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<p begin="00:00:01.759" xml:id="p0" end="00:00:05.149">Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin: <br />Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!</p>
      <p begin="00:00:05.149" xml:id="p1" end="00:00:07.556">Meine sehr geehrten Damen und Herren!</p>
      <p begin="00:00:07.556" xml:id="p2" end="00:00:15.280">Angesichts der aktuellen Ereignisse lassen Sie mich bitte<br />zu Beginn einige Worte zur Lage in der Ukraine sagen.</p>
      <p begin="00:00:15.280" xml:id="p3" end="00:00:20.713">Durch den Druck der Demonstrationen werden<br />jetzt ganz offensichtlich ernsthafte Gespräche</p>
      <p begin="00:00:21.013" xml:id="p4" end="00:00:27.300">zwischen dem Präsidenten und der Opposition<br />über notwendige politische Reformen möglich.</p>
      <p begin="00:00:27.300" xml:id="p5" end="00:00:34.299">Der Bundesaußenminister, das Kanzleramt und die<br />deutsche Botschaft in Kiew unterstützen die Bemühungen</p>
      <p begin="00:00:34.299" xml:id="p6" end="00:00:39.814">um eine friedliche Lösung des Konflikts<br />und die berechtigten Anliegen der Opposition</p>
      <p begin="00:00:39.814" xml:id="p7" end="00:00:42.732">mit allen uns zur Verfügung<br />stehenden Mitteln.</p>
      <p begin="00:00:42.732" xml:id="p8" end="00:00:47.539">Wir stehen dazu auch in engem Kontakt<br />mit der Hohen Beauftragten Lady Ashton</p>
      <p begin="00:00:47.539" xml:id="p9" end="00:00:52.282">und werden unsere Bemühungen in den<br />nächsten Stunden und Tagen fortsetzen.</p>
      <p begin="00:00:52.282" xml:id="p10" end="00:00:57.127">Viele Menschen in der Ukraine haben seit<br />dem EU-Gipfel zur Östlichen Partnerschaft</p>
      <p begin="00:00:57.127" xml:id="p11" end="00:01:05.779">Ende November in Vilnius in mutigen Demonstrationen gezeigt,<br />dass sie nicht gewillt sind, sich von Europa abzukehren.</p>
      <p begin="00:01:05.779" xml:id="p12" end="00:01:14.338">Im Gegenteil:<br />Applaus!</p>
      <p begin="00:01:14.338" xml:id="p13" end="00:01:18.601">Im Gegenteil: Sie setzen sich<br />für die gleichen Werte ein,</p>
      <p begin="00:01:18.601" xml:id="p14" end="00:01:24.656">die auch uns in der Europäischen Union<br />leiten, und deshalb müssen sie Gehör finden.</p>
      <p begin="00:01:24.656" xml:id="p15" end="00:01:30.539">Unverändert gilt, dass die Tür für die<br />Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens</p>
      <p begin="00:01:30.539" xml:id="p16" end="00:01:33.303">durch die Ukraine weiter offen steht.</p>
      <p begin="00:01:33.303" xml:id="p17" end="00:01:40.016">Und unverändert gilt, dass die Gefahr eines<br />Entweder-oder im Hinblick auf das Verhältnis der Länder</p>
      <p begin="00:01:40.016" xml:id="p18" end="00:01:44.373">der Östlichen Partnerschaft zu Europa<br />oder zu Russland überwunden werden muss</p>
      <p begin="00:01:44.373" xml:id="p19" end="00:01:50.534">und – davon bin ich überzeugt – in geduldigen<br />Verhandlungen auch überwunden werden kann.</p>
      <p begin="00:01:50.534" xml:id="p20" end="00:01:56.389">Genau dies haben auch der EU-Ratspräsident Van<br />Rompuy und EU-Kommissionspräsident Barroso</p>
      <p begin="00:01:56.389" xml:id="p21" end="00:02:02.972">gestern beim EU-Russland-Gipfel gegenüber dem <br />russischen Präsidenten Putin noch einmal zum Ausdruck gebracht.</p>
      <p begin="00:02:02.972" xml:id="p22" end="00:02:08.147">Auch die Bundesregierung wird dies gegenüber<br />Russland unvermindert zum Ausdruck bringen,</p>
      <p begin="00:02:08.147" xml:id="p23" end="00:02:11.137">zum Wohle aller in der Region.</p>
      <p begin="00:02:12.532" xml:id="p24" end="00:02:16.794">Meine Damen und Herren, bevor wir<br />nun auf die nächsten Jahre schauen,</p>
      <p begin="00:02:16.794" xml:id="p25" end="00:02:22.258">sollten wir kurz zurückblicken:<br />auf den Beginn dieses Jahrhunderts.</p>
      <p begin="00:02:22.258" xml:id="p26" end="00:02:26.265">Damals galt Deutschland<br />als der kranke Mann Europas.</p>
      <p begin="00:02:26.265" xml:id="p27" end="00:02:32.104">Die soziale Marktwirtschaft, die unser Land <br />im 20. Jahrhundert nachhaltig geprägt hat,</p>
      <p begin="00:02:32.104" xml:id="p28" end="00:02:37.278">wurde national wie international <br />fast schon als Auslaufmodell angesehen.</p>
      <p begin="00:02:37.278" xml:id="p29" end="00:02:42.216">Manche meinten, dass unsere Wirtschafts-<br />und Sozialordnung zu behäbig,</p>
      <p begin="00:02:42.216" xml:id="p30" end="00:02:48.502">zu altmodisch für die Anforderungen <br />der Globalisierung im 21. Jahrhundert geworden sei.</p>
      <p begin="00:02:48.502" xml:id="p31" end="00:02:54.562">Und heute, zehn Jahre später? <br />Heute können wir feststellen:</p>
      <p begin="00:02:54.562" xml:id="p32" end="00:02:58.217">Deutschland geht es so gut wie lange nicht.</p>
      <p begin="00:02:58.217" xml:id="p33" end="00:03:04.320">Die Wirtschaft wächst, die Beschäftigung ist auf<br />dem höchsten Niveau seit der Wiedervereinigung,</p>
      <p begin="00:03:04.320" xml:id="p34" end="00:03:09.790">die Menschen schauen so optimistisch in die<br />Zukunft wie seit dem Fall der Mauer nicht mehr,</p>
      <p begin="00:03:11.230" xml:id="p35" end="00:03:18.498">Applaus</p>
      <p begin="00:03:18.498" xml:id="p36" end="00:03:23.296">und von der sozialen Marktwirtschaft <br />als Auslaufmodell spricht keiner mehr,</p>
      <p begin="00:03:23.296" xml:id="p37" end="00:03:27.222">von Deutschland als krankem<br />Mann Europas erst recht nicht.</p>
      <p begin="00:03:27.222" xml:id="p38" end="00:03:31.623">Im Gegenteil: Deutschland ist<br />Wachstumsmotor in Europa,</p>
      <p begin="00:03:31.623" xml:id="p39" end="00:03:34.774">Deutschland ist Stabilitätsanker in Europa.</p>
      <p begin="00:03:34.774" xml:id="p40" end="00:03:41.149">Wir sind rascher und stärker aus der weltweiten<br />Wirtschafts- und Finanzkrise herausgekommen als andere.</p>
      <p begin="00:03:41.149" xml:id="p41" end="00:03:47.676">Wir tragen maßgeblich dazu bei, dass die<br />europäische Staatsschuldenkrise überwunden werden kann.</p>
      <p begin="00:03:48.941" xml:id="p42" end="00:03:54.706">Für diese Erfolgsgeschichte ist das Zusammenspiel<br />der Sozialpartner ganz entscheidend,</p>
      <p begin="00:03:54.706" xml:id="p43" end="00:03:58.176">das Zusammenspiel der Arbeitgeber<br />und der Gewerkschaften,</p>
      <p begin="00:03:58.176" xml:id="p44" end="00:04:04.936">das unserem Land gemeinsam mit klugen politischen<br />Entscheidungen die Stabilität und Stärke gibt,</p>
      <p begin="00:04:04.936" xml:id="p45" end="00:04:07.696">die heute notwendig sind.</p>
      <p begin="00:04:07.696" xml:id="p46" end="00:04:10.923">Sie sind notwendig, <br />wenn wir den Anspruch haben,</p>
      <p begin="00:04:10.923" xml:id="p47" end="00:04:16.345">nicht einfach irgendwie die Krisen und<br />Herausforderungen unserer Zeit zu meistern,</p>
      <p begin="00:04:16.345" xml:id="p48" end="00:04:22.369">sondern so, dass sich die Werte und<br />Interessen Deutschlands und Europas</p>
      <p begin="00:04:22.369" xml:id="p49" end="00:04:28.108">auch in Zukunft im harten weltweiten<br />Wettbewerb behaupten können.</p>
      <p begin="00:04:28.108" xml:id="p50" end="00:04:35.259">Ich habe diesen Anspruch, die Regierung<br />der Großen Koalition hat diesen Anspruch.</p>
      <p begin="00:04:35.259" xml:id="p51" end="00:04:39.284">Wir haben den Anspruch, nicht einfach<br />irgendwie aus den weltweiten</p>
      <p begin="00:04:39.284" xml:id="p52" end="00:04:43.130">und europäischen Finanz- und Schuldenkrisen<br />herauszukommen, sondern stärker,</p>
      <p begin="00:04:43.130" xml:id="p53" end="00:04:45.729">als wir in sie hineingegangen sind.</p>
      <p begin="00:04:45.729" xml:id="p54" end="00:04:51.422">Wir haben den Anspruch, nicht einfach irgendwie<br />mit den großen Herausforderungen unserer Zeit</p>
      <p begin="00:04:51.422" xml:id="p55" end="00:04:55.517">beim Schutz unseres Klimas,<br />beim Zugang zu Energie</p>
      <p begin="00:04:55.517" xml:id="p56" end="00:05:01.357">oder beim Kampf gegen die asymmetrischen<br />Bedrohungen fertigzuwerden, sondern so,</p>
      <p begin="00:05:01.357" xml:id="p57" end="00:05:06.828">dass wir unseren Werten und unseren<br />Interessen gerecht werden.</p>
      <p begin="00:05:06.828" xml:id="p58" end="00:05:15.734">Applaus</p>
      <p begin="00:05:15.734" xml:id="p59" end="00:05:18.433">Das, liebe Kolleginnen und<br />Kollegen, ist wichtiger denn je.</p>
      <p begin="00:05:18.734" xml:id="p60" end="00:05:23.371">Längst hat die Globalisierung unsere<br />Welt auch im Kleinen erfasst.</p>
      <p begin="00:05:23.371" xml:id="p61" end="00:05:29.970">Heute leben über 7 Milliarden Menschen auf der Erde.<br />Sie alle wollen am Wohlstand teilhaben.</p>
      <p begin="00:05:30.270" xml:id="p62" end="00:05:36.270">Als Exportnation sind wir auf vielfältige<br />Weise mit anderen Nationen verflochten.</p>
      <p begin="00:05:36.270" xml:id="p63" end="00:05:41.371">Niemand kann sich mehr darauf beschränken,<br />nur seine eigenen Belange im Blick zu haben,</p>
      <p begin="00:05:41.371" xml:id="p64" end="00:05:47.070">und wenn er es doch tut, dann schadet<br />er über kurz oder lang sich selbst.</p>
      <p begin="00:05:47.070" xml:id="p65" end="00:05:55.470">In den 50er-Jahren hatte nur 1 Prozent der<br />Weltbevölkerung eine Lebenserwartung von über 70 Jahren.</p>
      <p begin="00:05:55.770" xml:id="p66" end="00:06:00.570">Heute wird über die Hälfte aller<br />Menschen über 70 Jahre alt.</p>
      <p begin="00:06:00.570" xml:id="p67" end="00:06:06.570">Schon diese eine Zahl gibt uns eine Ahnung<br />vom Ausmaß der demografischen Entwicklung,</p>
      <p begin="00:06:06.869" xml:id="p68" end="00:06:10.770">mit der ja auch gerade Deutschland<br />umzugehen lernen muss.</p>
      <p begin="00:06:11.071" xml:id="p69" end="00:06:16.770">Die digitalen Möglichkeiten und das<br />Internet verändern unser Leben rasant.</p>
      <p begin="00:06:17.070" xml:id="p70" end="00:06:21.870">Sie schaffen schier unendliche<br />Kommunikations- und Informationsformen,</p>
      <p begin="00:06:21.870" xml:id="p71" end="00:06:26.970">haben aber auch eine kaum absehbare<br />Wirkung auf den Schutz dessen,</p>
      <p begin="00:06:26.970" xml:id="p72" end="00:06:32.070">was privat und persönlich<br />sein und bleiben sollte.</p>
      <p begin="00:06:32.370" xml:id="p73" end="00:06:39.570">Es versteht sich von selbst: Mit der globalen und<br />digitalen Dynamik unserer Zeit müssen wir Schritt halten.</p>
      <p begin="00:06:39.870" xml:id="p74" end="00:06:45.870">Mehr noch: Ein Land wie Deutschland, größte<br />und stärkste Volkswirtschaft Europas,</p>
      <p begin="00:06:46.171" xml:id="p75" end="00:06:53.370">muss an ihrer Spitze stehen und auch stehen<br />wollen, und zwar nicht um uns ihr zu unterwerfen,</p>
      <p begin="00:06:53.370" xml:id="p76" end="00:06:56.970">sondern um die Chancen erkennen<br />und auch nutzen zu können,</p>
      <p begin="00:06:56.970" xml:id="p77" end="00:07:00.570">die ohne jeden Zweifel in ihr stecken.</p>
      <p begin="00:07:00.570" xml:id="p78" end="00:07:05.670">Das gilt für unsere Forscher und Entwickler,<br />das gilt für unser Bildungssystem,</p>
      <p begin="00:07:05.971" xml:id="p79" end="00:07:09.270">das gilt für unsere<br />Unternehmen und Arbeitnehmer,</p>
      <p begin="00:07:09.270" xml:id="p80" end="00:07:12.570">und das gilt für unsere Art<br />der Energieversorgung.</p>
      <p begin="00:07:12.570" xml:id="p81" end="00:07:17.970">Mit dieser Dynamik Schritt zu halten, an<br />der Spitze der Entwicklung zu stehen,</p>
