Eckhard Melang

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel, Sehr geehrte Damen und Herren,
für Ihr Engagement hin zu einer nachhaltigen Entwicklung und für die Möglichkeit einer Rückmeldung durch mich als Bürger zur DNS möchte ich mich bedanken.
Über 300 Seiten umfasst der Entwurf zur DNS. Das ist viel Papier, viele Maßnahmen und sehr viele Vorsätze. Meiner Ansicht nach gehen die geschilderten Maßnahmen nicht weit genug. Um eine tatsächliche Transformation zur Nachhaltigkeit zu erreichen, bedarf es Änderungen, welche wesentliche bestehende Annahmen ablösen und neue begründen.
Seit Jahren beobachte ich die aktuelle Entwicklung mit wachsender Sorge, insofern möchte ich zum DNS – Entwurf ergänzend Folgendes anmerken:

Abkürzungen:
BHKW    Block Heiz Kraft Werk – das ist eine große KWK Anlage
C2C Prinzip    cradle to cradle, von Michael Braungart entwickelt, alle
Produkte zu 100 % recycelt, Kreislaufwirtschaft
DNS    Deutsche Nachhaltigkeits Strategie 2021
EEG    Erneuerbare Energien Gesetz, ein deutsches Gesetz zur Förderung
erneuerbarer Energien
ETS    Emission Trading Scheme, auch cap and trade genannt, Emissionshandel
der EU zur CO2 Vermeidung
EVU    Energie Versorgungs Unternehmen
GEEV    Gesamt End Energie Verbrauch
KWK    Kraft Wärme Kopplung
SDGs    Sustainable Development Goals, die 17 Ziele der Nachhaltigkeits
Agenda 2030
Transformation    engl.:  Wandel
KMU    Klein- und Mittelständische Unternehmen
NGO    Non Governement Organisation (nicht öffentliche Organisationen wie
Vereine, Stiftungen, Projekte)
Prosument    ein Kofferwort aus Produzent und Konsument - ich produziere
das, was ich verbrauche, selbst
P2G    Power to Gas, „Kraft zu Gas“, aus Solarstrom wird Wasserstoff
hergestellt
P2L    Power to Liquid, „Kraft zu Flüssigkeit“, aus Wasserstoff wird
Methanol (ähnlich wie Benzin) hergestellt
ÖPNV    Öffentlicher Personen Nah Verkehr


1.   Einladung zum „Dialog Nachhaltigkeit“
(DNS:64) Kommunikation ist ein zentrales Anliegen deutscher Nachhaltigkeitspolitik


(DNS:77) Der Weg zu einem Gemeinschaftswerk

Jede/r einzelne Bürger*in ist für den Wandel sehr wichtig Norbert Rost vom Büro für postfossile Regionalentwicklung hat in seiner aktuellen Antwort an Sie als DNS-Redaktion bereits darauf hin gewiesen, dass wir als Bürger*innen das „meistunterschätzte Potenzial der Nachhaltigkeitstransformation“ darstellen. Wir werden bislang nicht angemessen eingebunden.
Es könnte allerdings sein, dass sich die SDGs national wie auch international nur dann umsetzen ließen, wenn im Idealfall alle Menschen „mit anpacken“.
Getreu dem Motto „Wer fliegen will, braucht Thermik, es muss ein Sog entstehen“ wird dies nur möglich sein, wenn mit den Menschen auf ehrliche Weise geredet wird und es bei vielen zu entsprechenden Einsichten kommt.
Dies könnte erreicht werden, indem
► 1. alle Bürger*innen vor Ort von im Thema fachkundigen und vor allem engagierten Menschen zum gemeinsamen Gespräch im „Dialog Nachhaltigkeit“ eingeladen werden: zu Vorträgen, Diskussionsrunden, nachbarschaftlichen Gesprächsabenden, Webinaren usw. und ► 2. wie Sie es ja bereits tun, durch handouts und über die Medien Menschen informiert werden und ► 3. indem qualitative / quantitative Interviews mit den Bewohner*innen möglichst vieler Wohnquartiere geführt werden, wegen Corona zunächst nur telefonisch oder nach Corona besser persönlich, um den Meinungs- und Wissensstand zu den SDGs abzufragen und besser beurteilen zu können.

