Jürgen Forkel-Schubert

Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei meine Stellungnahme zur Dialogfassung der Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Forkel-Schubert
 

Anmerkungen:

Die Dialogfassung ist umfassend und gut gegliedert. Ich möchte hier meine Bemerkungen auf das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (S. 113ff) beschränken, weil dieser Bereich mE ganz zentral für das Verständnis in Bevölkerung und Institutionen und somit für den Erfolg der Strategie ist.

1) Bei der "Nationalen Bedeutung" von BNE heißt es "gilt es...BNE gezielt in allen Bildungsbereichen strukturell zu verankern und den Nationalen Aktionsplan BNE umzusetzen". Unter "Maßnahmen in Deutschland"  werden aber nur Maßnahmen aus KMK und BMZ angesprochen, aber nicht von der UMK, die in den Ländern zumeist die Federführung für die N-Strategien hat und für die außerschulische Bildung und überwiegend auch für die Landeskoordinierung von BNE zuständig ist! BNE ist mehr als nur formale Bildung! BNE findet z.B. auch in nicht geringem Umfang in Kommunen statt (s. Arbeitsgremien Partnerforum und Fachforum Kommunen des BMBF)

2) Bei "II Maßnahmen durch Deutschland" wird lediglich das UNESCO-Programm „ESD for 2030“ erwähnt und dass die Bundesregierung "ein Schlüsselpartner" sei, der die Auftaktkonferenz in Berlin 2021 durchführt. Wenn das Programm aber "durch Deutschland" realisiert werden soll, dann müsste hier auch eine klare Absichtserklärung stehen - nämlich, dass Deutschland sich auch weiterhin für das Programm ESD2030 engagieren und es stärker als bisher finanzieren wird (bisher hat überwiegend Japan die Kosten dafür getragen - übrigens seit 2005).

3) Unter "III Maßnahmen mit Deutschland" fehlen entsprechende Maßnahmen für und eine stärkere Unterstützung von Kommunen. Man merkt, dass das Kapitel durch Rückmeldungen aus verschiedenen Bundesressorts (überwiegend BMZ und AA) zusammengeschrieben wurde. Hier fehlen mE zumindest BMBF und BMU. Dies wird ersichtlich, weil unter Punkt "7.
Finanzierung" keine Angaben aus diesen Ressort zu finden sind. Es wäre doch für die Öffentlichkeit wichtig zu erfahren, wie viel Geld aus diesen Ressorts in die Umsetzung von BNE und ESD2030 fließen.

4) Die 3 aufgeführten "Relevanten nationalen Nachhaltigkeitsindikatoren"
sind zwar in gewissem Maße geeignet, um "gute Bildung" dazustellen, nicht aber, um die Fortschritte bei der Integration von BNE in alle Bildungsbereiche abzubilden und noch weniger stellen sie dar, wie durch Bildung ein nachhaltiges Handeln von Menschen in allen Lebensbereichen erzielt werden kann. Hier sollte zumindest das nationale Monitoring des BMBF (durch Prof. de Haan, Institut Futur, FU Berlin) erwähnt werden, das die Erfassung und Beschreibung eines differenzierten Bildes der BNE-Verankerung in Deutschland, der Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE (WAP BNE) und des Folgeprogramm "ESD for 2030" sowie der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zum Ziel hat.