Besser vor Grippe geschützt

Online-Portal GrippeWeb

Besser vor Grippe geschützt

Der beste Schutz vor Grippe ist, sich impfen zu lassen. Für Menschen über 60 Jahre, chronisch Erkrankte und Schwangere besteht besonders hohe Gefahr, sich anzustecken. Auf dem Online-Portal GrippeWeb können Nutzer wöchentlich mitverfolgen, wie sich die Grippe in Deutschland ausbreitet.

Ein Mann hält am 23.10.2003 in der Pro Seniore Residenz Ambiente in Leipzig bei einer Grippeimpfung ein Impfbuch, eine Grippeimpfstoff-Spritze für ältere Menschen ab 65 Jahren (oben) und eine Grippeimpfstoff-Spritze in der Hand, die bereits Kinder ab …

Eine Grippeimpfung kann vor einer schwer verlaufenden Erkrankung schützen.

Foto: picture-alliance/dpa

GrippeWeb ist das erste Web-Portal, das in Deutschland die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen ganzjährig erfasst und beobachtet. Dazu verwendet es Informationen aus der Bevölkerung. GrippeWeb erfasst, welcher Anteil der Gesamtbevölkerung Woche für Woche an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankt ist und welcher Anteil damit eine Arztpraxis aufgesucht hat.

Das Portal hat sich seit dem Start 2011 gut entwickelt. Es ermöglicht, wichtige Parameter zu berechnen, die helfen, wenn die Gefahr einer Pandemie besteht. Das bedeutet, wenn sich eine Infektionskrankheit über Länder oder Kontinente ausbreitet. Im Vergleich mit ähnlichen Systemen europäischer Länder schneidet GrippeWeb gut ab.

Jeden Montagmorgen erhält der registrierte Nutzer eine E-Mail mit einem Link und der Bitte, online Auskunft zu geben, ob in der vergangenen Woche eine neue Atemwegserkrankung aufgetreten ist (oder nicht). Gefragt wird, welche Symptome beobachtet wurden und ob ein Arzt konsultiert wurde.

Wie genau GrippeWeb funktioniert, kann man hier nachlesen.

Impfen ist wichtig

2016 und 2017 gab es eine schwere Grippewelle. Vor allem ältere Menschen waren betroffen. "Leider sind gerade bei den Senioren die Impfquoten mit rund 35 Prozent besonders niedrig", resümiert Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts.

"Trotz der schwankenden Impfeffektivität ist die Impfung die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor einer Erkrankung", unterstreicht Wieler. Verringern lässt sich das Infektionsrisiko neben der Impfung auch mit den Klassikern: regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife sowie Abstandhalten zu Erkrankten.

Spritze vor allem für besonders gefährdete Menschen

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeimpfung für Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Das sind vor allem Menschen über 60 Jahre, chronisch Erkrankte und Schwangere.

Auch medizinisches und pflegerisches Personal sollte sich impfen lassen. Das dient dem Eigenschutz und gleichzeitig dem Schutz der Patienten.

Grafik zum Grippeschutz "Jetzt impfen lassen"

Angehörigen verschiedener Risikogruppen wird die Grippeschutzimpfung empfohlen.

Foto: Bundesregierung

Klinikpersonal sollte mit gutem Beispiel vorangehen

Die Impfquoten sind auch beim Medizinpersonal nach wie vor niedrig. Eine in zwei Universitätskliniken durchgeführte Pilotstudie des Robert Koch-Instituts ergab, dass nur knapp 40 Prozent der Klinikmitarbeiter geimpft waren: 56 Prozent der Ärzte, 34 Prozent des Pflegepersonals und 27 Prozent des Personals in therapeutischen Berufen.

Die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Heidrun Thaiss, meint deshalb: "Diese Berufsgruppen sollten mit gutem Beispiel vorangehen, sich selbst auch gegen Grippe impfen lassen und diese Information weitergeben."

Beste Impfzeit: Oktober und November

Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich bereits in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen.

Selbst zu Beginn und im Verlauf der Grippewelle kann es noch sinnvoll sein, eine versäumte Impfung nachzuholen. Schließlich ist nie genau vorherzusagen, wie lange eine Grippewelle dauert. In der Vergangenheit rollte nach einer Influenza A-Welle noch eine Influenza B-Welle.

Impfstoff, der unter die Haut geht und Nasenspray für Kinder

"Neben den Impfstoffen zur intramuskulären Injektion (In-den-Muskel-spritzen) in den Oberarm gibt es in dieser Saison auch einen Impfstoff, der unter die Haut, also subkutan, injiziert werden kann, erklärt Klaus Cichutek. Er ist Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, das zuständig für die auf den Markt kommenden Impfstoffe ist. "Zusätzlich gibt es einen Nasenspray-Impfstoff für Kinder und Jugendliche ab einem Lebensalter von zwei bis einschließlich 17 Jahren und einen Impfstoff für Personen über 65 Jahren mit Wirkverstärker."

Zusammensetzung des Impfstoffs jedes Jahr neu

Der saisonale Influenza-Impfstoff enthält Bestandteile der Virus-Varianten, die für die kommende Saison erwartet werden. Speziell dafür benannte Laboratorien auf der ganzen Welt untersuchen kontinuierlich die zirkulierenden Influenzaviren und übermitteln ihre Ergebnisse an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auf Grundlage dieser Daten legt die WHO die Zusammensetzung für den Impfstoff jedes Jahr aufs Neue fest.

Viren der Victoria- und Yamagata-Linie

Die saisonale Influenza wird derzeit von A(H1N1)-, A(H3N2)- und zwei Gruppen von Influenza-B-Viren (Victoria- und Yamagata-Linie) verursacht. Von diesen wiederum zirkulieren weltweit verschiedene Varianten. Eine Übersicht der Influenza-Impfstoffe mit den Angaben zu der zugelassenen Altersgruppe findet man auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts.

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