      <p begin="00:07:17.970" xml:id="p82" end="00:07:26.370">das ist eine der großen politischen wie ethischen<br />Gestaltungsaufgaben unserer Generation.</p>
      <p begin="00:07:26.669" xml:id="p83" end="00:07:34.470">Sie kann nur mit einem Kompass gelingen. <br />Dieser Kompass ist die soziale Marktwirtschaft,</p>
      <p begin="00:07:34.495" xml:id="p84" end="00:07:43.732">Applaus</p>
      <p begin="00:07:43.732" xml:id="p85" end="00:07:48.523">die soziale Marktwirtschaft, weil sie immer<br />mehr war als eine Wirtschaftsordnung,</p>
      <p begin="00:07:48.523" xml:id="p86" end="00:07:57.294">weil sie als Wirtschafts- und Sozialordnung wirtschaftliche<br />Kraft und sozialen Ausgleich miteinander verbindet.</p>
      <p begin="00:07:57.594" xml:id="p87" end="00:08:04.495">Die soziale Marktwirtschaft ist unser Kompass,<br />weil ihre Prinzipien zeitlos gültig sind</p>
      <p begin="00:08:04.495" xml:id="p88" end="00:08:08.695">und sie doch mit der Zeit gehen und<br />weiterentwickelt werden können,</p>
      <p begin="00:08:08.695" xml:id="p89" end="00:08:14.995">wie dies mit der ökologischen und der internationalen<br />Dimension unseres Lebens gelungen ist.</p>
      <p begin="00:08:15.295" xml:id="p90" end="00:08:18.895">Die soziale Marktwirtschaft<br />ist unser Kompass,</p>
      <p begin="00:08:18.895" xml:id="p91" end="00:08:25.496">weil sie wie keine zweite Wirtschafts- und<br />Sozialordnung den Menschen in den Mittelpunkt stellt.</p>
      <p begin="00:08:25.795" xml:id="p92" end="00:08:32.095">Genau darum hat es zu gehen: um den<br />Menschen im Mittelpunkt unseres Handelns.</p>
      <p begin="00:08:32.395" xml:id="p93" end="00:08:40.195">Das leitet mich seit meinem Amtsantritt im November 2005<br />in meinem Verständnis als Kanzlerin aller Deutschen</p>
      <p begin="00:08:40.495" xml:id="p94" end="00:08:43.495">und aller in Deutschland lebenden<br />Menschen, gleich welcher Herkunft,</p>
      <p begin="00:08:43.795" xml:id="p95" end="00:08:52.495">das leitet mich auch in Zukunft, und das leitet die<br />Regierung der Großen Koalition von CDU, CSU und SPD.</p>
      <p begin="00:08:52.496" xml:id="p96" end="00:09:01.788">Eine Politik ...<br />Applaus</p>
      <p begin="00:09:01.788" xml:id="p97" end="00:09:07.753">Eine Politik, die nicht den Staat, nicht<br />Verbände, nicht Partikularinteressen,</p>
      <p begin="00:09:07.753" xml:id="p98" end="00:09:11.087">sondern den Menschen in den<br />Mittelpunkt ihres Handelns stellt,</p>
      <p begin="00:09:11.087" xml:id="p99" end="00:09:17.387">eine solche Politik kann die Grundlagen für ein<br />gutes Leben in Deutschland und Europa schaffen.</p>
      <p begin="00:09:17.688" xml:id="p100" end="00:09:22.787">Die Quellen des guten Lebens sind<br />Freiheit, Rechtsstaatlichkeit,</p>
      <p begin="00:09:22.787" xml:id="p101" end="00:09:28.787">politische Stabilität, wirtschaftliche<br />Stärke und Gerechtigkeit.</p>
      <p begin="00:09:28.787" xml:id="p102" end="00:09:35.387">Die Regierung der Großen Koalition will die<br />Quellen des guten Lebens allen zugänglich machen,</p>
      <p begin="00:09:35.387" xml:id="p103" end="00:09:40.386">das bedeutet, allen bestmögliche<br />Chancen zu eröffnen.</p>
      <p begin="00:09:40.386" xml:id="p104" end="00:09:48.928">Applaus</p>
      <p begin="00:09:48.928" xml:id="p105" end="00:09:51.701">Im Zweifel handeln wir für den Menschen.</p>
      <p begin="00:09:51.701" xml:id="p106" end="00:09:57.127">Bei jeder Abwägung von großen und<br />kleinen Interessen, bei jedem Ermessen:</p>
      <p begin="00:09:57.127" xml:id="p107" end="00:10:00.127">Die Entscheidung fällt für den Menschen.</p>
      <p begin="00:10:00.127" xml:id="p108" end="00:10:02.826">So dienen wir den Menschen<br />und unserem Land.</p>
      <p begin="00:10:03.127" xml:id="p109" end="00:10:06.127">Wir gestalten Deutschlands Zukunft</p>
      <p begin="00:10:06.426" xml:id="p110" end="00:10:15.928">– um es mit dem ebenso einfachen wie klaren Motto des<br />Koalitionsvertrages von CDU, CSU und SPD zu sagen.</p>
      <p begin="00:10:16.227" xml:id="p111" end="00:10:23.627">Dabei setzen wir erstens auf solide Finanzen,<br />zweitens auf Investitionen in die Zukunft unseres Landes,</p>
      <p begin="00:10:23.927" xml:id="p112" end="00:10:27.827">drittens auf die Stärkung unseres<br />gesellschaftlichen Zusammenhalts,</p>
      <p begin="00:10:28.127" xml:id="p113" end="00:10:34.127">viertens auf die Fähigkeit Deutschlands,<br />Verantwortung in Europa und der Welt zu übernehmen.</p>
      <p begin="00:10:34.127" xml:id="p114" end="00:10:41.028">Diese vier Punkte sind nicht hierarchisch gegliedert.<br />Sie stehen gleichrangig nebeneinander.</p>
      <p begin="00:10:41.028" xml:id="p115" end="00:10:45.528">Ohne solide Finanzen könnten<br />wir keine Zukunft gestalten.</p>
      <p begin="00:10:45.827" xml:id="p116" end="00:10:52.127">Ohne gezielte Investitionen in die Zukunft<br />unseres Landes bliebe Sparen Selbstzweck.</p>
      <p begin="00:10:52.127" xml:id="p117" end="00:10:56.799">Ohne die Stärkung unseres gesellschaftlichen<br />Zusammenhalts ginge unserem Land</p>
      <p begin="00:10:56.799" xml:id="p118" end="00:11:00.355">vieles von seiner sozialen<br />Stabilität verloren,</p>
      <p begin="00:11:00.355" xml:id="p119" end="00:11:04.298">die ja gerade ein Garant unseres<br />wirtschaftlichen Erfolgs ist.</p>
      <p begin="00:11:04.598" xml:id="p120" end="00:11:09.498">Ohne die Fähigkeit Deutschlands, Verantwortung<br />in Europa und der Welt zu übernehmen,</p>
      <p begin="00:11:09.799" xml:id="p121" end="00:11:15.198">schadeten wir unseren Partnern wie uns<br />selbst, unseren Werten und Interessen,</p>
      <p begin="00:11:15.198" xml:id="p122" end="00:11:18.798">wir schadeten uns politisch und ökonomisch.</p>
      <p begin="00:11:19.098" xml:id="p123" end="00:11:24.798">Es ist doch gerade erst etwas mehr als<br />fünf Jahre her, dass wir erlebt haben,</p>
      <p begin="00:11:25.098" xml:id="p124" end="00:11:30.198">wohin die verantwortungslosen<br />Exzesse der Märkte, Überschuldung</p>
      <p begin="00:11:30.498" xml:id="p125" end="00:11:34.999">und eine mangelhafte Regulierung der<br />internationalen Finanzmärkte führen können.</p>
      <p begin="00:11:35.298" xml:id="p126" end="00:11:43.744">Wir haben erlebt, dass dies mit einem Schlag gravierende Auswirkungen<br />auf alle Staaten dieser Erde hatte, auch auf Deutschland.</p>
      <p begin="00:11:44.043" xml:id="p127" end="00:11:47.945">Wir mussten damals einen der<br />schlimmsten Wirtschaftseinbrüche,</p>
      <p begin="00:11:47.945" xml:id="p128" end="00:11:52.144">den schlimmsten Wirtschaftseinbruch in der Geschichte<br />der Bundesrepublik Deutschland, verkraften.</p>
      <p begin="00:11:52.444" xml:id="p129" end="00:11:58.744">Es ist das bleibende Verdienst der<br />damaligen Koalition von CDU, CSU und SPD,</p>
      <p begin="00:11:59.044" xml:id="p130" end="00:12:03.244">Deutschland 2009 gemeinsam mit<br />den Sozialpartnern so rasch,</p>
      <p begin="00:12:03.544" xml:id="p131" end="00:12:10.344">so erfolgreich durch diese Krise geführt<br />zu haben wie uns das 2009 gelungen ist.</p>
      <p begin="00:12:10.345" xml:id="p132" end="00:12:20.145">Applaus</p>
      <p begin="00:12:20.145" xml:id="p133" end="00:12:24.869">Einen nachhaltigen Erfolg kann<br />Deutschland aber nicht alleine haben.</p>
      <p begin="00:12:24.869" xml:id="p134" end="00:12:30.444">Eine Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt<br />ihres Handelns stellt, setzt deshalb alles daran,</p>
      <p begin="00:12:30.444" xml:id="p135" end="00:12:35.844">dass alle, dass die ganze Welt die Lektionen<br />aus dieser damaligen Krise lernt.</p>
      <p begin="00:12:35.844" xml:id="p136" end="00:12:43.044">Eine davon ist und bleibt: Kein<br />Finanzmarktakteur, kein Finanzprodukt</p>
      <p begin="00:12:43.344" xml:id="p137" end="00:12:47.844">und kein Finanzplatz darf ohne<br />angemessene Regulierung bleiben;</p>
      <p begin="00:12:47.869" xml:id="p138" end="00:12:55.413">Applaus</p>
      <p begin="00:12:55.413" xml:id="p139" end="00:13:00.712">Finanzakteure müssen durch die Finanztransaktionsteuer<br />zur Verantwortung gezogen werden.</p>
      <p begin="00:13:00.737" xml:id="p140" end="00:13:08.745">Applaus</p>
      <p begin="00:13:08.745" xml:id="p141" end="00:13:15.944">Auch in der internationalen sozialen Marktwirtschaft<br />ist nämlich der Staat der Hüter der Ordnung.</p>
      <p begin="00:13:15.944" xml:id="p142" end="00:13:21.644">Deutschland übernimmt Verantwortung in Europa<br />und der Welt, damit sich genau diese Einsicht,</p>
      <p begin="00:13:21.644" xml:id="p143" end="00:13:27.344">dass der Staat Hüter der<br />Ordnung ist, durchsetzen kann.</p>
      <p begin="00:13:27.344" xml:id="p144" end="00:13:33.945">Dazu sind Fortschritte bei der Regulierung der<br />Finanzmärkte unverzichtbar, und zwar Fortschritte,</p>
      <p begin="00:13:33.945" xml:id="p145" end="00:13:38.444">die diesen Namen auch wirklich verdienen,<br />wenn wir das Versprechen einhalten wollen,</p>
      <p begin="00:13:38.444" xml:id="p146" end="00:13:39.944">das wir den Menschen gegeben haben.</p>
      <p begin="00:13:39.944" xml:id="p147" end="00:13:46.844">Das ist das Versprechen, dass sich eine solch verheerende<br />weltweite Finanzkrise nicht wiederholen darf.</p>
      <p begin="00:13:46.844" xml:id="p148" end="00:13:49.844">Das bedeutet, in einem Satz gesagt:</p>
      <p begin="00:13:50.143" xml:id="p149" end="00:13:56.810">Wer ein Risiko eingeht, der haftet auch für die<br />Verluste, und nicht mehr der Steuerzahler.</p>
      <p begin="00:13:56.810" xml:id="p150" end="00:14:03.943">Applaus</p>
      <p begin="00:14:03.943" xml:id="p151" end="00:14:07.893">Manches ist erreicht. Vieles ist zu tun.</p>
      <p begin="00:14:07.893" xml:id="p152" end="00:14:12.356">Deshalb sind die Regelungen für <br />eine Bankenunion in Europa so wichtig;</p>
      <p begin="00:14:12.356" xml:id="p153" end="00:14:20.674">denn bei der Sanierung und Abwicklung von Banken hat für uns die<br />Einhaltung einer klaren Haftungskaskade eine zentrale Bedeutung.</p>
      <p begin="00:14:21.810" xml:id="p154" end="00:14:27.588">Meine Damen und Herren, wir alle müssen verstehen,<br />dass es mehr denn je nicht mehr ausreicht,</p>
      <p begin="00:14:27.588" xml:id="p155" end="00:14:30.987">nur auf die eigene Kraft<br />und Stärke zu setzen.</p>
      <p begin="00:14:30.987" xml:id="p156" end="00:14:37.586">Konkret heißt das: Auch Deutschland ist auf<br />Dauer nur stark, wenn auch Europa stark ist;</p>
      <p begin="00:14:37.886" xml:id="p157" end="00:14:42.686">auch Deutschland geht es auf Dauer nur<br />gut, wenn es auch Europa gut geht.</p>
      <p begin="00:14:42.986" xml:id="p158" end="00:14:46.587">Doch ich kann uns auch heute nicht<br />ersparen, darauf hinzuweisen:</p>
      <p begin="00:14:46.888" xml:id="p159" end="00:14:51.987">Auch wenn die europäische Staatsschuldenkrise<br />nicht mehr täglich die Schlagzeilen bestimmt,</p>
      <p begin="00:14:51.987" xml:id="p160" end="00:14:56.487">müssen wir doch sehen, dass sie<br />allenfalls unter Kontrolle ist.</p>
      <p begin="00:14:56.787" xml:id="p161" end="00:15:01.587">Dauerhaft und nachhaltig überwunden<br />ist sie damit noch nicht.</p>
      <p begin="00:15:01.587" xml:id="p162" end="00:15:08.186">Wir haben zwar eine Wirtschafts- und Währungsunion,<br />in der nationale Entscheidungen jeweils Auswirkungen</p>
      <p begin="00:15:08.486" xml:id="p163" end="00:15:10.586">auf alle anderen Mitgliedstaaten<br />der Währungsunion haben,</p>
      <p begin="00:15:10.586" xml:id="p164" end="00:15:13.587">aber wir haben auch eine Währungsunion,</p>
