Fernseher und Computer

Heute heißt Fernsehen für viele Menschen "Heimkino". Große Apparate mit einer hohen Bildqualität brauchen allerdings auch einiges an Energie – bei täglich vier Stunden Laufzeit unter Umständen bis zu 800 Kilowattstunden im Jahr.

Elektronikmarkt

Auswahl an TV-Geräten im Elektronikmarkt

Foto: Burkhard Peter

Das sind bei einem Strompreis von 24 Cent pro Kilowattstunde (kwh) 192 Euro im Jahr. Beim Kauf und beim Gebrauch auf den Stromverbrauch zu achten, lohnt sich also. Je nach Geräteart und ‑typ lassen sich bis zu 75 Prozent Stromkosten sparen. Seit 2011 bietet das EU-Label auch beim Kauf von Fernsehgeräten Orientierung.

Das Umweltbundesamt bietet einen Vergleich des Energieverbrauchs und der entstehenden Mehrkosten bei verschiedenen Fernsehgeräten unterschiedlicher Energieeffizienz über 10 Jahre an.

Mehrkostenberechnung und Label beim Umweltbundesamt

Die sparsamsten Geräte tragen zur Zeit ein "A". Die Effizienzanforderungen werden in den kommenden Jahren schrittweise erhöht und entsprechend die Skala auf dem Label nach oben erweitert. So wird die Energieeffizienzklasse A um die Klassen A+ (2014), A++ (2017) und A+++ (2020) ergänzt.

Neue Fernsehgeräte dürfen seit August 2011 nicht mehr als 0,5 Watt Strom für den Stand-by-Modus verbrauchen. Des Weiteren müssen neue TV-Geräte seit April 2012 mindestens die Kriterien der Energieeffizienzklasse D erfüllen. Set-Top-Boxen (mit Standardauflösung) dürfen nur noch eine maximale Leistungsaufnahme von 1 Watt im Stand-by beziehungsweise 5 Watt im Betrieb haben.

Moderne Geräte verfügen nicht nur über das sogenannte passive Stand-by. Dabei zeigt ein rotes Lämpchen am Gerät, dass Strom fließt und der Fernseher durch die Fernbedienung eingeschaltet werden kann. Daneben gibt es auch noch das aktive Stand-by: Trotz schwarzen Bildschirms verbrauchen diese Geräte Strom, um bestimmte Funktionen wie zum Beispiel die elektronische Programmzeitschrift aktualisieren zu können. Damit Sie selbst entscheiden können, wann und wofür ein Gerät Energie verbraucht, sollten Neugeräte stets einen Netzschalter haben, mit dem sie vollständig ausgeschaltet werden können.

Hier finden Sie eine Übersicht über besonders energiesparende Fernsehgeräte.

Wenn der Fernseher seinen Dienst getan hat

So sehr der Fernseher auch seinen Stammplatz in den Wohnzimmern hat, so wichtig ist es, ihn fachgerecht zu entsorgen, wenn er kaputt ist. Denn TV-Geräte enthalten Schwermetalle und bromhaltige Flammschutzmittel, die für Mensch und Umwelt gefährlich sind, wenn sie freigesetzt werden. Die Entsorgung über Sammelstellen schreibt sogar ein Gesetz vor, und zwar für alle alten Elektrogeräte. Das heißt: auch Computer, Haartrockner, Radio oder deren Einzelteile dürfen nicht in den Restmüll.

Für die Sammlung solcher alten Geräte sind ausschließlich die entsprechenden Sammelstellen der Kommunen (Wertstoffhöfe) zuständig. Die Entsorgung ist für Privatpersonen grundsätzlich kostenfrei. Wo und wann genau die Geräte abgeliefert werden können, erfährt man aus dem kommunalen Abfallkalender oder bei der Stadtverwaltung.

Auch einzelne Elektrogeschäfte nehmen Altgeräte an und leiten diese an die Entsorgungsstellen weiter. Ausrangierte Computer zum Beispiel werden auch gerne von Computer-Reparaturdiensten angenommen.

Mit weniger Strom surfen

Um nur einen einzigen PC mit Monitor herzustellen, verbraucht man rund 2.790 kwh Energie. Zugleich werden rund 850 kg Treibhausgase freigesetzt. Außerdem sind 1.500 Liter Wasser und 23 kg verschiedene Chemikalien nötig.

Wie die meisten Elektrogeräte unterscheiden sich auch Computer in ihrem Strombedarf sehr: Ein "Gamer-PC" für aufwändige Spiele kann bis zu 767 kwh pro Jahr benötigen und damit rund 151 Euro Stromkosten verursachen, ein sparsamer Multimedia-PC kommt auf nur 88 kwh und rund 17 Euro.

