Müll trennen lohnt sich

Umwelt Müll trennen lohnt sich

Deutschland hat 2012 eine halbe Million Tonnen weniger Müll gegenüber dem Vorjahr produziert. Der Grund: Deutschland ist Meister im Müll trennen. So ist es seit 1990 gelungen, 90 Prozent der deponierten Müllmenge einzusparen.

Eine konsequente Mülltrennung ist wichtig: Wertstoffe werden recycelt, Hausmüll wird aufbereitet, Bioabfall kompostiert und immer mehr Siedlungsabfall energetisch genutzt. So gehen die ohnehin immer knapper werdenden Ressourcen nicht verloren, sondern werden erneut verwertet. Und: Deutschland wird weniger abhängig von Rohstoffimporten.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt des Recycelns: Die Restmülltonne wird von platzraubenden Umverpackungen geschont. Darin landet der Müll, der nicht mehr wiederverwertet werden kann. So kann möglicherweise die Größe der Restmülltonne reduziert und Kosten können eingespart werden.

Metalle

Nach Information des Umweltbundesamtes wurden in Deutschland in den vergangenen Jahren jeweils 1.283.000 Tonnen Nichteisen-Metalle aus Sekundärrohstoffen (Recyclingvorstoffe, Schrotte) produziert. Dies entspricht über 50 Prozent aller in Deutschland hergestellten Nichteisen-Metalle.

Je nach Metallart unterscheiden sich die Anteile an aus Recyclingvorstoffen hergestellten Nichteisen-Metallen stark. Bei Aluminium lag die Recyclingquote 2012 bei circa 60 Prozent, bei Kupfer bei 45 Prozent, bei Blei bei 70 Prozent und bei Zink bei rund 20 Prozent.

Kunststoffabfälle

Am deutlichsten macht sich der Vorteil des Recyclings bei Kunststoffen bemerkbar. 2011 fielen in Deutschland 5,45 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an. Die Abfallwirtschaft verwertet die gesammelten Kunststoffe nahezu vollständig.

2011 hat sie 42 Prozent aller Kunststoffabfälle werkstofflich recycelt. 56 Prozent dieser Abfälle wurden in Müllverbrennungsanlagen oder in industriellen Öfen energetisch verwertet. Größter Einsatzbereich für Kunststoffe sind die Verpackungen. Rund 35 Prozent der verarbeiteten Kunststoffe fließen in diese Produkte.

Bauabfälle

Bauabfälle fallen als Bauschutt, Straßenaufbruch, Boden und Steine sowie als Baustellenabfälle an. 2010 waren beispielsweise die mineralischen Bauabfälle einschließlich des Bodenaushubs – das sind Böden und Steine – mit 186,5 Millionen Tonnen die mengenmäßig größte Abfallgruppe in Deutschland.

Recycelte Baustoffe kommen überwiegend als Gesteinskörnungen im Straßen-, Erd- und Deponiebau zum Einsatz. 2010 gab es 67,2 Millionen Tonnen Abfall aus Bauschutt und Straßenaufbruch. Daraus entstanden 55,1 Millionen Tonnen neue Recycling-Baustoffe.

Wertstofferfassung

2015 will die Bundesregierung eine bundesweit einheitliche Wertstofferfassung einführen. Sie soll das Recycling von Kunststoffen fördern. Ziel ist es, zusammen mit den Verpackungen auch andere Produktabfälle aus Kunststoff und Metall zu erfassen und zu verwerten.

Die Bundesregierung hat 2012 das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) aufgelegt. Damit will sie das Wirtschaftswachstum möglichst weitgehend vom Ressourceneinsatz entkoppeln und die damit verbundenen Umweltbelastungen senken.

Die Ressourceneffizienzpolitik soll dazu beitragen, unsere globale Verantwortung für die ökologischen und sozialen Folgen der Ressourcennutzung wahrzunehmen. Ziel muss dabei sein, weniger Rohstoffe in Anspruch zu nehmen.

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