Wärme und Strom

Wärme und Strom

83 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in unseren Wohnungen brauchen wir für Heizen und warmes Wasser. Im Winter sorgt die Heizungspumpe im Dauereinsatz dafür, dass warmes Wasser in den Heizkörpern zirkuliert und die Räume wärmt.

Einstellen eines Heizreglers

Heizen Sie sparsam, das spart Energie und Geld

Foto: picture alliance / maxppp

Die Pumpe ist somit quasi das Herz im Heizungssystem, sie pumpt das warme Wasser von der Heizquelle in die Heizkörper. Herkömmliche Pumpen belasten die Stromrechnung enorm: In einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt ist sie für etwa zehn Prozent der Stromkosten verantwortlich. Schätzungen zufolge beträgt der Stromverbrauch der installierten Heizungs- und Warmwasserpumpen etwa zwei Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland.

Die richtige Heizungspumpe spart viel Energie

Bei Heizungspumpen lässt sich demnach viel Energie sparen. Während alte Modelle bis zu 600 Kilowattstunden (kwh) pro Jahr verbrauchen, benötigen geregelte Hocheffizienzpumpen nur noch 63 bis 91 kwh. Moderne Heizungsanlagen stoßen über 80 Prozent weniger Schadstoffe aus.

Vor einer Neuanschaffung sollten Sie den Rat eines Fachmanns einholen. Das spart Energie und Geld, denn die Pumpe muss richtig ausgelegt sein. Kleinere Pumpen sind billiger in der Anschaffung und können, wenn sie optimal genutzt werden, langfristig auch viel Energie sparen. Eine starke Pumpe, die in ihrer Leistung gedrosselt wird, läuft dagegen weniger effizient.

Wer auf eine hocheffiziente Heizungspumpe der Energieeffizienzklasse A umsteigt, die Laufzeit der Pumpe an den Bedarf optimal anpasst und das Heizungssystem optimiert, kann den Stromverbrauch der Heizungspumpe um bis zu 80 Prozent senken. Beim "hydraulischen Abgleich" zum Beispiel sorgt der Installateur dafür, dass alle Heizkörper im Heizkreis gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Bei diesem Abgleich werden Drosselventile an den Heizkörpern so eingestellt, dass alle gleichmäßig durchströmt werden.

Heizungsanlagen gibt es für unterschiedliche Energieträger. Nach wie vor sind die endlichen fossilen Brennstoffe wie Heizöl und Erdgas am meisten verbreitet. Doch die erneuerbaren Energieträger wie Holz, Pflanzenöl, Erdwärme und Sonnenenergie finden zunehmend Interesse. Über die einzelnen Formen energieeffizienter Heizungsanlagen informieren zum Beispiel die Webseiten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt beziehungsweise der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Der Staat fördert den Einbau neuer Heizungssysteme sowie die Optimierung der Wärmeverteilung bei bestehenden Heizungsanlagen. Mehr Informationen dazu erhalten Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und bei der KfW-Bankengruppe. Ansprechpartner sind auch Banken und Sparkassen.

Richtiges Heizen und Lüften

Öffnen Sie die Fenster mehrmals am Tag für 5 bis 10 Minuten. Dies ist nicht nur effektiver als Fenster zu kippen, es spart auch Energie. Beim Lüften außerdem die Heizkörperventile schließen.

Um das Optimum aus den Heizkörpern herauszuholen, sollten die Heizkörper in den Zimmern freistehen und nicht durch Möbel oder Vorhänge zugestellt sein.

Heizen Sie sparsam. Eine nur um ein Grad niedrigere Raumtemperatur bringt rund sechs Prozent Energieersparnis. Stufe 3 entspricht in der Regel einer Temperatur von circa 20 Grad Celsius bis 21 Grad Celsius. Dreht man das Ventil auf den Stern, schließt sich das Ventil und öffnet nur bei Frostgefahr.

Nicht zu empfehlen: kühle Räume über wärmere Nachbarzimmer "mitzuheizen". Dadurch gelangt nicht nur Wärme, sondern auch Feuchtigkeit in den kühlen Raum – ideale Bedingungen für Schimmelpilz.

