Nachhaltigkeit fängt zu Hause an

Nachhaltigkeit fängt zu Hause an: Essen und Trinken ist nicht nur lebenswichtig. Es bedeutet auch Genuss und Lebensqualität. Der Bauch redet beim Einkauf ganz stark mit.

Güte- und Prüfsiegel, mit welchem Erzeugnisse aus ökologischem Landbau gekennzeichnet werden, das europäische Bio-Siegel,

Bio-Produkte schnell erkennen

Foto: Bundesregierung/Tybussek

Was heißt es, beim Einkaufen von Lebensmitteln und Getränken auch auf Nachhaltigkeit zu achten? Wenn nachhaltige Produktion bedeutet, weniger Energie zu verbrauchen, die Natur dabei zu schonen und faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, dann heißt das folglich, bei Nahrungsmitteln vor allem auf regionale Produkte zu achten.

Lebensmittel, die aus der eigenen Region stammen, haben in der Regel kurze Anfahrtswege hinter sich, wenn sie im Supermarkt oder auf dem Markt zum Verkauf stehen. Wer zudem sein Obst und Gemüse nach den Jahreszeiten kauft, der kann davon ausgehen, dass auch die Lagerung nur kurz war und wenig Energie verbraucht hat. Saisonware bürgt für Frische und Geschmack.

Bio-Lebensmittel oder Lebensmittel aus ökologischem Landbau

Im Mittelpunkt des ökologischen Landbaus steht das Prinzip der so genannten Kreislaufwirtschaft: ein Hof wird – soweit es geht – in einem geschlossenen Kreislauf bewirtschaftet. Um Tiere zu füttern, baut der Landwirt zum Beispiel grundsätzlich das Futter selbst an. Auch andere Maßnahmen sind in den Kreislauf eingebettet. Erntereste werden frisch oder kompostiert zur Bodenverbesserung in die Äcker eingepflügt.

Grafik Ökologischer Landbau

Ökologischer Landbau

Foto: aid infodienst e.V.

Müssen den Böden zusätzliche Nährstoffe zugeführt werden, verwendet der Bio-Bauer keinen synthetischen Stickstoff- oder chemisch aufbereiteten Mineraldünger. Der benötigte Stickstoff wird durch Dung aus der eigenen Tierhaltung in den Kreislauf gebracht oder es werden zum Beispiel Kleegras, Ackerbohnen oder Lupinen angebaut. Diese Pflanzen können mit Hilfe von Bakterien Stickstoff aus der Luft binden.

Unkraut wird nicht chemisch bekämpft, sondern durch mechanische Geräte und eine ausgewogene Fruchtfolge in Grenzen gehalten. Auch auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wird verzichtet. Der Einsatz von Gentechnik und gentechnisch verändertem Saatgut ist verboten.

Der ökologische Landbau ist eine besonders nachhaltige Form der Landwirtschaft. Der Anbau von Pflanzen und die Haltung von Tieren erfolgt ressourcenschonend und naturverträglich. Die Bundesregierung fördert den Ökolandbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft mit jährlich circa 16 Millionen Euro. In der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie hat sie festgeschrieben, dass die ökologische Landwirtschaft in den nächsten Jahren auf ein Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Fläche anwachsen soll. Derzeit liegt der Wert bei sechs Prozent.

Bio-Siegel

Logo Bio-Siegel

Foto: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Das deutsche Bio-Siegel ist seit 2001 eine verlässliche Orientierungshilfe bei der Suche nach Lebensmitteln aus ökologischem Anbau. Mit diesem Siegel können Produkte und Lebensmittel gekennzeichnet werden, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert und kontrolliert wurden. Das Bio-Siegel steht somit für eine ökologische Produktion und artgerechte Tierhaltung.

Am 29. Mai 2012 wurde das 65.000ste Bioprodukt mit dem staatlichen Bio-Siegel – dem bekanntesten Erkennungszeichen für Bioprodukte – registriert.