Ohne Ehrlichkeit keine Kompromisse
Nachhaltigkeit könnte ohne eine Kompromissfähigkeit aller Akteure nicht umsetzbar sein. Dr. Andreas Weber weist darauf hin, dass tragfähige Kompromisse nur auf der Basis von Ehrlichkeit möglich sind.
In unserer Gesellschaft mangelt es erheblich an Ehrlichkeit, Vertrauen und Glaubwürdigkeit.
Eine grundlegende Neu-Orientierung des gesamten Wirtschaftssystems und voll umfängliche Transparenz in allen Unternehmen, Behörden und Institutionen und der Politik könnten ein Weg sein, von der „Ich benutze dich für meine Interessen – Gesellschaft“ wieder weg zu kommen.


2.  Energie (DNS:154)
► (DNS:26)   Kohleausstieg ja, aber wie ?
Es könnte geprüft werden, welche Auswirkungen der Kohleausstieg auf die Stromnetz Stabilität haben könnte, wenn, wie bisher, parallel zum Ausbau der erneuerbaren Energien (Sonne und Wind) keine ausreichenden saisonalen Langzeitspeicher gebaut werden.
Es könnte noch sehr viel teuer als bisher werden, wenn aufgrund der Volatilität grüner Strom mit hohen Kosten verklappt werden muss, weil dieser nicht gespeichert werden kann oder zu Netzausfällen führen könnte. Dies könnte zwar die Statistik verschönern, wäre in Wahrheit aber eine große Lüge und eine Täuschung der Bürger*innen!
► Es könnte ferner geprüft werden, inwieweit nationale Maßnahmen im EEG ökonomisch kontraproduktiv zu den internationalen Zielen im ETS sein könnten.
Vernünftige Klimapolitik sollte sich mit Fakten auseinander setzen, diese werden oft ignoriert, so Prof. Dr. Joachim Weimann, VWL, Uni Magdeburg.
Es wäre höchst ineffizient,
- wenn eine bestimmte Menge an CO2 hier bei uns national mit einem Vielfachen an Kosten über das EEG eingespart wird, wenn die gleiche Menge über das ETS mit wesentlich geringeren Kosten vermieden werden könnte. CO2 ist ein Gas, welches sich über alle Grenzen ausbreitet, demnach ist es egal, wo es eingespart wird.
- oder wenn nationale Maßnahmen im EEG die internationalen Maßnahmen im ETS aushebelten.


► Um gigantische, zusätzliche Kosten für die Energiewende zu vermeiden, ist eine deutliche Senkung des bisherigen Energieverbrauchs erforderlich (DNS:26).
Alle Menschen in den Industrieländern könnten wesentlich weniger Energie verbrauchen als bisher. Szenarien rechnen einen um 40 %, besser 50 % geringeren GEEV.
- ein Teil dieser Einsparung könnte durch Verzicht oder Verhaltensänderung aller Bürger*innen erreicht werden – z.B. Fahrrad anstatt Auto zu fahren (Suffizienz).
- ein weiterer Teil könnte durch verbesserte Wärmedämmung mittels nicht fossiler Dämmstoffe aller Gebäude sowie durch die Steigerung der Effizienz von Geräten, Heizungs- und Produktions - Anlagen und Herstellungsprozessen entstehen (Effizienz).
Dieser Sachverhalt könnte viel deutlicher kommuniziert werden.