      <p begin="00:15:13.888" xml:id="p165" end="00:15:19.887">deren wirtschaftspolitische Koordinierung nach<br />wie vor überaus mangelhaft gestaltet ist.</p>
      <p begin="00:15:19.887" xml:id="p166" end="00:15:24.087">Ohne entscheidende Fortschritte,<br />ohne einen Quantensprung hier</p>
      <p begin="00:15:24.387" xml:id="p167" end="00:15:28.887">werden wir die europäische<br />Staatsschuldenkrise nicht überwinden.</p>
      <p begin="00:15:29.187" xml:id="p168" end="00:15:32.787">Wir werden vielleicht irgendwie<br />mit ihr zu leben lernen,</p>
      <p begin="00:15:32.787" xml:id="p169" end="00:15:38.786">aber unseren Platz an der Spitze der globalen<br />Entwicklung werden wir so nicht halten können.</p>
      <p begin="00:15:39.087" xml:id="p170" end="00:15:44.487">So werden wir nicht stärker aus der Krise<br />herauskommen, als wir in sie hineingegangen sind.</p>
      <p begin="00:15:44.487" xml:id="p171" end="00:15:50.487">Doch nur das kann Europas Anspruch sein: nach<br />der Krise stärker zu sein als vor der Krise;</p>
      <p begin="00:15:50.487" xml:id="p172" end="00:15:56.787">und weil das so ist, dürfen wir der<br />trügerischen Ruhe jetzt nicht trauen.</p>
      <p begin="00:15:57.087" xml:id="p173" end="00:16:04.287">Ja, es ist wahr: Europa ist auf dem Weg zu Stabilität<br />und Wachstum bereits ein gutes Stück vorangekommen.</p>
      <p begin="00:16:04.586" xml:id="p174" end="00:16:08.787">Wahr ist aber auch, dass wir uns<br />unvermindert anstrengen müssen,</p>
      <p begin="00:16:09.088" xml:id="p175" end="00:16:11.787">um Vorsorge für die Zukunft zu treffen.</p>
      <p begin="00:16:11.788" xml:id="p176" end="00:16:19.313">Applaus</p>
      <p begin="00:16:19.313" xml:id="p177" end="00:16:24.487">Dafür müssen wir die Wirtschafts- und<br />Währungsunion vertiefen und damit das nachholen,</p>
      <p begin="00:16:24.487" xml:id="p178" end="00:16:32.287">was bei ihrer Gründung versäumt wurde: der Währungsunion<br />eine echte Wirtschaftsunion zur Seite zu stellen.</p>
      <p begin="00:16:32.586" xml:id="p179" end="00:16:36.787">Hierfür müssen wir auch die<br />europäischen Institutionen stärken.</p>
      <p begin="00:16:37.087" xml:id="p180" end="00:16:42.787">In einer echten Wirtschaftsunion werden wir um<br />ein Mehr an Verbindlichkeit nicht herumkommen.</p>
      <p begin="00:16:42.787" xml:id="p181" end="00:16:48.187">Ich bin überzeugt: Dazu müssen auch die<br />EU-Verträge weiterentwickelt werden.</p>
      <p begin="00:16:48.187" xml:id="p182" end="00:16:56.287">Das Ziel ist ein Europa, das seine Kräfte bündelt und<br />das sich auf die großen Herausforderungen konzentriert.</p>
      <p begin="00:16:56.587" xml:id="p183" end="00:17:02.887">Alle europäischen Politiken, die Energie- und<br />Klimapolitik, die Gestaltung des Binnenmarktes,</p>
      <p begin="00:17:02.887" xml:id="p184" end="00:17:07.987">die Außenhandelsbeziehungen,<br />müssen sich daran messen lassen,</p>
      <p begin="00:17:08.288" xml:id="p185" end="00:17:11.287">ob sie zur Stärkung der<br />europäischen Wirtschaftskraft</p>
      <p begin="00:17:11.287" xml:id="p186" end="00:17:16.987">und damit auch zu Wohlstand und<br />Beschäftigung beitragen oder nicht.</p>
      <p begin="00:17:16.987" xml:id="p187" end="00:17:21.259">Denn sie bilden zusammen mit den nationalen<br />Reformanstrengungen die Grundlage,</p>
      <p begin="00:17:21.259" xml:id="p188" end="00:17:27.458">um neues Wachstum und dauerhafte Beschäftigung für<br />die Bürgerinnen und Bürger Europas zu schaffen.</p>
      <p begin="00:17:27.758" xml:id="p189" end="00:17:32.558">Auch die europäische Politik muss den Menschen<br />in den Mittelpunkt des Handelns stellen.</p>
      <p begin="00:17:32.558" xml:id="p190" end="00:17:37.058">Sie soll den Alltag der Menschen<br />einfacher machen und nicht schwerer.</p>
      <p begin="00:17:37.357" xml:id="p191" end="00:17:43.958">Sie soll die Rahmenbedingungen für Engagement, Eigeninitiative<br />und Unternehmertum verbessern und nicht beeinträchtigen.</p>
      <p begin="00:17:43.958" xml:id="p192" end="00:17:49.658">Deshalb muss gelten: Wer Europa will<br />und wer will, dass es Europa gut geht,</p>
      <p begin="00:17:49.658" xml:id="p193" end="00:17:58.249">der muss bereit sein, Europa stabiler, bürgernäher,<br />stärker, einiger und gerechter zu machen,</p>
      <p begin="00:17:58.249" xml:id="p194" end="00:18:05.670">Applaus</p>
      <p begin="00:18:05.670" xml:id="p195" end="00:18:08.944">und der muss natürlich zu Hause<br />seine Hausaufgaben machen.</p>
      <p begin="00:18:08.944" xml:id="p196" end="00:18:11.515">Deutschland macht seine Hausaufgaben.</p>
      <p begin="00:18:11.825" xml:id="p197" end="00:18:18.715">Der Bund hat bereits seit 2012 – und damit früher als<br />vorgesehen – die Vorgaben der Schuldenbremse eingehalten.</p>
      <p begin="00:18:19.015" xml:id="p198" end="00:18:23.215">Für 2014 ist ein strukturell<br />ausgeglichener Haushalt vorgesehen.</p>
      <p begin="00:18:23.515" xml:id="p199" end="00:18:29.152">Ab 2015 wollen wir ganz ohne<br />Nettoneuverschuldung auskommen.</p>
      <p begin="00:18:29.152" xml:id="p200" end="00:18:32.863">Solch ein Ende der Neuverschuldung<br />nach Jahrzehnten,</p>
      <p begin="00:18:32.863" xml:id="p201" end="00:18:37.381">in denen wir geradezu selbstverständlich Jahr<br />für Jahr immer neue Schulden gemacht haben,</p>
      <p begin="00:18:37.681" xml:id="p202" end="00:18:41.577">ein solches Ende ist nicht nur<br />Ausdruck solider Finanzen,</p>
      <p begin="00:18:41.577" xml:id="p203" end="00:18:49.216">es ist vielmehr ein zentrales Gebot der Gerechtigkeit<br />und damit gelebte soziale Marktwirtschaft.</p>
      <p begin="00:18:49.241" xml:id="p204" end="00:18:55.844">Applaus</p>
      <p begin="00:18:55.844" xml:id="p205" end="00:19:03.503">Das ist nur zu schaffen, wenn wir bei unseren Ausgaben klare<br />Prioritäten setzen und konsequent in die Zukunft investieren.</p>
      <p begin="00:19:03.503" xml:id="p206" end="00:19:06.279">Wir müssen uns dabei immer<br />wieder vor Augen führen,</p>
      <p begin="00:19:06.279" xml:id="p207" end="00:19:11.979">dass die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes<br />unser Gemeinwesen nur dann akzeptieren,</p>
      <p begin="00:19:11.979" xml:id="p208" end="00:19:17.079">wenn sie sich auch vor Ort auf <br />funktionierende Strukturen verlassen können.</p>
      <p begin="00:19:17.379" xml:id="p209" end="00:19:21.507">Deshalb entlastet der Bund <br />die Kommunen auch in Zukunft:</p>
      <p begin="00:19:21.507" xml:id="p210" end="00:19:27.379">in diesem Jahr, indem er nunmehr vollständig <br />die Grundsicherung für ältere Menschen übernimmt,</p>
      <p begin="00:19:27.679" xml:id="p211" end="00:19:36.979">und in den Folgejahren, indem er sich schrittweise an der<br />Eingliederungshilfe bis zu einer Höhe von 5 Milliarden Euro beteiligt.</p>
      <p begin="00:19:36.979" xml:id="p212" end="00:19:44.179">Die Gespräche mit den Ländern in den Koalitionsverhandlungen<br />haben im Übrigen einmal mehr deutlich gemacht,</p>
      <p begin="00:19:44.179" xml:id="p213" end="00:19:49.879">dass die Bund-Länder-Finanzbeziehungen ganz<br />grundsätzlich einer Neuordnung bedürfen,</p>
      <p begin="00:19:49.879" xml:id="p214" end="00:19:55.879">und zwar verbunden mit einer klaren<br />Aufgabenzuordnung an Bund, Länder und Kommunen.</p>
      <p begin="00:19:55.904" xml:id="p215" end="00:20:04.170">Applaus</p>
      <p begin="00:20:04.170" xml:id="p216" end="00:20:07.569">Die Bundesregierung wird bis zum<br />Sommer einen Vorschlag machen,</p>
      <p begin="00:20:07.868" xml:id="p217" end="00:20:11.169">wie die dazu notwendigen<br />Gespräche geführt werden können.</p>
      <p begin="00:20:11.470" xml:id="p218" end="00:20:17.770">Meine Damen und Herren, dass unsere Haushaltslage so<br />gut ist, verdanken wir natürlich ganz entscheidend</p>
      <p begin="00:20:18.069" xml:id="p219" end="00:20:25.569">auch der guten wirtschaftlichen Entwicklung und den<br />Millionen Beschäftigten, Selbstständigen und Unternehmen,</p>
      <p begin="00:20:25.869" xml:id="p220" end="00:20:29.169">die zu dieser wirtschaftlichen<br />Entwicklung beigetragen haben.</p>
      <p begin="00:20:29.469" xml:id="p221" end="00:20:33.968">Das hat zu einem neuen Rekord<br />an Steuereinnahmen geführt.</p>
      <p begin="00:20:34.268" xml:id="p222" end="00:20:39.669">Auch deshalb ist die Politik es den Menschen<br />schuldig, zu zeigen, dass wir mit dem auskommen,</p>
      <p begin="00:20:39.969" xml:id="p223" end="00:20:44.769">was wir einnehmen, und dass wir keine<br />Steuern erhöhen oder neue einführen.</p>
      <p begin="00:20:44.770" xml:id="p224" end="00:20:53.944">Applaus</p>
      <p begin="00:20:53.944" xml:id="p225" end="00:20:57.663">Trotz aller Erfolge dürfen wir aber<br />unsere Hände nicht in den Schoß legen.</p>
      <p begin="00:20:57.663" xml:id="p226" end="00:21:05.143">Denn unser Land braucht auch in Zukunft <br />eine starke Wirtschaft und eine hohe Beschäftigungsrate.</p>
      <p begin="00:21:05.443" xml:id="p227" end="00:21:09.944">Dafür schafft die Regierung der Großen<br />Koalition die notwendigen Voraussetzungen,</p>
      <p begin="00:21:10.242" xml:id="p228" end="00:21:17.144">zum Beispiel indem wir die Struktur der Bundesregierung<br />an einer zentralen Stelle verändert haben:</p>
      <p begin="00:21:17.144" xml:id="p229" end="00:21:23.143">Wir haben die Kompetenzen von Wirtschaft und<br />Energie in einem Ministerium gebündelt.</p>
      <p begin="00:21:23.443" xml:id="p230" end="00:21:26.443">Wir haben uns dazu entschieden,<br />weil wir überzeugt sind,</p>
      <p begin="00:21:26.743" xml:id="p231" end="00:21:32.443">dass unser Wohlstand nur mit einem starken<br />industriellen Fundament aus großen</p>
      <p begin="00:21:32.443" xml:id="p232" end="00:21:35.143">und mittelständischen Unternehmen<br />gesichert werden kann,</p>
      <p begin="00:21:35.143" xml:id="p233" end="00:21:42.944">dessen unabdingbare Voraussetzung eine umweltfreundliche,<br />sichere und bezahlbare Energieversorgung ist</p>
      <p begin="00:21:42.944" xml:id="p234" end="00:21:47.143">– für unsere Unternehmen genauso wie<br />für die Bürgerinnen und Bürger.</p>
      <p begin="00:21:47.168" xml:id="p235" end="00:21:54.770">Applaus</p>
      <p begin="00:21:54.770" xml:id="p236" end="00:21:57.969">Deutschland hat den Weg der<br />Energiewende eingeschlagen.</p>
      <p begin="00:21:58.269" xml:id="p237" end="00:22:03.069">Deutschland hat sich entschieden, eine<br />Abkehr vom jahrzehntelangen Energiemix</p>
      <p begin="00:22:03.069" xml:id="p238" end="00:22:08.169">– einem Energiemix aus vornehmlich fossilen<br />Energieträgern und Kernenergie – zu vollziehen.</p>
      <p begin="00:22:08.468" xml:id="p239" end="00:22:12.968">Es gibt kein weiteres vergleichbares<br />Land auf dieser Welt,</p>
      <p begin="00:22:12.968" xml:id="p240" end="00:22:18.669">das eine solch radikale Veränderung<br />seiner Energieversorgung anpackt.</p>
      <p begin="00:22:18.669" xml:id="p241" end="00:22:23.769">Diese Entscheidung wird von der überwältigenden<br />Mehrheit der Deutschen unterstützt.</p>
      <p begin="00:22:24.069" xml:id="p242" end="00:22:25.869">Doch machen wir uns nichts vor:</p>
      <p begin="00:22:26.169" xml:id="p243" end="00:22:32.469">Die Welt schaut mit einer Mischung aus<br />Unverständnis und Neugier darauf,</p>
      <p begin="00:22:32.469" xml:id="p244" end="00:22:36.368">ob und wie uns diese<br />Energiewende gelingen wird.</p>
      <p begin="00:22:36.368" xml:id="p245" end="00:22:43.569">Wenn sie uns gelingt, dann wird sie – davon bin ich<br />überzeugt – zu einem weiteren deutschen Exportschlager.</p>
      <p begin="00:22:43.569" xml:id="p246" end="00:22:45.969">Und auch davon bin ich überzeugt:</p>
