Vereinte Nationen

Frieden und Sicherheit in der Welt Deutschland in den Vereinten Nationen

Deutschland ist der viertgrößte Beitragszahler der Vereinten Nationen und an diversen Friedensmissionen beteiligt. Seit Januar 2019 ist Deutschland für zwei Jahre nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat. Damit übernimmt die Bundesrepublik zum sechsten Mal besondere Verantwortung für Frieden und Sicherheit in der Welt.

Sitzungsaal der Vereinten Nationen

Deutschland ist politisch, finanziell und personell stark in den Vereinten Nationen engagiert.

Foto: UN Photo/Rick Bajornas

Deutschland tritt als glaubwürdiger Akteur für die Stärkung der internationalen Ordnung auf und trägt dazu bei, dass aktuelle Krisen und Konflikte überwunden werden. Dazu legt Deutschland thematische Schwerpunkte auf die Agenda Frauen, Frieden und Sicherheit, Abrüstung und Nichtverbreitung von Waffen, Menschenrechte, Klima und Sicherheit, humanitäres Völkerrecht und humanitären Raum.

Einflussmöglichkeiten als Mitglied im Sicherheitsrat

Der UN-Sicherheitsrat mit seinen fünf ständigen und zehn nichtständigen Mitgliedern ist das einzige Gremium, das völkerrechtlich verbindliche Entscheidungen treffen kann. Eine Mitgliedschaft dort erhöht die Einflussmöglichkeiten deutscher Außenpolitik. Als Mitglied muss sich Deutschland auch kontinuierlich zu zentralen Fragen des Friedens und der internationalen Sicherheit positionieren. Dazu gehört auch die Mandatierung von Friedensmissionen und die Verhängung von Sanktionen.

Hier geht es zu allen aktuellen UN-Resolutionen

Deutschland ist politisch, finanziell und personell stark in den Vereinten Nationen engagiert. Im Jahr 2018 hat die Bundesregierung insgesamt rund 3,4 Milliarden Euro an das UN-System gezahlt oder in Form von Projekten abgewickelt. Damit ist Deutschland einer der drei wichtigsten Finanzierer der Vereinten Nationen. Außerdem ist die Bundesrepublik mittlerweile einer der größten westlichen Truppensteller für Peacekeeping-Missionen.

Bei UN-Friedensmissionen wird zwischen Peacekeepingmissionen und sogenannten besonderen politischen Missionen entschieden. Im Gegensatz zu Peacekeepingmissionen haben besondere politische Missionen keine militärische Komponente und konzentrieren sich ausschließlich auf zivile Formen der Konfliktbearbeitung.  Beispiele für solche Missionen sind etwa die UNSOM in Somalia und BINUH in Haiti.

Deutschland engagiert sich in UN-Friedensmissionen weltweit

Neben dem finanziellen Beitrag unterstützt Deutschland UN-Friedensmissionen vor allem durch zivile Hilfe und die Förderung von Stabilität in Regionen. Hinzu kommen diplomatische Vermittlungsbemühungen und Krisennachsorge. Zudem beteiligt sich Deutschland mit Friedenstruppen, Polizisten und qualifiziertem Zivilpersonal zum Beispiel an der Ausbildung von Sicherheitskräften. Aktuell sind rund 3.500 deutsche Fachkräfte bei internationalen Friedensmissionen der UN, Nato, EU und OSZE eingesetzt.

Ein Schwerpunkt der Missionen ist Afrika

Der Schwerpunkt der militärischen und polizeilichen Beteiligung Deutschlands liegt seit Anfang 2017 bei der UN-Friedensmission MINUSMA. Sie soll in erster Linie Stabilisierungshilfe für Mali und die gesamte Sahel-Region bringen. Weitere Schwerpunkte sind die Operationen der Nato und EU in Afghanistan, auf dem Balkan, maritime Missionen im Mittelmeer und am Horn von Afrika oder der Kampf gegen den IS in Syrien und Irak. Außerdem ist Deutschland mit eigenem Personal an zahlreichen Missionen beteiligt, die direkt von der UN geführt werden, etwa im Libanon, der Westsahara, oder dem Sudan.