3.  Mobilität
Einige weiter gehende Maßnahmen:
► Es könnten alle bundesweiten Verkehrs-Verbünde zu einem einzigen zusammen geschlossen werden, um die Netze und das Angebot zu verbessern.
► Schulkinder, Kinder, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen könnten im Straßenverkehr grundsätzlich bevorzugt – zumindest aber gleichberechtigt
- werden und den ihnen zustehenden Anteil am öffentlichen Raum zurück erhalten.
Das neue und sehr kostengünstige RuhrpottWandel  F4- Netz könnte, in den Ballungsräumen oder auch bundesweit ausgebaut, sehr schnell viele Menschen zum zu Fuß Gehen und Fahrrad Fahren motivieren.
► In allen LKW und Transportern könnten die Abstandsautomatik und der Abbiege-Assistent als passive Sicherheitstechnik als Pflicht vorgeschrieben werden. So könnten sehr viele schreckliche Verkehrsunfälle vermieden werden.
►  es könnte Tempolimit 130, besser 120 auf allen BAB bundesweit eingeführt werden.
► in den Städten könnten als Parkplätze je nach Bedarf vertikale Hochgaragen gebaut werden. Die frei gewordene Fläche könnte als Grünfläche genutzt werden.


4.  Bauen und Wohnen
       ► alle Bestands-Wohnquartiere könnten saniert und "nachhaltig"
umgestaltet werden:
  A  energetisch
  B  Flächennutzung
  C  Raumnutzung

A energetisch:
       ► für eine nachhaltige, energetische Umgestaltung wäre die Kooperation verschiedenster Akteure (Mieter, Eigentümer, Ämter, EVUs ) und sehr viel Überzeugungsarbeit bei allen Beteiligten erforderlich – die zu erwartenden Widerstände könnten hierbei das eigentliche Hemmnis sein. Hier könnten engagierte und fachkundige Menschen eingesetzt werden, um diesen Kommunikationsprozess mit den Akteuren zu führen.
       ► alle Häuser und Gebäude könnten mit hoch effizienter, nicht fossiler Wärmedämmung versehen werden - wie ließe sich eine monolithische Dämmung unter Vermeidung des Barackenklimas im Bestand realisieren ?
       ► Energetische Sanierung senkt den Raumwärmebedarf – moderne und effiziente Heizungssysteme könnten damit auf ein niedrigeres Temperaturniveau kommen
       ► Heizen und Warmwasser machen 84 % des GesamtEnergieVerbrauchs eines Privat Haushalts aus und etwa 25 % des GEEV in Deutschland (2014).
Hier könnte die Umstellung auf regenerative Wärmegewinnung zum Beispiel mittels Solarthermie oder Geothermie (flächig oder tief) bei allen Bestandsgebäuden erfolgen.
       ► Eine regenerative Nutzung von Schwarz-, Grau-, Regenwasser ähnlich wie beim "HH water cycle" könnte nachhaltig wirken. Bei Neubau ist dies möglich, im Bestand ebenfalls, allerdings ist unklar, ob bei Bestandsgebäuden Schwarzwasser über Vakuum Toiletten genutzt und in quartierseigenen Biogasanlagen zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt werden könnte.
(DNS:142)  Wasser und Sanitär
► um große Mengen an Wasser und Wärme einzusparen, könnte die shower loop, die Kreislaufdusche, bereits entwickelt von Jason Selvarajan, genutzt werden ► mit einem eigenen Gleichstromnetz (blockchain smart grid) könnte jedes Quartier zu einer Energie autarken Strom-Insel (off grid) werden - dies könnte die öffentlichen Stromnetze deutlich entlasten.
► mittels Sektorenkopplung wäre eine autarke Wärme-/Kälteinsel umsetzbar.
► für Spitzenlasten könnte bei Bedarf ein/e KWK / BHKW zugeschaltet werden ► konsequente Abwärmenutzung könnte den Energieverbrauch nochmals reduzieren ► Licht - Management- systeme und adaptive Straßenbeleuchtung könnten den Stromverbrauch senken

