Mit grünen Innovationen die Zukunft gestalten

Nachhaltigkeitsforschung Mit grünen Innovationen die Zukunft gestalten

Deutschland müsse unabhängiger von fossilen Energieträgern werden und insgesamt nachhaltiger wirtschaften und leben, betonte Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger bei der Eröffnung des FONA-Forums in Berlin. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei die Umstellung der Industrie auf Wasserstoff.

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger bei der Eröffnung des FONA-Nachhaltigkeitsforums.

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger bei der Eröffnung des FONA-Nachhaltigkeitsforums.

Foto: BMBF/Rickel

Die Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien, also grüner Wasserstoff, spielt für die Zukunft eine entscheidende Rolle. „Denn grüner Wasserstoff ist der Treibstoff der Zukunft. Für unseren Wohlstand, für unser Klima, für unsere Freiheit“, sagte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger am Dienstag bei der Eröffnung des Nachhaltigkeitsforums FONA des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Deutschland werde zum „globalen Vorreiter bei grünem Wasserstoff“ – das sei das Ziel der Bundesregierung, so die Ministerin. Denn Wasserstoff sei vielseitig einsetzbar: von der kleinen Brennstoffzelle bis zum gigantischen Stahlwerk. Er funktioniere auch da, wo die Batterie keine Chance hat: zum Beispiel in Flugzeugen, Schiffen und Lastkraftwagen, sagte Stark-Watzinger. 

Um den Klimawandel aufzuhalten, werden auch neue Technologien und Methoden zur Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre gebraucht. Diese gelte es zu entwickeln, so die Bundesforschungsministerin. 

FONA-Forum – Bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung kommen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft zusammen, um sich gemeinsam für die Strategie "Forschung für Nachhaltigkeit" (FONA) einzusetzen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Transfer in die Praxis, damit aus Forschung und Bildung neues Wissen und Innovationen werden. Das Forum stand in diesem Jahr unter dem Motto „Mit grünen Innovationen in die Zukunft".

Treibhausneutralität bis 2045 nur mit grüner Energie

Spätestens 2045 will Deutschland klimaneutral wirtschaften. Der Schlüssel für das Erreichen der Klimaziele liegt in der Energieversorgung. Auf sie entfallen über 80 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen. Ist also die Energieversorgung klimaneutral, sind einige der schwierigsten Aufgaben auf dem Weg zur Treibhausgas-Neutralität gelöst.

Um fossile Energieträger wie Kohle, Erdgas, Benzin und Diesel zu ersetzen, braucht es direkte Elektrifizierung, wo immer möglich. Die kommt allerdings an ihre Grenzen. Die Lösung: Mit grünem Wasserstoff lassen sich auch die Bereiche klimafreundlich gestalten, die das Klima heute am meisten belasten: die Industrie, der Fern- und Schwerverkehr und die Wärmeversorgung.

In einer der Diskussionen ging es um die Frage: „Wie machen wir grüne Innovationen wettbewerbsfähig?“

In einer der Diskussionen ging es um die Frage: „Wie machen wir grüne Innovationen wettbewerbsfähig?“

Foto: BMBF/Rickel

Forschung für Nachhaltigkeit ist breit aufgestellt

Energie ist einer der Bereiche, welche die Nachhaltigkeitsforschung im Rahmen der FONA-Strategie abdeckt. Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung auch alle anderen Forschungsbereiche, die mit nachhaltiger Entwicklung in Zusammenhang stehen. 

Der Förderschwerpunkt „Sozial-ökologische Forschung“ beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie eine nachhaltige Wirtschafts-, Konsum- oder Lebensweise gestaltet sein sollte. Gegenstand der Forschung sind ebenfalls neue Technologien, gesellschaftliche Initiativen oder Geschäftsmodelle, die zukünftige Nachhaltigkeitsinnovationen befördern könnten. Eine wichtige Einsicht dabei ist, dass eine nachhaltige Entwicklung nur zu erreichen ist, wenn naturwissenschaftlich-technische und soziale Innovationen ineinandergreifen.

Weitere Forschungsfelder sind beispielsweise die Meeres- und Polarforschung, die Forschung zu Rohstoffeffizienz und Kreislaufwirtschaft sowie die Biodiversitätsforschung. 

Das Förderprogramm „Forschung für Nachhaltigkeit" (FONA) der Bundesregierung soll nachhaltige Innovationen entwickeln und dabei den gesamten Forschungsprozess von den Grundlagen bis zur Anwendung integrieren. Ziel der Bundesregierung ist es, die Forschung stärker am Leitbild der Nachhaltigkeit auszurichten. Von 2020 bis 2025 beträgt das FONA-Fördervolumen insgesamt 4 Milliarden Euro.