Sören Jensen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mit großem Interesse den Entwurf der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zur Kenntnis genommen und finde es sehr gut, dass einem die Möglichkeit geboten wird, diesen zu kommentieren und weiterzuentwickeln.

Kurz zu meiner Person: Ich bin 22 Jahre alt und studiere zur Zeit dual im Bereich Logistik, wobei ich mich mit allen betriebswirtschaftlichen Fragen des Transportwesens befasse. Zudem bin ich ein begeisterter Autofahrer und fahre daher auch seit einem Jahr nebenberuflich mit großer Freude einen Lastwagen.

Beim Entwurf ist mir positiv aufgefallen, dass der Autoverkehr insgesamt nicht negativ dargestellt wird und kein „Auto-Bashing“ betrieben wird. Ich vermisse jedoch eine positive Darstellung des Straßenverkehrs, da im gesamten Entwurf der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie hauptsächlich die sog. umweltfreundlichen Verkehrsträger, für die so viel getan wird, z.B. bei der Elektromobilität, und der Radverkehr in den Vordergrund gestellt werden. Durch meine Tätigkeit im Logistikbereich und als LKW-Fahrer habe ich einen guten Überblick über die Bedeutung des Straßenverkehrs gewonnen. Ich halte daher die Aussage auf Seite 207 des Entwurfs, dass die Verkehrswende zu einer post-fossilen Mobilität als dringende gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen wird, für ziemlich unrealistisch. Zumindest im Schwerlastverkehr wird man noch lange auf den Verbrennungsmotor angewiesen sein, auch aufgrund des Mangels an adäquaten Alternativen. Dafür spricht ja ebenfalls, dass es bei den Maßnahmen der Bundesregierung unter der Überschrift „Mobilitätswende fördern“ nicht nur darum geht, LKWs zu elektrifizieren, sondern durch ein europaweites Austauschprogramm für schwere Nutzfahrzeuge mit Zuschüssen beim Austausch alter Euro-3- bis Euro-5-Fahrzeuge gegen neue Euro-VI-Fahrzeuge zu helfen, um sauberere Lastwagen im Schwerlastverkehr zu fördern (Seite 23).

Ich finde es daher gut, dass der aktuelle Bundesverkehrswegplan bei anfallenden Erhaltungs- bzw. Ersatzinvestitionen und Aus- und Neubauprojekten neben den Verkehrsnetzen von Schiene und Wasserstraße, auch die Straße umfasst. Positiv ist hier außerdem, dass das Volumen des Bundesverkehrswegeplans in Höhe von 269,6 Mrd. Euro vor allem in den Erhalt fließt (Seite 191). Aber daneben ist ebenfalls der Ausbau von großer Wichtigkeit, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Beseitigung von Nadelöhren ist.

Insgesamt sind Aussagen in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie akzeptabler als der von Spitzenvertretern der Bundesgrünen geforderte vorläufige Baustopp für alle neuen Autobahnen und Bundesstraßen. Dies ist grober Unfug und verkennt, dass die Straße mit Abstand Verkehrsträger Nummer 1 ist und bleibt. Des Weiteren kommt bei dieser ganzen – verkopften – Diskussion über den Umstieg vom Auto auf Bahn, Bus oder Fahrrad zu kurz, dass Autofahren Spaß macht. Ich selbst werde jedenfalls auch zukünftig dem motorisierten Individualverkehr treu bleiben.

Mit freundlichen Grüßen
Sören Jensen