Müll richtig entsorgen

Viele verstehen unter praktischem Umweltschutz vor allem, Glas, Papier und Plastikverpackungen zu trennen. Das ist gut, aber nicht immer fällt die richtige Entsorgung leicht.

Jeweils eine grau, grüne, blaue und gelbe Mülltonne für eine getrennte Abfallentsorgung stehen in einer Reihe vor einem Haus.

Mülltrennung - machen Sie mit.

Foto: picture-alliance/ dpa

Unsicherheit herrscht oft bei neuen Produkten wie Energiesparlampen. Bei allem gilt: der umweltfreundlichste Müll ist der, der nicht entsteht.

Werfen Sie Altglas sortenrein in die Glascontainer und trennen Sie auch Dosen und andere Verpackungen vom restlichen Müll. Das Recyceln einer Aluminiumdose spart laut EU-Kommission 90 Prozent der Energie, die benötigt wird, um eine neue zu produzieren – neun kg CO2-Emissionen pro einem Kilo Aluminium.

Grafik Lampentypen Entsorgung

Lampen richtig entsorgen

Foto: Lightcycle 'Sauberes Licht, sauber recycelt.'

Wohin gehören alte Lampen?

Nicht jede Lampe ist gleich: kaputte Haushaltsglühlampen und Halogenlampen können in die graue Tonne geworfen werden. Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen gehören in den Wertstoffhof. Auch manche Elektrohändler nehmen Lampen dieser Art zurück.

Verpackungen einsparen

  • Achten Sie auf Ihren Verbrauch an Plastiktüten.
  • Benutzen Sie Nachfüllpackungen: Wer verpackungsarme Nachfüllpackungen kauft, hilft, aufwändige Plastikverpackungen zu vermeiden.
  • Größer ist besser: Größere Verpackungen von Haushaltsreinigern oder Kosmetika sparen in der Regel Material und Energie. Auch Konzentrate von Wasch-/Spülmitteln sparen Verpackung.

Statt Papiertücher Wischlappen: Wer damit oder mit einem Schwamm aufwischt, spart Papier und Abfall. Lappen öfter mal in der Waschmaschine mitwaschen.

Werfen Sie nichts achtlos weg. Abfall gehört weder auf die Straße noch in die Natur und ganz bestimmt nicht in den Gully. Wenn er in Wasseraufbereitungsanlagen gelangt, kann er den Entgiftungsprozess übermäßig belasten.

Spenden Sie Ihre alten Kleider einer karitativen Organisation oder geben Sie sie in die Altkleidersammlung. So bekommen Ihre Altkleider ein zweites Leben, entweder als Second-Hand-Kleidung oder, geschreddert und recycelt, als Rohstoff für Textilien und Verpackungen. Dadurch werden kostbare Energie und knappe natürliche Ressourcen gespart.

Verkaufen oder verschenken Sie Möbelstücke, die Sie nicht mehr brauchen.

Alte Medikamente gehören auf keinen Fall ins Abwasser. Schätzungsweise mehrere hundert Tonnen pro Jahr nicht verbrauchter Medikamente werden unsachgemäß direkt über die Spüle oder die Toilette "entsorgt". Da viele Kläranlagen heute noch nicht in der Lage sind, alle Stoffe rückstandslos abzubauen oder zurückzuhalten, erreicht der Rest, wenn auch stark verdünnt, die Flüsse und kann dort besonders empfindliche Organismen wie Fische dauerhaft schädigen.

Müllinseln in den Meeren: Kunststoffe sind nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken: Von der Babyflasche, Zahnbürste, dem Mobiltelefon bis zur Gehhilfe – Plastik findet sich an beziehungsweise in vielen Produkten. Allerdings: Kunststoff zerfällt nicht, er bleibt für Jahrhunderte erhalten. Vor allem Plastikverpackungen finden den Weg in die Meere. Der Plastikmüll im Meer entzieht sich weitgehend unserer Wahrnehmung, da er sich in kleine Teile zersetzt, unter der Wasseroberfläche schwebt und nach und nach auf den Boden der Meere absinkt. Fische verspeisen die Plastikteilchen, Vögel verwechseln diese mit Nahrung. Millionen von Seevögeln und anderer Meerestiere sterben jährlich durch Überreste von Plastikmüll.

Achten Sie auf Ihren Papierverbrauch. Studien zufolge steigt der Verbrauch von Büropapier jährlich um 20 Prozent. Skizzen und Entwürfe lassen sich auch auf Schmierpapier machen. Recyclingpapier schont die Umwelt. Vielleicht ist hier und dort auch ein doppelseitiges Drucken möglich. Toner oder Tinte können Sie sparen, wenn Sie im Drucker den Entwurfsmodus oder vergleichbare Einstellungen vornehmen.

Tasse statt Plastikbecher: Auch im Büro und im Coffeeshop gilt: Mehrweg ist besser als Einweg.

Ressourcenschutz durch optimale Verwertung

Die Bundesregierung möchte, dass noch mehr Abfälle recycelt werden. Bis zum Jahr 2020 sollen 65 Prozent aller Siedlungsabfälle recycelt und 70 Prozent aller Bau- und Abbruchabfälle stofflich verwertet werden. Die Abfallerzeuger und -besitzer müssen die jeweils beste ökologische Option für Abfall wählen. Mit der Pflicht zur getrennten Sammlung von Bioabfällen sowie von Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfällen ab dem Jahr 2015 schafft das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz die maßgebliche Voraussetzung für weiter steigende Recyclingquoten.

Das im Februar 2012 beschlossene neue Gesetz legt auch die Grundlage für die Einführung einer Wertstofftonne. Ganz konkret können alleine durch die Wertstofftonne zusätzlich noch einmal rund sieben Kilogramm wertvoller Reststoffe pro Jahr und Einwohner erfasst werden. Sammeln lohnt: Allein durch den Umstieg auf recyceltes Kupfer lassen sich 50 Prozent Energie, 100 Prozent Schwefelsäure und 50 Prozent Schlacke einsparen.

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