ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.

Einleitung
Der ZVEI unterstützt die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und ihre Ausrichtung an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs). Nachhaltigkeit bedeutet für uns eine Balance von Wettbewerbsfähigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sowie gesellschaftlicher Verantwortung. Im konkreten Unternehmensalltag heißt nachhaltiges Wirtschaften daher, Wachstum und Gewinnerzielung ökologisch und gesellschaftlich verantwortlich zu gestalten und dabei auftretende Zielkonflikte aufzulösen.

Für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie liegt die Relevanz der SDGs und des Themas Nachhaltigkeit in ihrem Produktportfolio, mit dem jeder täglich in Berührung kommt. ZVEI-Mitgliedsunternehmen tragen mit Innovationen, Lösungen und ihren wirtschaftlichen Aktivitäten vor Ort unter anderem zur regionalen und wirtschaftlichen Entwicklung, zur politischen Stabilität, zum Ausbau der Infrastruktur und zur Stärkung des lokalen Arbeitsmarkts in erheblichem Maße bei.  

In der vorliegenden Stellungnahme greifen wir die prioritären Handlungsfelder der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie aus der Perspektive der Elektroindustrie auf. Naturgemäß sind alle 17 SDGs relevant, jedoch besteht für bestimmte Ziele eine besondere Hebelwirkung der Elektroindustrie. Für andere SDGs wiederum besteht die Relevanz insbesondere darin, potenziell negative Einflüsse zunehmend zu minimieren. SDG 17 ist übergreifend relevant im Sinne des Verbands als Plattform für Partnerschaften.

Prioritäre Handlungsfelder aus der Perspektive der Elektroindustrie

1.    ZVEI als Dialogpartner und Plattform für Partnerschaften (SDG 17)

SDG 17 ist für den ZVEI von höchster Relevanz. Nicht nur im Rahmen unserer täglichen Verbandsarbeit, sondern insbesondere auch über die Grenzen des Verbands hinaus suchen wir aktiv den Dialog mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, um die "Transformationen unserer Welt" nachhaltig voranzubringen. In Bezug auf die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und die damit eng verknüpften Sustainable Development Goals (SDGs) möchten wir in diesem Zusammenhang auf den im Dezember 2019 veröffentlichten Wegweiser für nachhaltige Entwicklung in der Elektroindustrie hinweisen. Der Wegweiser zeigt Unternehmen Möglichkeiten auf, sowohl bereits vorhandene Maßnahmen als auch zukünftiges Handeln zu strukturieren, transparenter zu machen und zielgerichteter für das eigene Unternehmen zu nutzen und damit einen Beitrag zu den SDGs zu leisten. Schließlich treibt keine andere Branche Innovationen so stark voran. Jede dritte Innovation des Verarbeitenden Gewerbes basiert auf Lösungen der Elektroindustrie.  

In Bezug auf die globale Perspektive nachhaltiger Entwicklung und zur Förderung der Kooperation deutscher Unternehmen mit Entwicklungs- und Schwellenländern arbeitet der ZVEI seit Jahren intensiv mit EZ-Scouts des BMZ zusammen, die für einen bestimmten Zeitabschnitt an den ZVEI entsandt werden. Schwerpunkt der Tätigkeit der EZ-Scouts ist die Motivation der deutschen Elektroindustrie an der Umsetzung der SDGs 7, 8, 12, 13 und 17 im entwicklungspolitischen Kontext zu fördern. Aus dieser Zusammenarbeit ist beispielsweise ein Projekt zur Information der deutschen Elektroindustrie zu Märkten in afrikanischen Entwicklungs- und Schwellenländern entstanden. Die im ZVEI entwickelte GIS-Anwendung "Neue Märkte für Deutschlands Elektroindustrie" bietet mit den darin eingebetteten Dokumenten einen schnellen Zugang zu Informationen, die für eine zügige Identifizierung und Bewertung von länderspezifischen Marktchancen benötigt werden. Aktuell entstehen mit Unterstützung des EZ-Scouts je ein Industriecluster Fügetechnik sowie Automatisierungstechnik in Marokko, die neben Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen auch einen Know-how-Transfer auf Managementebene vorsehen und so ein sektorübergreifendes Netzwerk deutscher und marokkanischer Unternehmen mit innovativen Themen der Elektroindustrie ermöglichen.

