Tag der offenen Tür 2019

Das Bundespresseamt hautnah

Kinderpressekonferenz, Talks und Musik

Mehr als 100.000 Gäste kamen zum 21. Tag der offenen Tür der Bundesregierung. Auch das Bundespresseamt war gut besucht. Ein Highlight: die Kinder- und Jugendpressekonferenz mit Regierungssprecher Seibert. 

Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung, bei einem Selfie bei der Kinder-PK im BPA.

Zum Abschluss gab es ein Selfie - Regierungssprecher Seibert mit den Teilnehmern der Kinder- und Jugendpressekonferenz.

Foto: Bundesregierung/Loos

Bereits zum dritten Mal widmete sich Regierungssprecher Steffen Seibert beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung den Fragen der jüngeren Gäste. Neben dem 5G-Netzausbau, einem möglichen Verbot von Plastiktüten, Bildungswesen, Weltfrieden und Rüstungspolitik gab es auch großes Interesse an dem Tagesablauf der Kanzlerin und dem Staatssekretär ganz persönlich.

"Nervt es Sie nicht, ständig Fragen zu beantworten?", wollte etwa Max wissen. Dann hätte er den falschen Beruf gewählt, gab Seibert zurück. Wann Angela Merkel denn aufstehen würde? An dieser Stelle war der Staatssekretär ratlos. Sie stehe "sehr früh" auf, soviel sei sicher. In jedem Fall komme die Kanzlerin immer pünktlich zu den Besprechungen. Ob sich die Bundesregierung dafür einsetze, andere Sprachen nach dem Brexit zu stärken, zum Beispiel Italienisch? Schließlich müsse man nicht mehr Englisch lernen, wenn Großbritannien nicht mehr in der EU sei. Das konnte Seibert nicht versprechen.

Fake News und Hate Speech

Am Tag zuvor hatten seine beiden Stellvertreterinnen, Ulrike Demmer und Martina Fietz, über Facebook und Co. diskutiert.

Mit David Schraven von Correctiv und Marie Teresa Weber, Public Policy Managerin bei Facebook, tauschte Demmer sich über Algorithmen, Fake News, Hate Speech und das Netzwerkdurchsetzungsgesetz aus. Hass im Netz müsse man mit Zivilcourage entgegentreten, waren sich die Redner einig. Und was ist der richtige Umgang mit Falschmeldungen? Das Bundespresseamt versuche mit FAQs und Erklärvideos, Desinformationen klar zu stellen, erklärte Demmer. Auch das Recherchenetzwerk Correctiv hat es sich zum Ziel gemacht, Gerüchte sorgfältig zu prüfen und Falschmeldungen publik zu machen - und arbeitet dabei mit dem Sozialen Netzwerk Facebook zusammen.

Um Wahrheitssuche und -findung ging es auch beim Talk von der stellvertretenden Regierungssprecherin Martina Fietz, Pressesprecher André Wolf von Mimikama und Social Media-Chefin des rbb, Anna-Mareike Krause. Ein Problem, so sinnierten die Redner, sei das Tempo, mit dem Un- und Halbwahrheiten sich verbreiteten. Umso wichtiger sei es, nicht nur schnell, sondern vor allem gewissenhaft und reflektiert zu reagieren.

Ost und West

Hochkarätig besetzt war auch die Talkrunde am Samstagnachmittag: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey diskutierte mit Gerhard Heimpold vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle und Intendant Oliver Reese vom Berliner Ensemble über Ost und West. Es ging um den demografischen Wandel, Ostdeutsche in Führungspositionen und ganz generell um die Lebenszufriedenheit in Ostdeutschland. Eigentlich gehe es den Menschen im Osten gut, erklärte Giffey. Aber bei vielen sei die Angst groß, das, was sie in den letzten 30 Jahren erreicht hätten, zu verlieren.

Auf ebenso großen Andrang wie das Gespräch mit der Ministerin stieß die Diskussion zwischen Johannes Vogel, Direktor des Berliner Naturkundemuseums, und dem ehemalige Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber. Sie sprachen über ein Thema, das viele in der Gesellschaft aktuell sehr bewegt: den Klimawandel.

Bundesumweltministerin Schulze zu Besuch

Um die Klimaerwärmung ging es auch am Sonntagnachmittag. Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Maja Göpel, Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderung, und Clara Mayer von "Fridays for Future" sprachen über das Klimakabinett, nachhaltige Mobilität und den Kohleausstieg.

Schulze bekräftigte, dass die Herausforderung Klimawandel nur auf globaler Ebene gelöst werden könne, "da müssen wir alle ran". Dem stimmte Klimaaktivistin Mayer zu und wies darauf hin, dass der Anfang auf nationaler Ebene gemacht werden müsse: "Die Länder sollten darum wetteifern: Wer ist besser im Klimaschutz?" Wissenschaftlerin Göpel erinnerte derweil daran, die soziale Frage immer mitzudenken.

Bereits zum 21. Mal lud das Bundespresseamt zum Tag der offenen Tür ein. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, um sich über die Geschichte des Hauses und die Themen der Bundesregierung zu informieren, sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszutauschen und ihr Wissen beim Quiz zu testen.