Bei IGeL beraten lassen

Individuelle Gesundheitsleistungen

Bei IGeL beraten lassen

Kosten, Nutzen und Risiken ärztlicher Leistungen, die gesetzliche Krankenkassen nicht bezahlen, stehen immer wieder in der Diskussion. Viele Patienten beklagen eine mangelnde Aufklärung oder fühlen sich gedrängt, solche Zusatzleistungen in Anspruch zu nehmen. Dabei gibt es Regeln und Anlaufstellen, die Orientierung bieten.

Arzt und Patient im Beratungsgespräch.

Ärzte sind in medizinischen Fragen immer ein geeigneter Ansprechpartner - sie kennen den Einzelfall am besten.

Foto: Burkhard Peter

Ob eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft oder die ergänzende Messung des Augeninnendrucks: Bei Arztbesuchen werden Patienten immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob sie kostenpflichtige medizinische Zusatzleistungen in Anspruch nehmen möchten. Die so genannten IGeL-Leistungen werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Das liegt am definierten Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Entsprechend betonen die Kassen: Wir zahlen alle medizinisch notwendigen Leistungen.

Erst aufklären, dann entscheiden

Für Patientinnen und Patienten ergibt sich daraus ein großer Informations- und Beratungsbedarf. Was ist der medizinische Mehrwert? Welche möglichen Risiken gibt es? Oder: Was kosten die IGeL-Leistungen? Antworten gibt in erster Linie der behandelnde Arzt. Er kann den konkreten Einzelfall am besten aus medizinischer Sicht beurteilen. Was aber, wenn Ärzte die Zusatzleistungen vor allem als lohnendes Geschäft sehen, wie von Kritikern bemängelt? Patienten sollten sich daher nicht unter Druck setzen lassen. Der Arzt muss so umfassend aufklären, dass der Patient oder die Patientin eine eigene Entscheidung treffen kann.

Informationsangebote außerhalb der Arztpraxis

Wer tatsächlich Interesse an den IGeL-Leistungen hat, kann auf ein breites öffentliches Informationsangebot dazu zurückgreifen. Krankenversicherungen, Ärztekammern oder auch die Verbraucherzentralen klären umfassend über die einzuhaltenden Regeln auf. Es werden Checklisten angeboten, die dem Patienten in der Kommunikation mit dem Arzt helfen können. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob eine Zusatzleistung geeignet ist. Genauso wichtig ist, dass die Beratung sachlich und ohne anpreisende Werbung stattfindet. Zudem muss vor der geplanten Leistung eine schriftliche Vereinbarung getroffen werden, in der auch die voraussichtlichen Kosten aufgeführt werden. Nicht zuletzt sollte jeder Patient wissen, dass er sich für seine Entscheidung Zeit lassen und eine Zweitmeinung einholen kann.

Zusatzleistungen unter der Lupe

Eine medizinische Bewertung der wichtigsten Zusatzleistungen und viele Informationen zu IGeL-Fragen bietet der so genannte "IGeL-Monitor". Dieser wird vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen angeboten. In Zweifelsfällen können sich die Patientinnen und Patienten natürlich auch direkt an ihre Krankenkasse wenden. Ein umfassendes Informationsangebot bietet zudem die von der Bundesregierung geförderte Onlineplattform IGeL-Ärger.de. Die Verbraucherzentrale sammelt dort Erfahrungen und Beschwerden von Patienten, um sie allen Interessierten zur Verfügung zu stellen.

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