      <p begin="00:22:46.269" xml:id="p247" end="00:22:50.469">Wenn diese Energiewende einem Land<br />gelingen kann, dann ist das Deutschland.</p>
      <p begin="00:22:50.469" xml:id="p248" end="00:22:56.469">Bis 2050 wollen wir 80 Prozent unseres<br />Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugen.</p>
      <p begin="00:22:56.769" xml:id="p249" end="00:23:02.469">Schon heute haben die erneuerbaren Energien an<br />der Stromerzeugung einen Anteil von 25 Prozent,</p>
      <p begin="00:23:02.469" xml:id="p250" end="00:23:13.569">der bis 2025 auf 40 bis 45 Prozent und bis<br />2035 auf 55 bis 60 Prozent ansteigen soll.</p>
      <p begin="00:23:13.869" xml:id="p251" end="00:23:22.869">Mit diesem Ausbaukorridor können wir ganz harmonisch<br />das Ausbauziel von 80 Prozent erreichen –</p>
      <p begin="00:23:23.169" xml:id="p252" end="00:23:30.369">allerdings nur, wenn gleichzeitig unsere<br />Industrie im weltweiten Wettbewerb bestehen kann</p>
      <p begin="00:23:30.369" xml:id="p253" end="00:23:33.368">und Strom für alle erschwinglich bleibt.</p>
      <p begin="00:23:33.393" xml:id="p254" end="00:23:43.856">Applaus</p>
      <p begin="00:23:43.856" xml:id="p255" end="00:23:53.455">Mit einem Anteil von 25 Prozent an der Stromerzeugung haben<br />die erneuerbaren Energien heute ihr Nischendasein verlassen.</p>
      <p begin="00:23:53.455" xml:id="p256" end="00:23:57.869">Bis dahin war es sinnvoll,<br />sie durch die Umweltpolitik zu fördern.</p>
      <p begin="00:23:57.869" xml:id="p257" end="00:24:05.528">Jetzt aber müssen sie als zunehmend tragende Säule der<br />Stromerzeugung in den Gesamtenergiemarkt integriert werden.</p>
      <p begin="00:24:05.828" xml:id="p258" end="00:24:13.327">Maßstab für den Ausbau der erneuerbaren Energien<br />müssen Planbarkeit und Kosteneffizienz sein.</p>
      <p begin="00:24:13.327" xml:id="p259" end="00:24:17.528">Deshalb muss der Ausbaukorridor auch<br />verbindlich festgeschrieben werden.</p>
      <p begin="00:24:17.528" xml:id="p260" end="00:24:23.528">Die einzelnen Formen der erneuerbaren Energien<br />müssen so schnell wie möglich marktfähig werden;</p>
      <p begin="00:24:23.528" xml:id="p261" end="00:24:29.228">ihr Ausbau und der Ausbau der<br />Transportnetze müssen Hand in Hand gehen.</p>
      <p begin="00:24:29.228" xml:id="p262" end="00:24:36.184">Wir sehen: Das ist eine Herkulesaufgabe; <br />das bedarf einer nationalen Kraftanstrengung.</p>
      <p begin="00:24:36.184" xml:id="p263" end="00:24:44.045">Gerade auch deshalb habe ich davon gesprochen,<br />dass die Große Koalition eine Koalition für große Aufgaben ist.</p>
      <p begin="00:24:44.045" xml:id="p264" end="00:24:50.946">Und wenn es eine politische Aufgabe gibt, bei der nicht<br />Partikularinteressen im Mittelpunkt zu stehen haben,</p>
      <p begin="00:24:50.946" xml:id="p265" end="00:24:54.546">sondern der Mensch, <br />dann ist das die Energiewende.</p>
      <p begin="00:24:54.571" xml:id="p266" end="00:25:02.464">Applaus</p>
      <p begin="00:25:02.464" xml:id="p267" end="00:25:10.374">Sie kann nur gelingen, wenn alle – Bund,<br />Länder, Gemeinden, Verbände, jeder Einzelne –</p>
      <p begin="00:25:10.374" xml:id="p268" end="00:25:16.383">über ihren Schatten springen und nur<br />eines im Blick haben: das Gemeinwohl.</p>
      <p begin="00:25:16.683" xml:id="p269" end="00:25:19.984">Aber dann – davon bin ich überzeugt –<br />wird die Energiewende auch gelingen;</p>
      <p begin="00:25:19.984" xml:id="p270" end="00:25:26.884">dann wird sie ein weiteres Beispiel gelebter<br />ökologischer und sozialer Marktwirtschaft sein.</p>
      <p begin="00:25:27.184" xml:id="p271" end="00:25:33.184">Das Kabinett hat die dazu vom Bundeswirtschaftsminister<br />vorgelegten Eckpunkte beschlossen.</p>
      <p begin="00:25:33.184" xml:id="p272" end="00:25:38.284">Sie sind Grundlage für den Gesetzentwurf zur<br />Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes,</p>
      <p begin="00:25:38.284" xml:id="p273" end="00:25:41.583">die am 9. April im Kabinett verabschiedet</p>
      <p begin="00:25:41.883" xml:id="p274" end="00:25:48.185">und bis zur Sommerpause auch in Bundestag<br />und Bundesrat verabschiedet werden soll.</p>
      <p begin="00:25:48.185" xml:id="p275" end="00:25:53.584">Zusammen mit dem Netzausbau und mit<br />Entscheidungen über Kraftwerksreserven</p>
      <p begin="00:25:53.584" xml:id="p276" end="00:25:59.584">zur Sicherung der Energieversorgung entsteht<br />daraus der Rahmen zur Umsetzung der Energiewende.</p>
      <p begin="00:25:59.584" xml:id="p277" end="00:26:07.384">Die Bundesregierung wird sich in den anstehenden sicherlich<br />nicht einfachen Beratungen um eine breite Mehrheit bemühen;</p>
      <p begin="00:26:07.683" xml:id="p278" end="00:26:15.784">denn ich bin davon überzeugt: Je größer die Mehrheit, desto<br />größer ist auch die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern.</p>
      <p begin="00:26:15.784" xml:id="p279" end="00:26:18.484">Zeit haben wir allerdings<br />nicht zu verlieren:</p>
      <p begin="00:26:18.784" xml:id="p280" end="00:26:24.784">Wir müssen parallel alles dafür tun, dass unsere<br />Entscheidungen auch in Brüssel akzeptiert werden.</p>
      <p begin="00:26:25.084" xml:id="p281" end="00:26:32.884">Gleichzeitig müssen wir die Energiewende in eine anspruchsvolle<br />nationale und europäische Klimastrategie einbetten.</p>
      <p begin="00:26:32.884" xml:id="p282" end="00:26:39.183">Es ist gut, dass die Kommission mit dem<br />ambitionierten 40-Prozent-CO2-Reduktionsziel</p>
      <p begin="00:26:39.483" xml:id="p283" end="00:26:45.784">die Vorreiterrolle Europas im internationalen Klimaschutz<br />noch einmal unmissverständlich unterstrichen hat.</p>
      <p begin="00:26:46.084" xml:id="p284" end="00:26:53.584">Deutschland wird sich auch mit ganzer Kraft für die Verabschiedung<br />einer international verbindlichen Klimakonvention einsetzen.</p>
      <p begin="00:26:53.885" xml:id="p285" end="00:27:00.784">Gemeinsam mit Frankreich arbeiten wir für einen Erfolg<br />der internationalen Klimakonferenz Ende 2015 in Paris,</p>
      <p begin="00:27:01.084" xml:id="p286" end="00:27:09.783">damit am Ende eine verbindliche Regelung für die weltweite<br />Reduktion von Treibhausgasen ab 2020 gefunden wird.</p>
      <p begin="00:27:09.783" xml:id="p287" end="00:27:14.284">Wir setzen uns auch für einen funktionierenden<br />Emissionshandel in Europa ein,</p>
      <p begin="00:27:14.284" xml:id="p288" end="00:27:19.384">damit umweltfreundliche Kraftwerke wie<br />zum Beispiel moderne Gaskraftwerke</p>
      <p begin="00:27:19.384" xml:id="p289" end="00:27:22.684">endlich wieder eine faire Chance<br />auf den Märkten erhalten.</p>
      <p begin="00:27:22.684" xml:id="p290" end="00:27:28.983">Um im Baubereich zu einer Gesamtstrategie zu kommen,<br />in die auch der Klimaschutz integriert ist,</p>
      <p begin="00:27:28.983" xml:id="p291" end="00:27:34.983">hat die Bundesregierung den Umweltschutz und<br />den Baubereich in einem Ministerium gebündelt.</p>
      <p begin="00:27:34.983" xml:id="p292" end="00:27:40.084">So können wir unsere nationalen Klimaziele<br />auch in den Bereichen der Energieeffizienz</p>
      <p begin="00:27:40.084" xml:id="p293" end="00:27:42.484">und der Gebäudesanierung erreichen.</p>
      <p begin="00:27:42.484" xml:id="p294" end="00:27:47.584">Im Übrigen können unsere Wirtschaft<br />und unser Handwerk davon profitieren.</p>
      <p begin="00:27:47.884" xml:id="p295" end="00:27:53.284">Umweltschutz, die ökologische und <br />soziale Marktwirtschaft schafft Arbeitsplätze.</p>
      <p begin="00:27:53.584" xml:id="p296" end="00:28:02.996">Meine Damen und Herren, vor einem Jahrzehnt, <br />als 5 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos waren,</p>
      <p begin="00:28:02.996" xml:id="p297" end="00:28:13.227">hatten viele Zweifel, ob und inwieweit eine der <br />jahrzehntelangen großen Gewissheiten der sozialen Marktwirtschaft</p>
      <p begin="00:28:13.227" xml:id="p298" end="00:28:17.929">auch in Zukunft noch ihre Berechtigung<br />haben würde, nämlich die Gewissheit,</p>
      <p begin="00:28:18.229" xml:id="p299" end="00:28:24.231">dass es den Arbeitnehmern dann gut geht,<br />wenn es dem eigenen Betrieb auch gut geht.</p>
      <p begin="00:28:24.530" xml:id="p300" end="00:28:29.330">Die Auswirkungen der Globalisierung hatten<br />dieses Grundvertrauen ins Wanken gebracht.</p>
      <p begin="00:28:29.330" xml:id="p301" end="00:28:35.930">Reformen, zuvor jahrelang verzögert<br />oder vermieden, wurden unumgänglich.</p>
      <p begin="00:28:36.230" xml:id="p302" end="00:28:40.130">Es folgte die Agenda 2010<br />der Regierung Schröder,</p>
      <p begin="00:28:40.130" xml:id="p303" end="00:28:45.529">auf die dann weitere Reformen der<br />Großen Koalition von 2005 bis 2009</p>
      <p begin="00:28:45.529" xml:id="p304" end="00:28:49.729">und der anschließend christlich-liberalen<br />Bundesregierung fußten.</p>
      <p begin="00:28:50.029" xml:id="p305" end="00:28:56.630">Das Ergebnis dieser Reformen: Heute hat<br />unser Land mehr Beschäftigte als je zuvor.</p>
      <p begin="00:28:56.930" xml:id="p306" end="00:29:04.430">Die Arbeitslosigkeit liegt unter 3 Millionen; <br />die Jugendarbeitslosigkeit ist die geringste in Europa.</p>
      <p begin="00:29:04.730" xml:id="p307" end="00:29:07.730">Aber es gibt auch Schattenseiten.</p>
      <p begin="00:29:07.730" xml:id="p308" end="00:29:15.530">Aus der unverzichtbaren Flexibilisierung des Arbeitsrechts<br />sind neue Möglichkeiten des Missbrauchs entstanden.</p>
      <p begin="00:29:15.530" xml:id="p309" end="00:29:19.730">Schon die christlich-liberale<br />Bundesregierung hat einige davon beseitigt,</p>
      <p begin="00:29:19.730" xml:id="p310" end="00:29:24.530">aber die Große Koalition wird weitere<br />Korrekturen vornehmen müssen.</p>
      <p begin="00:29:24.531" xml:id="p311" end="00:29:31.022">Applaus</p>
      <p begin="00:29:31.022" xml:id="p312" end="00:29:37.721">Konkret geschieht das in der Leiharbeit, deren<br />Dauer auf maximal 18 Monate beschränkt wird.</p>
      <p begin="00:29:37.721" xml:id="p313" end="00:29:43.421">Die gleiche Bezahlung eines Leiharbeiters wie die<br />eines Beschäftigten der Stammbelegschaft hat</p>
      <p begin="00:29:43.421" xml:id="p314" end="00:29:46.376">jetzt nach spätestens <br />9 Monaten zu erfolgen,</p>
      <p begin="00:29:46.376" xml:id="p315" end="00:29:51.848">und beim Abschluss von Werkverträgen<br />ist in Zukunft der Betriebsrat zu informieren.</p>
      <p begin="00:29:51.848" xml:id="p316" end="00:29:58.748">Es ist die gemeinsame Überzeugung von<br />CDU, CSU und SPD, dass derjenige,</p>
      <p begin="00:29:58.748" xml:id="p317" end="00:30:02.948">der voll arbeitet, mehr haben<br />muss, als wenn er nicht arbeitet.</p>
      <p begin="00:30:02.973" xml:id="p318" end="00:30:11.277">Applaus</p>
      <p begin="00:30:11.277" xml:id="p319" end="00:30:15.494">Niemand, der ein Herz hat, ist<br />deshalb schnell bei der Hand damit,</p>
      <p begin="00:30:15.494" xml:id="p320" end="00:30:19.694">das Instrument eines<br />Mindestlohns rundweg abzulehnen.</p>
      <p begin="00:30:19.994" xml:id="p321" end="00:30:23.294">Doch jeder, der ein Herz hat,<br />muss aber genauso sicherstellen,</p>
      <p begin="00:30:23.294" xml:id="p322" end="00:30:28.094">dass der so nachvollziehbare Wunsch<br />nach würdiger Bezahlung nicht Menschen,</p>
      <p begin="00:30:28.094" xml:id="p323" end="00:30:31.094">die heute Arbeit haben, in<br />die Arbeitslosigkeit führt.</p>
      <p begin="00:30:31.119" xml:id="p324" end="00:30:37.448">Applaus</p>
