Augen auf beim Autokauf

In Deutschland ist das Auto das beliebteste Fortbewegungsmittel. Für viele ist es unverzichtbar. Insgesamt sind über 42 Millionen Autos gemeldet, auf 1000 Einwohner kommen 622 Kraftfahrzeuge.

Kunde und Verkäufer in einem Autohaus in Berlin.

Lassen Sie sich vor dem Autokauf beraten

Foto: Sebastian Bolesch

Mehr Fahrzeuge bedeuten nicht gleich mehr Mobilität. Viele Autofahrer leiden zunehmend unter zähem Verkehr und Staus. Aus jedem Liter Benzin entstehen bei der Verbrennung etwa zweieinhalb Kilogramm Kohlendioxid, das in die Atmosphäre entweicht – sowie weitere Luftschadstoffe wie Feinstaub, Stickoxide und bodennahes Ozon. In Deutschland gehen rund 20 Prozent aller CO2-Emissionen auf das Konto des Straßenverkehrs.

Achten Sie daher bei der Auswahl des Fahrzeugs auf Nachhaltigkeitskriterien. An erster Stelle steht hier der Ausstoß von Kohlendioxid und Schadstoffen. Fragen Sie Hersteller und Händler nach dem Verbrauch und informieren Sie sich bei unabhängigen Stellen.

Präsentation-Verkehrsmittel

Kohlendioxidausstoß der verschiedenen Verkehrsmittel

Foto: Bundesregierung

Bei Größe, Ausstattung und vor allem dem Fahrverhalten gibt es ebenfalls Spielräume. Am effektivsten sind kleine, leichte Fahrzeuge und besonders leise Modelle, um die Lärmbelastung zu mindern.

Für alle Fahrzeugmodelle gibt es mehr oder weniger umweltfreundliche Varianten. Die Unterschiede sind oft erheblich.

Ein Vergleich lohnt – ein Label hilft

Kohlendioxid-Emissionen von PKW (g/km)

Kohlendioxid-Emissionen von PKW

Foto: VDI/VDE-IT

Fragen Sie Hersteller und Händler nach dem Verbrauch und informieren Sie sich bei unabhängigen Stellen. In Autohäusern mit neuen Pkws muss seit 2011 eine aktuelle Ausgabe des "Leitfadens zu Kraftstoffverbrauch, CO2-Emissionen und Stromverbrauch" der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) vorhanden sein und auf Verlangen ausgehändigt werden. Darin sind für alle in Deutschland angebotenen Neuwagen die Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte sowie die Effizienzklassen aufgeführt.

Ein neues Pkw-Label hilft, die Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit von Autos leichter zu erkennen. Es lehnt sich optisch stark an das EU-Energiekennzeichen an, das es für Kühlschränke, Waschmaschinen und jetzt auch für Fernseher gibt.

Neben dem Kraftstoff- beziehungsweise Stromverbrauch sind die CO2-Emissionen pro 100 Kilometer zusammen gestellt. Anhand einer Farbskala und Buchstaben wird der Wagen klassifiziert. Maßstab ist dabei jeweils ein Referenzwert, bei dem die Masse des Fahrzeuges zu Grunde gelegt wird.

Die CO2-Effizienzskala für Pkw erleichtert damit den Vergleich mit anderen Modellen der jeweiligen Gewichtsklasse. In A+ bis D werden also Autos eingestuft, deren CO2-Ausstoß geringer ist als der Referenzwert der Gewichtsklasse. Fahrzeuge, deren CO2-Ausstoß dem Referenzwert entspricht oder ihn überschreitet, kommen in die Klassen E, F oder G. Anhand des absoluten CO2-Wertes und anhand der Einteilung bei den Effizienzklassen kann sich der Käufer umfassend über den CO2-Ausstoß des Pkws seines Interesses informieren.

Darüber hinaus erhalten Sie als Kunde auch Informationen zur Jahressteuer und zu den durchschnittlichen jährlichen Energieträgerkosten (Kraftstoff und Strom), so dass sie auch die langfristigen Betriebskosten in Ihre Kaufentscheidung einbeziehen können.

Andere Stellen, beispielsweise der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD), bewerten ebenfalls Pkws und veröffentlichen regelmäßig die Ergebnisse ihrer Untersuchungen.

Vergleichen Sie die Reifen

EU Label für Reifen der Europäischen Kommission (EU)

EU-Reifen-Label

Foto: Europäische Kommission

Seit 1. November 2012 ist ein Label für neue Reifen Pflicht, das Ähnlichkeiten mit dem bereits bestehenden Pkw-Label hat. Kraftstoffeffizienz, Bremsverhalten bei Nässe und Rollgeräusche des jeweiligen Reifens werden in übersichtlicher Form dargestellt.

Anhand einheitlicher und vergleichbarer Angaben wird die Kaufentscheidung leichter.

Wie fahre ich nachhaltig?

Als Autofahrerin oder Autofahrer kann man durch eine bestimmte Fahrweise die Umwelt schonen und auch noch Geld sparen:

  • niedertourig, vorausschauend, gleichmäßig fahren: Vermeiden Sie unnötiges Beschleunigen und abruptes Bremsen. Bei den meisten Autos kann man problemlos ab 30 Kilometer pro Stunde in den dritten Gang schalten, bei 40 Kilometer pro Stunde in den vierten und bei 50 Kilometer pro Stunde den fünften Gang einlegen. Die niedrige Drehzahl spart Sprit und senkt den Lärmpegel. Wer so fährt, kann bis zu 25 Prozent Kraftstoff sparen.

  • regelmäßig Reifendruck überprüfen: Ist der Reifendruck nur um 0,5 bar zu niedrig, steigt der Spritverbrauch um rund fünf Prozent. Das macht im Jahr etwa 84 Euro und 140 Kilogramm Kohlendioxid aus. Ein falscher Reifendruck ist zudem ein Sicherheitsrisiko und führt zu vorzeitigem Reifenverschleiß.

  • Leichtlauföle und -reifen verwenden: Leichtlauföle mindern den Reibungswiderstand im Motor. Leichtlaufreifen senken den Rollwiderstand und können so den Kraftstoffverbrauch um bis zu sechs Prozent senken. Außerdem kann das Auto mit Leichtlaufreifen, die ein möglichst geringes Rollgeräusch aufweisen, auch leiser werden.

  • weg mit unnötigen Lasten: Entfernen Sie ungenutzte Dachgepäckträger und andere Aufbauten. Auch sie erhöhen den Spritverbrauch.

  • kurze Strecken lohnen nicht: Vermeiden Sie kurze Fahrten mit kaltem Motor, denn ein Mittelklassewagen braucht direkt nach dem Start bis zu 30 Liter auf 100 Kilometern. Erst wenn der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat, stellt sich der normale Verbrauch ein.

  • Motor nicht unnötig laufen lassen: An der Ampel und im Stau können Sie abschalten. Schon nach 30 Sekunden Leerlauf ist der Kraftstoffverbrauch höher als bei einem Neustart.

  • Klimaanlage effizient einsetzen: Auch eine Klimaanlage frisst Benzin. Im Stadtverkehr kann sie den Verbrauch um etwa 10 bis 30 Prozent erhöhen. Deswegen: Im Sommer erst das Auto lüften, bevor Sie einsteigen und losfahren. Sie können die Klimaanlage schon vor dem Ende der Fahrt ausschalten. Auch das spart Sprit.

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