Ein weiteres Beispiel für den ZVEI als Dialogpartner und Plattform für Partnerschaften ist die vom ZVEI 2013 mitgegründete Plattform Industrie 4.0, welche die digitale Transformation der Industrie global gestaltet. Die Plattform Industrie 4.0 befördert die branchen- und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit von Gewerkschaften, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden. Das Ergebnis ist ein weltweit einzigartiges Industrie-4.0-Ökosystem. Nachhaltigkeit ist im Leitbild 2030 der Plattform als eine wesentliche Säule fest verankert. Technologien der Industrie 4.0 können maßgeblich dazu beitragen, neben der digitalen auch eine nachhaltige Transformation der Industrie zu verwirklichen. Wichtige Ansätze im Themenfeld Industrie 4.0 und Nachhaltiger Entwicklung sind beispielsweise:

  • Geschäftsmodelle, die auf Nutzen- statt Produktverkauf setzen
  • Einsatz digitaler Technologien zur Realisierung geschlossener Ressourcenkreisläufe und zur Identifizierung neuer Möglichkeiten der industriellen Symbiose
  • Erhöhung der Ressourcenproduktivität z. B. durch Verbesserung der Energieeffizienz in der Produktion auf Basis energieoptimierter Produktionsplanung
  • Substitution "nicht-nachwachsender" mit "nachwachsenden" Rohstoffe, beispielsweise durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen und die Anbindung der Produktion an das Smart Grid
  • Collaborative Engineering über den Lebenszyklus von Produkten und Betriebsmitteln, so können z. B. Daten aus dem Lebenszyklus eines Produktes zur Optimierung der produktbezogenen Nachhaltigkeit über alle Lebenszyklusphasen hinweg genutzt werden  

2.    Energiewende und Klimaschutz (SDGs 7 und 13)

Der ZVEI unterstützt einen gesamthaften, nachhaltigen Ansatz zur Reduktion der Treibhausgase, wie er bereits im Green Deal der EU-Kommission angestrebt wird. Die deutsche Elektroindustrie ist Vorreiter und Lösungsanbieter zugleich. Unsere mehr als 1.600 Mitgliedsunternehmen liefern bereits heute die Technologien, die zur Steigerung des Klimaschutzes, zur Energie- und Ressourceneffizienz und damit zur Erreichung der Ziele beitragen – gemeinsam mit ihren Kunden in den Leitmärkten Industrie, Energie, Mobilität, Gesundheit und Gebäude. Klimaschutz gelingt nur durch Elektrifizierung in Verbindung mit Digitalisierung.

Voraussetzung für die Elektrifizierung, welche das kostenwirksamste und energieeffizienteste Instrument zur Bekämpfung des Klimawandels ist, sind hochzuverlässige, zukunftssichere und intelligente Stromnetze. Diese müssen den Verbraucher als "Prosumer" in den Mittelpunkt stellen und vollständig auf die Bedürfnisse der erneuerbaren Energien zugeschnitten sein, damit die Elektrifizierung ihr Potenzial voll ausschöpfen kann. Wir fordern, dass dem Ausbau der Elektrizitätsinfrastruktur – sowohl bei den Verteil- als auch den Übertragungsnetzen – Vorrang eingeräumt wird, um die Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien zu verbreitern.

Wir unterstützen die Strategie der Bundesregierung eine Modernisierung des Gebäudesektors anzustreben. Durch den breiten Einsatz von Energieeffizienztechnologien im Gebäude kann ein umfassender Beitrag zum Klimaschutz in Europa geleistet werden. Gleichzeitig ist die Digitalisierung von Gebäuden eine vergleichsweise nachhaltige Investition – sie kann sowohl in Wohn- als auch Nichtwohngebäuden schnell zu signifikanten Energieersparnissen beitragen.

