Finanzen

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Ob für einen geplanten Immobilienkauf, eine zusätzliche Altersvorsorge oder schlicht zum Sparen: Verbraucher möchten ihr Geld sicher anlegen. Andere suchen einen guten Kredit. Wie sie diese Wünsche aber in die Tat umsetzen sollen, ist vielen häufig unklar. Transparente Informationen und eine gute Beratung sind da besonders wichtig.

Mitarbeiter einer Bank im Gespräch.

Nutzen Sie ein Beratungsgespräch bei Ihrem Geldinstitut.

Foto: Burkhard Peter

Mit ihrer Qualitätsoffensive für Verbraucherfinanzen hat die Bundesregierung den Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen in den Fokus genommen. Zahlreiche Verbesserungen für Verbraucher wurden bereits erreicht. Etwa bei Informationspflichten und Beratungsangeboten.

Regeln, um Verbraucher zu schützen

Finanzinstitute sind verpflichtet, ähnlich einem "Beipackzettel" in einem Informationsblatt knapp und verständlich über die wichtigsten Eigenschaften eines Anlageprodukts zu informieren. In einem Beratungsprotokoll sind darüber hinaus vor allem die Beratung als solche, die Anliegen des Kunden und seine persönliche Situation festzuhalten.

Um es "Schwarzen Schafen" schwer zu machen, müssen Anlageberater und die Vertriebsbeauftragten der Banken bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registriert sein. Anleger sind zudem stärker durch Regelungen gegen Falschberatung am "Grauen Kapitalmarkt" geschützt. Für gewerbliche Finanzanlagenvermittler, Investmentfonds und Vermögensanlagen gelten die gleichen strengen Anforderungen wie für Bankberater.

Besser unabhängige Informationen einholen

Für Verbraucher empfiehlt es sich immer, zusätzlich unabhängige Informationen einzuholen. Dafür müssen sie wissen, welchen Anlageberater sie vor sich haben: einen Vermittler, der vom Verkauf von Finanzprodukten profitiert, oder einen unabhängigen Berater, dessen Dienst der Kunde selbst vergütet. Die Bundesregierung hat deshalb zwei wichtige Berufsbezeichnungen geschützt und an bestimmte Anforderungen geknüpft. Der "Honorar-Finanzanlagenberater" berät seine Kunden selbständig und verkauft Finanzprodukte rein auf Honorarbasis, ohne Provision. Davon zu unterscheiden ist der "Honorar- Anlageberater". Auch er verzichtet auf Provisionseinnahmen, ist aber für ein Kredit- und Finanzinstitut oder ein anderes Unternehmen tätig, das Dienstleistungen im Zusammenhang mit Wertpapieren erbringt.

Genau überlegen, was man will

Man sollte für das Gespräch mit dem Finanzberater gut vorbereitet sein. Es empfiehlt sich, vorher genau zu überdenken, 

  • welche Ziele man mit der Geldanlage verfolgt,
  • welchen Gewinn man erwartet,
  • wie viel man anlegen kann,
  • wie lange die Anlage erfolgen soll,
  • wie die persönliche Finanzlage und Lebenssituation aussieht – steht man am Anfang des Berufslebens, ist eine Familie zu versorgen – und
  • welches Risiko man tragen will und kann.

Grauer Kapitalmarkt strenger geregelt

Damit Anleger nicht Opfer von unseriösen Geldanlagen werden, wurden für den "Grauen Kapitalmarkt" strengere Vorschriften erlassen. Finanzdienstleister müssen die Risiken von Anlagen detailliert darlegen. Werbung muss mit einem deutlichen Warnhinweis versehen werden. Unseriöse Werbung kann von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beschränkt oder verboten werden. Trotzdem sollten Anleger selbst auch Vorsicht walten lassen.

Mehr Verbraucherschutz beim Immobilienkauf

Um Verbraucher vor finanziellen Schäden durch einen Immobilienkauf zu schützen, müssen gewerbliche Immobilienmakler und Wohnungseigentumsverwalter künftig unter anderem einen Sachkundeausweis und eine Berufshaftpflichtversicherung nachweisen. Um vor Überschuldung zu schützen, sind Finanzinstitute verpflichtet, bei der Kreditvergabe die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden strenger zu prüfen als bislang.

Kontowechsel leicht gemacht

Viele Verbraucher haben aufgrund des befürchteten Aufwands bislang von einem Kontowechsel abgesehen – selbst wenn die Kontogebühren zu hoch oder eine andere Bank besser erreichbar war. Seit September 2016 sind Finanzinstitute verpflichtet, Kunden beim Wechsel ihres Kontos zu unterstützen. So müssen beispielswiese Dauer- oder Lastschriftaufträge genauso wie das Guthaben automatisch übertragen werden. Jeder hat zudem das Recht auf ein Basiskonto mit grundlegenden Zahlungsfunktionen. Und seit Mitte Januar 2018 gibt es EU-weit neue Regeln für den Zahlungsverkehr: So dürfen Händler keine gesonderten Entgelte mehr für gängige Kartenzahlungen, SEPA-Überweisungen und Lastschriften in Euro erheben.

Verbraucherzentralen beraten und beobachten

Neben ihrem Informationsangebot bieten die Verbraucherzentralen gegen Gebühr auch eine persönliche Beratung zu Themen wie Finanzanlage, Altersvorsorge oder Immobilienfinanzierung an. Darüber hinaus beobachten die Verbraucherzentralen mit ihrem "Marktwächter Finanzen" den Finanzmarkt aus Verbraucherperspektive.

Über aktuelle Entwicklungen in diesem Themenfeld informiert Sie unser Schwerpunkt "Finanzen".

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