das zeigt, dass wir dort darauf achten<br />müssen, dass die Kostenentwicklung so ist,</p>
      <p begin="00:19:09.992" xml:id="p239" end="00:19:13.735">dass Verbraucher und Unternehmen<br />sie auch im Griff behalten.</p>
      <p begin="00:19:13.735" xml:id="p240" end="00:19:17.640">Wir haben sehr intensiv <br />über das Rentenpaket geredet.</p>
      <p begin="00:19:17.640" xml:id="p241" end="00:19:23.863">Sie werden sich vorstellen können, dass das für<br />beide Partner sehr wichtige Bestandteile enthält.</p>
      <p begin="00:19:23.863" xml:id="p242" end="00:19:28.237">Ich will heute in dieser Pressekonferenz<br />einmal in aller Offenheit sagen,</p>
      <p begin="00:19:28.237" xml:id="p243" end="00:19:34.679">dass ich die öffentliche Debatte, dies sei etwas Schlimmes<br />und die Alten würden sozusagen die Jungen abkassieren,</p>
      <p begin="00:19:34.679" xml:id="p244" end="00:19:37.651">schon ein bisschen entgegentreten möchte.</p>
      <p begin="00:19:37.651" xml:id="p245" end="00:19:43.162">Jeder, der sich an dieser Debatte beteiligt,<br />sollte sich vielleicht einmal fragen,</p>
      <p begin="00:19:43.162" xml:id="p246" end="00:19:45.864">über welchen Personenkreis<br />wir eigentlich reden:</p>
      <p begin="00:19:45.864" xml:id="p247" end="00:19:51.860">Wir reden über Menschen - unsere Eltern <br />und Großeltern -, die in ihrem Leben Gewaltiges geleistet haben</p>
      <p begin="00:19:51.860" xml:id="p248" end="00:19:57.759">und die Arbeitsbedingungen hatten, die niemand von<br />uns heute mehr befürchten muss - oder fast niemand.</p>
      <p begin="00:19:57.759" xml:id="p249" end="00:20:01.466">Sie haben unter, sagen wir einmal, weit<br />schwierigeren Bedingungen gearbeitet.</p>
      <p begin="00:20:01.466" xml:id="p250" end="00:20:06.435">Die, über die wir jetzt reden, kennen noch<br />Zeiten, in denen es die Sechs-Tage-Woche gab</p>
      <p begin="00:20:06.435" xml:id="p251" end="00:20:09.173">und weit mehr als<br />40 Stunden gearbeitet wurde.</p>
      <p begin="00:20:09.173" xml:id="p252" end="00:20:12.463">Das sind Menschen, die ihr Lebtag<br />häufig Schicht gearbeitet haben,</p>
      <p begin="00:20:12.463" xml:id="p253" end="00:20:17.662">und am Ende ihres Lebens jedenfalls<br />keine überbordenden Renten erhalten.</p>
      <p begin="00:20:17.662" xml:id="p254" end="00:20:24.355">Denjenigen, für die wir das tun wollen<br />- Mütter, die eine Erziehungsleistung erbracht haben,</p>
      <p begin="00:20:24.355" xml:id="p255" end="00:20:32.447">oder sehr langjährig Beschäftigte -, wollen wir einen fairen<br />Lebensabend nach Ausscheiden aus dem Arbeitsleben ermöglichen.</p>
      <p begin="00:20:32.447" xml:id="p256" end="00:20:37.857">Um es offen zu sagen:<br />auch für eine moralische Verpflichtung,</p>
      <p begin="00:20:37.857" xml:id="p257" end="00:20:40.091">Ich halte es für Menschen meines<br />Alters oder Menschen, die jünger sind,</p>
      <p begin="00:20:40.091" xml:id="p258" end="00:20:43.982">ihren eigenen Eltern und Großeltern<br />diese Möglichkeit zu gestatten.</p>
      <p begin="00:20:43.982" xml:id="p259" end="00:20:50.745">Denn wir leben - obwohl sicherlich viele<br />Familien auch eigene Schwierigkeiten haben -</p>
      <p begin="00:20:50.745" xml:id="p260" end="00:20:58.355">in weit besseren Arbeits- und Lebensbedingungen <br />und haben weit höhere Renten zu erwarten als viele,</p>
      <p begin="00:20:58.355" xml:id="p261" end="00:21:01.154">über die wir jetzt bei diesen Renten reden.</p>
      <p begin="00:21:01.154" xml:id="p262" end="00:21:06.910">Das ist, glaube ich, schon ein angemessener<br />Beitrag zum Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.</p>
      <p begin="00:21:06.910" xml:id="p263" end="00:21:09.938">Ich will mich ganz<br />deutlich dagegen wehren,</p>
      <p begin="00:21:09.938" xml:id="p264" end="00:21:12.033">dass hier Junge gegen<br />Alte ausgespielt werden.</p>
      <p begin="00:21:12.033" xml:id="p265" end="00:21:20.171">Dass wir zum Beispiel im Bereich der Mütterrente auf mittlere Sicht<br />zu einer wesentlich stärkeren Steuerfinanzierung kommen müssen,</p>
      <p begin="00:21:20.171" xml:id="p266" end="00:21:25.884">ist den Koalitionsfraktionen absolut klar, und dafür<br />werden wir auch die Voraussetzungen schaffen.</p>
      <p begin="00:21:25.884" xml:id="p267" end="00:21:31.406">Dass wir auch beim Thema Ausstieg<br />nach 45 Jahren aufpassen müssen,</p>
      <p begin="00:21:31.406" xml:id="p268" end="00:21:36.562">dass wir das sozusagen finanziell<br />belastbar hinbekommen, ist auch klar.</p>
      <p begin="00:21:36.562" xml:id="p269" end="00:21:40.399">Deswegen gibt es die Entscheidung von<br />Frau Nahles - die von uns allen geteilt wird -,</p>
      <p begin="00:21:41.421" xml:id="p270" end="00:21:46.485">dass das Arbeitslosengeld I die einzige Messlatte<br />ist - Kurzarbeit und anderes kommt noch dazu -</p>
      <p begin="00:21:46.485" xml:id="p271" end="00:21:52.274">auf diese 45 Jahre angerechnet werden, <br />nicht aber Zeiten von Dauer- und Langzeitarbeitslosigkeit.</p>
      <p begin="00:21:52.274" xml:id="p272" end="00:21:55.360">Damit sind Zeiten, in denen Arbeitslosengeld II<br />gezahlt wurde, ausgeschlossen.</p>
      <p begin="00:21:55.360" xml:id="p273" end="00:21:57.778">Ich finde, das ist auch<br />ein angemessener Umgang,</p>
      <p begin="00:21:57.778" xml:id="p274" end="00:22:01.808">denn wir wollen ja lebenslange<br />Belastungen im Arbeitsleben honorieren.</p>
      <p begin="00:22:01.808" xml:id="p275" end="00:22:07.461">Im Übrigen wäre Manches, was darüber<br />hinausgeht, auch nicht mehr finanzierbar.</p>
      <p begin="00:22:07.461" xml:id="p276" end="00:22:11.652">Wir sind uns übrigens sicher, dass wir mit<br />der Lösung, die Frau Nahles vorschlägt,</p>
      <p begin="00:22:11.652" xml:id="p277" end="00:22:18.087">deutlich unter den fünf Jahren Arbeitslosigkeit<br />bleiben, die da im Schnitt debattiert wurden.</p>
      <p begin="00:22:18.087" xml:id="p278" end="00:22:21.989">Im Gegenteil ist es so: Wenn man eine<br />Obergrenze von fünf Jahren hineinschreibt,</p>
      <p begin="00:22:21.989" xml:id="p279" end="00:22:23.025">dann wird das eher teurer.</p>