B  Flächennutzung: (DNS:28)      (DNS:29-31)
       ►  möglichst keine weitere Versiegelung neuer Flächen durch Neubau. Auf Neubau könnte grundsätzlich verzichtet werden - denn Neubau ist bilanziell gesehen niemals "nachhaltig" (Daniel Fuhrhop)
       ►  zur Vermeidung von Hitzestau in den Städten: Humus Flächen als grüne Inseln, Wildblumenwiesen und Wasserflächen schaffen
       ►  öffentliche Inseln der Begegnung schaffen (Boule-Bahn,
Gemeinschaftsgarten)
       ►  Straßen durch Sitzinseln (parklets) entschleunigen
       ►  die Flächen für kurze Wege, Bewegung und Begegnung nutzen Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung, Freizeitgestaltung – alles fußläufig oder per Rad erreichbar

C   Raumnutzung:
       ►  Anstatt Neubau neuen Wohnraum im Bestand durch Aufstockung von Etagen und Umnutzung von Kellerräumen sowie Dachgeschossen schaffen
       ►  ideal könnte im Wohnquartier eine Mischung von Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung und Freizeitgestaltung sein (Daniel
Fuhrhop)
       ►  Wohnen gegen Hilfe, co housing
       ►  Vermeidung von Wohneinsamkeit
       ►  Schalträume und Jokerzimmer verwenden (Daniel Fuhrhop)


5.  Eine neue „nachhaltige“ Ökonomie
       ► Das Ziel, so wie Dr. Andreas Weber es sieht, könnte eine Ökonomie des Gebens und Nehmens sein. Diese neue Wirtschaft könnte eine Ökonomie der Gemeingüter (oder commons) sein und sich an der Idee der Natur orientieren, dass die Lebensleistungen des Planeten allen Wesen gleichermaßen geschenkt sind.
       ► Die aktuelle Situation:
Es besteht ein riesiger Handlungsbedarf. In sämtlichen Bereichen stehen „Herkulesaufgaben“ an:
saisonale Energiespeicher, Netzausbau, Dekarbonisierung, Beseitigung von Umweltschäden, Schulen und Bildung, KITAs, Ausbildung, Hochschulen, ökologische Landwirtschaft, Umgestaltung der Wohnquartiere, Inklusion, Integration usw.
ABER – es fehlt das Geld oder besser gesagt, es fehlt nicht, sondern es befindet sich dort, wo es nicht für die Gesellschaft effizient eingesetzt werden kann.
Hierfür könnte es 3 wesentliche Ursachen geben, 3 „Zeitbomben“:

       1.   Die zunehmende Ungleichverteilung der Vermögen
Die aktuelle Entwicklung zu einer mangelhaften Umverteilung von Vermögenswerten könnte eine ernste Gefahr für die Demokratie darstellen.
Ein Bruchteil der Menschen besitzen mittlerweile den größten Teil aller Vermögen. Auch dies bewirkt eine Zunahme der Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung. Hinzu kommt noch die Nullzins-Problematik mit der Tendenz zum Minuszins, die alle Sparvermögen betrifft. Gespartes Geld wird geparkt und wird nicht für Käufe oder Investitionen genutzt.

       2.   Die Börse
HST und das Zockerverhalten vieler Anleger bewirken, dass sich gigantische Geldmengen in einer digitalen, für die Gemeinschaft nutzlosen Welt bewegen und dort fest gehalten werden. Auch dieses Geld fehlt in öffentlichen Haushalten und vor allem in Unternehmen. Die Börse erfüllt schon lange nicht mehr ihre ursprüngliche Aufgabe, nämlich den Unternehmen rentables Geld für Investitionen anzubieten.
(DNS:19 rechts) Die Maßnahmen der EU zur Erreichung des European Green Deal, das sind die Taxonomie-, Transparenz- und Benchmark- Verordnung, gehen in die richtige Richtung, sind hier aber nicht weitgehend genug.