Die Bundesregierung geht in ihrer Strategie von einem perspektivisch sinkenden Energieverbrauch aus und spricht davon, dass Energieeinsparung Grundvoraussetzung für Klimaschutz sei (S. 26). Die Digitalisierung und Elektromobilität sind zwei wichtige Beispiele für Trends, die zumindest kurzfristig keine Energieeinsparung erwarten lassen. Folglich kann nur eine vermehrte Elektrifizierung in Verbindung mit einem höheren Anteil an erneuerbaren Energien den Klimaschutz nachhaltig stärken. Vor dem Hintergrund des künftig um den Faktor 2 und mehr erhöhten Strombedarfs, ist der vorgesehene Ausbaupfad auf 65 Prozent des heutigen Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien bis 2030 deshalb nicht ambitioniert genug. Wir fordern, dass hierfür der CO2-Preis noch stärker als Steuerelement genutzt wird. Dieser muss im Gegenzug zu einer reduzierten EEG-Umlage deutlich anziehen – differenziert, aber über alle Sektoren hinweg und möglichst EU-weit. Wenn wir in Deutschland Vorbild für digitale Elektrifizierung und Effizienz werden wollen, brauchen wir einen Rahmen, der Investitionen in CO2-arme Technologien fördert. Die Förderung muss hierbei technologieoffen erfolgen, um global wettbewerbsfähige Lösungen zu stärken. Beispiele hierfür sind die vom ZVEI unterstützten Ausschreibungsmodelle.

Bezüglich der Nationalen Strategie Wasserstoff sind wir der Meinung: Wir brauchen ein europäisches Wasserstoff-Ökosystem. Ohne diese Infrastruktur wird eine weitreichende Dekarbonisierung nicht möglich sein. Hier kommt es auf Maßnahmen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite und beim Transport an. Auf der Angebotsseite müssen wir stärker in Erneuerbare Energien investieren – das Onshore- und Offshore-Potenzial in Europa allein reicht nicht aus – wir brauchen mehr Importe und dafür eine internationale Strategie – aber auch eine bessere Förderung inländischer Energiegewinnung zum Beispiel durch PV-Anlagen u. a. auf neuen Gebäuden und bei der Erneuerung von Dachflächen. Auf der Transportseite müssen wir die vorhandenen Gasnetze anpassen und dort wo erforderlich Wasserstoff-Infrastruktur aufbauen. Die Fragen der Wasserstoffbindung und des Netzanschlusses müssen gelöst werden. Auf der Nachfrageseite müssen wir uns mit konkreten Projekten auf die Bereiche Industrie, Mobilität, Energie / Stromnetze sowie auf Wasserstoff als Speichermedium konzentrieren. Der ZVEI begrüßt daher die Arbeit der Clean Hydrogen Strategy and Alliance.

3.    Innovation und Digitalisierung (SDG 9 sowie untergeordnet SDGs 7 und 13)

Die Digitalisierung bietet vielfältige Chancen, die nachhaltige Transformation der Industrie voranzutreiben. Die Technologien der Industrie 4.0, wie beispielsweise die Industrie-4.0-Verwaltungsschale, sind von wesentlicher Bedeutung für eine wettbewerbsfähige, nachhaltige Transformation der Industrie.

