Es geht um unsere gemeinsame Zukunft

Nachhaltigkeitsdialog in Dresden Es geht um unsere gemeinsame Zukunft

Nach der Auftaktkonferenz im Oktober in Berlin mit Bundesminister Altmaier fand in Dresden die erste regionale Dialogkonferenz zur Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie statt. Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger meldeten sich zu Wort. Am 11. Dezember wird die Reihe in Stuttgart fortgesetzt.

Teilnehmer der Ersten Dialogkonferenz zur Nachhaltigkeitsstrategie in Dresden

Regionale Dialogkonferenz zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie in Dresden.

Foto: Tobias Tanzyna

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage der Umsetzung der globalen Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie 2016. Auch die verschiedenen Facetten von Nachhaltigkeit, die Vorbildwirkung Deutschlands sowie der Bundesregierung und die Bürgerbeteiligung im gesamten Prozess waren wichtige Themen. Die Konferenzteilnehmer erhielten von den Vertreterinnen und Vertretern der Länder, der Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft wichtige Impulse.

In der Dreikönigskirche in Dresden trafen sich am 25. November am Thema Nachhaltigkeit interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, und Brandenburg. Andrea Thilo moderierte die Veranstaltung. Er animierte die Teilnehmer dazu, gemeinsam mit der Bundesregierung über die Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu diskutieren.

Nachhaltigkeit hat in Sachsen Tradition 

Herbert Wolff, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Herbert Wolff, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Foto: Tobias Tanzyna

Hans Carl von Carlowitz, der Erfinder des Prinzips der Nachhaltigkeit, sei auch heute im Freistaat Sachsen noch wegweisend. "Die Prinzipien der Nachhaltigkeit sind heute so wichtig wie noch nie", sagte Herbert Wolff, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, in seiner Begrüßungsansprache.

Nachhaltige Entwicklung müsse ein gesamtgesellschaftlicher Prozess sein. Es gehe darum, ressortübergreifend zu denken und zu handeln.

Der Staatssekretär nannte die acht Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie des Freistaates Sachsen:

  •          Bildung nachhaltig gestalten

  •          Nachhaltige Finanzpolitik

  •          Klima schützen, Energie effizient nutzen, Versorgung sichern

  •          Natürliche Lebensgrundlagen schonen

  •          Städte und ländlichen Raum gemeinsam in die Zukunft führen

  •          Wirtschaftswachstum und Innovation eine Richtung geben

  •          Fachkräftepotenziale sichern und nutzen

  •          Gesundheit und Lebensqualität erhalten

Im Dialog gehe es nun um die Weiterentwicklung sowohl der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie als auch der Landesstrategien.

Dresden – eine Stadt der Zukunft 

Eva Jähnigen, Bürgermeisterin der Stadt Dresden

Eva Jähnigen, Bürgermeisterin der Stadt Dresden

Foto: Tobias Tanzyna

Die neuen globalen Ziele der Agenda 2030 gelten für alle, betonte die Dresdner Bürgermeisterin Eva Jähnigen. Die Bürgerinnen und Bürger von Dresden diskutieren insbesondere über eine nachhaltige Stadtentwicklung. Deshalb beteiligt sich die Stadt an dem von der Bundesregierung geförderten Projekt "Zukunftsstadt 2020".

Es gehe darum, Dresden als kompakte Stadt zu erkennen und zu entwickeln, aber gleichzeitig Grünzonen zu erhalten. Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel spielten eine ebenso große Rolle wie kurze Wege, so die Bürgermeisterin in ihrem Grußwort. 

Nachhaltigkeit bedeutet Innovation und Veränderung 

Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Foto: Tobias Tanzyna

Die Forderung: "Wir müssen bereit sein für Innovationen, wir müssen uns den Änderungen stellen", gab Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, den Teilnehmern der Dialogkonferenz mit auf den Weg. Es gehe darum zu überlegen, wie wir die Nachhaltigkeitsziele voranbringen können und wie wir dabei die neuen globalen Ziele der Agenda 2030 umsetzen. 

Deutschland hat seine nationale Nachhaltigkeitsstrategie unter dem Titel "Perspektiven für Deutschland" 2002 verabschiedet. In den Fortschrittsberichten 2004, 2008 und 2012 wurde einerseits Bilanz gezogen und zugleich wurden die Ziele und Maßnahmen auf die neuen Herausforderungen ausgerichtet.

Nun geht es darum, in der Nachhaltigkeitsstrategie 2016 die neuen globalen Ziele aufzugreifen. Die Bundesregierung wolle die Ideen und Hinweise aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in die Erarbeitung der neuen Strategie einbeziehen, betonte der Staatssekretär. 

Nachhaltigkeit hat viele Facetten 

In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass das Thema Nachhaltigkeit in allen Bereichen unserer Gesellschaft von Bedeutung ist, und eine nachhaltige Entwicklung nur gemeinsam voran gebracht werden kann. Christian Hey vom Sachverständigenrat für Umweltfragen unterstrich zum Beispiel, dass Deutschland weiter an seiner Vorreiterrolle arbeiten müsse. Wir müssten mehr Verantwortung übernehmen, denn ohne den Erhalt unserer Lebensgrundlagen sei alles andere nichts. 

Manuela Salewski von der Handwerkskammer Dresden verwies darauf, welchen Beitrag das Handwerk im Sinne der Nachhaltigkeit insbesondere für die Energiewende leiste. Sie unterstrich auch den Zusammenhang von politischem Handeln, unternehmerischen Handeln und der Verantwortung der Konsumenten. 

Von der Ebene der Ziele herunterzukommen und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele zu formulieren, das forderte Professor Felix Ekart, Vorsitzender des BUND Sachsen. Einen besonderen Schwerpunkt sah Peter Daetz, Kuratoriumsvorsitzender der Daetz-Stiftung, in der Sensibilisierung der Jugend. Er forderte mehr interkulturelles Wissen zu vermitteln. Mit speziellen Projekten lädt die Stiftung Jugendliche ein, darüber nachzudenken, was ihr Handeln für andere Länder bedeutet.

Von allen Beteiligten wurde die Notwendigkeit des gemeinsamen Dialogs hervorgehoben. Wichtig sei eine übergreifende Zusammenarbeit, sowohl inhaltlich als auch organisatorisch. Die von der Bundesregierung angeboten Dialogkonferenzen seien deshalb ein gutes Angebot. Die Ergebnisse der Diskussionen in den einzelnen Workshops werden in den nächsten Tagen hier veröffentlicht.

Die nächsten Konferenzen in der bundesweiten Dialogreihe finden an folgenden Terminen statt:
11. Dezember 2015 in Stuttgart,
19. Januar 2016 in Bonn und
11. Februar 2016 in Hamburg.

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