      <p begin="00:30:37.448" xml:id="p325" end="00:30:44.046">Die Koalitionsverhandlungen um einen <br />gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro ab 2015</p>
      <p begin="00:30:44.046" xml:id="p326" end="00:30:47.047">haben alle Facetten dieses<br />Dilemmas behandelt.</p>
      <p begin="00:30:47.347" xml:id="p327" end="00:30:52.747">Das Ergebnis ist ein Kompromiss, bei dem<br />– das sage ich aus voller Überzeugung –</p>
      <p begin="00:30:52.747" xml:id="p328" end="00:30:55.147">die Vorteile die Nachteile überwiegen.</p>
      <p begin="00:30:55.147" xml:id="p329" end="00:31:01.447">Der Mindestlohn von 8,50 Euro<br />wird ab Anfang 2015 gelten.</p>
      <p begin="00:31:01.447" xml:id="p330" end="00:31:04.747">Allerdings haben wir vereinbart,<br />dass Tarifverträge,</p>
      <p begin="00:31:05.047" xml:id="p331" end="00:31:14.347">die mit einer Lohnuntergrenze von weniger als 8,50 Euro<br />vereinbart wurden, bis Ende 2016 weitergelten können.</p>
      <p begin="00:31:14.646" xml:id="p332" end="00:31:18.847">Im Laufe dieses Jahres können solche<br />Tarifverträge noch abgeschlossen werden.</p>
      <p begin="00:31:18.847" xml:id="p333" end="00:31:25.447">Ich sage ganz ausdrücklich: Arbeitgeber und<br />Gewerkschaften haben damit alle Freiheit und Möglichkeit,</p>
      <p begin="00:31:25.447" xml:id="p334" end="00:31:31.447">genau davon dort Gebrauch zu machen, wo immer<br />dies zum Erhalt von Arbeitsplätzen notwendig ist.</p>
      <p begin="00:31:31.747" xml:id="p335" end="00:31:38.047">Derartige Tarifverträge können in Zukunft in einem vereinfachten<br />Verfahren für allgemeinverbindlich erklärt werden,</p>
      <p begin="00:31:38.347" xml:id="p336" end="00:31:40.446">da sie im öffentlichen Interesse sind.</p>
      <p begin="00:31:40.746" xml:id="p337" end="00:31:46.747">Dadurch wird im Übrigen auch die Tarifpartnerschaft,<br />ein Wesensmerkmal der sozialen Marktwirtschaft,</p>
      <p begin="00:31:47.048" xml:id="p338" end="00:31:50.947">wieder gestärkt, und sie muss in<br />einigen Bereichen gestärkt werden.</p>
      <p begin="00:31:50.972" xml:id="p339" end="00:31:58.740">Applaus</p>
      <p begin="00:31:58.740" xml:id="p340" end="00:32:03.747">Eine starke soziale Marktwirtschaft braucht<br />international wettbewerbsfähige Unternehmen.</p>
      <p begin="00:32:03.747" xml:id="p341" end="00:32:13.046">Wir wissen aus unseren Erfahrungen, dass das besonders gut<br />funktioniert, wenn Frauen und Männer gleiche Chancen haben.</p>
      <p begin="00:32:13.047" xml:id="p342" end="00:32:19.223">Applaus</p>
      <p begin="00:32:19.223" xml:id="p343" end="00:32:24.493">Deshalb werden wir für Aufsichtsräte von voll<br />mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen,</p>
      <p begin="00:32:24.493" xml:id="p344" end="00:32:31.810">die ab 2016 neu besetzt werden, eine Quote<br />von mindestens 30 Prozent Frauen einführen.</p>
      <p begin="00:32:31.810" xml:id="p345" end="00:32:34.967">Jahrelanges gutes Zureden<br />hat nicht geholfen.</p>
      <p begin="00:32:34.967" xml:id="p346" end="00:32:37.457">Deshalb müssen wir diesen<br />Schritt jetzt gehen.</p>
      <p begin="00:32:39.419" xml:id="p347" end="00:32:47.559">Meine Damen und Herren, unsere sozialen<br />Sicherungssysteme gehören zu den besten der Welt.</p>
      <p begin="00:32:49.542" xml:id="p348" end="00:32:54.508">Nö, große Vorfreude, große Vorfreude!</p>
      <p begin="00:32:54.508" xml:id="p349" end="00:33:00.484">Applaus</p>
      <p begin="00:33:00.485" xml:id="p350" end="00:33:05.071">Meine Damen und Herren, unsere sozialen<br />Sicherungssysteme gehören zu den besten der Welt.</p>
      <p begin="00:33:05.071" xml:id="p351" end="00:33:10.883">Damit dies auch in Zukunft so bleibt, müssen sie<br />sowohl den Erwartungen der heutigen Generation</p>
      <p begin="00:33:11.183" xml:id="p352" end="00:33:15.382">als auch den Anforderungen zukünftiger<br />Generationen entsprechen.</p>
      <p begin="00:33:15.683" xml:id="p353" end="00:33:20.182">Sie müssen also der demografischen<br />Entwicklung unseres Landes standhalten.</p>
      <p begin="00:33:20.182" xml:id="p354" end="00:33:27.983">Diesem Ziel dient die schrittweise Einführung<br />der Rente mit 67 bis zum Jahr 2029.</p>
      <p begin="00:33:28.283" xml:id="p355" end="00:33:33.883">Heute haben bereits deutlich mehr Menschen<br />im Alter zwischen 55 und 65 Jahren</p>
      <p begin="00:33:33.883" xml:id="p356" end="00:33:37.783">eine Chance auf dem Arbeitsmarkt<br />als noch vor wenigen Jahren.</p>
      <p begin="00:33:37.783" xml:id="p357" end="00:33:40.238">Diese Entwicklung muss fortgesetzt werden.</p>
      <p begin="00:33:40.583" xml:id="p358" end="00:33:50.183">Dennoch – das sollten wir nicht vergessen –<br />haben wir bei der Einführung der Rente mit 67</p>
      <p begin="00:33:50.183" xml:id="p359" end="00:33:54.984">bereits diejenigen vom Anstieg der<br />Lebensarbeitszeit ausgenommen,</p>
      <p begin="00:33:54.984" xml:id="p360" end="00:33:59.783">die 45 Jahre lang Beiträge in die<br />Rentenversicherung gezahlt haben.</p>
      <p begin="00:33:59.783" xml:id="p361" end="00:34:03.083">Diese Regelung werden<br />wir jetzt modifizieren.</p>
      <p begin="00:34:03.083" xml:id="p362" end="00:34:09.982">Wir werden für Menschen mit 45 Beitragsjahren<br />inklusive des Bezugs von Arbeitslosengeld I</p>
      <p begin="00:34:09.982" xml:id="p363" end="00:34:18.383">eine abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren, aufwachsend<br />dann bis Anfang der 30er-Jahre auf 65 Jahre, einführen.</p>
      <p begin="00:34:18.683" xml:id="p364" end="00:34:24.083">Ich füge hinzu: In der Zwischenzeit<br />müssen wir dafür Sorge tragen,</p>
      <p begin="00:34:24.383" xml:id="p365" end="00:34:30.383">dass sich auch die Beschäftigungschancen langjährig<br />Beschäftigter weiter deutlich verbessern.</p>
      <p begin="00:34:30.408" xml:id="p366" end="00:34:35.786">Applaus</p>
      <p begin="00:34:35.786" xml:id="p367" end="00:34:39.523">Wir wollen im Übrigen nicht länger<br />die Augen davor verschließen,</p>
      <p begin="00:34:39.523" xml:id="p368" end="00:34:46.595">dass viele Frauen eine gerechte Anerkennung der<br />Leistungen für die Erziehung der Kinder anmahnen.</p>
      <p begin="00:34:46.595" xml:id="p369" end="00:34:54.804">Wie ist die Lage heute? Heute werden für die nach 1992<br />geborenen Kinder drei Jahre im Rentenrecht anerkannt,</p>
      <p begin="00:34:54.804" xml:id="p370" end="00:35:02.227">für die davor geborenen Kinder nur ein Jahr.<br />Das ist in den Augen vieler nicht gerecht.</p>
      <p begin="00:35:02.227" xml:id="p371" end="00:35:08.913">Eine Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt<br />ihres Handelns stellt, muss und will das verändern.</p>
      <p begin="00:35:08.913" xml:id="p372" end="00:35:14.927">Wir haben in den letzten Jahren große Anstrengungen <br />für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unternommen:</p>
      <p begin="00:35:14.927" xml:id="p373" end="00:35:20.238">den Ausbau der Kitaplätze, verbesserte<br />Möglichkeiten für flexible Arbeitszeiten,</p>
      <p begin="00:35:20.238" xml:id="p374" end="00:35:23.377">die Einführung des Elterngelds<br />mit Vätermonaten.</p>
      <p begin="00:35:23.677" xml:id="p375" end="00:35:29.077">In dieser Legislaturperiode werden wir die Teilzeitarbeit<br />der Eltern durch das ElterngeldPlus erleichtern</p>
      <p begin="00:35:29.377" xml:id="p376" end="00:35:31.777">und den Ausbau der Kitaplätze fortsetzen.</p>
      <p begin="00:35:32.076" xml:id="p377" end="00:35:35.977">Mütter, die vor 1992 ihre<br />Kinder geboren haben,</p>
      <p begin="00:35:35.977" xml:id="p378" end="00:35:40.477">hatten nicht annähernd so gute Bedingungen<br />für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.</p>
      <p begin="00:35:40.777" xml:id="p379" end="00:35:47.233">Deshalb wollen wir diesen Müttern, über 9 Millionen<br />Frauen, im Rentenrecht wenigstens ein Jahr mehr</p>
      <p begin="00:35:47.233" xml:id="p380" end="00:35:51.294">für die Anerkennung ihrer<br />Erziehungsleistung anrechnen lassen.</p>
      <p begin="00:35:51.295" xml:id="p381" end="00:36:01.360">Applaus</p>
      <p begin="00:36:01.360" xml:id="p382" end="00:36:07.659">Wegen der guten Beschäftigungssituation kann die<br />Rentenversicherung diese Aufgabe zurzeit erfüllen.</p>
      <p begin="00:36:07.659" xml:id="p383" end="00:36:14.259">Wir wissen aber: Mittelfristig werden wir einen Teil durch<br />weitere Steuerzuschüsse aus dem Bundeshaushalt ergänzen.</p>
      <p begin="00:36:14.560" xml:id="p384" end="00:36:21.758">Außerdem werden wir die Renten im Falle von<br />Erwerbsunfähigkeit verbessern. Das ist unerlässlich.</p>
      <p begin="00:36:21.758" xml:id="p385" end="00:36:27.159">Denn Erwerbsunfähigkeit ist heute eine<br />der Hauptursachen für Altersarmut.</p>
      <p begin="00:36:27.159" xml:id="p386" end="00:36:31.659">Sie wissen: Wir haben heute genau dieses<br />Gesetzespaket auf den Weg gebracht</p>
      <p begin="00:36:31.659" xml:id="p387" end="00:36:35.559">und zur parlamentarischen<br />Beratung überwiesen.</p>
      <p begin="00:36:35.859" xml:id="p388" end="00:36:45.758">Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt<br />sich vor allem an ihrem Umgang mit Schwachen.</p>
      <p begin="00:36:45.758" xml:id="p389" end="00:36:51.159">Sie zeigt sich in den Situationen, in denen<br />Menschen auf Schutz und Hilfe angewiesen sind:</p>
      <p begin="00:36:51.459" xml:id="p390" end="00:36:54.159">wenn sie alt sind und wenn sie krank sind.</p>
      <p begin="00:36:54.460" xml:id="p391" end="00:36:59.260">Der medizinische Fortschritt ermöglicht immer<br />neue Heilungs- und Behandlungsmöglichkeiten.</p>
      <p begin="00:36:59.559" xml:id="p392" end="00:37:06.159">Unsere Lebenserwartung steigt stetig an, und gleichzeitig<br />sind immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen.</p>
      <p begin="00:37:06.459" xml:id="p393" end="00:37:14.859">Jeder muss die medizinische Versorgung bekommen, die er<br />braucht, und jeder Mensch muss in Würde sterben können.</p>
      <p begin="00:37:14.859" xml:id="p394" end="00:37:19.959">Das sind die zentralen Aufgaben der Politik<br />für unser Gesundheits- und Pflegesystem.</p>
      <p begin="00:37:20.260" xml:id="p395" end="00:37:25.359">Die Bundesregierung will dafür Sorge tragen, dass<br />die medizinische Versorgung verbessert wird,</p>
      <p begin="00:37:25.359" xml:id="p396" end="00:37:28.359">insbesondere bei der<br />Versorgung mit Fachärzten.</p>
      <p begin="00:37:28.659" xml:id="p397" end="00:37:31.959">Jeder muss schnell und<br />gut behandelt werden.</p>
      <p begin="00:37:31.959" xml:id="p398" end="00:37:38.859">Die hohe Qualität unserer medizinischen Versorgung muss<br />auch in Zukunft gerade im ländlichen Raum gesichert werden.</p>
      <p begin="00:37:38.859" xml:id="p399" end="00:37:44.259">Dabei spielt die Entwicklung der Telemedizin<br />im Übrigen eine zentrale Rolle.</p>
      <p begin="00:37:44.558" xml:id="p400" end="00:37:47.859">Für die Pflege werden wir die<br />Leistungen in den nächsten vier Jahren</p>
      <p begin="00:37:48.159" xml:id="p401" end="00:37:51.759">um insgesamt 25 Prozent<br />gegenüber heute steigern.</p>
      <p begin="00:37:51.759" xml:id="p402" end="00:37:58.959">Die zusätzlichen Mittel werden wir insbesondere erstens für<br />die Verbesserung der pflegerischen Leistungen einsetzen</p>
      <p begin="00:37:58.959" xml:id="p403" end="00:38:01.659">– dabei werden wir gleichzeitig<br />die Bürokratie mindern –,</p>
      <p begin="00:38:01.959" xml:id="p404" end="00:38:06.193">zweitens für eine bessere Ausbildung <br />und Bezahlung der Pflegekräfte nutzen,</p>
      <p begin="00:38:06.193" xml:id="p405" end="00:38:09.959">um den vielerorts herrschenden<br />Pflegenotstand abzubauen,</p>