Regeln Sie die Temperatur Ihres Schlafzimmers nicht auf weniger als 16 Grad Celsius herunter, da es sonst zu Kondensation von Feuchtigkeit kommen kann.

Heizen Sie maßvoll auch die Räume, die kaum beziehungsweise nicht genutzt werden.

Durchlauferhitzer und Wasserspeicher

Viele Wohnungen haben elektrisch betriebene Durchlauferhitzer oder Wasserspeicher. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht für die elektrische Warmwasseraufbereitung etwa 1300 Kilowattstunden Strom pro Jahr und bezahlt dafür rund 290 Euro (Tagstrom). In Wohnungen mit zentraler Wassererwärmung kostet derselbe Komfort lediglich etwa 100 bis 150 Euro.

Die Warmwasserversorgung im Haus kann mit der Heizung gekoppelt sein oder über getrennte Anlagen sichergestellt werden. Vielfach ist es möglich, eine Sonnenkollektoranlage zur Wassererwärmung zu installieren und so die Emissionsbilanz zu verbessern.

Auch in Wohnungen mit zentraler Gas- oder Ölheizung und gekoppelter Wassererwärmung gibt es wie bei der elektrischen Wassererwärmung einfache Möglichkeiten, Energie einzusparen. In kleineren Gebäuden, zum Beispiel Ein- und Zweifamilienhäusern, kann man beispielsweise darauf verzichten, das warme Wasser ständig in einem Kreislauf durch das Haus zirkulieren zu lassen, ohne starke Einbußen beim Komfort zu haben. Man muss eine kurze Zeit warten, bis warmes Wasser aus dem Hahn fließt. Das spart Brennstoff und Strom, den sonst die Warmwasserzirkulationspumpe benötigen würde. In manchen Warmwassersystemen wird die Wasserleitung statt durch Zirkulation mit einem elektrischen Heizband warm gehalten. Auch so etwas stillzulegen, senkt die Stromkosten deutlich.

Für Zirkulationspumpen gibt es Vorschaltgeräte, die die Zeitspannen des Bedarfes (zum Beispiel frühmorgens zum Duschen) zunächst speichern und dann dazu jeweils Warmwasser zirkulieren lassen.

Untertischspeicher/Elektroboiler

Untertischspeicher mit 5 oder 10 Liter Fassungsvermögen verwenden in der Regel Tagstrom und erwärmen daher das Wasser zu recht hohen Kosten. Deswegen empfiehlt sich nur für ein entfernt gelegenes Gästezimmer, das nur ab und zu genutzt wird, so ein Gerät. Dabei lohnt der Einbau eines Vorschaltgeräts: Auf Knopfdruck wird Strom für die einmalige Erwärmung des Speichers freigegeben, danach schaltet sich das Gerät ab.

Die dena rät, auch schon bei kurzer Abwesenheit kleinere Elektroboiler auszuschalten, um Bereitschaftsverluste zu vermeiden. Zeitschaltuhren können beispielsweise die Boiler einzelner Waschbecken nachts vom Netz trennen.

Dena-Fachleute empfehlen, bei längeren Urlaubsreisen auch größere Speicher abzuschalten. Aus hygienischen Gründen sei es dabei ratsam, beim Wiedereinschalten das Wasser im Boiler einmalig auf über 60 Grad Celsius zu erhitzen.

Hier ein paar zusätzliche Warmwasser-Spartipps:

  • Lassen Sie Wasser nicht unnötig laufen.

  • Verwenden Sie Wasserhähne und Duschköpfe, die den Wasserstrahl mit Luft mischen und so die benötigte Wassermenge verringern (so genannte Spararmaturen).

  • Verwenden Sie warmes Wasser, nur wenn nötig.