      <p begin="00:22:23.025" xml:id="p280" end="00:22:28.363">Die Regel, das entlang des Arbeitslosgengelds I zu<br />machen, halten wir daher für absolut angemessen.</p>
      <p begin="00:22:28.363" xml:id="p281" end="00:22:29.797">Ich will nur noch einmal darauf hinweisen:</p>
      <p begin="00:22:29.797" xml:id="p282" end="00:22:33.619">Kurzarbeitergeld im Baugewerbe<br />und anderes zählen dazu.</p>
      <p begin="00:22:33.619" xml:id="p283" end="00:22:37.676">Was die Daten betrifft, von denen jetzt<br />öffentlich gesagt wurde, es gebe sie nicht,</p>
      <p begin="00:22:37.676" xml:id="p284" end="00:22:42.803">so hat Frau Nahles noch einmal deutlich gemacht,<br />dass die selbstverständlich zu organisieren sind.</p>
      <p begin="00:22:42.803" xml:id="p285" end="00:22:45.971">Wir glauben, damit ein wichtiges<br />Projekt angeschoben zu haben.</p>
      <p begin="00:22:45.971" xml:id="p286" end="00:22:47.569">Andere werden kommen,<br />wie zum Beispiel der Mindestlohn;</p>
      <p begin="00:22:47.569" xml:id="p287" end="00:22:51.690">da werden wir bestimmt wieder interessante<br />Debatten haben, dessen bin ich mir ganz sicher.</p>
      <p begin="00:22:51.690" xml:id="p288" end="00:22:56.306">Der Koalitionsvertrag ist aber über einen <br />längeren Zeitraum sondiert und ausgehandelt worden</p>
      <p begin="00:22:56.306" xml:id="p289" end="00:23:00.818">und bietet deshalb, glaube ich, <br />auch alle Ansatzpunkte, die man braucht,</p>
      <p begin="00:23:00.818" xml:id="p290" end="00:23:02.363">um die Entscheidungen vorzubereiten.</p>
      <p begin="00:23:02.363" xml:id="p291" end="00:23:05.368">Wir haben uns in den<br />Verhandlungen Mühe gegeben,</p>
      <p begin="00:23:05.368" xml:id="p292" end="00:23:09.068">und ich bin mir sicher, dass sich<br />das jetzt auch auszahlen wird.</p>
      <p begin="00:23:09.068" xml:id="p293" end="00:23:12.352">Aber noch einmal zurück zum<br />Anfang meines Redebeitrags:</p>
      <p begin="00:23:12.352" xml:id="p294" end="00:23:17.445">Für mich - das gebe ich zu - waren gar nicht so<br />sehr die einzelnen Projekte das Entscheidende,</p>
      <p begin="00:23:17.445" xml:id="p295" end="00:23:22.168">sondern dass die Kabinettsmitglieder hier<br />sozusagen quer über den Tisch debattiert haben</p>
      <p begin="00:23:22.168" xml:id="p296" end="00:23:25.887">und auch schon erste gemeinsame<br />Projekte definiert haben.</p>
      <p begin="00:23:25.887" xml:id="p297" end="00:23:28.273">Ich finde, das war ein ausgezeichneter Start.</p>
      <p begin="00:23:28.273" xml:id="p298" end="00:23:33.628">Ich danke der Bundeskanzlerin und dem<br />Kanzleramt für die sehr gute Vorbereitung.</p>
      <p begin="00:23:33.628" xml:id="p299" end="00:23:39.799">Die Tatsache, dass jetzt alle darum gebeten haben,<br />doch bitte im Sommer noch einmal hier zu tagen,</p>
      <p begin="00:23:39.799" xml:id="p300" end="00:23:42.116">hat uns dazu veranlasst, dass wir sagen:</p>
      <p begin="00:23:42.116" xml:id="p301" end="00:23:45.398">Wir wollen gemeinsam dafür sorgen,<br />dass alle, die am Tisch sitzen,</p>
      <p begin="00:23:45.398" xml:id="p302" end="00:23:49.142">vier Jahre lang Gelegenheit<br />haben, hier zusammenzukommen.</p>
      <p begin="00:23:57.694" xml:id="p303" end="00:23:59.875">Frage: Frau Bundeskanzlerin, <br />Herr Gabriel, wie wollen Sie verhindern,</p>
      <p begin="00:23:59.875" xml:id="p304" end="00:24:04.667">dass die hier in Meseberg gefundene Eintracht <br />durch den Europa-Wahlkampf wieder beeinträchtigt wird?</p>
      <p begin="00:24:04.667" xml:id="p305" end="00:24:08.137">Haben Sie hier eventuell verabredet,<br />dass Sie sich absprechen</p>
      <p begin="00:24:08.137" xml:id="p306" end="00:24:13.738">- zumindest in groben Zügen absprechen -, <br />was den Wahlkampf angeht, oder macht jede Partei ihr Ding?</p>
      <p begin="00:24:14.120" xml:id="p307" end="00:24:19.990">BK’in Merkel: Es liegt in der Natur der Sache, dass in den<br />Wahlkämpfen jeder auch für seine eigene Stärke kämpft.</p>
      <p begin="00:24:19.990" xml:id="p308" end="00:24:25.332">Aber das ist ja deutlich zu unterscheiden von<br />dem, was wir in unserer Regierungsarbeit machen.</p>
      <p begin="00:24:25.332" xml:id="p309" end="00:24:33.328">Wir haben uns verabredet, dass wir vier Jahre lang<br />miteinander Politik für die Menschen in Deutschland machen.</p>
      <p begin="00:24:33.328" xml:id="p310" end="00:24:37.539">Die erwarten das auch mit Recht; denn sie<br />haben ihre Wahlentscheidung ja so getroffen,</p>
      <p begin="00:24:37.539" xml:id="p311" end="00:24:38.924">wie sie sie getroffen haben.</p>
      <p begin="00:24:38.924" xml:id="p312" end="00:24:42.975">Die Menschen erwarten nicht, dass wir jetzt<br />gemeinsame Wahlveranstaltungen durchführen,</p>
      <p begin="00:24:42.975" xml:id="p313" end="00:24:47.591">sondern sie erwarten, <br />dass wir für Europa kämpfen.</p>
      <p begin="00:24:47.591" xml:id="p314" end="00:24:51.407">Das werden wir tun. Dabei gibt es<br />ein großes Maß an Übereinstimmung.</p>
      <p begin="00:24:51.407" xml:id="p315" end="00:24:55.235">Aber sowohl bei der Europawahl als<br />auch bei anstehenden Landtagswahlen,</p>
      <p begin="00:24:55.235" xml:id="p316" end="00:24:58.100">von denen es in diesem auch drei<br />gibt, als auch bei Kommunalwahlen</p>
      <p begin="00:24:58.100" xml:id="p317" end="00:25:03.805">- es stehen zehn Kommunalwahlen<br /> in Deutschland an - werden wir Wahlkampf machen.</p>
      <p begin="00:25:03.805" xml:id="p318" end="00:25:08.590">Das, was die demokratische Kultur in<br />Deutschland auszeichnet - ehrlich gesagt,</p>
      <p begin="00:25:08.590" xml:id="p319" end="00:25:12.536">bin ich darauf auch ein bisschen stolz, <br />was wir auch gemeinsam sein können -, ist,</p>
      <p begin="00:25:12.536" xml:id="p320" end="00:25:14.443">dass man gute Regierungsarbeit machen kann</p>
      <p begin="00:25:14.443" xml:id="p321" end="00:25:18.740">und sich trotzdem als Wettbewerber<br />bei Wahlen immer wieder verstehen kann.</p>
      <p begin="00:25:18.740" xml:id="p322" end="00:25:21.745">Das haben wir von 2005 bis 2009 gezeigt.</p>
      <p begin="00:25:21.745" xml:id="p323" end="00:25:25.005">Ich habe überhaupt gar keinen<br />Zweifel daran, dass uns das jetzt gelingt.</p>
