Nato

Deutschland in der Nato

Neue Bedrohungen fordern neue Antworten

Die Nato ist das bedeutendste sicherheitspolitische Bündnis der Welt. Es versteht sich als Wertegemeinschaft freier demokratischer Staaten. Deutschland ist seit 1955 Mitglied der Nato. Im Zeichen neuer Krisen haben sich die sicherheitspolitischen Herausforderungen in den letzten Jahren gewandelt.

Sitzungssaal im Nato-Hauptquartier

Sitzungssaal im Nato-Hauptquartier

Foto: REGIERUNGonline / Kühler

Die Unterzeichnung der Pariser Verträge 1955 ermöglichte die Aufnahme der jungen Bundesrepublik in die Allianz. Der Beitritt Deutschlands zum Nordatlantischen Bündnis aus Europäern und Amerikanern war nicht nur eine verteidigungspolitische Entscheidung. Sie dokumentierte auch die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, die auf den gemeinsamen Werten von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gründet. 

Füreinander einstehen

Das gemeinsame Einstehen für die Sicherheit des anderen – so wie es in Art. 5 des Nato-Vertrags zum Ausdruck kommt – verdeutlicht das gemeinsame Werteverständnisses im Bündnis. Es bildet einen wesentlichen Pfeiler der europäischen Nachkriegsordnung, die uns Sicherheit, Freiheit und Wohlstand ermöglichte. 

Für die Bundesregierung bleibt die Glaubwürdigkeit der Bündnissolidarität bis heute zentrales Element ihrer Sicherheitspolitik. Aus diesem Grund engagiert sich die Bundesregierung substantiell bei der Umsetzung der Beschlüsse des Nato-Gipfels von Wales im Jahr 2014 und auch des letzten Gipfels der Allianz in Warschau. 

Mit Blick auf die bedrohlichen Krisen und Herausforderungen, vor denen sich Europa und Amerika gleichermaßen gestellt sehen, bleiben Geschlossenheit und Entschlossenheit der Allianz für uns ein hohes Gut. Die Sicherheit aller Verbündeter der Allianz ist und bleibt unteilbar.

Am 4. April 1949 schlossen zwölf Staaten Europas und Nordamerikas in Washington den Nordatlantikvertrag. Heute gehören dem atlantischen Bündnis 29 Mitgliedstaaten an.

Neue Krisen in der Welt

Seit der Gründung der Nato hat sich die sicherheitspolitische Lage in der Welt grundlegend geändert.

Mit der deutschen Einheit 1990 und später dem Beitritt ehemaliger Warschauer Pakt-Staaten zur Nato wurde die Teilung Europas endgültig überwunden. Die sich weiter anspannende Situation im ehemaligen Jugoslawien machte deutlich, dass das Bündnis Antworten auf neue Sicherheitsrisiken wie Bürgerkriege und extreme Menschenrechtsverletzungen finden musste. Mit dem Einsatz in Bosnien und Herzegowina 1995 war die Bundeswehr erstmalig in einer friedenserhaltenden Nato-Operation im Ausland.

Nun stellt die Allianz die Weichen, um neuen Bedrohungen wie etwa dem internationalen Terrorismus besser begegnen zu können.

Nato-Operationen

Deutschland beteiligt sich an zahlreichen Einsätzen der Atlantischen Allianz. In Afghanistan übernimmt die Bundeswehr wichtige Aufgaben bei der Mission Resolute Support. Aber auch bei den anderen Missionen sind deutsche Soldatinnen und Soldaten aktiv.

Nato-Gipfel Brüssel 2018

Der letzte Nato-Gipfel fand im Juli 2018 im Hauptsitz in Brüssel statt.

Die Nato-Mitgliedstaaten bekräftigten die in Wales und Warschau gefassten Beschlüsse. Die Bündnispartner wollen ihre Verteidigungsbudgets bis 2024 schrittweise an zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts annähern. Dazu haben sie sich in einer gemeinsamen Gipfelerklärung bekannt.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte, dass die gemeinsam gefassten Beschlüsse das Bündnis im Kampf gegen internationalen Terrorismus stärken.

Wichtige Entscheidungen seien zur Nato-Kommando-Struktur getroffen worden. Zwei neue Hauptquartiere werden eingerichtet, eines in Norfolk in den USA und eines Ulm in Deutschland. Mehr als 1.200 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in diesen Bereichen arbeiten.

Mit einem neuen Cyber-Operations-Zentrum wird die Kommandostruktur erweitert. Nato-Experten stehen bereit, um die Cyberabwehr der Mitgliedstaaten zu unterstützen. Außerdem wurde beschlossen, eine neue Trainingsmission im Irak aufzustellen.

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