  • Wasser-Mischarmaturen lassen sich so einstellen, dass in Mittelstellung kaltes oder lauwarmes Wasser kommt und erst bei bewusster Wahl der Einstellung auf "warm" Wasser mit höherer Temperatur ausläuft.
  • Wer duscht, spart. Für ein Vollbad brauchen Sie dreimal soviel Wasser und Energie.
  • Um Legionellen zu vermeiden, heizen moderne Regelungen den Wasserspeicher automatisch mindestens einmal wöchentlich auf 60 Grad Celsius auf, sofern der Speicher nicht ohnehin auf diese Temperatur eingestellt ist.

EU-Label und Umweltengel helfen

Wer eine effiziente Heizungspumpe anschaffen will, dem hilft das EU-Energie-Label. Pumpenhersteller aus 18 europäischen Ländern haben freiwillig ihre Produkte in die Energiesparklassen A (effizient) bis G (wenig effizient) eingestuft. Außerdem zeichnet das Umweltzeichen "Blauer Engel" besonders effiziente Umwälzpumpen aus.

Energieberatung vor Ort

An die Eigentümer von älteren Häusern und Wohnungen richtet sich das Förderprogramm "Vor-Ort-Beratung". Dabei erstellt ein anbieterunabhängiger und besonders qualifizierter Energieberater einen ausführlichen Bericht zur Immobilie. Der Bericht erläutert, mit welchen Maßnahmen am Gebäude sich die meiste Energie einsparen lässt und ob diese Maßnahmen wirtschaftlich sind. Eine solche Beratung bezuschusst der Staat mit bis zu 300 Euro (höchstens 50 Prozent der Beratungskosten). Wenn man sich zusätzlich zum Thema "Strom" beraten lässt, kommen weitere 50 Euro hinzu. Für weitere thermografische Untersuchungen oder Luftdichtigkeitsprüfungen erhält man bis zu 100 Euro.

Tipp "Ausweiskontrolle": Wollen Sie ein neues Haus oder eine Wohnung mieten oder kaufen, sollten Sie sich vom Gebäudeeigentümer einen Energieausweis vorlegen lassen. Nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) muss der Eigentümer den Energieausweis spätestens auf Verlangen "unverzüglich zugänglich machen".

Der Energieausweis enthält einen bestimmten Gebäudeenergiekennwert, der einen überschlägigen Vergleich von Gebäuden ermöglichen soll. Die Energieeffizienz kann entweder als Energiebedarf des Gebäudes oder aber als Energieverbrauchskennwert auf der Grundlage des tatsächlichen Energieverbrauchs angegeben werden. Unter Energiebedarf versteht man bei Wohngebäuden hauptsächlich die zum Heizen und für Warmwasser benötigte Energie. Grundlage sind Berechnungen auf Basis der Gebäudedaten. Dabei werden zum Beispiel die individuellen Gewohnheiten der Bewohner und die Lage des Gebäudes in Deutschland nicht berücksichtigt.

Angebot von Ökostrom

730 Anbieter von Ökostrom gibt es auf dem deutschen Strommarkt, so die Stiftung Warentest. Die Angebote unterscheiden sich nicht nur preislich, sondern auch im Engagement der Anbieter. Manche Anbieter erwerben so genannte RECS-Zertifikate (Renewable Energy Certificate System) und handeln in der Menge Strom aus erneuerbaren Energien. Andere Anbieter in diesem Stromsegment investieren einen Teil ihrer Einnahmen in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Oder sie haben Verträge mit Lieferanten, deren Anlagen nur ein bestimmtes Höchstalter erreichen. Auch das sorgt für neue Kraftwerke.

Wer Ökostrom von einem dieser Anbieter bezieht, der fördert den Ausbau der erneuerbaren Energien über die gesetzliche Förderung hinaus. Label geben Orientierung über die Qualität der Angebote. Eine ganze Reihe von Auflagen für Ökostromanbieter enthalten zum Beispiel die Labels "Grüner Strom" und "ok power", die von Verbraucher- und Umweltverbänden geschaffen wurden. Regionale Anbieter nennt das Öko-Institut.

Ökostrom kostet nicht unbedingt mehr. Vergleichen Sie die Tarife.

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