      <p begin="00:25:25.005" xml:id="p324" end="00:25:28.504">BM Gabriel: Erstens ist das so,<br />und zweitens gibt es, glaube ich, etwas,</p>
      <p begin="00:25:28.504" xml:id="p325" end="00:25:33.970">was uns im Wahlkampf neben allen <br />notwendigen Differenzierungen verbinden wird:</p>
      <p begin="00:25:33.970" xml:id="p326" end="00:25:40.934">Ich glaube, wir haben einen Europawahlkampf,<br />in dem mindestens CDU, CSU und SPD,</p>
      <p begin="00:25:40.934" xml:id="p327" end="00:25:46.846">aber ganz sicher auch andere<br />dafür werben und kämpfen werden,</p>
      <p begin="00:25:46.846" xml:id="p328" end="00:25:51.898">dieses große Zivilisationsprojekt nicht <br />denen zu überlassen, die es zerstören wollen.</p>
      <p begin="00:25:51.898" xml:id="p329" end="00:25:54.938">Es sind nicht nur in Deutschland,<br />sondern in vielen anderen Ländern</p>
      <p begin="00:25:54.938" xml:id="p330" end="00:25:59.666">- wahrscheinlich in anderen Ländern sogar<br />ch mehr als in Deutschland - Anti-Europäer unterwegs.</p>
      <p begin="00:26:00.587" xml:id="p331" end="00:26:06.366">Es gibt Rechtspopulisten. Wir merken, dass es<br />auch in Deutschland bei den Linken Debatten gibt,</p>
      <p begin="00:26:06.366" xml:id="p332" end="00:26:11.584">wo man sich wundert, wie jemand, <br />der sich auf ein aufgeklärtes Weltbild beruft,</p>
      <p begin="00:26:11.584" xml:id="p333" end="00:26:13.081">auf solche Ideen kommen kann.</p>
      <p begin="00:26:13.081" xml:id="p334" end="00:26:17.678">Das heißt, wir werden Europa schon <br />auch miteinander gegen die verteidigen,</p>
      <p begin="00:26:17.678" xml:id="p335" end="00:26:20.017">die dieses Zivilisationsprojekt aufgeben wollen.</p>
      <p begin="00:26:20.017" xml:id="p336" end="00:26:23.854">Ich glaube, das wird uns trotz<br />aller Wahlkämpfe auch verbinden.</p>
      <p begin="00:26:29.848" xml:id="p337" end="00:26:35.685">Frage: Ich habe zwei Fragen an Sie beide.</p>
      <p begin="00:26:35.685" xml:id="p338" end="00:26:42.630">Könnten Sie vielleicht kurz die atmosphärischen Unterschiede<br />zu Ihrer ersten Kabinettsklausur 2006 in Genshagen skizzieren?</p>
      <p begin="00:26:42.630" xml:id="p339" end="00:26:47.132">Eine zweite Frage mit Blick<br />auf die Energiewende:</p>
      <p begin="00:26:47.132" xml:id="p340" end="00:26:54.702">2013 gab es im Vergleich zu 1990 die<br />höchste Braunkohlestromproduktion.</p>
      <p begin="00:26:54.702" xml:id="p341" end="00:26:57.562">Was ist eigentlich geplant,<br />um hierbei dafür zu sorgen,</p>
      <p begin="00:26:57.562" xml:id="p342" end="00:27:01.639">dass trotz der Energiewende der<br />CO2-Ausstoß nicht weiter steigt?</p>
      <p begin="00:27:02.888" xml:id="p343" end="00:27:09.916">BK’in Merkel: Ich habe, ehrlich gesagt, die Klausurtagung<br />in Genshagen nicht als unangenehm in Erinnerung.</p>
      <p begin="00:27:09.916" xml:id="p344" end="00:27:15.668">Ich glaube, dass die sehr ausführlichen<br />Koalitionsverhandlungen,</p>
      <p begin="00:27:15.668" xml:id="p345" end="00:27:18.418">die dieses Mal  schon sehr intensiv waren,</p>
      <p begin="00:27:18.418" xml:id="p346" end="00:27:23.962">auch über das hinaus, was man aufgeschrieben<br />hat, eine sehr gute Basis bieten,</p>
      <p begin="00:27:23.962" xml:id="p347" end="00:27:31.478">dass wir die Dinge für die nächsten<br />Jahre gemeinsam in Angriff nehmen.</p>
      <p begin="00:27:31.478" xml:id="p348" end="00:27:34.222">Außerdem hat sich die Welt<br />seitdem ziemlich verändert.</p>
      <p begin="00:27:34.222" xml:id="p349" end="00:27:37.755">Europa und die Welt sind im Grunde<br />durch zwei Krisen gegangen.</p>
      <p begin="00:27:37.755" xml:id="p350" end="00:27:44.389">Die eine war die große internationale Finanz- <br />und Wirtschaftskrise, und die zweite war die Krise,</p>
      <p begin="00:27:44.389" xml:id="p351" end="00:27:51.009">in der sich der Euro im Grunde als Folge dieser <br />großen internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise befand.</p>
      <p begin="00:27:52.706" xml:id="p352" end="00:27:59.425">Wir haben gelernt - ich glaube, das gilt <br />für alle die Koalition tragenden Parteien -,</p>
      <p begin="00:27:59.425" xml:id="p353" end="00:28:03.327">dass es auf der einen Seite<br />nationale Aufgaben gibt,</p>
      <p begin="00:28:03.327" xml:id="p354" end="00:28:07.787">aber dass es auf der anderen Seite<br />Deutschland auf Dauer nur gut geht,</p>
      <p begin="00:28:07.787" xml:id="p355" end="00:28:16.282">wenn es Europa gut geht und dass wir nur als gemeinsame<br />Kraft Europa zum Beispiel überhaupt eine Chance haben,</p>
      <p begin="00:28:16.282" xml:id="p356" end="00:28:23.673">weltweit auf Finanzmarktregulierung, <br />auf die Regulierung von Finanzplätzen Einfluss zu nehmen.</p>
      <p begin="00:28:23.673" xml:id="p357" end="00:28:25.250">Das geht langsam genug voran.</p>
      <p begin="00:28:25.250" xml:id="p358" end="00:28:29.279">Aber wenn wir das alles als Land alleine<br />machen müssten, wäre das sehr schwierig.</p>
      <p begin="00:28:29.279" xml:id="p359" end="00:28:33.805">Hier gibt es ein hohes Maß an Übereinstimmung<br />der Parteien, die diese Koalition tragen.</p>
      <p begin="00:28:33.805" xml:id="p360" end="00:28:35.727">Darüber brauchen wir gar nicht zu lange reden.</p>
      <p begin="00:28:35.727" xml:id="p361" end="00:28:41.506">Meine Erinnerung ist, dass das damals noch<br />sehr viel stärker innenpolitisch konzentriert war</p>
      <p begin="00:28:41.506" xml:id="p362" end="00:28:44.793">und dass wir inzwischen alle<br />unglaublich dazugelernt haben,</p>
      <p begin="00:28:44.793" xml:id="p363" end="00:28:50.094">dass wir mit einem Prozent der <br />Weltbevölkerung nicht so viel ausrichten können.</p>
      <p begin="00:28:51.387" xml:id="p364" end="00:28:54.507">Europapolitik ist fast Innenpolitik geworden.</p>
      <p begin="00:28:54.507" xml:id="p365" end="00:29:01.798">Was die globale Politik angeht, ist unsere Ausrichtung<br />absolut auf die Globalisierung und die Frage ausgerichtet,</p>
      <p begin="00:29:01.798" xml:id="p366" end="00:29:05.199">wie wir sie gestalten wollen,<br />nämlich im Geist der sozialen Marktwirtschaft.</p>