       3.   Die Schieflage in Europa
Auf lange Sicht tickt auch hier eine Zeitbombe. Auch Deutschland verschuldet sich in immer größerem Umfang. Es geht um gewaltige Summen, die ein Mensch sich nicht mehr vorstellen kann.
Mit dem Target System wurden und werden voraussichtlich auch zukünftig riesige Summen ausgegeben, um südliche wirtschaftlich unterentwickelte Länder zu unterstützen. Man kann das so machen, aber nicht dauerhaft.
(Prof. Dr. Dr. hc. mult. Hans Werner Sinn – mit eigenen Ergänzungen)

Gegen die genannten 3 Ursachen könnte es verschiedene Mittel geben.
So könnte Geld in leere, öffentliche Kassen und in Unternehmen gebracht und damit vielleicht ein riesiger Handlungsschub unter den Bürger*innen bewirkt werden.
Alle diese Maßnahmen könnten sehr intensiv kommuniziert und auch umgesetzt werden.
       ► die Preise könnten die „Wahrheit“ der ökologischen Kosten abbilden
      ► die Abschöpfung aller ökonomischen Renten, vor allem der Bodenrenten, in den Staatshaushalt, bei gleichzeitiger Abschaffung fast aller Steuern (Prof. Dr. Dirk Löhr). Gerechnete Szenarien zeigen, das eine solche Regelung tatsächlich funktionieren könnte.
Das brächte einen gewaltigen, wirtschaftlichen Schub. Denn ohne Steuerlast wäre eine Planung für Unternehmen viel einfacher, die Lohnnebenkosten wären deutlich geringer und auch der Verwaltungsaufwand für die Erstellung von Buchungen und Bilanzen wäre wesentlich geringer.
Diese Regelung brächte zudem ein erhebliches Plus an Steuergerechtigkeit.
       ► (international) das gesetzliche Verbot von high speed trading HST (Dirk Müller)
       ► in einer wirtschaftlich schwachen Region wie zum Beispiel im Ruhrgebiet könnte zur Sicherstellung des Geldumlaufzwangs ein EURO gedecktes Regionalgeld eingeführt werden. Dies könnte, korrekt umgesetzt, zu einem wirtschaftlichen Aufschwung bei KMUs führen. (Prof.
Margrit Kennedy, mit Ergänzungen)
       ► die Einführung des ökologischen Grundeinkommens. So ließe sich die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen auf demokratischem Wege durchsetzen. (Prof. Dr. Dirk Löhr) (Nachträgliche Ergänzung: Das bedingungslose Grundeinkommen könnte aufgrund verschiedener ökonomischer Effekte keine geeignete Möglichkeit für eine finanzielle „Grundversorgung“ darstellen.)
       ► wirtschaftlich schwache Länder wie Griechenland, Italien, Spanien könnten  zu einer eigenen „Regionalgeldzone“ werden. Die gigantischen, offenen Target-Forderungen könnten als Buchgeld erhalten bleiben, wohl wissend, das eine Rückzahlung an das jeweilige Gläubigerland wohl nie erfolgen wird.
       ► es sollte sofort einen erneuten finanziellen Lastenausgleich geben, ähnlich wie im Cohn-Goldsmith-Dodge Plan nach dem 2. Weltkrieg von "reich zu arm". Es gibt ausreichend gute Gründe für eine solche Maßnahme.  (Prof. Dr. Harald Spehl, Trier, mit Ergänzungen)
       ► kein Privateigentum an Dingen, welche die Natur und nicht der Mensch erschaffen hat und die sich (meist) nicht vermehren lassen, wie Boden, Wasser, Rohstoffe, Quellen, Luft, Saatgut sowie sich daraus ergebende Patente.
- kein Privateigentum an allen Ver- und Entsorgungsnetzen und Telekommunikationsnetzen.
- keine privaten Erlöse aus all diesen Gütern oder Netzen All diese Netze, Güter oder Produkte könnten der Gemeinschaft gehören.
In Form von Bürgergesellschaften wie etwa lokalen Energie- oder Agrar Genossenschaften. Eventuelle Erlöse werden auch wieder der Gemeinschaft gut geschrieben und in nachhaltige Dinge investiert.
       ► An der Rendite orientierte Unternehmen wie die Energieversorger könnten wenig Interesse an einer Dezentralisierung und Demokratisierung des Energiemarktes haben. Hier könnte der Staat Rahmenbedingungen schaffen, welche die Gründung von örtlichen Energiegenossenschaften sowohl fördern als auch fordern.
       ► die Gleichstellung von Familien-, Erwerbs-, selbständiger und Freiwilligen-Arbeit könnte eine echte Vollbeschäftigung bringen
       ► (DNS:63)    Subventionsprüfung
keine Subventionen mehr für fossile oder nicht nachhaltige Prozesse