EU-Bio-Logo

EU-Bio-Logo

Foto: Europäische Kommission

Ein 2001 eingeführtes EU-Bio-Logo wurde im Juni 2010 durch die abgebildete neue Version ersetzt.

Das neue Siegel muss nun auf allen Produkten abgebildet werden, die entsprechend der EU-Biorichtlinien erzeugt wurden. Das EU-Bio-Logo ändert nichts an der Nutzung des deutschen Bio-Siegels. Das Bio-Siegel kann weiterhin unverändert, auch zusammen mit dem EU-Bio-Logo verwendet werden.

Nachhaltige Ernährung – worauf sollte ich achten?

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, sich vor allem mit Getreide, frischem Obst und Gemüse zu ernähren. Fleisch und Fisch sind wichtige Lebensmittel, spielen aber in einer gesunden Ernährung nicht die Hauptrolle. Und: Wer auf seinen Fleischkonsum achtet, der trägt auch zum Ressourcenschutz bei. Denn für die Herstellung von einem Kilo Rindfleisch sind über 15.000 Liter Wasser nötig. Hinzu kommt ein großer Bedarf an Futtermittel, die angebaut werden müssen. Ein Rind frisst in der Regel 1.300 Kilo Getreide und 7.200 Kilo Heu und Silage, bevor es geschlachtet wird.

Wertvolle Lebensmittel

Um Lebensmittel zu produzieren, braucht man neben den natürlichen Rohprodukten wie Getreide oder Milch auch Energie und Wasser. Zudem sind viele Menschen an der Herstellung, Lagerung, Transport und Verkauf der Lebensmittel beteiligt. All das macht Lebensmittel zu wertvollen Produkten.

Deswegen sollten wir mit Lebensmitteln bewusster umgehen. Und: Wer zielgenau einkauft und die eigenen Vorräte gut nutzt, der spart nicht nur Geld. Er leistet auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Denn die Landwirtschaft ist nach der Energieerzeugung und der Industrie der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen. Vor allem Methan aus der Tierhaltung und Lachgas aus der Nutzung der Böden sind große Emissionsquellen.

"Zu gut für die Tonne"

Pro Jahr landen rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel von Industrie, Handel und Verbrauchern im Müll. Rund 60 Prozent der Lebensmittelabfälle stammen von uns Verbrauchern. In einem vier-Personen-Haushalt sind das pro Jahr Lebensmittel im Wert von über 900 Euro. Wie lässt sich das vermeiden?

  • Machen Sie sich einen Kochplan für die nächsten Tage und kalkulieren Sie dabei die Lebensmittel, die noch im Kühlschrank sind, mit ein.
  • Nicht mit leerem Magen einkaufen. Ein besserer Kompass ist ein Einkaufszettel, auf dem Sie alles notieren, was Sie brauchen.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig, wie lange sich Ihre Vorräte noch halten. Dabei gilt: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Es garantiert nur, dass bei richtiger Lagerung Eigenschaften wie Aussehen oder Konsistenz bis zu diesem Zeitpunkt erhalten bleiben. Auch danach sind noch viele Lebensmittel genießbar. Durch Sehen, Riechen und Schmecken kann man selbst feststellen, ob Lebensmittel noch essbar sind. Vor allem ist darauf zu achten, dass sich noch kein Schimmel gebildet hat. Verderbliche Lebensmittel wie abgepacktes Fleisch, geräucherter Fisch oder Frischmilch tragen ein Verbrauchsdatum (zu verbrauchen bis ...). Es sollte eingehalten werden, um gesundheitliche Risiken auszuschließen.
  • Nutzen Sie das Gefrierfach Ihres Kühlschranks, um Reste von Mahlzeiten, Fleisch oder Obst (als Mus) einzufrieren.
  • Seien Sie kreativ mit Essensresten. Restekochbücher und spezielle Internetseiten helfen weiter.
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