      <p begin="00:29:05.199" xml:id="p367" end="00:29:10.859">Das ist eine gemeinschaftliche Grundlage,<br />wo es Unterschiede in den Facetten gibt -</p>
      <p begin="00:29:10.859" xml:id="p368" end="00:29:15.726">das ist gar keine Frage -, aber wo <br />der gesamte Grundansatz erst einmal ist,</p>
      <p begin="00:29:15.726" xml:id="p369" end="00:29:20.954">dass soziale Marktwirtschaft im <br />21. Jahrhundert dringlicher denn je ist.</p>
      <p begin="00:29:20.954" xml:id="p370" end="00:29:25.765">Sie hat sich im Grunde <br />auch in ihrer Stärke bewiesen.</p>
      <p begin="00:29:25.765" xml:id="p371" end="00:29:30.960">Die Lehre aus all diesen Krisen ist für mich,<br />die soziale Marktwirtschaft zu stärken.</p>
      <p begin="00:29:32.093" xml:id="p372" end="00:29:35.827">BM Gabriel: Was die Braunkohleentwicklung<br />angeht, ist es einfach so - das wissen Sie -,</p>
      <p begin="00:29:35.827" xml:id="p373" end="00:29:37.856">dass der europäische<br />Emissionshandel am Boden liegt.</p>
      <p begin="00:29:38.893" xml:id="p374" end="00:29:42.100">Uns macht das übrigens<br />bei der Energiewende Probleme,</p>
      <p begin="00:29:42.100" xml:id="p375" end="00:29:45.119">weil sich Investitionen in ein<br />neues Gaskraftwerk nicht lohnen.</p>
      <p begin="00:29:46.046" xml:id="p376" end="00:29:48.434">Deswegen ist die Antwort auf Ihre Frage,</p>
      <p begin="00:29:48.434" xml:id="p377" end="00:29:51.433">dass sich innerhalb der Europäischen Union<br />etwas tun muss - das tut es ja auch.</p>
      <p begin="00:29:52.653" xml:id="p378" end="00:29:55.173">Ich bin Frau Merkel außerordentlich<br />dankbar, weil sie sich,</p>
      <p begin="00:29:55.173" xml:id="p379" end="00:29:58.892">genau wie Frau Hendricks und<br />ich das getan haben, eingeschaltet hat.</p>
      <p begin="00:29:58.892" xml:id="p380" end="00:30:05.199">Wir haben nach der Amtsübernahme auch mit <br />unseren Kollegen in Europa sehr schnell Kontakt aufgenommen.</p>
      <p begin="00:30:05.199" xml:id="p381" end="00:30:09.477">Es gibt für 2030 ein CO2-Minderungsziel<br />von mindestens 40 Prozent.</p>
      <p begin="00:30:09.477" xml:id="p382" end="00:30:12.023">Wir hoffen, dass das die Beratungen übersteht.</p>
      <p begin="00:30:12.023" xml:id="p383" end="00:30:17.717">Das ist schon einmal die erste Voraussetzung dafür,<br />dass der Emissionshandel wieder in Gang kommt.</p>
      <p begin="00:30:17.717" xml:id="p384" end="00:30:24.318">Eine Vormaßnahme dazu war,<br />dass wir zugestimmt haben,</p>
      <p begin="00:30:24.318" xml:id="p385" end="00:30:27.509">die Zertifikate für 900 Millionen<br />Tonnen CO2 zu entziehen.</p>
      <p begin="00:30:27.509" xml:id="p386" end="00:30:31.802">Man muss nur wissen, dass wahrscheinlich<br />zwei Milliarden davon zu viel im System sind.</p>
      <p begin="00:30:31.802" xml:id="p387" end="00:30:35.671">Deswegen ist jetzt nicht zu erwarten, dass <br />sich der Preis besonders hoch nach oben entwickelt.</p>
      <p begin="00:30:35.671" xml:id="p388" end="00:30:44.473">Aber diese Frage ist für unseren Investitionsbedarf mit<br />bedeutend, den es bei der Erneuerung des Kraftwerksparks gibt.</p>
      <p begin="00:30:44.473" xml:id="p389" end="00:30:50.415">Wenn sich sozusagen das Weiterlaufenlassen<br />alter Braunkohlekraftwerke rentiert,</p>
      <p begin="00:30:50.415" xml:id="p390" end="00:30:52.369">dann wird es keine Investitionen geben</p>
      <p begin="00:30:52.369" xml:id="p391" end="00:30:55.920">- jedenfalls ist das ein Teil der Antwort<br />auf die Notwendigkeit der Investitionen.</p>
      <p begin="00:30:55.920" xml:id="p392" end="00:30:59.851">Deswegen sind wir ganz froh darüber, <br />dass die Kommission dieses Ziel jetzt veröffentlicht hat.</p>
      <p begin="00:31:05.426" xml:id="p393" end="00:31:08.869">Frage: Eine Frage an beide: Sie<br />haben im Vorfeld und auch gestern,</p>
      <p begin="00:31:08.869" xml:id="p394" end="00:31:14.032">große Erwartungen so habe ich es<br />verstanden, an den Abend gehabt.</p>
      <p begin="00:31:14.032" xml:id="p395" end="00:31:21.321">Gab es denn gestern Abend herausragende<br />Verschwesterungs- und Verbrüderungsszenen?</p>
      <p begin="00:31:21.321" xml:id="p396" end="00:31:30.039">Inhaltlich: Frau Merkel, es gibt offenbar eine<br />Reihe von ministerübergreifenden Arbeitsgruppen,</p>
      <p begin="00:31:30.039" xml:id="p397" end="00:31:31.894">die sich um bestimmte Themen kümmern.</p>
      <p begin="00:31:31.894" xml:id="p398" end="00:31:38.595">Meine Frage: Bei welchen Punkten wollen Sie<br />sich persönlich in besonderer Weise engagieren</p>
      <p begin="00:31:38.595" xml:id="p399" end="00:31:40.774">und auch erkennen lassen,</p>
      <p begin="00:31:40.774" xml:id="p400" end="00:31:47.630">welche konkreten Positionen Sie als CDU-Vorsitzende<br />und als Kanzlerin in diesen Debatten haben?</p>
      <p begin="00:31:49.829" xml:id="p401" end="00:31:54.792">BK’in Merkel: Wir haben ja schon öfter<br />über die Richtlinienkompetenz gesprochen.</p>
      <p begin="00:31:54.792" xml:id="p402" end="00:31:57.248">Das heißt, als Bundeskanzlerin<br />bin ich in alle Projekte</p>
      <p begin="00:31:57.248" xml:id="p403" end="00:32:05.159">- jedenfalls in all die, die irgendwo strittig sind, und das<br />sind im Vorbereitungsprozess durchaus viele - eingebunden.</p>
      <p begin="00:32:05.159" xml:id="p404" end="00:32:13.131">Was den Abend anbelangt war es, soweit es mir<br />zugetragen wurde, harmonisch - an meinem Tisch sowieso.</p>
      <p begin="00:32:13.131" xml:id="p405" end="00:32:16.671">Ich bin gesundheitsbedingt<br />etwas früher aufgebrochen.</p>
      <p begin="00:32:16.671" xml:id="p406" end="00:32:21.792">Aber Ihre intensiven Nachrecherchen werden<br />sicherlich noch mehr Details ans Licht bringen,</p>
      <p begin="00:32:21.792" xml:id="p407" end="00:32:24.520">als ich jetzt bereit bin, Ihnen zu sagen.</p>
      <p begin="00:32:24.520" xml:id="p408" end="00:32:27.613">Es war schön - nehmen Sie es einfach mal so.</p>
      <p begin="00:32:27.613" xml:id="p409" end="00:32:31.185">Es war wie bei einem guten<br />Hintergrundgespräch auf einer Auslandsreise.</p>