Digitalisierung muss langfristig als positiver Treiber einer nachhaltigen Entwicklung verstanden werden, sogar wenn diese zumindest kurzfristig zu steigenden Energieverbräuchen durch die stärkere Nutzung von z. B. IT-Infrastruktur führt. Die aktuell häufig verbreitete These, dass Digitalisierung nur nachhaltig sein kann, wenn sie wirtschaftliches Wachstum und Energieverbrauch voneinander entkoppelt bzw. zur Energieeinsparung beiträgt, ist zu kurz gedacht. Die Annahme, dass Energie eine im Sinne des Klimawandels zu vermeidende Ressource sei, gilt nur bei einem Strommix, der auf nicht erneuerbaren Energieträgern basiert. Durch die europäische Zielstellung der CO2-Neutralität wird sich die Nutzung primärer Energieträger langfristig zu Gunsten Erneuerbarer verschieben. Im Jahr 2019 wurden bereits 43 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt. Gerade die Digitalisierung kann hier helfen, industrielle Wertschöpfung an Smart Grids anzubinden. Selbst wenn der Energieverbrauch durch Digitalisierung langfristig weiter ansteigt, hat dieser bei einem auf erneuerbaren Energieträgern basierenden Strommix keine negativen Auswirkungen auf den Klimawandel. Der Energieverbrauch liegt somit im Rahmen der Regenerationsmöglichkeiten der Erde. Digitalisierung hilft also das wirtschaftliche Wachstum vom CO2-Ausstoß zu entkoppeln, auch wenn der Energieverbrauch steigt.

Innovation ist für die Industrie die von wesentlicher Bedeutung, um eine nachhaltige Transformation der globalen Wertschöpfungsnetzwerke zu vollziehen. Innovationen tragen dazu bei, Ergebnisse der Grundlagenforschung und angewandten Forschung in neuartige, wettbewerbsfähige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu überführen. Dadurch tragen Innovationen langfristig zu einer nachhaltigen Entwicklung bei und sind wesentliche Voraussetzung, um neue Lösungen für die globalen Nachhaltigkeitsherausforderungen zu finden.

Damit die Perspektive der Industrie, als wichtiger Stakeholder für Forschung und Innovationen, auch in den relevanten Wissenschaftsnetzwerken besser berücksichtigt wird, befürworten wir eine stärkere Einbindung von Wissenschaftlern aus der Industrie in die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2020.

Die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2020 dient bisher als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik, um die Umsetzung der DNS und der SDGs mit wissenschaftlicher Expertise zu unterstützen. Diese Plattform sollte um Wissenschaftler aus der Elektroindustrie im Lenkungskreis als wesentliche Stakeholder-Gruppe erweitert werden. Dadurch wird gewährleistet, dass wissenschaftliche Erkenntnisse, die die Industrie 4.0 und Digitalisierung tangieren, auch durch industrielle Expertise validiert wird. Der ZVEI bietet in dem Kontext an, die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2020 mit eigener Expertise zu unterstützen. Der ZVEI kann dabei wissenschaftlichen Austausch zwischen der Wissenschaftsplattform und der Plattform 4.0 koordinieren.

Wir fordern, die Förderprogramme für den Mittelstand kontinuierlich auszubauen, um die Innovationsfähigkeit der Elektroindustrie zu gewährleisten. Dazu sollte das FONA-Programm für nachhaltige Innovationen weiter aufgestockt werden. Dieses sollte dadurch auch im stärkeren Maße Startups und mittelständische Unternehmen die Möglichkeiten bieten, anwendungsorientierte Forschungsprojekte mit Nachhaltigkeitsbezug durchzuführen. Darüber hinaus sollten für höhere TRL-Level Förder- und Investitionsinstrumente geschaffen werden, die eher auf langfristigen als kurzfristigen Gewinn ausgelegt sind und auch Innovationen adressieren, die nicht primär einer Gewinnerzielungsabsicht dienen.

4.    Nachhaltige Produktion und Kreislaufwirtschaft (SDG 12)  

Das Streben nach einer Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) steht zu Recht ganz oben auf der politischen Agenda. Jedoch darf kein einseitiger Ansatz verfolgt werden: Ein wettbewerbsfähiges Europa ist nicht ausschließlich von der Erreichung ökologischer Zielsetzungen abhängig. Die anstehende Transformation ist nur dann wirklich "nachhaltig", wenn in ihrer Umsetzung eine Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sowie gesellschaftlicher Verantwortung gefunden wird. Die Vielzahl an Themen im Zusammenhang mit einer Circular Economy verlangt zunehmend eine themenübergreifende und interdisziplinäre Betrachtung. Derart komplexe Herausforderungen müssen unbedingt frühzeitig im Dialog mit allen Akteuren entlang der Wertschöpfungsketten analysiert und bewertet werden, damit mögliche regulatorische Aktivitäten sinnvoll abgewogen und gestaltet werden können – und damit tatsächlich als "nachhaltig" bezeichnet werden können.

