Sparpotenziale aufspüren - Kosten senken

Aktion Stromspar-Check

Sparpotenziale aufspüren - Kosten senken

Die Aktion "Stromspar-Check" wird bis 2019 verlängert. Vor allem Haushalte mit geringem Einkommen können davon profitieren und so Energie und bares Geld sparen. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt.

Kostenlose Beratung zur Einsparung von Wasser- und Energiekosten in Privathaushalten

Ein Erfolgsmodell: Das Bundesumweltministerium fördert die Aktion "Stromspar-Check".

Foto: picture alliance / JOKER

Mehr als eine halbe Million Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld haben bislang an der Stromspar-Aktion teilgenommen. Dabei konnten sie ihre Energiekosten um durchschnittlich 150 Euro pro Jahr senken.

Die "Aktion Stromspar-Check" ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Caritasverbandes und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands. Die Aktion startete Anfang 2009. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt.

Programm wird fortgesetzt

Weitere 120.000 einkommensschwache Haushalte sollen in den nächsten drei Jahren davon profitieren, dass das Projekt mit dem neuen Namen "Stromspar-Check Kommunal" fortgeführt wird. Es baut auf das bisherige Beratungsangebot für einkommensschwache Haushalte auf und möchte künftig verstärkt die Kommunen miteinbeziehen.

"Das Projekt verbindet Energieeffizienz und Sozialpolitik auf ideale Weise miteinander", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Durch Beratung und Soforthilfen sparen einkommensschwache Haushalte Energiekosten. Ebenso verringern sich die Sozialausgaben der Kommunen. "Wir wollen die Kommunen daher mit diesem Projekt ermuntern, sich dieser guten Idee mit eigenen Maßnahmen anzuschließen“, so die Ministerin.

Mit der "Aktion Stromspar-Check" wird Beziehern von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld aktiv dabei geholfen, Strom einzusparen. Einkommensschwache Haushalte sollen angeleitet werden, ihren Stromverbrauch so zu verringern, dass sich gleichzeitig die Kostenbelastung reduziert. Darüber hinaus erhalten Langzeitarbeitslose über eine Tätigkeit als Stromsparhelfer die Chance auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Mehr als 190 Städte, Gemeinden und Landkreise bieten Stromspar-Checks an.

Wie funktioniert der Stromspar-Check?

Wer wissen möchte, wie hoch der Stromverbrauch im eigenen Haushalt ist und auf welche Weise sich Energie einsparen lässt, wendet sich zunächst unter www.stromspar-check.de an einen Ansprechpartner in Wohnortnähe. Über die angezeigten Adressen und Telefonnummern kann ein Besuchstermin verabredet werden.

Das Stromsparteam, das den Vor-Ort-Stromsparcheck vornimmt, besteht aus ehemaligen Langzeitarbeitslosen, die speziell vom Deutschen Caritasverband und den regionalen Energieagenturen für diese Aktion geschult wurden. Aus eigener Erfahrung kennen die neuen Stromsparhelfer die alltägliche Situation von Haushalten mit geringem Einkommen.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten die ersten Tipps, wie sie in ihrem Haushalt Strom und damit auch Geld sparen können. Gegenwärtig sind rund 1.200 Stromsparhelferinnen und Stromsparhelfer im Beratungseinsatz.

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Stromsparen

Foto: Bundesregierung

Kostenlose Soforthilfen und engmaschige Begleitung

Bei einem weiteren Besuch bringen die Stromsparhelfer kostenlose Soforthilfen wie beispielsweise Energiespar- und LED-Lampen, Kühlschrankthermometer, schaltbare Steckdosenleisten, Zeitschaltuhren oder Spardusch- und Wasserhähne (zum Beispiel Perlatoren) mit.

Darüber hinaus erhalten die Haushalte einen individuellen Stromspar-Fahrplan und weitere qualifizierte Tipps wie man den Stromverbrauch mit einfachen Mitteln weiter reduzieren kann. Ein dritter Besuch nach etwa einem Jahr dient der "Erfolgskontrolle": Wie hat sich der Energieverbrauch entwickelt? Gibt es weitere Einsparpotenziale?

150 Euro für einen neuen Kühlschrank

Die Stromspar-Teams sind auch dabei behilflich, wenn es darum geht, den alten, stromfressenden Kühlschrank gegen ein neues, energieeffizientes Kühlgerät auszutauschen. Hierfür können einkommensschwache Haushalte einen Gutschein über 150 Euro erhalten.

Der Gutschein wird nicht auf Arbeitslosengeld II-Leistungen ("Hartz IV") angerechnet. Er gilt für den Austausch von mehr als zehn Jahren alten Kühlschränken, Kühlgefrier-Kombinationen, Gefriertruhen und Gefrierschränken. Das Neugerät sollte im Nutzungsvolumen nicht größer und in seiner Bauart vergleichbar mit dem alten Gerät sein.

Das alte Kühl- oder Gefriergerät muss fachgerecht entsorgt werden. Um den Gutschein einzulösen, sind Kaufbeleg sowie das A+++-Energielabel des neuen Gerätes, der unterzeichnete Nachweis über die Entsorgung des Altgeräts und ein gültiger Lichtbildausweis vorzulegen.

Im Rahmen der Aktion "Stromspar-Check" erhielten seit April 2014 rund 5.000 Haushalte Zuschüsse für den Kühlgeräte-Austausch. Knapp 5.000 Altgeräte wurden gegen energieeffiziente Kühlgeräte ausgetauscht. Insgesamt wurden mehr als 20.000 Gutscheine ausgegeben, die weiterhin eingelöst werden können.

Weitere Beratungsangebote für private Haushalte

Die Stromsparinitiative des Bundesumweltministeriums hat das Ziel, möglichst viele private Haushalte in Deutschland zu motivieren, ihre Energiesparpotenziale zu nutzen und Strom einzusparen. Der "StromCheck" auf der Seite www.die-stromsparinitiative.de zeigt Verbrauchern und Verbraucherinnen auf, wo man mit dem jeweiligen Stromverbrauch im Vergleich zu Durchschnittshaushalten liegt und nennt auch Vergleichswerte zu den Stromkosten. Darüber hinaus bietet der kostenlose Stromverbrauchsrechner nützliche Tipps, die auf die individuelle Situation zugeschnitten sind.

Ein praktischer Service für Verbraucherinnen und Verbraucher sind die sogenannten "Energie-Checks". Mietern und Hauseigentümer haben dabei die Möglichkeit, Wohnräume durch Experten auf Einsparmöglichkeiten beim Energieverbrauch überprüfen zu lassen. Anschließend gibt es konkrete Tipps, wie Energie eingespart werden kann. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der "Verbraucherzentrale Bundesverband" fördern das Beratungsprogramm.

Unter der zentralen Servicenummer 0800-809 802 400 (kostenfrei aus dem deutschen Festnetz und für Mobilfunkteilnehmer) können Termine vereinbart werden. Für einkommensschwache Haushalte sind die "Energie-Checks" kostenlos.

Darüber hinaus beraten bundesweit mittlerweile rund 670 Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und kommunale Stützpunkte private Haushalte zum Thema Energie. Telefonische Auskünfte rund um das Thema Energiesparen geben auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Energie-Agentur (dena) unter der kostenfreien Rufnummer 0800-0736734.

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