      <p begin="00:32:33.001" xml:id="p410" end="00:32:37.709">Zweitens gibt es, was die Themen und<br />auch die übergreifenden Themen anbelangt,</p>
      <p begin="00:32:40.628" xml:id="p411" end="00:32:45.210">langjährige Veranstaltungen - manche sind schon<br />in der ersten Großen Koalition entstanden -,</p>
      <p begin="00:32:45.210" xml:id="p412" end="00:32:51.106">die standardgemäß immer wieder<br />von mir mit wahrgenommen werden.</p>
      <p begin="00:32:51.106" xml:id="p413" end="00:32:54.969">Das sind der IT-Gipfel, der<br />Demografiegipfel und der Innovationsdialog.</p>
      <p begin="00:32:54.969" xml:id="p414" end="00:32:57.257">Ich will das jetzt hier nicht alles aufzählen.</p>
      <p begin="00:32:57.257" xml:id="p415" end="00:33:03.157">Was mir wichtig ist - das habe ich Ihnen gesagt -, <br />ist ein neues und alle Minister betreffendes Projekt,</p>
      <p begin="00:33:03.157" xml:id="p416" end="00:33:07.381">nämlich das Projekt „Gutes Leben<br />- Lebensqualität in Deutschland“, an dem wir alle mitarbeiten werden.</p>
      <p begin="00:33:07.381" xml:id="p417" end="00:33:15.251">Wir werden Sie sicherlich bei den <br />verschiedenen Stufen im Einzelnen intensiv informieren.</p>
      <p begin="00:33:15.251" xml:id="p418" end="00:33:21.834">Das Wichtige dabei ist, dass es <br />nicht nur um die klassischen Indikatoren geht.</p>
      <p begin="00:33:21.834" xml:id="p419" end="00:33:26.519">Sie erinnern sich, es gab im Deutschen Bundestag <br />in der letzten Legislaturperiode eine Enquete-Kommission,</p>
      <p begin="00:33:26.519" xml:id="p420" end="00:33:31.299">bei der es um den<br />Wachstumsbegriff ging und darum,</p>
      <p begin="00:33:31.299" xml:id="p421" end="00:33:38.136">dass nicht nur quantitatives, sondern auch qualitatives<br />Wachstum in hochentwickelten Ländern an Bedeutung gewinnt.</p>
      <p begin="00:33:38.136" xml:id="p422" end="00:33:42.897">Dieses Thema „Lebensqualität“ - was die Menschen<br />darunter verstehen, zu den Bürgern zu gehen,</p>
      <p begin="00:33:42.897" xml:id="p423" end="00:33:44.110">mit ihnen darüber zu sprechen</p>
      <p begin="00:33:44.110" xml:id="p424" end="00:33:49.393">und dann daraus die entsprechenden<br />Schlussfolgerungen für Politik zu entwickeln</p>
      <p begin="00:33:49.393" xml:id="p425" end="00:33:53.530">- liegt mir neben vielen<br />anderen Dingen sehr am Herzen.</p>
      <p begin="00:33:55.403" xml:id="p426" end="00:34:00.744">Insofern habe ich keine Sorge, dass ich, <br />wie alle anderen, nicht gut ausgelastet bin.</p>
      <p begin="00:34:02.515" xml:id="p427" end="00:34:04.229">Zusatzfrage: Wollten Sie <br />noch etwas sagen, Herr Gabriel?</p>
      <p begin="00:34:04.229" xml:id="p428" end="00:34:04.844">BM Gabriel: Nein.</p>
      <p begin="00:34:04.889" xml:id="p429" end="00:34:07.179">BK’in Merkel: Eine Ergänzung zum Abend?</p>
      <p begin="00:34:07.179" xml:id="p430" end="00:34:14.631">BM Gabriel: So etwas erzählt man nicht öffentlich,<br />denn sonst ist der nächste Abend schwieriger.</p>
      <p begin="00:34:14.631" xml:id="p431" end="00:34:17.924">Zusatzfrage: Sind Sie jetzt<br />untereinander mit mehr Leuten per Du,</p>
      <p begin="00:34:17.924" xml:id="p432" end="00:34:24.504">sodass man sich leichter sagen kann <br />„Was soll der Unsinn mit der 32-Stunden-Woche“</p>
      <p begin="00:34:24.504" xml:id="p433" end="00:34:29.698">oder was eine Protokollnotiz<br />zum Energiepaket angeht?</p>
      <p begin="00:34:29.698" xml:id="p434" end="00:34:34.466">Ist die Atmosphäre <br />per Du jetzt so aufgelockert?</p>
      <p begin="00:34:34.466" xml:id="p435" end="00:34:36.233">BM Gabriel: Wir haben solche Konflikte gar nicht.</p>
      <p begin="00:34:36.233" xml:id="p436" end="00:34:39.100">Insofern wäre es gar <br />nicht nötig, sich dafür zu duzen.</p>
      <p begin="00:34:46.322" xml:id="p437" end="00:34:51.036">Frage: Zwei Fragen an beide: <br />Gibt es schon einen Geist von Meseberg?</p>
      <p begin="00:34:51.036" xml:id="p438" end="00:34:55.927">Ist der so kurz nach dieser Klausur schon aufgetaucht?<br />Wenn ja, wie würden sie ihn beschreiben?</p>
      <p begin="00:34:55.927" xml:id="p439" end="00:34:57.391">BM Gabriel: Gestern Nachmittag - Himbeergeist.</p>
      <p begin="00:34:57.391" xml:id="p440" end="00:35:06.653">Zusatzfrage: Eine zweite Frage zu dem eben angesprochenen <br />Projekt „Gutes Leben - Lebensqualität in Deutschland“.</p>
      <p begin="00:35:06.653" xml:id="p441" end="00:35:09.739">Wird da noch einmal<br />die Idee von Frau Schwesig,</p>
      <p begin="00:35:09.739" xml:id="p442" end="00:35:12.769">die ja nicht nur eine Privatidee ist,<br />in Sachen 32-Stunden-Woche,</p>
      <p begin="00:35:12.769" xml:id="p443" end="00:35:17.425">sondern auch von einem relevanten Wirtschaftsinstitut<br />vorgelegt wurde, Thema sein dürfen?</p>
      <p begin="00:35:17.425" xml:id="p444" end="00:35:20.451">Oder ist diese Idee für <br />vier Jahre wirklich gestorben?</p>
      <p begin="00:35:21.143" xml:id="p445" end="00:35:26.183">BK’in Merkel: Das Thema „Wie vereinbaren<br />wir Beruf und Familie?“ ist ein Thema,</p>
      <p begin="00:35:26.183" xml:id="p446" end="00:35:30.947">das Millionen von Menschen und<br />Familien in Deutschland umtreibt</p>
      <p begin="00:35:30.947" xml:id="p447" end="00:35:36.062">und auch die tägliche Gestaltung<br />ihres Lebens betrifft.</p>
      <p begin="00:35:36.062" xml:id="p448" end="00:35:42.714">Deshalb haben wir in unserem Regierungsprogramm,<br />in der Koalitionsvereinbarung auch darüber gesprochen,</p>
      <p begin="00:35:42.714" xml:id="p449" end="00:35:45.033">wie wir bewährte Instrumente fortentwickeln können.</p>
      <p begin="00:35:45.033" xml:id="p450" end="00:35:52.048">Das „ElterngeldPlus“ ist zum Beispiel eine Initiative,<br />die es ermöglicht, Eltern nicht zu benachteiligen,</p>
      <p begin="00:35:52.048" xml:id="p451" end="00:35:56.198">wenn nicht beide Vollzeit, sondern in einer<br />bestimmten Phase des Lebens des Kindes,</p>
      <p begin="00:35:56.198" xml:id="p452" end="00:35:59.134">nämlich im ersten Lebensjahr<br />oder den ersten 14 Monaten</p>
      <p begin="00:35:59.134" xml:id="p453" end="00:36:03.722">und vielleicht darüber hinaus,<br />nur Teilzeit arbeiten können.</p>
