Nachhaltig leben

Nachhaltig einkaufen – wie geht das?

Wir alle sind Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir kaufen, essen und trinken, kleiden und bewegen uns. Unser Handeln hat Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt.

Einkaufswagen im Supermarkt

Beim Einkauf auf nachhaltige Produkte achten

Foto: Ulf Dieter

Schon finanziell betrachtet bewegen wir als Verbraucher einiges. Für Lebensmittel, Getränke, Bekleidung und Zigaretten geben wir in Deutschland jährlich etwa 260 Milliarden Euro aus.

Außerdem hat der Konsum Auswirkungen auf die Umwelt: 20 Prozent des Ausstoßes an Treibhausgasen gehen auf sein Konto. Und zum Ausstoß des Luftschadstoffs Stickoxid tragen die privaten Haushalte zu mehr als 15 Prozent bei.

Außerdem wächst unser Platzbedarf: Die Wohnfläche, die  jedem von uns im Durchschnitt zur Verfügung steht, nahm seit den neunziger Jahren um über 18 Prozent zu. Das bedeutet automatisch auch mehr Flächenverbrauch. Was und wie wir einkaufen beeinflusst wesentlich das Warenangebot in den Supermärkten und somit die Entscheidung der Unternehmen, für welche Produkte sie menschliche Arbeitskraft und Umweltgüter einsetzen.

Nachhaltig Einkaufen heißt also, Produkte zu kaufen, deren Herstellung und Nutzung energiesparend und umweltfreundlich ist. Die Menschen, die die Waren herstellen, werden angemessen bezahlt und arbeiten unter fairen Bedingungen. Zu guter Letzt: Die eingekauften Produkte sind keine Eintagsfliege, sondern lassen sich möglichst lang nutzen und danach recyceln.

Lässt sich nachhaltiger Konsum messen?

Um die Rolle der Verbraucherinnen und Verbraucher für eine nachhaltige Entwicklung unseres Landes zu verdeutlichen, erscheint es grundsätzlich sinnvoll, den Konsum durch eine gesonderte Messgröße, einen Indikator, abzubilden. Die Bundesregierung hat gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt die Möglichkeiten eines solchen Maßstabes geprüft. Ergebnis: aufgrund der Komplexität und Querschnittrolle des Verbrauchs sind mehrere Indikatoren nötig.  Damit kann man sich an Konsummuster annähern. Hinzu kommen erhebliche Datenlücken in vielen Konsumbereichen. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz plant daher, ein Forschungsvorhaben zur Entwicklung eines Indikators zu vergeben, der Daten zum nachhaltigen Konsum zusammenführt.

Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Wirtschaft sind zwei Seiten einer Medaille. Wenn mehr nachhaltige Produkte nachgefragt werden, etwa energiesparende Elektrogeräte, bedeutet dies einen Anreiz für die Wirtschaft, mehr Produkte dieser Art auf den Markt zu bringen. Das heißt: Jeder kann etwas bewegen und sollte dies auch tun.

Wieso ist Ressourcenschutz so wichtig?

Weil wir momentan über unsere ökologischen Verhältnisse leben. Ein Großteil der natürlichen Ressourcen ist nur in begrenztem Umfang vorhanden und nicht erneuerbar.

Der ökologische Fußabdruck: Der eigene Lebensstil bestimmt die Größe unseres ökologischen Fußabdrucks. Der ökologische Fußabdruck steht exemplarisch für den Naturverbrauch, für unser Konsumniveau und für die Beanspruchung unserer Lebensgrundlage. Alle zwei Jahre, zuletzt im Mai 2012, veröffentlicht der World Wide Fund For Nature (WWF) den Living Planet Report, welcher den Verbrauch der Erde nach Nationen aufzeigt. Das Ergebnis für Deutschland: Der deutsche Fußabdruck pro Person und Jahr beträgt 4,6 Hektar. Das sind mehr als vier Fußballfelder. Zur Verfügung stehen aber nur 2 Hektar.

Dabei gibt es zwischen den einzelnen Staaten große Unterschiede. Eine deutliche Trennlinie besteht zwischen wohlhabenderen und ärmeren Menschen. Die 20 Prozent der Weltbevölkerung, die am wohlhabendsten sind, verbrauchen fast 75 Prozent der natürlichen Rohstoffvorkommen auf unserer Erde.

Schonend und effektiv mit natürlichen Ressourcen umgehen

Weniger Rohstoffe und Materialien zu verbrauchen, gehört zu den zentralen Herausforderungen einer nachhaltigen Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Ein schonender und zugleich effektiver Umgang mit natürlichen Ressourcen wird eine Schlüsselkompetenz zukunftsfähiger Gesellschaften sein. In der Nachhaltigkeitsstrategie hat die Bundesregierung festgelegt, die Rohstoffproduktivität bis 2020 gegenüber 1994 zu verdoppeln. Das deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) vom Februar 2012 soll dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. ProgRess zielt auch auf den Konsum. Die Bürger sollen unter anderem durch aussagekräftige Produktinformationssysteme für ressourceneffiziente Produkte sensibilisiert werden. 

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