      <p begin="00:38:09.960" xml:id="p406" end="00:38:17.885">Applaus</p>
      <p begin="00:38:17.885" xml:id="p407" end="00:38:22.130">und drittens für den Aufbau einer<br />demografischen Reserve verwenden,</p>
      <p begin="00:38:22.130" xml:id="p408" end="00:38:26.484">um zukünftige Generationen vor zu<br />hohen Belastungen zu schützen.</p>
      <p begin="00:38:26.484" xml:id="p409" end="00:38:30.983">Auch werden wir Hospize und<br />die Palliativmedizin stärken.</p>
      <p begin="00:38:30.983" xml:id="p410" end="00:38:33.983">Doch bei allem dürfen wir<br />zu keiner Zeit vergessen:</p>
      <p begin="00:38:34.283" xml:id="p411" end="00:38:39.384">Immer noch leisten Familienangehörige<br />die meiste Pflegearbeit.</p>
      <p begin="00:38:39.684" xml:id="p412" end="00:38:44.484">Sie gehen dabei oft bis an die Grenzen<br />ihrer Kräfte, nicht selten darüber hinaus.</p>
      <p begin="00:38:44.784" xml:id="p413" end="00:38:48.806">Sie sind die stillen Helden<br />unserer Gesellschaft.</p>
      <p begin="00:38:48.806" xml:id="p414" end="00:38:58.974">Applaus</p>
      <p begin="00:38:58.974" xml:id="p415" end="00:39:03.430">Das zeigt einmal mehr: Die Familien sind<br />das Herzstück unserer Gesellschaft.</p>
      <p begin="00:39:03.430" xml:id="p416" end="00:39:07.960">Deshalb arbeiten wir für verlässliche<br />und gute Rahmenbedingungen.</p>
      <p begin="00:39:08.260" xml:id="p417" end="00:39:13.299">Liebe Kolleginnen und Kollegen, angesichts der<br />Veränderung des Altersaufbaus unserer Gesellschaft</p>
      <p begin="00:39:13.299" xml:id="p418" end="00:39:18.513">garantieren auf Dauer nur Investitionen in<br />Forschung und Bildung die Leistungsfähigkeit</p>
      <p begin="00:39:18.513" xml:id="p419" end="00:39:22.413">und den Wohlstand unseres<br />Landes im globalen Wettbewerb.</p>
      <p begin="00:39:22.713" xml:id="p420" end="00:39:27.512">Wir müssen in vielen Bereichen<br />zu den Besten der Welt gehören.</p>
      <p begin="00:39:27.813" xml:id="p421" end="00:39:32.912">Deshalb investieren wir 3 Prozent unseres<br />Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung</p>
      <p begin="00:39:33.213" xml:id="p422" end="00:39:39.214">und gehören damit in Europa, allerdings nicht<br />unbedingt immer weltweit, zu den führenden Ländern.</p>
      <p begin="00:39:39.214" xml:id="p423" end="00:39:43.713">Unsere Hightech-Strategie setzt<br />Maßstäbe für die Spitzenforschung.</p>
      <p begin="00:39:44.014" xml:id="p424" end="00:39:50.613">Der Bund will seinen Anteil von 3 Prozent für die<br />Forschung auch in den nächsten Jahren halten.</p>
      <p begin="00:39:50.613" xml:id="p425" end="00:39:53.913">Der Bund wird aber zusätzlich<br />auch die Länder entlasten,</p>
      <p begin="00:39:54.212" xml:id="p426" end="00:39:59.613">indem wir den Aufwuchs bei den Mitteln für die<br />außeruniversitäre Forschung voll übernehmen,</p>
      <p begin="00:39:59.913" xml:id="p427" end="00:40:06.813">also auch den Länderanteil, und uns erstmalig auch an der<br />Grundfinanzierung der Universitäten beteiligen werden,</p>
      <p begin="00:40:07.113" xml:id="p428" end="00:40:12.513">um den Abstand zwischen außeruniversitärer<br />Forschung und universitärer Bildung und Forschung</p>
      <p begin="00:40:12.513" xml:id="p429" end="00:40:14.313">nicht zu groß werden zu lassen.</p>
      <p begin="00:40:14.313" xml:id="p430" end="00:40:22.413">In den letzten Jahren ist die Zahl derer, die ein<br />Hochschulstudium aufnehmen, auf über 50 Prozent gestiegen.</p>
      <p begin="00:40:22.712" xml:id="p431" end="00:40:24.212">Das ist erfreulich.</p>
      <p begin="00:40:24.513" xml:id="p432" end="00:40:30.812">Aber die Bundesregierung wird in dieser Legislaturperiode<br />gerade auch der anderen Säule unseres Bildungssystems,</p>
      <p begin="00:40:30.812" xml:id="p433" end="00:40:35.913">der dualen Berufsausbildung,<br />besonderes Augenmerk zukommen lassen.</p>
      <p begin="00:40:36.213" xml:id="p434" end="00:40:39.513">Sie ist ein Markenzeichen unserer<br />sozialen Marktwirtschaft.</p>
      <p begin="00:40:39.538" xml:id="p435" end="00:40:45.040">Applaus</p>
      <p begin="00:40:45.040" xml:id="p436" end="00:40:49.243">Wir wollen den Ausbildungspakt zu einem Pakt<br />für Aus- und Weiterbildung fortentwickeln,</p>
      <p begin="00:40:49.544" xml:id="p437" end="00:40:55.544">an dem sich neben den Arbeitgebern in Zukunft<br />auch die Gewerkschaften wieder beteiligen sollen.</p>
      <p begin="00:40:55.845" xml:id="p438" end="00:41:01.244">Ohne hervorragend ausgebildete Menschen ist<br />Deutschland kein wirtschaftlich starkes Land.</p>
      <p begin="00:41:01.244" xml:id="p439" end="00:41:07.244">In den nächsten Jahren werden immer weniger junge<br />Menschen in Deutschland ins Berufsleben eintreten.</p>
      <p begin="00:41:07.244" xml:id="p440" end="00:41:12.643">Das heißt, wir müssen jedem jungen Menschen<br />die Chance auf eine gute Bildung sichern.</p>
      <p begin="00:41:12.943" xml:id="p441" end="00:41:18.344">Das beginnt beim Ausbau der Kindertagesstätten,<br />an dem der Bund sich weiter beteiligen wird.</p>
      <p begin="00:41:18.645" xml:id="p442" end="00:41:21.944">Das setzt sich fort mit unserer<br />Initiative „Chance Beruf“,</p>
      <p begin="00:41:22.244" xml:id="p443" end="00:41:27.344">die der Bund zu einem flächendeckenden Angebot ausweiten will.<br />Wir führen den Hochschulpakt fort.</p>
      <p begin="00:41:27.344" xml:id="p444" end="00:41:33.044">Studienabbrecher bekommen in Zukunft die Chance,<br />auch eine duale Berufsausbildung zu machen.</p>
      <p begin="00:41:33.344" xml:id="p445" end="00:41:41.143">Junge Menschen über 25, die noch keine abgeschlossene<br />Berufsausbildung haben, sollen eine zweite Chance bekommen.</p>
      <p begin="00:41:41.144" xml:id="p446" end="00:41:48.980">Applaus</p>
      <p begin="00:41:48.980" xml:id="p447" end="00:41:52.780">Dies ist auch eine zentrale Aufgabe<br />unserer Integrationspolitik.</p>
      <p begin="00:41:53.079" xml:id="p448" end="00:41:56.679">Auf dem Integrationsgipfel in diesem<br />Jahr – so haben wir es besprochen –</p>
      <p begin="00:41:56.679" xml:id="p449" end="00:42:02.679">werden wir uns schwerpunktmäßig mit der Ausbildung<br />von Migrantinnen und Migranten befassen.</p>
      <p begin="00:42:02.979" xml:id="p450" end="00:42:08.979">Auch werden wir jungen Menschen mit Migrationshintergrund<br />unser Willkommen in Deutschland dadurch verdeutlichen,</p>
      <p begin="00:42:09.279" xml:id="p451" end="00:42:14.078">dass wir bei der Staatsbürgerschaft die<br />Optionspflicht für in Deutschland geborene</p>
      <p begin="00:42:14.078" xml:id="p452" end="00:42:17.470">und aufgewachsene Jugendliche abschaffen.</p>
      <p begin="00:42:17.470" xml:id="p453" end="00:42:25.382">Applaus</p>
      <p begin="00:42:25.382" xml:id="p454" end="00:42:28.181">Es ist im Übrigen ein Gebot<br />unserer sozialen Marktwirtschaft,</p>
      <p begin="00:42:28.480" xml:id="p455" end="00:42:36.581">dass gerade die Jüngeren der ja immer noch fast 3 Millionen<br />Arbeitslosen eine berufliche Perspektive bekommen;</p>
      <p begin="00:42:36.581" xml:id="p456" end="00:42:41.681">denn wenn sie das in jungen Jahren nicht bekommen,<br />wird es über Jahrzehnte schwierig für sie.</p>
      <p begin="00:42:41.981" xml:id="p457" end="00:42:44.981">In diesem Zusammenhang möchte ich sagen,<br />dass es mir schon Sorge bereitet,</p>
      <p begin="00:42:45.281" xml:id="p458" end="00:42:48.281">dass die Zahl der<br />Langzeitarbeitslosen wieder steigt.</p>
      <p begin="00:42:48.581" xml:id="p459" end="00:42:52.481">Dem müssen wir zusammen mit der<br />Bundesagentur für Arbeit entgegenwirken.</p>
      <p begin="00:42:52.781" xml:id="p460" end="00:42:59.680">Der Bund verwendet jährlich mehr als 30 Milliarden<br />Euro für die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.</p>
      <p begin="00:42:59.680" xml:id="p461" end="00:43:05.381">Jeder hier nicht benötigte Euro kann<br />für Zukunftsprojekte verwendet werden.</p>
      <p begin="00:43:05.381" xml:id="p462" end="00:43:10.181">Zusätzlich müssen wir natürlich weiter<br />offen für Fachkräfte aus dem Ausland sein.</p>
      <p begin="00:43:10.481" xml:id="p463" end="00:43:17.109">Deutschland wird die Möglichkeiten nutzen und nutzen<br />müssen, die die Freizügigkeit in Europa bietet.</p>
      <p begin="00:43:19.604" xml:id="p464" end="00:43:25.625">Deutschland wird die Möglichkeiten nutzen,<br />die die Freizügigkeit in Europa bietet.</p>
      <p begin="00:43:25.625" xml:id="p465" end="00:43:39.703">Dennoch – auch das gehört hierher – dürfen wir die Augen<br />vor ihrem möglichen Missbrauch nicht verschließen.</p>
      <p begin="00:43:39.704" xml:id="p466" end="00:43:46.743">Applaus</p>
      <p begin="00:43:46.743" xml:id="p467" end="00:43:54.727">Es bedarf einer Klärung, wer aus dem europäischen Ausland<br />unter welchen Bedingungen Anspruch auf Sozialleistungen hat.</p>
      <p begin="00:43:55.027" xml:id="p468" end="00:44:00.127">Angesichts völlig unterschiedlicher Sozialsysteme<br />in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union</p>
      <p begin="00:44:00.428" xml:id="p469" end="00:44:07.327">darf es durch das Prinzip der Freizügigkeit nicht zu einer<br />faktischen Einwanderung in die Sozialsysteme kommen.</p>
      <p begin="00:44:07.327" xml:id="p470" end="00:44:15.349">Ob sich hier ...<br />Applaus</p>
      <p begin="00:44:15.349" xml:id="p471" end="00:44:22.827">Ob sich hier aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs<br />nationaler oder europäischer Handlungsbedarf ergibt,</p>
      <p begin="00:44:22.827" xml:id="p472" end="00:44:25.809">ist derzeit noch nicht abzusehen.</p>
      <p begin="00:44:25.809" xml:id="p473" end="00:44:27.974">Dies ist aber auch nicht auszuschließen,</p>
      <p begin="00:44:27.974" xml:id="p474" end="00:44:33.108">weil deutsche Gerichte Vorlagen in dieser Sache<br />an den Europäischen Gerichtshof gegeben haben.</p>
      <p begin="00:44:33.108" xml:id="p475" end="00:44:39.407">Deshalb hat die Bundesregierung einen Staatssekretärsausschuss<br />unter Federführung des Innen- und des Sozialministeriums gebildet,</p>
      <p begin="00:44:39.407" xml:id="p476" end="00:44:47.808">der die offenen Fragen klären wird und mit heute schon besonders<br />betroffenen Kommunen Hilfsmöglichkeiten des Bundes bespricht.</p>
      <p begin="00:44:47.809" xml:id="p477" end="00:44:54.631">Applaus</p>
      <p begin="00:44:54.631" xml:id="p478" end="00:45:00.129">Als Land in der Mitte Europas ist Deutschland auf <br />eine funktionierende Infrastruktur zwingend angewiesen.</p>
      <p begin="00:45:00.129" xml:id="p479" end="00:45:06.730">Wir haben entschieden, das Verkehrsministerium<br />zu einem Infrastrukturministerium auszubauen.</p>
      <p begin="00:45:06.730" xml:id="p480" end="00:45:14.830">Wir werden in die klassischen Verkehrsstrukturen allein aus<br />Bundesmitteln bis 2017 5 Milliarden Euro mehr investieren.</p>
      <p begin="00:45:14.830" xml:id="p481" end="00:45:19.030">Wir werden die streckenbezogene<br />Nutzungsgebühr für Lkw ausweiten.</p>
      <p begin="00:45:19.030" xml:id="p482" end="00:45:23.157">Für ausländische Pkw werden wir eine<br />Gebühr auf Autobahnen einführen,</p>
      <p begin="00:45:23.157" xml:id="p483" end="00:45:28.157">ohne dass der deutsche Fahrzeughalter<br />stärker als heute belastet wird.</p>
      <p begin="00:45:28.158" xml:id="p484" end="00:45:34.452">Applaus</p>
      <p begin="00:45:34.452" xml:id="p485" end="00:45:42.989">Erweitert werden die Zuständigkeiten des Verkehrsministeriums<br />um die Aufgaben der digitalen Infrastruktur.</p>