      <p begin="00:36:03.722" xml:id="p454" end="00:36:08.806">Insofern ist der Gedanke „Wie bringe<br />ich das besser zusammen?“ ein Gedanke,</p>
      <p begin="00:36:08.806" xml:id="p455" end="00:36:16.728">der uns alle bewegt und der natürlich von der<br />Familienministerin zuvorderst zur Sprache gebracht werden muss.</p>
      <p begin="00:36:18.229" xml:id="p456" end="00:36:20.708">Wenn es um die Frage der<br />materiellen Ressourcen geht,</p>
      <p begin="00:36:20.708" xml:id="p457" end="00:36:24.254">haben wir den ersten Schritt<br />mit dem „ElterngeldPlus“ gemacht.</p>
      <p begin="00:36:24.254" xml:id="p458" end="00:36:28.337">Es gibt eine Vielzahl von Familienleistungen,<br />die in diese Richtung gehen.</p>
      <p begin="00:36:28.337" xml:id="p459" end="00:36:32.981">Wir werden in Bezug auf <br />das Arbeitsrecht etwas machen,</p>
      <p begin="00:36:32.981" xml:id="p460" end="00:36:37.184">was die Rückkehr von Teilzeitarbeit zur<br />Vollzeittätigkeit stärker ermöglichen wird.</p>
      <p begin="00:36:37.184" xml:id="p461" end="00:36:39.608">Das heißt, es gibt einen<br />ganzen Strauß von Maßnahmen -</p>
      <p begin="00:36:39.608" xml:id="p462" end="00:36:42.153">die die Vereinbarkeit von Beruf<br />und Familie erleichtern.</p>
      <p begin="00:36:42.153" xml:id="p463" end="00:36:46.977">inklusive des weiteren Ausbaus von<br />Kindertagesstätten und ähnlichen Maßnahmen.</p>
      <p begin="00:36:46.977" xml:id="p464" end="00:36:53.539">Deshalb ist überhaupt gar kein<br />Gedanke weggewischt worden,</p>
      <p begin="00:36:53.539" xml:id="p465" end="00:36:59.691">sondern manche lassen sich jetzt realisieren<br />und über andere muss man weiter sprechen.</p>
      <p begin="00:36:59.691" xml:id="p466" end="00:37:03.841">Insofern habe ich da gar<br />kein großes Problem gehabt.</p>
      <p begin="00:37:04.917" xml:id="p467" end="00:37:07.567">Das wird auch weiter bei dem Thema<br />„Lebensqualität“ eine Rolle spielen</p>
      <p begin="00:37:07.567" xml:id="p468" end="00:37:09.995">- das kann ich Ihnen jetzt schon<br />voraussagen -, und ich kann sagen:</p>
      <p begin="00:37:09.995" xml:id="p469" end="00:37:12.707">Für die Personalvorstände aller<br />großen deutschen Unternehmen ist,</p>
      <p begin="00:37:12.707" xml:id="p470" end="00:37:15.753">was junge Führungskräfte von heute angeht,</p>
      <p begin="00:37:15.753" xml:id="p471" end="00:37:18.337">nicht mehr ein materielles<br />Versprechen etwas Wichtiges,</p>
      <p begin="00:37:18.337" xml:id="p472" end="00:37:24.970">sondern insbesondere eine Flexibilität<br />von Arbeit und Familienzeit.</p>
      <p begin="00:37:24.970" xml:id="p473" end="00:37:28.249">Hierbei wird nicht der Staat<br />alles alleine machen können,</p>
      <p begin="00:37:28.249" xml:id="p474" end="00:37:30.833">sondern man wird auch<br />andere Mechanismen finden müssen.</p>
      <p begin="00:37:31.607" xml:id="p475" end="00:37:33.193">BM Gabriel: Ich glaube, man<br />muss erstens einmal sagen,</p>
      <p begin="00:37:33.193" xml:id="p476" end="00:37:35.889">dass es hier einem sehr<br />professionellen Geist gibt.</p>
      <p begin="00:37:35.889" xml:id="p477" end="00:37:42.118">Auch in Oppositionszeiten - die Union an der Regierung<br />und wir in der Opposition - ist es ja nicht so,</p>
      <p begin="00:37:42.118" xml:id="p478" end="00:37:47.220">dass man abends nicht miteinander redet<br />oder - so war jetzt eine Formulierung -</p>
      <p begin="00:37:47.220" xml:id="p479" end="00:37:50.398">dass man sich nur sich nur unter<br />Leitungsvorbehalt begrüßt.</p>
      <p begin="00:37:51.659" xml:id="p480" end="00:37:57.008">Natürlich ist das erst einmal eine<br />professionelle Koalition von Menschen,</p>
      <p begin="00:37:57.008" xml:id="p481" end="00:37:59.452">die in der Politik eine<br />wichtige Aufgabe wahrnehmen</p>
      <p begin="00:37:59.452" xml:id="p482" end="00:38:02.772">und die sich im Rahmen von<br />Koalitionsverhandlungen verständigt haben,</p>
      <p begin="00:38:02.772" xml:id="p483" end="00:38:07.773">was man machen will und - ich glaube, das ist<br />das Wichtige - das Vertrauen ineinander haben,</p>
      <p begin="00:38:07.773" xml:id="p484" end="00:38:09.875">dass auch Dinge miteinander<br />bewältigt werden können,</p>
      <p begin="00:38:09.875" xml:id="p485" end="00:38:13.803">von denen wir heute noch gar nicht wissen,<br />welche Herausforderungen sie beinhalten.</p>
      <p begin="00:38:13.803" xml:id="p486" end="00:38:17.127">Das würde ich unter dem Begriff<br />„Professionalität“ begreifen.</p>
      <p begin="00:38:17.127" xml:id="p487" end="00:38:22.002">Dass es daneben auch natürlich in einer<br />solchen Zusammenarbeit dazu kommt,</p>
      <p begin="00:38:22.002" xml:id="p488" end="00:38:24.288">dass sich Menschen besser<br />kennenlernen und schätzen lernen</p>
      <p begin="00:38:24.288" xml:id="p489" end="00:38:28.673">und hoffentlich auch gelegentlich gegeneinander<br />existierende Vorurteile aufgeben,</p>
      <p begin="00:38:28.673" xml:id="p490" end="00:38:31.755">ist ein schöner Begleiteffekt solcher Tagungen.</p>
      <p begin="00:38:31.755" xml:id="p491" end="00:38:35.044">Aber erst einmal ist es eine<br />professionelle Kabinettssitzung gewesen.</p>
      <p begin="00:38:35.044" xml:id="p492" end="00:38:39.391">Das ist, glaube ich, wichtig. <br />Den Geist, glaube ich, haben alle, die da sitzen.</p>
      <p begin="00:38:39.391" xml:id="p493" end="00:38:42.857">Zweitens. Die Bundeskanzlerin<br />hat es eben gesagt:</p>
      <p begin="00:38:42.857" xml:id="p494" end="00:38:44.967">Das ist ein Thema, <br />das uns ganz lange begleiten wird,</p>
      <p begin="00:38:44.967" xml:id="p495" end="00:38:49.933">nämlich erstens die Frage, an der <br />die Wirtschaft ein Interesse haben wird:</p>
      <p begin="00:38:49.933" xml:id="p496" end="00:38:55.487">Wie erhöht man - im Wesentlichen<br />bei Frauen - das Erwerbspotenzial?</p>
      <p begin="00:38:55.487" xml:id="p497" end="00:39:00.058">Das wird, wenn wir gleichzeitig mehr<br />Kinder haben wollen, damit einhergehen,</p>
      <p begin="00:39:00.058" xml:id="p498" end="00:39:06.009">dass auch Männer Verantwortung für<br />Kindererziehung und Betreuung übernehmen müssen.</p>
