Sanieren und Renovieren

Sanieren und Renovieren

Thermografiken zeigen es immer wieder: Häuser verlieren unnötig Wärme über das Dach, die Fenster, die Haustür und den Keller. Dagegen lässt sich etwas tun, zum Beispiel Abdichten von Fugen an Fenstern, Hauseingangstüren und sonstigen Anschlüssen.

Wärmebild Einfamilienhaus

Wärmebild eines Einfamilienhauses

Foto: Ute Grabowsky/photothek.net

Gummiabdichtungen aus dem Baumarkt helfen, um den Luftaustausch an Fenstern und Haustüren wesentlich zu verringern. Die Abdichtung von Gebäudefugen – unter anderem auch bei Wand- und Dachanschlüssen oder Durchdringungen für Rohrleitungen – hat zwei positive Effekte: Sie vermeiden Energieverluste und senken Energiekosten. Außerdem verschwindet störender Luftzug. Das verbessert die Behaglichkeit in den Räumen.

Allerdings stehen der Energieeinsparung Investitionskosten gegenüber. Ob eine Maßnahme wirtschaftlich ist, sollte im Einzelfall geprüft werden. Stehen ohnehin Instandsetzungsmaßnahmen an, sollten Sie diese mit Investitionen in den Wärmeschutz verbinden, um langfristig Kosten zu sparen.

Vor einer energetischen Sanierung eines Gebäudes sollte in jedem Fall ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Ein fachkundiger Energieberater analysiert die energetischen Schwachstellen des Gebäudes und schlägt eine sinnvolle Kombination von Sanierungsmaßnahmen vor. In einer Datenbank der Deutschen Energie-Agentur (dena) können Sie einen zertifizierten Energieberater in Ihrer Nähe finden. Die Kosten für die Energieberatung werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der KfW-Bankengruppe gefördert.

Möchten Sie für Ihr Vorhaben ein zinsgünstiges Darlehen oder einen Zuschuss der KfW in Anspruch nehmen, sind die in der Datenbank gelisteten Sachverständigen berechtigt, alle erforderlichen Bestätigungen vorzunehmen.

Die höchsten Energieeinsparungen werden erreicht durch:

  • Dämmen der Außenwände, der obersten Geschossdecke oder des Daches,
  • Dämmen der Kellerdecke oder des Kellerfußbodens,
  • Austausch der Heizung und
  • Erneuerung der Fenster.

Wie viel Energie durch Wärmedämmung eingespart wird, hat die dena zusammengestellt:

  • Ein 100 Quatratmeter großes ungedämmtes Einfamilienhaus aus dem Jahr 1960 verbraucht pro Jahr circa 3700 Liter Heizöl.

  • Ein nach der Wärmeschutzverordnung 1982/84 gebautes Haus verbraucht circa 1500 Liter.

  • Ein nach der Wärmeschutzverordnung 1995 errichtetes Haus verbraucht etwa 1000 Liter.

  • Ein nach dem aktuellen Stand der Technik errichtetes Niedrigenergiehaus verbraucht nur noch etwa 500 bis 700 Liter. 

  • Ein nach dem aktuellen Stand der Technik errichtetes Passivhaus verbraucht weniger als 150 Liter.

dena Grafik Wärmeverluste

Beispiel Wärmeverluste und Energiesparpotenzial bei einem Einfamilienhaus

Foto: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Infos über Wärmedämmung

Einstiegsinformationen zur Wärmedämmung sind unter anderem in Publikationen der dena zu finden.

Über die verschiedenen Dämmstoffe und deren Einsatzmöglichkeiten informieren ausführlich Umweltinstitute, Energieagenturen und Verbraucherschutzorganisationen.

Sanierung von Heizungsanlagen

Die Sanierung einer alten Heizungsanlage und der Einbau einer kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung sowie einer solarthermischen Anlage können die Heizkosten bis zu 40 Prozent verringern. Werden alte Gas- und Ölkessel gegen moderne Brennwertkessel eingetauscht, lassen sich mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Denn Brennwertkessel nutzen auch den bei der Verbrennung von Öl oder Gas entstehenden Wasserdampf. Voraussetzung für die maximale Senkung der Heizkosten ist dabei eine gut gedämmte Gebäudehülle.

Vor allem alte Kessel sind oft zu groß. Denn früher wollte man in puncto Wärme oft auf "Nummer sicher" gehen. Bei vielen Gebäuden wurden zudem im Laufe der Jahre Stück für Stück die Außenwände, Dächer, Keller oder die Fenster verbessert. Ältere, zu groß gewählte Kessel arbeiten dann ineffizient. Umso geringer der alte Kessel ausgelastet ist, desto niedriger ist die Ausbeute der eingesetzten Energie.

Der Austausch eines alten Kessels sollte geprüft werden, wenn

  • der Kessel älter als 20 Jahre ist,

  • der Kessel beim Anfassen immer sehr warm ist – ein Zeichen für hohe Verluste,

  • der Schornsteinfeger hohe Verluste ermittelt hat,

  • ohnehin eine größere Reparatur ansteht oder

  • die Gebäudehülle zwischenzeitlich gedämmt wurde.

Mittlerweile gibt es auch für die Heizung Alternativen zu Heizöl und Erdgas, zum Beispiel eine mit Ökostrom betriebene Wärmepumpe oder eine Holzpelletheizung. Unter bestimmten baulichen Voraussetzungen kann auch ein Solarwärmesystem in Frage kommen.

Welches Heizsystem in Ihrem Fall das effizienteste ist, hängt von bestimmten Faktoren ab, zum Beispiel von der Verfügbarkeit der Brennstoffe, der Beschaffenheit des Gebäudes und nicht zuletzt vom geplanten Investitionsvolumen. Weitere Informationen dazu bei der dena.

Dämmung von Rohrleitungen

Die dena schätzt: Jeder laufender Meter ungedämmtes Heizungsrohr (32 Millimeter Durchmesser) kostet zusätzlich zehn Liter Heizöl pro Jahr. Nachträglich Rohre zu dämmen ist also ebenfalls ein Ansatzpunkt.

Ein Haus fürs Leben

Ressourcen schonen und Energie sparen ist wichtig. Nachhaltig bedeutet aber auch: lange nutzbar. Haben Sie dies in Bezug auf Ihre Wohnung oder Ihr Eigenheim schon einmal geprüft? Sind Wohnräume, das Bad oder der Balkon auch dann noch komfortabel nutzbar, wenn eine Krankheit oder das Alter die Beweglichkeit einschränken?

Altersgerecht wohnen

Immer mehr Menschen stellen sich diese Frage, denn in 25 bis 30 Jahren wird mehr als ein Drittel der Bevölkerung das 65ste Lebensjahr erreicht oder überschritten haben. Mehr als acht Millionen Menschen werden dann bereits über 80 sein. Fachleute und Betroffene empfehlen deshalb: rechtzeitig umbauen und Hindernisse beseitigen, damit selbstbestimmtes Wohnen im vertrauten Umfeld so lange wie möglich gewährleistet bleibt. Worauf es ankommt erläutern unter anderem das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung , das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Wohnberater der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung.

Bei der Finanzierung unterstützt Sie das KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen". Weitere Informationen zur Antragstellung und den Programmkonditionen beim Infocenter der KfW.

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