Deswegen sollten Sie auch beim Computerkauf mit Bedacht vorgehen: Wofür brauche ich das Gerät? Was soll es leisten, was ist überflüssig? Viele Anwender nutzen den Rechner nur, um Texte zu schreiben, Kalkulation zu erstellen, Bilder zu bearbeiten und um ins Internet zu gehen. Aufwändige Grafik-Module und sehr große Speicherkapazitäten sind dafür nicht nötig. Weniger leistungsstarke und damit auch preisgünstigere Geräte reichen für viele Anwendungen völlig aus.

Eine Alternative zum PC sind Laptops. Gegenüber einem Desktop-PC mit Bildschirm verbraucht so ein mobiler PC bei vergleichbarer Ausstattung und Leistung durchschnittlich rund 70 Prozent weniger Strom. Er enthält zudem auch viel weniger Kunststoff, Glas und teure Edelmetalle.

Denken Sie daran: Jedes einzelne Gerät steckt wertvoller Rohstoffe. Das heißt: auch ein gebrauchtes Gerät oder Nachrüsten kann mitunter eine gute Alternative zum Neukauf sein.

Wie spare ich Energie bei meinem PC?

Jeder Rechner hat eine Energieverwaltung, mit der eingestellt werden kann, wann das Gerät automatisch in einen Stromspar-Modus übergehen soll. Maßgeblich ist dafür stets, wie lange keine Eingaben oder Befehle über Tastatur, Maus und so weiter erfolgten. Einige Rechner haben für diese besonderen Modi sogar eigene Tasten auf der Tastatur, so dass man den jeweiligen Zustand nach Bedarf manuell herbeiführen kann.

Bildschirmschoner sind mittlerweile entbehrlich, auch weil sie einige Energie kosten.
Sie wurden einst eingeführt, um in Ruhephasen das Einbrennen des aktuellen Desktop-Bildes auf dem Monitor zu verhindern. Bei heutigen Monitoren besteht diese Gefahr nicht mehr, so dass die Bildschirmschoner überflüssig geworden sind. Weiterhin lässt sich Strom durch Regelung der Helligkeit des Monitors sparen. Statt 30 Watt bei voller Helligkeit, lässt sich dieser Wert an Plätzen ohne direkte Sonneneinstrahlung auf 20 Watt reduzieren.

So wechselt der PC bei Inaktivität automatisch in einen Schlaf- oder Energiesparmodus. Statt 80 Watt im Betriebszustand braucht er im Stand-by dann nur 1 bis 4 Watt. Unter dem Menüpunkt "Energieoptionen" in der Systemsteuerung (Windows) können Sie die Energiespareinstellung individuell anpassen. Sie können frei wählen, wann Monitor und Rechner in den Stand-by-Modus schalten. So sparen Sie bis zu 60 Euro pro Jahr.

Schalten Sie das Gerät nach dem Surfen, Schreiben oder Spielen wirklich aus. Auch scheinbar ausgeschaltete Geräte sind häufig nicht vollständig vom Stromnetz getrennt. Steckdosenleisten mit Relais-Taster helfen bequem weiter. Noch komfortabler sind sogenannte Master-Slave-Steckdosenleisten. Mit Ausschalten des Master-Geräts, etwa dem PC, werden gleichzeitig auch alle angeschlossenen Peripheriegeräte (Drucker und Scanner) vom Netz getrennt. Dies lässt sich auch komfortabel durch die Nutzung von Zeitschaltuhren lösen.

Tipp "Energieberatung"
Die Bundesregierung fördert seit den 70er Jahren die Energieberatung der Verbraucherzentralen für private Haushalte. Die mittlerweile 500 Beratungsstellen und kommunalen Stützpunkte sind unter der zentralen Servicenummer 09001 3637443 beziehungsweise Vanity-Nummer 09001 ENERGIE (14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz) zu erreichen.

Jeder kann und sollte in seinem Alltagshandeln nachhaltig sein. Die Bundesbehörden sind davon nicht ausgenommen. Deswegen hat die Bundesregierung im Dezember 2010 ein Maßnahmenprogramm "Nachhaltigkeit" beschlossen. Zu den zwölf Punkten gehören unter anderem die Halbierung der CO2-Emissionen in den eigenen Gebäuden, anspruchsvolle Vorgaben für einzelne Produktbereiche und die schrittweise Umstellung auf Ökostrom.

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