Hausputz und Reinigungsmittel

In jedem Haushalt wird fast täglich gewaschen, gespült und geputzt. Pro Jahr werden hierfür nach Branchenschätzungen circa 220.000 Tonnen Haushaltsreiniger sowie etwa 260.000 Tonnen Geschirrspülmittel in Deutschland verkauft.

Wasch- und Reinigungsmittel im Haushalt

Eine genaue Dosierung ist wichtig

Foto: BMU / Brigitte Hiss

Alles, was beim Reinigen in den Abfluss gelangt, belastet unser Wasser – eine wichtige Ressource. Eine genaue Dosierung ist also wichtig, denn viele handelsübliche Putzmittel enthalten umweltschädliche oder auch gesundheitsgefährdende Stoffe.

Zunächst sollte man immer versuchen, ob nicht herkömmliche Mittel für die notwendige Sauberkeit und Hygiene ausreichen. Dazu rät auch das Umweltbundesamt: "Mit einem Allzweckreiniger, einem Handspülmittel, einer Scheuermilch und einem sauren Reiniger auf Basis von Zitronensäure kann man den gesamten Haushalt reinigen".

Leichte Verschmutzungen lassen sich häufig bereits mit Wasser und einem geeigneten Mikrofasertuch beseitigen. Wenn das nicht ausreicht, sollten Sie sich an die Klassiker erinnern, die schon Generationen vor uns genutzt haben. Dazu gehören Allzweckreiniger und Scheuermilch. Kalkrückstände kann man zum Beispiel mit Zitronensäure beseitigen.

EU-Ecolabel-neu

Foto: Europäische Kommission

Wer dennoch spezielle Reinigungsmittel braucht und nachhaltig sein will, sollte beim Einkauf Etikett und Kennzeichnung studieren. So gibt es zum Beispiel Allzweckreiniger, Sanitärreiniger, Handspülmittel und phosphatfreie Maschinengeschirrspülmittel sowie Waschmittel mit einer vergleichsweise geringen Umweltbelastung. Derartige Produkte tragen das europäische Umweltzeichen.

Gewässerschutz und Wasserqualität

Unsere Wasserversorgung ist ein Schwerpunktthema im Fortschrittsbericht 2012 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. In Deutschland hat die Wasserwirtschaft einen hohen bis sehr hohen Standard erreicht. Die hohen Investitionen unter anderem in die Abwasserinfrastruktur und in Gewässerrenaturierungen haben die Wasserqualität in Deutschland deutlich verbessert. Gleichwohl bleibt der Gewässerschutz eine Daueraufgabe.

Wassermangel und unzureichende Wasserqualität gehören zu den Hauptursachen für Armut, Krankheiten und Umweltzerstörung. Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung ist eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung. Die Bundesregierung setzt sich daher weltweit für die Verbesserung der Situation im Wasser- und Abwasserbereich ein.

Beispiel "Wasserkioske in Sambia": Im Jahr 2004 waren weniger als 60 Prozent der städtischen Bevölkerung Sambias mit Trinkwasser versorgt. Besonders schlecht war die Lage in den armen Vierteln an Stadträndern. Hier hatten sogar nur 35 Prozent der Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Für diese Menschen wurde das Konzept der Wasserkioske entwickelt. Wasserkioske sind Verkaufsstellen für Trinkwasser; sie bedienen jene Haushalte, die sich keinen eigenen Wasseranschluss leisten können. Dabei werden die Betriebskosten durch die Einnahmen aus dem Wasserverkauf gedeckt, um eine nachhaltige Finanzierung für den Betrieb und die Wartung der Anlagen zu ermöglichen.

In den vergangenen fünf Jahren wurden in Sambia von der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit anderen Geberländern über 350 Wasserkioske gebaut, die zusammen mit zusätzlichen Haushaltsanschlüssen, circa 823.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen.

Putzen kann jeder, oder? Hier einige Tipps für Küche und Bad.

Die Dosis macht’s: Achten Sie bei Reinigungsmitteln auf die Hinweise der Hersteller, etwa zur sicheren Anwendungsweise und Materialverträglichkeit. Dosieren Sie genau – vor allem bei Konzentraten.

Hygiene beginnt beim Schwamm: Feuchte Textilien wie Spülschwämme und Geschirrtücher sind Nährböden für Keime. Sie sollten nach Gebrauch umgehend zum Trocknen aufgehängt werden. Zusätzlich das Spül- und Trockentuch regelmäßig wechseln und bei mindestens 40 °C mit bleichmittelhaltigem Waschmittel waschen.

Kalt hat Vorfahrt: Im Allgemeinen reicht kaltes Wasser zum Reinigen von Böden, Fliesen und Fenstern aus. Nur beim Geschirrspülen ist heißes Wasser nötig.

Wasser sparen beim Spülen: Grobe Essensreste beim Geschirr- wie beim Handspülen vorher in den Müll werfen. Von Hand Vorspülen ist bei einem Geschirrspüler nicht nötig.

Kalk kostet: Kalk erhöht durch seine isolierende Eigenschaft den Energiebedarf. Deswegen: Wasserkocher und Kaffeemaschine regelmäßig entkalken.

Waschen – den Job macht doch die Waschmaschine

Über 20 Millionen Tonnen Wäsche werden in deutschen Privathaushalten jährlich gewaschen, so Branchenschätzungen. Die Meinung, dass nur beim Kochen (90 °C) Wäsche hygienisch sauber wird ist inzwischen wiederlegt, denn moderne Waschmittel wirken schon bei niedrigen Temperaturen intensiv. Das heißt, leicht und normal verschmutzte Wäsche wird schon bei 30 bis 40 °C vollständig sauber. Dies hilft auch sparen: der Stromverbrauch beim Waschgang sinkt um die Hälfte, wenn Sie von 60 auf 40 °C herunterschalten. Bei 30 °C beträgt er nur noch ein Drittel eines Waschgangs bei 60 °C.

Ein paar Tipps:

  • Moderne Waschmittel haben bereits bei geringen Temperaturen von 30 °C eine gute Reinigungswirkung. Somit sind hohe Waschtemperaturen meist nicht erforderlich, um Textilien von Schmutz und Flecken zu befreien.
  • Hygienisch anspruchsvolle Wäschestücke sollten mindestens bei einer Temperatur von 40 °C mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel gewaschen werden, da das Bleichmittel dann viele Keime abtötet.
  • Im Falle einer ansteckenden Erkrankung (zum Beispiel Durchfallerkrankung) in einem Haushalt sollten Maßnahmen ergriffen werden, um eine Übertragung auf andere Mitbewohner zu vermeiden. In diesen Fällen empfiehlt sich außer den bekannten, einfachen Hygienemaßnahmen (sorgfältiges Händewaschen, keine gemeinsame Benutzung von Handtüchern et cetera) vorübergehend auch eine höhere Waschtemperatur (60 °C oder 90 °C).
  • Sie sparen Energie und Waschmittel, wenn Sie einzelne, sichtbare Flecken mit speziellen Anti-Fleckenmitteln vorbehandeln, statt die Waschmitteldosierung und die Waschtemperatur zu erhöhen.
  • Beladen Sie die Waschtrommel richtig. Ist die Menge zu gering, verbrauchen Sie zu viel Wasser und Strom (neue Ökowaschmaschinen regulieren Zeitdauer und Wasserzufuhr automatisch). Ist die Trommel zu voll, wird die Wäsche unter Umständen nicht richtig sauber. Außerdem kann eine Überladung die Maschine beschädigen.

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