Die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ist vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrungen mit der Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen gern bereit, einen konstruktiven und zielführenden Beitrag für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu leisten. Elektronische Produkte, die ihr Lebensende erreicht haben, verstehen wir nicht als Abfall, sondern als wiederverwertbare Rohstoffquelle. Die Schaffung einer solchen Kreislaufwirtschaft setzt die Einbindung aller Akteure voraus. Hersteller nehmen ihre erweiterte Produktverantwortung wahr. Die korrekte Entsorgung obliegt weitgehend den Endnutzern. Kommunen und weitere Akteure sind für die Sammlung und Sortierung zuständig. Die Aufgabe der Entsorger ist es, Geräte zu verwerten und durch innovative Verfahren marktgängige Rezyklate anzubieten.

Damit Kreisläufe in ausreichender Größe entstehen können, ist ein funktionierender europäischer Binnenmarkt unerlässlich. Insbesondere der zum Teil sehr unterschiedlich ausgeprägte Vollzug sorgt für Verzerrungen der Wettbewerbsbedingungen und damit Standortnachteile. Dies ist in einem europäischen Binnenmarkt, der künftig noch stärker auf Sekundärrohstoffe ausgerichtet sein wird, nicht akzeptabel. Zudem darf es keine Benachteiligung europäischer Hersteller gegenüber Importeuren geben.

Wir fordern daher:

  • Im Rahmen der Gesetzgebung sind alle relevanten Akteure einzubeziehen.
  • Unterschiedliche Umsetzungen europäischer Regelungen auf Ebene der Mitgliedsstaaten sollten unbedingt vermieden werden.
  • Die Gleichbehandlung aller Wirtschaftsbeteiligten im EU-Markt ist sicherzustellen.  

5.    Nachhaltiges Wirtschaftswachstum (SDG 8)

SDG 8 greift in seiner heterogenen Natur einige wichtige Schwerpunkte nachhaltigen Wirtschaftens auf. Es verknüpft u. a. die ökonomische Perspektive der Nachhaltigkeit mit dem Ressourcen- und Klimaschutz (SDGs 7, 12, 13) sowie Innovation und Digitalisierung (SDG 9). Die Prioritäten der Bundesregierung zu SDG 8 unterstützt der ZVEI ausdrücklich. Ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, gute Arbeit, ein hoher Beschäftigungsstand, nachhaltige Lieferketten und Ressourcenschonung spiegeln einige der zentralen Ziele der deutschen Elektroindustrie wider. Die deutsche Elektroindustrie leistet mit ihren rund 885.000 Arbeitnehmern im Inland und 790.000 im Ausland einen entscheidenden Beitrag zu Wohlstand und Lebensqualität der Gesellschaft.

Die Bundesregierung stellt zurecht fest, dass Wirtschaftswachstum mit hohem Beschäftigungsstand und wettbewerbsfähigen Unternehmen die notwendige Transformation hin zu einer klimaneutralen Volkswirtschaft erleichtert. Das Ziel eines qualitativen Wachstums, das neben ökonomischen auch soziale und ökologische Ziele beinhaltet, unterstützen wir daher. Wir fordern, dass die Politik dafür aber zukünftig noch bessere Rahmenbedingungen schafft, die die Industrie und vor allem den Mittelstand und KMUs stärken und Innovationen fördern.

In Bezug auf die umfangreiche Hebelwirkung von Innovationen, Digitalisierung und der Technologien der Elektroindustrie für eine nachhaltige Umsetzung der Klima- und Ressourcenschutzziele der Politik, verweisen wir auf die unter den anderen SDGs beschriebenen Ausführungen.


Herausgeber:
ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik-
und Elektronikindustrie e. V.
Abteilung Umweltschutzpolitik