      <p begin="00:45:44.149" xml:id="p486" end="00:45:46.106">– Warten Sie es doch einfach mal ab!</p>
      <p begin="00:45:47.639" xml:id="p487" end="00:45:53.798">Applaus</p>
      <p begin="00:45:53.798" xml:id="p488" end="00:45:57.154">Bis dahin gibt es doch auch noch eine Menge<br />anderer Sachen zu tun. Also wirklich!</p>
      <p begin="00:46:05.267" xml:id="p489" end="00:46:10.623">Erweitert werden die Zuständigkeiten<br />des Verkehrsministeriums um die Aufgaben ...</p>
      <p begin="00:46:11.911" xml:id="p490" end="00:46:15.254">– Einfach noch mal zuhören.</p>
      <p begin="00:46:15.254" xml:id="p491" end="00:46:21.856">... die Zuständigkeiten des Verkehrsministeriums<br />um die Aufgaben der digitalen Infrastruktur erweitert.</p>
      <p begin="00:46:21.856" xml:id="p492" end="00:46:26.766">2018 soll jeder Deutsche Zugang<br />zum schnellen Internet haben.</p>
      <p begin="00:46:26.766" xml:id="p493" end="00:46:30.066">Hier geht es nicht einfach<br />um ein technisches Ziel,</p>
      <p begin="00:46:30.366" xml:id="p494" end="00:46:36.666">hier geht es gerade für Menschen im ländlichen Raum<br />um gleichwertige Chancen zur Teilhabe an Bildung,</p>
      <p begin="00:46:36.666" xml:id="p495" end="00:46:40.866">medizinischer Versorgung und<br />wirtschaftlicher Tätigkeit.</p>
      <p begin="00:46:40.891" xml:id="p496" end="00:46:46.898">Applaus</p>
      <p begin="00:46:46.898" xml:id="p497" end="00:46:52.337">Dazu werden wir alle Kräfte zum<br />Netzausbau in einer Netzallianz bündeln.</p>
      <p begin="00:46:52.337" xml:id="p498" end="00:46:57.649">Die europäischen und internationalen<br />Investitionsbedingungen müssen verbessert werden.</p>
      <p begin="00:46:57.649" xml:id="p499" end="00:47:00.666">Dies ist unerlässlich,<br />wenn wir uns klarmachen,</p>
      <p begin="00:47:00.966" xml:id="p500" end="00:47:08.166">welch technologischer Unterschied schon heute in vielen<br />Bereichen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika,</p>
      <p begin="00:47:08.466" xml:id="p501" end="00:47:12.066">asiatischen Ländern und Europa besteht.</p>
      <p begin="00:47:12.366" xml:id="p502" end="00:47:16.266">Liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />wir spüren immer mehr,</p>
      <p begin="00:47:16.266" xml:id="p503" end="00:47:21.066">welch tiefgreifendem Wandel unsere Gesellschaft<br />durch die Digitalisierung ausgesetzt ist.</p>
      <p begin="00:47:21.366" xml:id="p504" end="00:47:28.266">Bildung, Ausbildung, der Arbeitsalltag, <br />die industrielle Produktion verändern sich.</p>
      <p begin="00:47:28.566" xml:id="p505" end="00:47:32.467">Informationen aus der ganzen<br />Welt sind in Sekunden verfügbar.</p>
      <p begin="00:47:32.767" xml:id="p506" end="00:47:36.366">Die Kommunikation der Menschen<br />ist schier grenzenlos.</p>
      <p begin="00:47:36.366" xml:id="p507" end="00:47:42.066">Daten über jeden Einzelnen können in<br />beliebigem Umfang gespeichert werden.</p>
      <p begin="00:47:42.366" xml:id="p508" end="00:47:49.266">Wir wollen, dass das Internet eine Verheißung<br />bleibt; deshalb wollen wir es schützen.</p>
      <p begin="00:47:53.022" xml:id="p509" end="00:47:59.466">– Ja, wir wollen, dass es für die Menschen, so wie<br />es heute viele erleben, eine Verheißung bleibt.</p>
      <p begin="00:47:59.466" xml:id="p510" end="00:48:10.865">Allerdings heißt das: Wir wollen es schützen vor<br />Zerstörung von innen durch kriminellen Missbrauch</p>
      <p begin="00:48:11.165" xml:id="p511" end="00:48:16.867">und durch intransparente,<br />allumfassende Kontrolle von außen.</p>
      <p begin="00:48:17.167" xml:id="p512" end="00:48:18.882">Der bisherige ...</p>
      <p begin="00:48:18.882" xml:id="p513" end="00:48:23.934">Applaus</p>
      <p begin="00:48:23.934" xml:id="p514" end="00:48:28.733">Der bisherige rechtliche Rahmen für eine<br />vernünftige Balance von Freiheit und Sicherheit</p>
      <p begin="00:48:29.033" xml:id="p515" end="00:48:32.933">– das ist offensichtlich geworden – <br />reicht nicht mehr aus.</p>
      <p begin="00:48:33.233" xml:id="p516" end="00:48:36.918">Einen internationalen<br />Rechtsrahmen gibt es noch nicht.</p>
      <p begin="00:48:36.918" xml:id="p517" end="00:48:39.318">Das heißt, wir betreten Neuland.</p>
      <p begin="00:48:39.618" xml:id="p518" end="00:48:45.917">Jeder Einzelne von uns ist davon betroffen.</p>
      <p begin="00:48:46.217" xml:id="p519" end="00:48:51.018">Deshalb wird die Bundesregierung in diesem Jahr<br />unter der gemeinsamen Federführung des Innen-,</p>
      <p begin="00:48:51.318" xml:id="p520" end="00:48:55.518">des Wirtschafts- und des Infrastrukturministeriums<br />eine digitale Agenda erstellen</p>
      <p begin="00:48:55.818" xml:id="p521" end="00:48:58.518">und im Laufe der<br />Legislaturperiode umsetzen.</p>
      <p begin="00:48:58.818" xml:id="p522" end="00:49:04.518">Wir arbeiten an einer europäischen<br />Datenschutzgrundverordnung mit Hochdruck.</p>
      <p begin="00:49:04.818" xml:id="p523" end="00:49:07.518">Aber wir achten dabei sehr darauf,</p>
      <p begin="00:49:07.518" xml:id="p524" end="00:49:16.852">dass der deutsche Datenschutz durch die Vereinheitlichung des<br />europäischen Datenschutzes nicht unverhältnismäßig geschwächt wird.</p>
      <p begin="00:49:16.853" xml:id="p525" end="00:49:21.391">Applaus</p>
      <p begin="00:49:21.391" xml:id="p526" end="00:49:26.113">Mit großer Wucht sind wir vor einem halben<br />Jahr durch Informationen von Edward Snowden</p>
      <p begin="00:49:26.113" xml:id="p527" end="00:49:32.212">über die Arbeitsweise der amerikanischen Nachrichtendienste<br />mit Fragen der Datensicherheit konfrontiert worden.</p>
      <p begin="00:49:32.512" xml:id="p528" end="00:49:37.312">Niemand, der politische Verantwortung<br />trägt, kann ernsthaft bestreiten,</p>
      <p begin="00:49:37.312" xml:id="p529" end="00:49:40.912">dass die Arbeit der Nachrichtendienste<br />für unsere Sicherheit,</p>
      <p begin="00:49:41.212" xml:id="p530" end="00:49:44.512">für den Schutz unserer Bürgerinnen<br />und Bürger unverzichtbar ist.</p>
      <p begin="00:49:44.512" xml:id="p531" end="00:49:48.712">Niemand, der politische Verantwortung<br />trägt, kann ernsthaft bestreiten,</p>
      <p begin="00:49:49.011" xml:id="p532" end="00:49:53.812">dass die Arbeit der Nachrichtendienste<br />im Zeitalter asymmetrischer Bedrohung,</p>
      <p begin="00:49:54.111" xml:id="p533" end="00:50:00.712">für die der 11. September exemplarisch steht,<br />noch wichtiger als ohnehin schon geworden ist.</p>
      <p begin="00:50:00.712" xml:id="p534" end="00:50:08.212">Gerade um diese Gefahren bannen zu können, ist nicht nur die<br />Arbeit unserer eigenen Dienste von großer Bedeutung für uns,</p>
      <p begin="00:50:08.212" xml:id="p535" end="00:50:14.511">sondern ebenso die Zusammenarbeit mit<br />Nachrichtendiensten unserer Verbündeten und Partner.</p>
      <p begin="00:50:14.811" xml:id="p536" end="00:50:17.811">Es kann gar nicht oft genug betont werden,</p>
      <p begin="00:50:18.111" xml:id="p537" end="00:50:23.212">dass wir gerade unseren amerikanischen<br />Partnern wertvolle Informationen verdanken.</p>
      <p begin="00:50:23.212" xml:id="p538" end="00:50:30.112">Umgekehrt leisten innerhalb dieser internationalen<br />Kooperation auch unsere eigenen Dienste wertvolle Beiträge.</p>
      <p begin="00:50:30.112" xml:id="p539" end="00:50:34.312">Das Parlamentarische Kontrollgremium<br />wird jeweils darüber unterrichtet.</p>
      <p begin="00:50:34.612" xml:id="p540" end="00:50:40.311">Aber niemand, der politische Verantwortung<br />trägt, kann auch ernsthaft bestreiten, dass das,</p>
      <p begin="00:50:40.311" xml:id="p541" end="00:50:44.511">was wir seit einem halben Jahr über die Arbeit<br />insbesondere der amerikanischen Nachrichtendienste</p>
      <p begin="00:50:44.511" xml:id="p542" end="00:50:48.948">zur Kenntnis nehmen müssen, <br />ganz grundsätzliche Fragen aufwirft.</p>
      <p begin="00:50:48.948" xml:id="p543" end="00:50:52.209">Es geht um die Frage der<br />Verhältnismäßigkeit.</p>
      <p begin="00:50:52.209" xml:id="p544" end="00:50:57.310">Es geht darum, in welchem Verhältnis<br />zur Gefahr die Mittel stehen,</p>
      <p begin="00:50:57.610" xml:id="p545" end="00:51:00.310">die wir dann wählen, um<br />dieser Gefahr zu begegnen.</p>
      <p begin="00:51:00.610" xml:id="p546" end="00:51:06.309">Die Bundesregierung trägt Verantwortung für den Schutz<br />unserer Bürgerinnen und Bürger vor Anschlägen und Kriminalität,</p>
      <p begin="00:51:06.610" xml:id="p547" end="00:51:13.210">und sie trägt Verantwortung für den Schutz unserer<br />Bürgerinnen und Bürger vor Angriffen auf ihre Privatsphäre.</p>
      <p begin="00:51:13.510" xml:id="p548" end="00:51:17.410">Sie trägt Verantwortung für<br />unsere Freiheit und Sicherheit.</p>
      <p begin="00:51:17.710" xml:id="p549" end="00:51:22.210">Seit jeher stehen Freiheit und Sicherheit<br />in einem gewissen Konflikt zueinander.</p>
      <p begin="00:51:22.510" xml:id="p550" end="00:51:27.610">Sie müssen durch Recht und Gesetz immer<br />wieder in der Balance gehalten werden.</p>
      <p begin="00:51:27.610" xml:id="p551" end="00:51:36.010">Wir kennen das in Deutschland ja zu gut aus unseren langen<br />Diskussionen um Wohnraumüberwachung und Vorratsdatenspeicherung.</p>
      <p begin="00:51:36.310" xml:id="p552" end="00:51:41.710">Kann es also richtig sein, dass unsere engsten<br />Partner wie die Vereinigten Staaten von Amerika</p>
      <p begin="00:51:42.010" xml:id="p553" end="00:51:48.010">oder Großbritannien sich Zugang zu allen<br />denkbaren Daten mit der Begründung verschaffen,</p>
      <p begin="00:51:48.309" xml:id="p554" end="00:51:51.910">dies diene der eigenen Sicherheit<br />und der Sicherheit der Partner?</p>
      <p begin="00:51:52.210" xml:id="p555" end="00:51:56.110">Wir hätten also auch etwas davon.<br />Kann es richtig sein,</p>
      <p begin="00:51:56.110" xml:id="p556" end="00:52:00.010">dass man auch deshalb so handele, weil<br />andere auf der Welt es genauso machten?</p>
      <p begin="00:52:00.010" xml:id="p557" end="00:52:05.710">Kann es richtig sein, wenn es zum Schluss gar nicht mehr<br />allein um die Abwehr terroristischer Gefahren geht,</p>
      <p begin="00:52:05.710" xml:id="p558" end="00:52:08.110">sondern darum, sich auch<br />gegenüber Verbündeten,</p>
      <p begin="00:52:08.410" xml:id="p559" end="00:52:13.510">zum Beispiel für Verhandlungen bei G-20-Gipfeln<br />oder UN-Sitzungen, Vorteile zu verschaffen –</p>
      <p begin="00:52:13.510" xml:id="p560" end="00:52:19.209">Vorteile, die nach meiner jahrelangen Erfahrung<br />sowieso völlig zu vernachlässigen sind?</p>
      <p begin="00:52:19.509" xml:id="p561" end="00:52:22.571">Unsere Antwort kann nur lauten:</p>
      <p begin="00:52:22.571" xml:id="p562" end="00:52:28.092">Applaus</p>
      <p begin="00:52:28.092" xml:id="p563" end="00:52:33.710">Unsere Antwort kann nur lauten:<br />Nein, das kann nicht richtig sein.</p>
      <p begin="00:52:33.711" xml:id="p564" end="00:52:41.477">Applaus</p>
      <p begin="00:52:41.477" xml:id="p565" end="00:52:48.991">Denn es berührt den Kern dessen, was die Zusammenarbeit<br />befreundeter und verbündeter Staaten ausmacht:</p>
      <p begin="00:52:48.991" xml:id="p566" end="00:52:55.291">Vertrauen. Vertrauen ist die Grundlage für<br />Frieden und Freundschaft zwischen den Völkern.</p>
      <p begin="00:52:55.591" xml:id="p567" end="00:53:00.391">Vertrauen ist erst recht die Grundlage für<br />die Zusammenarbeit verbündeter Staaten.</p>
      <p begin="00:53:00.691" xml:id="p568" end="00:53:07.291">Ein Vorgehen, bei dem der Zweck die Mittel<br />heiligt, bei dem alles, was technisch machbar ist,</p>
