Andere Länder, andere Führerscheine

Im Ausland unterwegs

Andere Länder, andere Führerscheine

Zuhause wie im Ausland gilt: Wer motorisiert unterwegs ist, braucht einen gültigen Führerschein. Das deutsche Dokument allein wird allerdings nicht in allen Ländern anerkannt. Deshalb sollten sich Reisende vor der Abfahrt informieren, ob und wo ein Internationaler Führerschein notwendig ist.

Jemand hält einen EU-Führerschein in der Hand.

Nicht in allen Ländern außerhalb Europas wird der deutsche Führerschein akzeptiert.

Foto: Bundesregierung/Stutterheim

Autofahrer sollten ihren Führerschein immer griffbereit haben. Damit sind sie in der Regel auf der sicheren Seite - sowohl bei Verkehrskontrollen als auch am Abholschalter der Autovermietung. Wichtig dabei ist: Das Dokument muss nicht nur gültig sein, sondern darüber hinaus von den Behörden des jeweiligen Reiselandes anerkannt werden. Letzteres ist nämlich nicht überall der Fall.

Deutsche Fahrerlaubnis in Europa

Mit Entscheidung der EU-Kommission vom 21. März 2000 ist der deutsche Führerschein in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) uneingeschränkt gültig – also in allen EU-Staaten plus Norwegen, Island und Liechtenstein. Das gilt für den Führerschein im Kreditkartenformat sowie für den grauen "Lappen" und dessen rosafarbenen Nachfolger.

Seit dem 19. Januar 2013 stellen die Behörden der EWR-Mitgliedstaaten nur noch den neuen EU-Führerschein im Kreditkartenformat aus. Führerscheine, die vor diesem Stichtag ausgegeben wurden, behalten ihre Gültigkeit. Sie müssen aber bis spätestens 2033 umgetauscht werden. Der EU-Führerschein ist auf fünfzehn Jahre befristet - die Fahrerlaubnis selbst bleibt aber bestehen.

Eine Übersicht, in welchen Ländern innerhalb Europas der deutsche Führerschein ausreicht, hält der ADAC auf seiner Internetseite bereit.

Warum ein Internationaler Führerschein?

Wer dagegen ins außereuropäische Ausland reist, sollte zusätzlich zum deutschen Führerschein stets den Internationalen Führerschein mitführen. In einigen Ländern - etwa Argentinien, Namibia oder Singapur - ist er sogar Pflicht. Der Internationale Führerschein macht es Behörden und Polizisten im Ausland einfacher, die Fahrerlaubnis zu kontrollieren.

Bei Reisen in die USA zum Beispiel wird die Mitnahme des Internationalen Führerscheins dringend empfohlen. Denn: Zwischen Deutschland und den USA existiert kein offizielles Abkommen zur Anerkennung des jeweils anderen Führerscheins. Darüber hinaus ist die Rechtslage in den einzelnen US-Bundesstaaten nicht eindeutig.

Ebenfalls empfohlen wird der Internationale Führerschein in folgenden Reiseländern: Dominikanische Republik, Dubai, Indien, Kanada, Kuba, Mexiko, Türkei.

Pflicht ist der Internationale Führerschein dagegen in Australien, wo ihn einige Bundesstaaten zwingend vorschreiben. Das gleiche gilt in Ägypten, Indonesien, Südafrika, Thailand und Vietnam. Einige asiatische Staaten, darunter China und Indonesien, erkennen den Internationalen Führerschein überhaupt nicht an - hier ist man auch beim Mietwagen auf einen einheimischen Fahrer angewiesen.

Und so geht’s...

Beantragen können Pkw-Fahrer den Internationalen Führerschein bei ihrer örtlichen Fahrerlaubnisbehörde. Dafür wird neben dem deutschen Führerschein auch ein biometrisches Foto benötigt. Die Gebühren liegen bei etwa 16 Euro. Der Internationale Führerschein ist in Verbindung mit dem regulären Dokument drei Jahre lang gültig.

Über die Bestimmungen zum Internationalen Führerschein im Ausland informieren die jeweiligen deutschen Auslandsvertretungen im Zielland. Grundsätzlich aber gilt: Die Mitnahme des Internationalen Führerscheins ist immer hilfreich und verhindert bürokratische Unannehmlichkeiten, Geldbußen oder sogar Haftstrafen.

Gut zu wissen: Sofern noch ein alter Papier-Führerschein vorhanden ist, wird bei Beantragung des Internationalen Führerscheins automatisch ein aktueller EU-Führerschein im Scheckkartenformat ausgestellt. Durch diesen Umtausch entstehen zusätzliche Kosten.

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