Zu Besuch bei der Kanzlerin

Tag der offenen Tür Zu Besuch bei der Kanzlerin

Der Tag der offenen Tür macht es möglich, die Bundeskanzlerin einmal hautnah zu erleben. Trotz der heißen Temperaturen waren viele tausend Besucher ins Kanzleramt gekommen. Angela Merkel erzählte beim traditionellen Rundgang über ihre Arbeit und verriet sogar das ein oder andere Geheimnis.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Rundgang durchs Kanzleramt.

Immer ein ganz besonderer Höhepunkt beim Tag der offenen Tür - der Rundgang mit der Kanzlerin.

Foto: Bundesregierung/Plambeck

Vor dem Kanzleramt spielte das Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg. Die perfekte Einstimmung auf den Höhepunkt beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung: Ein Rundgang mit der Kanzlerin.

Besucher trotzen der Hitze

Es war das bisher wärmste Wochenende des Jahres. Doch Besucherin Eva Köhl sah dies locker. "Die Stimmung ist gut, und die Hitze macht mir gar nichts aus." Die Menschenmenge, die sich schon auf dem Ehrenhof des Kanzleramtes positioniert hat, störte sie erst recht nicht. "Bei den Sicherheitsvorkehrungen fühlt man sich gut aufgehoben", betonte die Paderbornerin.

Selfie- oder Autogrammwünsche werden erfüllt

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel erscheint, kommt es zu spontanem Applaus. Sie bahnt sich einen Weg durch die vielen Menschen und schüttelt dabei viele Hände und erfüllt vereinzelt auch Selfie- oder Autogrammwünsche. Auf der Bühne im Ehrenhof angekommen, heißt sie alle Besucher herzlich willkommen.

Kanzlerin lässt Besucher entscheiden

Im Anschluss erklärt sie den Ablauf des Empfangs durch militärische Ehren. Daraufhin möchte Angela Merkel eine Kostprobe der Künste des Musikkorps und bekommt zwei Lieder zur Wahl. Ein Medley aus irischen Lieder oder einen deutschen Marinemarsch - das Publikum darf Entscheiden. Da es keine eindeutige Entscheidung gibt, bittet die Kanzlerin die Bundeswehrmusiker, beide Titel zu spielen.

Die Besucher bildeten ein Spalier. Dies brachte die Kanzlerin an der Kanzlergalerie vorbei und führte sie bis zum Hubschrauber der Bundespolizei, der hinter dem Kanzleramt stand. "Sie ist echt entspannt, locker, bürgernah und freundlich", sagte der sichtlich begeisterte Walter Janotta vom Chiemsee, der kurz zuvor ein Bild von der Kanzlerin machen konnte.

Jeromé Boateng als Überraschungsgast

Beim Bühnentalk in Kanzlergarten traf sie dann auf den Überraschungsgast. Der "Fußballer des Jahres 2016", Jeromé Boateng, war zum Tag der offenen Tür gekommen und wurde stark bejubelt. Die Kanzlerin erkundigte sich gleich nach seiner Verletzung und sprach mit ihm ebenso über seine Stiftung "buntkicktgut".

Merkel verriet Boateng, dass sie schon früh ihre Leidenschaft zum Fußball entdeckte. Ein Höhepunkt sei damals das Länderspiel zwischen der DDR und England gewesen. Dieser Sport würde ihr einfach große Freude bereiten.

Freizeit bliebe ihr aber in den heutigen Zeiten kaum. Zum Lesen würde sie nur noch vereinzelt am Wochenende kommen. Doch trotz des großen Arbeitsaufwandes würde ihr die Arbeit als Bundeskanzlerin große Freude bereiten. "Es war eine angenehme Stimmung, die Kanzlerin war sehr humorvoll und hat mit ihrer Fußballkompetenz geglänzt", freute sich der Berliner Arndt Feuerbacher.

Dankbar für friedliches Zusammenleben

Doch neben aller Freude und der guten Atmosphäre im Kanzlergarten ging Merkel zum Abschluss noch auf die momentan sehr fordernden politischen Zeiten ein. Die Themen Sicherheit und Konfliktlösungen stehen zurzeit ganz oben, so die Kanzlerin. Die vielen schrecklichen Bilder aus der Welt ließen auch sie nicht kalt. Da müssen Lösungen gefunden, doch dies sei häufig sehr schwierig. "Gerade in solchen Momenten sollten wir uns in Deutschland, bei allen Problemen die wir haben, freuen, dass wir friedlich zusammen leben können", betonte Merkel.