      <p begin="00:53:07.291" xml:id="p569" end="00:53:11.791">auch gemacht wird, verletzt<br />Vertrauen; es sät Misstrauen.</p>
      <p begin="00:53:12.091" xml:id="p570" end="00:53:17.191">Am Ende gibt es nicht mehr,<br />sondern weniger Sicherheit.</p>
      <p begin="00:53:17.192" xml:id="p571" end="00:53:24.025">Applaus</p>
      <p begin="00:53:24.025" xml:id="p572" end="00:53:26.824">Darüber reden wir mit den<br />Vereinigten Staaten von Amerika.</p>
      <p begin="00:53:27.124" xml:id="p573" end="00:53:31.924">Ich bin überzeugt, dass Freunde und Verbündete<br />in der Lage und willens sein müssen,</p>
      <p begin="00:53:31.924" xml:id="p574" end="00:53:38.824">Grundsätze ihrer Zusammenarbeit auch auf dem<br />Gebiet der Abwehr von Bedrohungen zu vereinbaren,</p>
      <p begin="00:53:38.824" xml:id="p575" end="00:53:41.823">und zwar in ihrem jeweils<br />eigenen Interesse.</p>
      <p begin="00:53:41.823" xml:id="p576" end="00:53:45.425">Die Vorstellungen sind<br />heute weit auseinander.</p>
      <p begin="00:53:45.725" xml:id="p577" end="00:53:52.524">Viele sagen, die Versuche für eine solche Vereinbarung seien von<br />vornherein zum Scheitern verurteilt, ein unrealistisches Unterfangen.</p>
      <p begin="00:53:52.524" xml:id="p578" end="00:53:59.724">Mag sein. Mit Sicherheit wird das Problem nicht schon<br />durch eine Reise von mir gelöst und abgeschlossen sein.</p>
      <p begin="00:53:59.724" xml:id="p579" end="00:54:04.224">Mit Sicherheit wäre auch der Abbruch<br />von Gesprächen in anderen Bereichen,</p>
      <p begin="00:54:04.524" xml:id="p580" end="00:54:08.724">wie etwa denen über ein transatlantisches<br />Freihandelsabkommen, nicht wirklich hilfreich.</p>
      <p begin="00:54:08.724" xml:id="p581" end="00:54:16.225">Auch andere sogenannte Hebel, wie es in diesen Tagen so<br />oft heißt, die Amerika zum Umdenken zwingen könnten,</p>
      <p begin="00:54:16.225" xml:id="p582" end="00:54:18.924">gibt es nach meiner Auffassung nicht.</p>
      <p begin="00:54:18.924" xml:id="p583" end="00:54:23.424">Trotzhaltungen haben im Übrigen<br />noch nie zum Erfolg geführt.</p>
      <p begin="00:54:23.724" xml:id="p584" end="00:54:33.324">Ich führe – und das mit allem Nachdruck – diese Gespräche mit<br />der Kraft unserer Argumente, nicht mehr und nicht weniger.</p>
      <p begin="00:54:33.624" xml:id="p585" end="00:54:35.453">Aber ich glaube, wir haben davon gute.</p>
      <p begin="00:54:35.453" xml:id="p586" end="00:54:41.185">Applaus</p>
      <p begin="00:54:41.185" xml:id="p587" end="00:54:44.489">Der Weg ist lang; <br />aber lohnend ist er allemal.</p>
      <p begin="00:54:44.489" xml:id="p588" end="00:54:51.208">Denn die Möglichkeiten der digitalen Rundumerfassung<br />der Menschen berühren unser Leben im Kern.</p>
      <p begin="00:54:51.208" xml:id="p589" end="00:54:58.108">Es handelt sich deshalb um eine ethische Aufgabe, die weit<br />über die sicherheitspolitische Komponente hinausweist.</p>
      <p begin="00:54:58.108" xml:id="p590" end="00:55:05.007">Milliarden Menschen, die in undemokratischen<br />Staaten leben, schauen heute sehr genau,</p>
      <p begin="00:55:05.307" xml:id="p591" end="00:55:09.207">wie die demokratische Welt auf<br />Bedrohungen ihrer Sicherheit reagiert,</p>
      <p begin="00:55:09.507" xml:id="p592" end="00:55:16.707">ob sie in souveräner Selbstsicherheit umsichtig<br />handelt oder ob sie an jenem Ast sägt,</p>
      <p begin="00:55:17.006" xml:id="p593" end="00:55:20.607">der sie in den Augen genau dieser<br />Milliarden Menschen so attraktiv macht</p>
      <p begin="00:55:20.607" xml:id="p594" end="00:55:24.807">– an der Freiheit und der<br />Würde des einzelnen Menschen.</p>
      <p begin="00:55:24.832" xml:id="p595" end="00:55:31.446">Applaus</p>
      <p begin="00:55:31.446" xml:id="p596" end="00:55:34.660">Doch bei allen Konflikten,<br />bei allen Enttäuschungen,</p>
      <p begin="00:55:34.660" xml:id="p597" end="00:55:39.008">bei allen Interessenunterschieden werde<br />ich wieder und wieder deutlich machen:</p>
      <p begin="00:55:39.008" xml:id="p598" end="00:55:44.707">Deutschland kann sich keinen besseren Partner<br />wünschen als die Vereinigten Staaten von Amerika.</p>
      <p begin="00:55:44.707" xml:id="p599" end="00:55:52.207">Die deutsch-amerikanische und die transatlantische Partnerschaft<br />sind und bleiben für uns von überragender Bedeutung.</p>
      <p begin="00:55:52.208" xml:id="p600" end="00:55:59.429">Applaus</p>
      <p begin="00:55:59.429" xml:id="p601" end="00:56:01.928">Zusammen sind wir in<br />Afghanistan im Einsatz.</p>
      <p begin="00:56:01.928" xml:id="p602" end="00:56:06.728">Deutschland ist bereit, sich auch nach 2014<br />an der Ausbildung der Sicherheitskräfte</p>
      <p begin="00:56:07.027" xml:id="p603" end="00:56:10.628">und am wirtschaftlichen Aufbau<br />des Landes zu beteiligen.</p>
      <p begin="00:56:10.628" xml:id="p604" end="00:56:14.019">Voraussetzung ist, dass Präsident Karzai –<br />das sage ich allerdings mit allem Nachdruck;</p>
      <p begin="00:56:14.019" xml:id="p605" end="00:56:16.507">ich habe es neulich auch persönlich<br />dem Präsidenten gesagt –</p>
      <p begin="00:56:16.507" xml:id="p606" end="00:56:22.533">das Sicherheitsabkommen mit den<br />USA und der NATO unterzeichnet.</p>
      <p begin="00:56:22.533" xml:id="p607" end="00:56:29.406">Deutschland beteiligt sich an Einsätzen im Kosovo,<br />vor den Küsten Somalias und des Libanon oder in Mali.</p>
      <p begin="00:56:29.406" xml:id="p608" end="00:56:36.305">Das Mandat in Mali zur Ausbildung malischer Sicherheitskräfte<br />wollen wir nicht nur fortsetzen, sondern auch verstärken.</p>
      <p begin="00:56:36.605" xml:id="p609" end="00:56:40.207">Hinzu kommt die Frage, wie Deutschland<br />seinen Verbündeten Frankreich</p>
      <p begin="00:56:40.506" xml:id="p610" end="00:56:46.506">gegebenenfalls bei der europäischen Überbrückungsmission<br />in der Zentralafrikanischen Republik unterstützen kann;</p>
      <p begin="00:56:46.506" xml:id="p611" end="00:56:51.006">ich sage: gegebenenfalls. Hierbei geht es<br />nicht um einen deutschen Kampfeinsatz,</p>
      <p begin="00:56:51.006" xml:id="p612" end="00:56:56.106">sondern allenfalls um unsere Fähigkeit<br />zur Rettung und Behandlung Verwundeter.</p>
      <p begin="00:56:56.106" xml:id="p613" end="00:57:02.706">Immer gilt: Kein Konflikt kann<br />allein militärisch gelöst werden.</p>
      <p begin="00:57:02.706" xml:id="p614" end="00:57:04.505">Das leitet die Bundesregierung.</p>
      <p begin="00:57:04.505" xml:id="p615" end="00:57:11.706">Deutsche Außen- und Sicherheitspolitik setzt auf<br />die Vernetzung militärischer und ziviler Mittel,</p>
      <p begin="00:57:11.706" xml:id="p616" end="00:57:15.306">und darin sehen wir uns in den<br />letzten Jahren noch mehr bestärkt.</p>
      <p begin="00:57:15.606" xml:id="p617" end="00:57:19.506">2015 übernimmt Deutschland<br />die G-8-Präsidentschaft.</p>
      <p begin="00:57:19.506" xml:id="p618" end="00:57:24.006">In dem Jahr werden die Vereinten Nationen<br />neue Entwicklungsziele festlegen.</p>
      <p begin="00:57:24.306" xml:id="p619" end="00:57:29.406">Unsere Präsidentschaft wird deshalb auch im Zeichen<br />dieser Neuausrichtung der Entwicklungsziele stehen.</p>
      <p begin="00:57:29.705" xml:id="p620" end="00:57:35.351">Herr Präsident, meine Damen und<br />Herren, nicht Partikularinteressen</p>
      <p begin="00:57:35.351" xml:id="p621" end="00:57:38.989">sondern der Mensch steht im<br />Mittelpunkt, unseres Handelns,</p>
      <p begin="00:57:38.989" xml:id="p622" end="00:57:42.421">Unser Kompass ist die<br />soziale Marktwirtschaft.</p>
      <p begin="00:57:42.421" xml:id="p623" end="00:57:47.654">Damit setzen wir auf solide Finanzen,<br />Investitionen in die Zukunft,</p>
      <p begin="00:57:47.654" xml:id="p624" end="00:57:52.327">die Stärkung des gesellschaftlichen<br />Zusammenhalts und Deutschlands Fähigkeit,</p>
      <p begin="00:57:52.627" xml:id="p625" end="00:57:55.928">Verantwortung in Europa und<br />der Welt zu übernehmen</p>
      <p begin="00:57:55.928" xml:id="p626" end="00:58:01.375">– für unsere Werte und für unsere<br />Interessen und in dem Bewusstsein,</p>
      <p begin="00:58:01.375" xml:id="p627" end="00:58:05.108">dass sie sich weltweit stets<br />aufs Neue behaupten müssen.</p>
      <p begin="00:58:05.108" xml:id="p628" end="00:58:10.474">Es ist in diesem Jahr 100 Jahre her,<br />dass der Erste Weltkrieg ausbrach.</p>
      <p begin="00:58:10.774" xml:id="p629" end="00:58:15.152">Er war die erste große Katastrophe<br />des 20. Jahrhunderts,</p>
      <p begin="00:58:15.152" xml:id="p630" end="00:58:18.268">der alsbald die zweite folgen sollte:</p>
      <p begin="00:58:18.268" xml:id="p631" end="00:58:24.418">der Zivilisationsbruch der Schoah und der<br />Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren.</p>
      <p begin="00:58:24.418" xml:id="p632" end="00:58:31.473">Die anschließend folgende europäische Einigung,<br />die uns Frieden, Freiheit und Wohlstand gebracht hat,</p>
      <p begin="00:58:31.473" xml:id="p633" end="00:58:35.230">erscheint aus dieser<br />Perspektive wie ein Wunder.</p>
      <p begin="00:58:35.531" xml:id="p634" end="00:58:38.230">Wir leben heute in einer<br />politischen Ordnung,</p>
      <p begin="00:58:38.530" xml:id="p635" end="00:58:44.672">in der nicht wie vor 100 Jahren wenige in geheimer<br />Diplomatie die Geschicke Europas bestimmen,</p>
      <p begin="00:58:44.672" xml:id="p636" end="00:58:48.759">sondern in der alle<br />28 Mitgliedstaaten gleichberechtigt</p>
      <p begin="00:58:48.759" xml:id="p637" end="00:58:51.976">und im Zusammenwirken <br />mit den europäischen Institutionen</p>
      <p begin="00:58:51.976" xml:id="p638" end="00:58:56.046">zum Wohl der Bürgerinnen <br />und Bürger gemeinsam gestalten.</p>
      <p begin="00:58:56.046" xml:id="p639" end="00:59:02.204">Das Europäische Parlament, das gut <br />375 Millionen Menschen im Mai neu wählen werden,</p>
      <p begin="00:59:02.204" xml:id="p640" end="00:59:09.619">und die nationalen Parlamente sorgen für die notwendige<br />demokratische Legitimität und Öffentlichkeit.</p>
      <p begin="00:59:09.619" xml:id="p641" end="00:59:13.852">Vor 65 Jahren wurde die<br />Bundesrepublik Deutschland gegründet.</p>
      <p begin="00:59:13.852" xml:id="p642" end="00:59:16.390">Vor 25 Jahren fiel die Mauer.</p>
      <p begin="00:59:16.390" xml:id="p643" end="00:59:20.450">Vor 10 Jahren erlebten wir den<br />Beginn der EU-Osterweiterung.</p>
      <p begin="00:59:20.450" xml:id="p644" end="00:59:26.127">Weitere Grenzen in Europa<br />konnten abgebaut werden.</p>
      <p begin="00:59:26.127" xml:id="p645" end="00:59:32.741">Wir Deutschen und wir Europäer, <br />wir sind heute zu unserem Glück vereint.</p>
      <p begin="00:59:32.741" xml:id="p646" end="00:59:43.211">Die neue Bundesregierung ...<br />Applaus</p>
      <p begin="00:59:43.211" xml:id="p647" end="00:59:49.236">Die neue Bundesregierung will dazu beitragen,<br />dieses Glück zu schützen und zu wahren,</p>
      <p begin="00:59:49.236" xml:id="p648" end="00:59:53.823">indem wir die Quellen guten<br />Lebens allen zugänglich machen:</p>
      <p begin="00:59:53.823" xml:id="p649" end="01:00:01.030">Freiheit, politische Stabilität, Rechtsstaatlichkeit,<br />wirtschaftliche Stärke, Gerechtigkeit.</p>
      <p begin="01:00:01.030" xml:id="p650" end="01:00:05.760">Das ist unser Auftrag, und dafür<br />bitte ich Sie um Ihre Unterstützung.</p>
      <p begin="01:00:05.760" xml:id="p651" end="01:00:07.133">Herzlichen Dank.</p>
      <p begin="01:00:07.158" xml:id="p652" end="01:00:11.078">Applaus</p>

  </div>
  </body>
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