      <p begin="00:39:06.009" xml:id="p499" end="00:39:09.846">Das tun junge und auch <br />ältere Männer längst vielfältig - aber,</p>
      <p begin="00:39:09.846" xml:id="p500" end="00:39:14.480">wenn wir das genau betrachten,<br />in großen Teilen immer noch eher Frauen.</p>
      <p begin="00:39:14.480" xml:id="p501" end="00:39:20.621">Das Ganze darf man insgesamt nicht mit einer <br />Senkung der verfügbaren Arbeitszeit in Verbindung bringen,</p>
      <p begin="00:39:20.621" xml:id="p502" end="00:39:22.353">sondern mit einer Erhöhung.</p>
      <p begin="00:39:22.353" xml:id="p503" end="00:39:25.253">Es wird ein ökonomisches<br />Interesse geben, das zu tun.</p>
      <p begin="00:39:25.253" xml:id="p504" end="00:39:28.628">Das ist ja auch Gegenstand dieses Gutachtens.</p>
      <p begin="00:39:28.628" xml:id="p505" end="00:39:32.632">Daneben hat das etwas mit Lebensqualität zu tun.<br />Das wird in dem Dialog eine große Rolle spielen.</p>
      <p begin="00:39:32.632" xml:id="p506" end="00:39:36.781">Es wird ja über 100 Bürgerveranstaltungen,<br />auch mit Ministerinnen und Ministern, geben.</p>
      <p begin="00:39:36.781" xml:id="p507" end="00:39:39.557">Wir werden erleben, dass das ein Thema ist.</p>
      <p begin="00:39:39.557" xml:id="p508" end="00:39:41.865">Wir werden auch darüber zu reden haben,</p>
      <p begin="00:39:43.395" xml:id="p509" end="00:39:47.050">was der Beitrag von Arbeitgebern und<br />Gewerkschaften über Tarifverträge ist.</p>
      <p begin="00:39:47.050" xml:id="p510" end="00:39:50.728">Heute gibt es flexible Arbeitszeitkonten<br />zugunsten von Unternehmen.</p>
      <p begin="00:39:50.728" xml:id="p511" end="00:39:52.563">Das ist gut so, und das brauchen sie auch.</p>
      <p begin="00:39:52.563" xml:id="p512" end="00:39:57.352">Aber ich bin ganz sicher, dass es in Zukunft auch<br />in den Tarifverträgen eine Debatte über die Frage</p>
      <p begin="00:39:57.352" xml:id="p513" end="00:40:00.953">„Wie gibt es eigentlich flexible Arbeitszeiten<br />über das Leben von Arbeitnehmerinnen</p>
      <p begin="00:40:00.953" xml:id="p514" end="00:40:02.179">und Arbeitnehmern hinweg?“ geben wird.</p>
      <p begin="00:40:02.179" xml:id="p515" end="00:40:04.517">Das ist ein ganz altes<br />Thema bei Gewerkschaften.</p>
      <p begin="00:40:04.517" xml:id="p516" end="00:40:10.563">Früher, als nur Väter in der Vorstellung<br />von Gewerkschaften arbeiten gegangen sind,</p>
      <p begin="00:40:10.563" xml:id="p517" end="00:40:13.353">gab es in den 60er Jahren die<br />Kampagne für die 5-Tage-Woche.</p>
      <p begin="00:40:13.353" xml:id="p518" end="00:40:16.283">Die lautete nicht, <br />den Samstag frei zu machen,</p>
      <p begin="00:40:16.283" xml:id="p519" end="00:40:19.877">sondern die Kampagne <br />hieß „Samstags gehört Vati mir“.</p>
      <p begin="00:40:19.877" xml:id="p520" end="00:40:27.859">Dahinter steckte ja die Idee, dass wenigstens am<br />Wochenende Familie sozusagen gemeinschaftlich leben kann.</p>
      <p begin="00:40:27.859" xml:id="p521" end="00:40:31.401">Das beziehen eben heute viele<br />Menschen auf ihr ganzes Arbeitsleben.</p>
      <p begin="00:40:31.401" xml:id="p522" end="00:40:34.963">Ich kann mir auch vorstellen, dass man, <br />wenn man 18 Jahre alt und die Ausbildung abgeschlossen hat,</p>
      <p begin="00:40:34.963" xml:id="p523" end="00:40:39.215">man vermutlich 40 und auch mehr Stunden arbeitet<br />- Hauptsache, es wird bezahlt.</p>
      <p begin="00:40:39.215" xml:id="p524" end="00:40:43.343">Wenn die Menschen Kinder bekommen, möchten sie<br />eigentlich weniger arbeiten, brauchen aber das Geld.</p>
      <p begin="00:40:43.343" xml:id="p525" end="00:40:46.541">Wenn die Kinder in die Pubertät kommen,<br />wollen sie ganz viel arbeiten,</p>
      <p begin="00:40:46.541" xml:id="p526" end="00:40:52.154">damit sie sie nicht so oft<br />treffen - bei uns war das so.</p>
      <p begin="00:40:53.663" xml:id="p527" end="00:41:00.076">Wenn sie zwischen 40 und 50 sind - das ist die<br />Hochphase der beruflichen Leistungsfähigkeit -,</p>
      <p begin="00:41:00.076" xml:id="p528" end="00:41:01.760">dann können sie durchaus mehr arbeiten.</p>
      <p begin="00:41:01.760" xml:id="p529" end="00:41:07.286">Das ganze Thema „Rente mit 67“ erledigt<br />sich dann auf eine ganz andere Weise,</p>
      <p begin="00:41:07.286" xml:id="p530" end="00:41:11.146">weil man am Ende des Arbeitslebens<br />nicht abrupt aufhört,</p>
      <p begin="00:41:11.146" xml:id="p531" end="00:41:17.918">sondern auch Konten nutzen kann, um langsam<br />aufzuhören oder zwischendurch eine weitere Ausbildung,</p>
      <p begin="00:41:17.918" xml:id="p532" end="00:41:21.026">einen Meisterlehrgang und<br />vieles andere mehr zu machen.</p>
      <p begin="00:41:21.026" xml:id="p533" end="00:41:24.324">Darüber, wie man das gestaltet,<br />wird die Politik zu reden haben.</p>
      <p begin="00:41:24.324" xml:id="p534" end="00:41:26.009">Welche Rahmenbedingungen<br />braucht man dafür?</p>
      <p begin="00:41:26.009" xml:id="p535" end="00:41:29.665">Wie macht man so etwas von einem<br />Arbeitgeber zum nächsten portabel?</p>
      <p begin="00:41:29.665" xml:id="p536" end="00:41:34.245">Aber es ist keineswegs so, dass das<br />ausschließlich eine staatliche Aufgabe ist,</p>
      <p begin="00:41:34.245" xml:id="p537" end="00:41:41.047">sondern im Dialog zwischen Sozialpartnern <br />und Politik wird man einfach das machen müssen,</p>
      <p begin="00:41:41.047" xml:id="p538" end="00:41:46.602">weil die Menschen es wollen und weil die<br />Ökonomie und die Demografie es erzwingen.</p>
      <p begin="00:41:52.474" xml:id="p539" end="00:41:56.998">Frage: Ich möchte noch einmal <br />auf die absolute Aktualität zurückkommen.</p>
      <p begin="00:41:56.998" xml:id="p540" end="00:42:02.613">Frau Bundeskanzlerin, Sie haben am<br />Anfang das Thema Ukraine angesprochen.</p>
      <p begin="00:42:04.021" xml:id="p541" end="00:42:07.287">Hat sich die Bundesregierung<br />schon eine Meinung darüber gebildet,</p>
      <p begin="00:42:07.287" xml:id="p542" end="00:42:14.883">ob sie Maßnahmen gegen die ukrainische Regierung<br />für nötig hält, Sanktionen oder Ähnliches?</p>
