Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e. V.

Innovative Kräfte für nachhaltige Entwicklung stärken –

Eine Infrastruktur für Veränderungen, die unsere gesellschaftlichen Systeme zukunftsfähig machen

 
Unser Herz schlägt für eine Zukunft, in der wir auf der Basis eines würdigen Lebens für alle und mit Respekt vor den planetaren Grenzen (siehe: Doughnut, Kate Raworth; vgl. Seite 38 DNS Dialogfassung) unsere Welt, unser Miteinander gestalten. Auf dem Weg dorthin sehen wir vor allem viel Potenzial: Das Potenzial vieler Bürger*innen, die sich jeden Tag dafür entscheiden, die Welt nicht so anzunehmen, wie sie ist. Sondern die sich aktiv einsetzen und mitgestalten.
 
Wir repräsentieren eine Gruppe besonders engagierter Bürger*innen: Sozialunternehmer*innen (oder englisch: Social Entrepreneurs). Das sind Menschen, die als (Be)Gründer*innen neuer sozialer Organisationen, Unternehmen und Bewegungen ihre Kreativität, ihre Risikobereitschaft und ihren unternehmerischen Geist einsetzen, um innovative Ansätze zur Überwindung gesellschaftlicher Probleme zu entwickeln und zu verbreiten. Ob im Bereich Klimawandel, demografischer Wandel, Gesundheit, Verstädterung, Digitalisierung der Arbeitswelt oder Integration: Der Anspruch von Social Entrepreneurs ist es, als Gründer*innen für das Gemeinwohl neue Wege aufzuzeigen. Ihr Ziel ist es, nicht nur Symptome gesellschaftlicher Probleme zu lindern, sondern sich für die Behebung von Ursachen einzusetzen und unsere gesellschaftlichen Systeme fit für die Zukunft zu machen. Sie sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg, die Werte einer Sozialen Marktwirtschaft in eine komplexe, von schnellem Wandel geprägte Welt zu führen. Sie zeigen eindrücklich, wie viel Potenzial in Innovationen aus Bürger*innenhand steckt. Sie zu stärken als Impulsgeber*innen, als Forschungs- und Entwicklungsabteilung unserer Gesellschaft, braucht politische Unterstützung. Eine Infrastruktur für die Entwicklung und Verbreitung gesellschaftlicher Innovationen (vgl. dazu den beschlossenen Antrag 19/9493 von CDU/CSU und SPD).
 
Unsere Stellungnahme bezieht sich vor diesem Hintergrund nicht auf einzelne Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung oder einen bestimmten Themenbereich, sondern nimmt das Potenzial einer neuen Generation an Gründer*innen auf dem Weg der notwendigen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit in den Blick, die – oft gemeinnützig organisiert, immer aber mit positiver gesellschaftlicher Wirkung als erstem Ziel – wirkungsvolle Antworten auf heutige Herausforderungen bieten.
 
Ihre Kernherausforderungen und damit unsere Anregungen für die Weiterentwicklung für die Nachhaltigkeitsstrategie sind:
 
Repräsentation
Wie auch in der Drucksache 19/19493 festgehalten: Social Entrepreneurs brauchen einen Platz am Tisch, wenn in Politik und Verwaltung beraten, geplant und beschlossen wird. Das hieße z.B.:

  • Integration einer Stimme der Social Entrepreneurs in der Dialoggruppe des StA NHK,
  • mehr Fachpersonal - z.B. auf Ebene der Ressortkoordinator*innen mit einer fundierten Kenntnis über das Potenzial von Social Entrepreneurs und sozialen Innovationen,
  • Einbeziehung von Social Entrepreneurs in das geplante Gemeinschaftswerk,
  • mehr Mitsprache und Einbeziehung von Social Entrepreneurs in konkreten thematischen Entscheidungs(findungs)prozessen,
  • weiterer Dialog im Rahmen des Hightech-Forums auf der Basis des Impulspapiers "Soziale Innovationen" vom November 2019 (S. 191), sowie
  • Einbindung in die Reallabore-Strategie des BmWi (S. 190).

 
Zielgruppenspezifische Finanzierungsinstrumente
Bestehende Fördermechanismen geraten bei der Förderung sozialer Innovationen an ihre Grenzen und brauchen dringend ein Update, das die gesellschaftliche Wirkung der Innovationen als Kriterium heranzieht und nicht ihre finanzielle Rentabilität. Starrheit in Förderbedingungen, Vergabeprozesse ohne einen institutionalisierten Blick für Neues, Gründungsförderung ohne Gemeinwohlorientierung – all das sind strukturelle Barrieren, die es abzubauen gilt auf dem Weg Soziale Innovationen zu fördern, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Mit Verweis auf die Drucksache 19/19493 begrüßen wir die diversen avisierten Schritte hinsichtlich der Öffnung bestehender Instrumente sowie der Schaffung neuer bedarfsgerechter Instrumente.
 
Das Potenzial ist da – nutzen wir es!
Inzwischen zeigt eine Vielzahl von Studien das große Potenzial von Social Entrepreneurship für die Überwindung gesellschaftlicher Herausforderungen sowie zum Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG). Deshalb: Wollen wir die SDG erreichen, brauchen wir Innovationen und gleichzeitig neue Impulse, die auf die Veränderung der bestehenden Systeme und Organisationen zielen. Social Entrepreneurs können für beides wertvolle Ressource sein – und zeigen dies schon heute. Als Gesellschaft müssen wir sie stärken und Hürden aus dem Weg räumen. Die Effekte, auf die wir dann hoffen können, sind enorm.
 
Wir freuen uns auf weiteres #gemeinsamwirken und stehen für Rückfragen gern zur Verfügung.
 
Markus Sauerhammer, 1. Vorstand SEND
Laura Haverkamp, Vorständin SEND, Partnerin Ashoka Deutschland