Optimal von A nach B

Nachhaltigkeit heißt auch, Mobilität so zu organisieren, dass die Bedürfnisse der Menschen und der Wirtschaft gesichert und gleichzeitig verkehrsbedingte Belastungen abgebaut werden können.

Hybrid Triebfahrzeug

Zug mit Hybridantrieb

Foto: Deutsche Bahn AG

Wir stellen hohe Anforderungen: neben persönlicher Freiheit, Beschäftigung und Wohlstand wollen wir, dass der Verkehr sicher, sauber, ressourcenschonend, effizient, klimafreundlich, leise und bezahlbar ist. Das geht nicht ohne eigenes Zutun.

Unsere Mobilität ist derzeit trotz der erzielten Fortschritte bei der Effizienzsteigerung und im Umweltschutz mit negativen Folgen verbunden, etwa Staus, Lärm oder Schadstoffbelastung.

Siedlungs-, Infrastruktur- und Verkehrsentwicklung müssen noch besser aufeinander abgestimmt werden. Dafür brauchen wir ein Verkehrssystem, in dem die verschiedenen Mobilitätsformen überall optimal miteinander verknüpft werden können. Dazu gehören Individual- wie öffentlicher Verkehr, Beförderung von Personen wie von Gütern, nichtmotorisierter wie motorisierter Verkehr. Zugleich ist jeder einzelne aufgefordert, mit umsichtigen Entscheidungen seinen Beitrag für eine umweltverträgliche Mobilität zu leisten.

Nachhaltige Verkehrsentwicklung

Die Bundesregierung hat sich in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie folgendes Ziel gesetzt: die Verkehrsleistung muss wie der Energie- und Ressourcenverbrauch vom Wirtschaftswachstum entkoppelt werden.

Wie weit wir dabei gekommen sind, zeigen verschiedene Messgrößen an. Der Indikator "Personentransportintensität" misst die von Personen zurückgelegten Kilometer im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Nach dem neuesten Stand konnte hier die Entwicklung in Richtung der ersten Zielmarke fortgesetzt werden. So sollte die Personentransportintensität bis zum Jahr 2010 um 10 Prozent gegenüber 1999 verringert werden - erreicht wurden 5,6 Prozent. Bis zum Jahr 2020 ist eine Verringerung um weitere 10 Prozentpunkte geplant.

Anders stellt sich die Situation beim Gütertransport dar. Hier sollte die "Gütertransportintensität" bis 2010 um zwei Prozent gegenüber 1999 sinken, das heißt bei den von Gütern zurückgelegten Kilometern in Bezug zum BIP. Sie stieg allerdings zwischen 1999 und 2010 um 10,6 Prozent an.

Der Aktionsplan Güterverkehr und Logistik trägt zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele im entsprechenden Sektor bei. Mit der Maßnahme zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Kombinierten Verkehr wird die Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene und die Wasserstraße unterstützt. Mit einer weiteren Maßnahme soll die Standardisierung von CO2-Berechnungsverfahren in Transportketten vorangebracht werden.

Fortschritte gab es dementsprechend beim Ziel, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Die Bundesregierung hat in der Nachhaltigkeitsstrategie einen Marktanteil der Schiene von 25 Prozent bis 2015 festgeschrieben. Er konnte von 16,5 Prozent 1999 auf 18 Prozent im Jahr 2010 erhöht werden.

Öffentlicher Personennahverkehr

Unverzichtbarer Baustein einer umweltverträglichen Mobilität ist der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Die Bundesregierung stellt den Ländern daher erhebliche Mittel zur Verfügung, um ein bezahlbares ÖPNV-Angebot sicherzustellen und die Attraktivität zu steigern. Pro Jahr fließen aus Bundesmitteln rund 7,9 Milliarden Euro in den ÖPNV (Stand: 2011).

Prüfen Sie, ob nicht öfter auch für Sie ein Umstieg interessant wäre. Denn grundsätzlich gilt: Je mehr Menschen in einem Fahrzeug mitfahren, desto besser wird die CO2- und Energiebilanz jedes Einzelnen.

Gemeinsam fahren

Falls Sie nur gelegentlich ein Auto benötigen, sollten Sie die Möglichkeit prüfen, sich ein Auto mit anderen zu teilen. Mitfahrzentralen, Carsharing-Angebote oder andere innovative Modelle gibt es bereits in vielen Orten in Deutschland. Für gelegentliche Fahrten können auch Mietwagen oder Taxifahrten günstiger sein als ein eigenes Auto.

Auch das eigene Auto könnte gegebenenfalls effizienter eingesetzt werden: durch Mitbenutzung von anderen Familienmitgliedern oder von Nachbarn und Freunden. Durch Fahrgemeinschaften für den Weg zur Arbeit lässt sich ebenfalls ein Teil der Kosten sparen.

Mit dem Fahrrad zum Ziel

Neben dem ÖPNV hat das Fahrrad an Bedeutung gewonnen. Das Gute ist: Fahrradfahren ist nicht nur emissionsfrei, sondern auch gesund und preisgünstig. In Deutschland werden gegenwärtig zehn Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Damit ist das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft.

Für die kurzen Strecken zum Bäcker oder Supermarkt um die Ecke bietet sich auch ein Fußweg an. Die Umwelt dankt es Ihnen – und Ihre Gesundheit auch.

Radeln für die Umwelt

Die Bundesregierung will den Radverkehr auch künftig fördern. Durch Pilotprojekte wie den Modellversuch "Innovative öffentliche Fahrradverleih-Systeme" soll er attraktiver und sicherer werden. Außerdem stellt sie Haushaltsmittel in Höhe von rund drei Millionen Euro zur Verfügung, um den Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) umzusetzen. Gefördert werden Projekte, die in besonderem Maße innovativ sowie auf andere Städte und Regionen übertragbar sind. Seit 1. Januar 2013 gilt der neue NRVP 2020. Mit dem setzt der Bund für die nächsten Jahre wichtige Impulse für nachhaltige Mobilität, attraktive Städte und Gemeinden sowie die Stärkung von Mittelstand und Tourismus, insbesondere im ländlichen Raum. Er soll mit der zeitlichen Perspektive bis 2020 weiterentwickelt werden.

Das von der Bundesregierung 2010 verabschiedete Maßnahmenprogramm "Nachhaltigkeit" sieht für die Bundesbehörden auch einen direkten Beitrag zur nachhaltigen Mobilität vor: Sie sollen Dienstfahrräder (und Videokonferenzen) verstärkt nutzen. 

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