der Staat könnte zukünftig folgende Bereiche finanzieren:
       ► - die bestehenden Hartz4 und GruSi Leistungen sowie die Grundrente
       ► - Lohnzuschüsse, damit ein deutlich über dem Mindestlohn liegender Lohn für Hilfskräfte und Hilfsarbeiter*innen gezahlt werden könnte, welche dann von NGOs und KMUs eingestellt werden könnten.
Voraussetzung wäre die Erfüllung der Nachhaltigkeits-Kriterien für den jeweiligen Arbeitsbereich.
       ► - Lohnzuschüsse für einen deutlich über dem Mindestlohn liegenden Lohn für JEDEN Mensch mit Migrationshintergrund, der sich mit unbestimmter Dauer hier aufhalten will und der hier arbeiten möchte.
Diese Menschen könnten so einen Job mit Perspektive bekommen, nur so wäre eine Integration überhaupt möglich.
der Staat könnte dauerhaft in eine flächendeckende Beseitigung von industriellen Altlasten und "sozialisierten Umweltsünden" investieren
(DNS:164)  Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle


6.  Konsum
       ►  Alle Bewohner*innen könnten in ihren Wohnquartieren zu Prosumenten werden. Jedes Wohnquartier könnte zur Produktions- und Verbrauchsstätte für die gesamte benötigte Energie und auch einen Teil der benötigten Lebensmittel werden (Pflanztürme, Hochbeete, Hydroponik,
Aquaponik)
       ►  es gibt im heutigen Lebensmittelhandel keinen effizienten Wettbewerb mehr. Platt formuliert: Was die wenigen Discounter nicht wollen, stirbt. Hier könnte der Staat Rahmenbedingungen schaffen, die nachhaltigen start ups das Überleben sichern könnten.
       ►  bis 1971 gab es eine Preisbindung auch für Lebensmittel und Drogerieartikel. Vielleicht könnte dies vorübergehend bei pflanzlichen und tierischen Produkten das Entstehen von BIO - Höfen ermöglichen.

       ►  (DNS:31)  Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme es könnte für die CO2 Bilanz wesentlich sein, wenn die gesamte Landwirtschaft wieder auf eine Humus bildende umgestellt wird. Dann wären die Ackerflächen wieder CO2 Senken, anstatt wie heute noch zusätzliches CO2 zu produzieren.

       ►  alle Produkte könnten nach der Entsorgung zu 100 % recycelt werden, das C2C Prinzip.


