Stickoxid-Werte in den Städten sinken

Saubere Luft Stickoxid-Werte in den Städten sinken

In deutschen Städten hat sich die Luftqualität 2019 deutlich verbessert. Die Anzahl der Städte, in denen der Grenzwert für den Stickoxid-Ausstoß überschritten wird, hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert. Die endgültigen Daten für 2019 zeigen: Die Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen wirken.

Die Grafik zeigt auf, wie die Stickoxid-Belastung in deutschen Städten 2019 im Vergleich zu 2018 gesunken ist.

Eine gute Entwicklung: In vielen Städten ist weniger Stickstoffdioxid in der Luft.

Foto: Bundesregierung

Der Trend ist positiv: Die Stickstoffdioxid-Belastung in deutschen Städten  ist 2019 deutlich gesunken. Im vergangenen Jahr überschritten nur noch rund 20 Prozent der verkehrsnahen Messstationen den Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Im Vorjahr waren es noch 42 Prozent. Das ist das Ergebnis der finalen Daten für Stickstoffdioxid (NO2) für das Jahr 2019, die das Umweltbundesamt heute vorgelegt hat.

"Die Luft in deutschen Städten wird sauberer, die Entwicklung der Luftqualität weist bundesweit in die richtige Richtung. Das zeigt: Umweltpolitik wirkt", sagt dazu Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Software-Updates und neue, abgasärmere Pkw sowie Maßnahmen vor Ort haben laut UBA erheblich zur Reduzierung der Stickstoffbelastung beigetragen. Um den EU-Grenzwert für NO2 zum Schutz der menschlichen Gesundheit überall einzuhalten, bedürfe es einer "grundlegenden Mobilitätswende", ergänzt Schulze.

Hauptquelle der Stickstoffoxide in den Städten ist der Straßenverkehr, hier vor allem Diesel-Fahrzeuge. Der NO2-Grenzwert wird nach den Messungen ausschließlich an viel befahrenen Straßen in Ballungsräumen und Städten übeschritten.

Deutlicher Rückgang seit 2016

In 25 Städten lag die Stickstoffdioxid-Belastung im letzten Jahr noch über den erlaubten 40 Mikrogramm, so das UBA. Im Jahr 2018 lagen noch 57 Städte darüber, also doppelt so viele.
2017 waren es 65 Städte und im Jahr davor 90 Städte. In fünf Städten lagen die Stickoxid-Belastungen über 50 Mikrogramm. Im Jahr 2018 zählten noch 15 Städte zu den sogenannten Intensivstädten.

Weniger Straßenverkehr macht sich deutlich bemerkbar

Auch für das Jahr 2020 sei ein weiterer Rückgang der NO2-Belastung zu erwarten und abzusehen, sagt Dirk Messner,  Präsident des Umweltbundesamtes. Der kurzfristig um 30 bis 50 Prozent geringere Straßenverkehr aufgrund der Corona-Beschränkungen werde sich auf das Gesamjahr gerechnet zwar nur anteilig auswirken. Doch die positive Erkenntnis solle für eine langfristige Verkehrswende mitgenommen werden: "Dass weniger Verkehr zu besserer Luft und auch weniger Lärm führt und sich damit die Lebensqualität in unseren Städten erhöht, hat uns die Corona-Krise vor Augen geführt", bilanziert der UBA-Chef.

Elektrofahrzeuge und Hardware-Nachrüstungen

Bundesregierung, Länder und Kommunen hatten im Herbst 2018 zusätzliche Maßnahmen beschlossen, um die Luftqualität noch weiter zu verbessern. Ziel ist, dass möglichst alle Städte zeitnah den Grenzwert einhalten können. Der Bund fördert die Maßnahmen mit dem Sofortprogramm "Saubere Luft".

Dazu gehören etwa Hardware-Nachrüstungen bei Diesel-Pkw und Bussen im Öffentlichen Personennahverkehr, bei Handwerker- und Lieferfahrzeugen. 17 Verkehrsverbünde werden beim Aufbau von Elektrobusflotten unterstützt, erläutert die Bundesumweltministerin. Dafür stehen 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Zu den Maßnahmen im Programm "Saubere Luft" gehört auch der Umweltbonus für den Kauf von Elektrofahrzeugen. Eine größere Zahl von Elektrofahrzeugen wird helfen, die Luftqualität in den Städten weiter verbessern.

Die Elektromobilität ist auch ein zentraler Teil des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Sie hat den Umweltbonus für den Kauf von E-Fahrzeugen  auf bis zu 6.000 Euro erhöht. Die neuen Fördersätze sind für alle Fahrzeuge anwendbar, die seit dem 5. November 2019 zugelassen wurden.