      <p begin="00:42:14.883" xml:id="p543" end="00:42:21.360">Wissen Sie zufällig, ob Herr Klitschko Herrn Steinmeier<br />bei der Sicherheitstagung in München treffen wird?</p>
      <p begin="00:42:21.360" xml:id="p544" end="00:42:22.815">Zu einem anderen aktuellen Thema:</p>
      <p begin="00:42:22.815" xml:id="p545" end="00:42:28.203">Wir lesen heute die Überschrift <br />„Die Bundesregierung will riskante Finanzprodukte</p>
      <p begin="00:42:28.203" xml:id="p546" end="00:42:30.901">mit Blick auf den Prokon-Fall verbieten“.</p>
      <p begin="00:42:30.901" xml:id="p547" end="00:42:37.595">Gibt es dafür eine zutreffende Begründung<br />in den Plänen der Bundesregierung,</p>
      <p begin="00:42:37.595" xml:id="p548" end="00:42:40.800">die ja auch im Finanz- <br />und Steuerbereich bestehen?</p>
      <p begin="00:42:40.800" xml:id="p549" end="00:42:50.116">Gibt es das Vorhaben, Finanzprodukte noch stärker<br />zu verbieten, zu kontrollieren und Ähnliches zu tun?</p>
      <p begin="00:42:50.116" xml:id="p550" end="00:42:54.257">BK’in Merkel: Zur ersten Frage:<br />Wir haben darüber gesprochen.</p>
      <p begin="00:42:54.257" xml:id="p551" end="00:43:02.681">Sowohl der Bundesaußenminister als auch ich halten<br />Sanktionen im Augenblick nicht für das Gebot der Stunde,</p>
      <p begin="00:43:02.681" xml:id="p552" end="00:43:07.844">sondern es geht jetzt darum, <br />Gewalt zu verhindern und darauf hinzuwirken,</p>
      <p begin="00:43:07.844" xml:id="p553" end="00:43:13.763">dass vernünftige rechtliche<br />Rahmenbedingungen in der Ukraine herrschen.</p>
      <p begin="00:43:13.763" xml:id="p554" end="00:43:20.130">Darüber hat ja auch der Bundesaußenminister zum Beispiel <br />mit seinem Außenministerkollegen in der Ukraine gesprochen.</p>
      <p begin="00:43:20.130" xml:id="p555" end="00:43:25.497">Wir stehen auch in verschiedenster Weise<br />mit den Oppositionskräften in Kontakt.</p>
      <p begin="00:43:25.497" xml:id="p556" end="00:43:29.361">Wir sehen es so, dass alles, was<br />Deutschland im Augenblick tun kann</p>
      <p begin="00:43:29.361" xml:id="p557" end="00:43:35.830">- ich sehe die gleiche Entwicklung auch<br />in Europa -, ist, dafür Sorge zu tragen,</p>
      <p begin="00:43:35.830" xml:id="p558" end="00:43:38.220">dass Gesprächskanäle eröffnet werden</p>
      <p begin="00:43:38.220" xml:id="p559" end="00:43:42.068">und dass die ukrainische Regierung<br />ihre Verpflichtungen nachkommt,</p>
      <p begin="00:43:42.068" xml:id="p560" end="00:43:47.257">die demokratischen Grundrechte<br />wieder zu sichern.</p>
      <p begin="00:43:47.257" xml:id="p561" end="00:43:51.487">Was das Zweite anbelangt: <br />Der Verbraucherschutzminister hat darauf hingewiesen,</p>
      <p begin="00:43:51.487" xml:id="p562" end="00:43:55.996">dass wir natürlich auch mit neuen Formen der<br />Bürgerbeteiligung immer wieder schauen müssen,</p>
      <p begin="00:43:55.996" xml:id="p563" end="00:43:59.865">wie sicher solche Produkte sind.<br />Das gilt sicherlich auch für Prokon.</p>
      <p begin="00:43:59.865" xml:id="p564" end="00:44:03.786">Herr Maas als<br />Verbraucherschutzminister wird dazu</p>
      <p begin="00:44:03.786" xml:id="p565" end="00:44:09.430">- sicherlich auch in Abstimmung mit <br />Herrn Schäuble - noch einmal Vorschläge machen.</p>
      <p begin="00:44:09.430" xml:id="p566" end="00:44:11.683">Genauso hat der Agrarminister<br />darüber gesprochen,</p>
      <p begin="00:44:11.683" xml:id="p567" end="00:44:16.304">dass auch die Spekulation mit<br />Lebensmitteln begrenzt werden muss</p>
      <p begin="00:44:16.304" xml:id="p568" end="00:44:23.266">und dass diesem nur auf Gewinnmaximierung<br />ausgerichteten Handel mit Lebensmitteln</p>
      <p begin="00:44:23.266" xml:id="p569" end="00:44:25.247">ein Ende gesetzt werden muss.</p>
      <p begin="00:44:25.247" xml:id="p570" end="00:44:29.064">Das Thema ist also in vielfacher Weise<br />bei dieser Klausur aufgetaucht.</p>
      <p begin="00:44:39.190" xml:id="p571" end="00:44:43.521">Frage: Ist denn der mögliche Einsatz der<br />Bundeswehr in Afrika thematisiert worden?</p>
      <p begin="00:44:43.521" xml:id="p572" end="00:44:47.279">Gibt es Details über die mögliche Ausgestaltung?</p>
      <p begin="00:44:48.351" xml:id="p573" end="00:44:49.576">BK’in Merkel: Es gibt keine Details.</p>
      <p begin="00:44:49.576" xml:id="p574" end="00:44:52.711">Wir haben natürlich die<br />Konfliktherde in Afrika besprochen,</p>
      <p begin="00:44:52.711" xml:id="p575" end="00:44:57.026">insbesondere die Situation<br />in Mali und auch in Zentralafrika.</p>
      <p begin="00:44:57.026" xml:id="p576" end="00:44:59.704">Es ist die gemeinsame Überzeugung<br />der Bundesregierung,</p>
      <p begin="00:44:59.704" xml:id="p577" end="00:45:03.676">dass wir in Zentralafrika keine<br />Kampftruppen bereitstellen werden.</p>
      <p begin="00:45:03.676" xml:id="p578" end="00:45:08.023">Wir haben keine weitergehenden Entscheidungen<br />getroffen, auch nicht für Zentralafrika.</p>
      <p begin="00:45:08.023" xml:id="p579" end="00:45:13.589">Es wird jetzt eine Phase geben, <br />die, bis zum 10. Februar geht, glaube ich,</p>
      <p begin="00:45:13.589" xml:id="p580" end="00:45:20.017">in der die verschiedenen europäischen Länder <br />nach ihren technischen Fähigkeiten gefragt werden.</p>
      <p begin="00:45:20.017" xml:id="p581" end="00:45:26.285">Unser Engagement konzentriert sich jetzt<br />erst einmal auf die Ausbildungsmission in Mali.</p>
      <p begin="00:45:26.285" xml:id="p582" end="00:45:30.149">Wir können uns durchaus vorstellen,<br />hier noch mehr zu tun,</p>
      <p begin="00:45:30.149" xml:id="p583" end="00:45:33.171">was die Ausbildung malischer<br />Soldaten anbelangt.</p>
      <p begin="00:45:33.171" xml:id="p584" end="00:45:38.758">Darüber gibt es ein großes Einvernehmen.<br />Das andere wird besprochen.</p>
      <p begin="00:45:38.758" xml:id="p585" end="00:45:42.723">Aber Zentralafrika ist ein Land,<br />mit dem wir wenig Erfahrung haben,</p>
      <p begin="00:45:42.723" xml:id="p586" end="00:45:46.226">und insofern sind dazu jetzt<br />keine Beschlüsse gefasst worden.</p>

  </div>
  </body>
</tt>