7.  Produktion und industrielle Prozesse
► überlebenswichtige Prozesse und vor allem Produkte (Medikamente,
Atemmasken usw.) könnten mit digitaler Unterstützung und auch im Ausland
produziert werden – all diese Dinge müssten aber sehr schnell im Notfall
(z.B. Ausfall aller digitalen Systeme und Stromausfall nach einem
Sonnensturm) auch analog und autark in der BRD hergestellt werden
können.
► Dasselbe könnte für den Einzel- und Großhandel und vor allem für die
Versorgung mit Lebensmitteln gelten. Analoge Systeme sollten schnell
einsatzbereit sein. Andernfalls könnten im Katastrophenfall Plünderungen
die Folge sein.
► Eine wichtige Säule der Klimaneutralität ist die Dekarbonisierung.
Hierzu gibt es unterschiedliche Techniken. Diese müssen in großem Umfang
genutzt werden, um die Freisetzung von CO2 in die Atmosphäre zu
minimieren oder aber bereits frei gesetztes CO2 nachträglich wieder aus
der Atmosphäre zu holen und an Trägerstoffe zu binden.


8.  Erziehung, Bildung und Ausbildung
►     Erziehungs- und (Aus-) Bildungsstätten könnten als Produzenten von
Metakompetenzen dienen
Alle Prozesse hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zeichnen sich durch
eine hohe Zahl an Wechselwirkungen aus. Dies könnte bewirken, dass alle
wichtigen Entscheidungen hin zu einer nachhaltigen Entwicklung nur in
multiprofessionellen Teams gefällt werden können.
In diesen Teams könnten idealerweise Menschen sein, die Lust haben zu
arbeiten, engagierte Mitarbeiter*innen, die mitdenken, die teamfähig
sind, sich gegenseitig vertrauen, die Verantwortung übernehmen und
derart im Team neue Ideen entwickeln.
Meiner Ansicht nach besteht aktuell ein deutlicher Mangel an Menschen
mit diesen Metakompetenzen.
Hier könnte ein Wandel in der Erziehungs-, Unterrichts- und
Ausbildungsmethodik und in den Rahmenbedingungen Abhilfe schaffen.
Es gäbe hierzu eine große Anzahl an Modellen:
Pädagogischem Fachpersonal könnten viel größere Entscheidungs-Freiräume
zugestanden werden, Kindern in den Schulen nicht die Freude am Lernen
nehmen, Spielen ist Lernen, bringt Leben in die Schule, Förderung von
Kreativität und vernetztem Denken „über den Tellerrand“ hinaus,
Naturerfahrungen schon in der Kindertagesstätte, Lernpartnerschaften
zwischen Schulen und Unternehmen. Eine Erziehung zur Selbständigkeit, nicht zum Gehorsam könnte erforderlich sein. Im 21. Jahrhundert ist die Zeit "des Funktionierens und Gehorchens" grundsätzlich vorbei.


9.  Die Rahmenbedingungen – rechtlich und ökonomisch
       ► Es könnte zutreffen, dass die Energiewende national nur
umsetzbar ist, wenn der gesamte Energiemarkt dezentralisiert wird.
       ► Hierzu müssten die einzelnen Wohnquartiere ihre gesamte
benötigte Energie (Strom und Wärme) vor Ort regenerativ selbst
produzieren, speichern und dann verbrauchen. Überschüsse könnten den
Wohnquartieren in der Nachbarschaft angeboten werden. Die Technik wäre
hierfür vorhanden.
      ►  Um hierzu die Gründung von Bürgerenergie Genossenschaften zu
unterstützen, könnte es Sinn machen, für die nächsten xx Jahre sämtliche
im Wohnquartier produzierten Energieumsätze von jeglichen Steuern und
Abgaben zu befreien, sofern die entsprechenden Auflagen zur Erfüllung
der Nachhaltigkeitsziele erfüllt werden.
Dies könnte eine deutliche Steigerung der autarken Energie Erzeugung in
Wohnquartieren bewirken, da dies eine sehr hohe Planungssicherheit
bewirkte. Eventuell erzielte Gewinne könnten wieder in die Umwandlung
des jeweiligen Wohnquartiers investiert werden. Somit wäre eine
Privatisierung der Gewinne ausgeschlossen.

Eckhard Melang