Altan Günsoy, Global Climate GmbH

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir begrüßen es außerordentlich, dass die deutsche Bundesregierung ihre Nachhaltigkeitsstrategie durch Einholung von Expertisen im Rahmen einer Online-Konsultation konsequent weiter entwickeln möchte. In ihrer Videobotschaft hat die Kanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, darauf hingewiesen, dass Deutschland seiner Verantwortung unbedingt gerecht werden wolle, und die Unterstützung der Agenda 2030 beschleunigen müsse, wenn wir ihre Ziele erreichen wollen. Darüber hinaus betonte die Kanzlerin, wie wichtig eine breite Beteiligung aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ist, um ein Vorankommen zu gewährleisten. Dieser umweltgerechte Appell ist auch ein inneres Anliegen unsererseits. Wir, auch in unserer Eigenschaft als Unternehmer, sind der festen Auffassung, dass ein wesentlicher Erfolgsfaktor zur Erreichung der Klimaziele 2030 darin besteht, deutsche Unternehmen stärker und umfassend mit einzubeziehen. Deshalb möchten wir dazu beitragen, indem wir Unternehmen in Deutschland ein innovatives Instrument an die Hand geben, mit dessen Hilfe sie umweltschädliche Emissionen erkennen und reduzieren können.

1. Was uns antreibt
Wir sind eine freundschaftlich verbundene Gruppe aus Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Energiemanagern, Architekten und IT-Experten, die sich zusammen mit ihren Familien in zunehmenden Maße Sorgen um die globale Erwärmung und der damit verbundenen, teils dramatischen Folgen machen. Nachdem unsere Recherchen ergaben, dass Deutschland besonders schlecht bei den Pro-Kopf-Co2- Emissionen abschneidet, da diese mit 9,6 Tonnen pro Jahr doppelt so hoch sind, wie der internationale Durchschnitt, wurden wir noch mehr sensibilisiert. Zumal die Folgen des Klimawandels längst da sind. Alleine in Deutschland gibt es schon doppelt so viele Hitzetage mit mehr als 30 Grad als noch in den achtziger Jahren. Für Experten gilt eine deutliche Zunahme extremer Wettereignisse als wahrscheinlich. Das Szenario besteht aus Hitzewellen und Trockenheit, Starkregen, Überschwemmungen, Orkanen und Stürmen. Der Klimawandel birgt außerdem ein Milliardenrisiko für die Wirtschaft. Laut Gesellschaft der deutschen Versicherer haben Stürme, Hagel und Starkregen zu versicherten Schäden von 2,7 Milliarden Euro an Gewerbe- und Industriebetrieben, sowie Häusern und Hausrat geführt (GdV, 2018). In einer Umfrage der Londoner Non-Profit-Organisation Carbon Disclosure Project (CPD) bei 215 großen Unternehmen sehen die meisten in den nächsten fünf Jahren erhebliche Geschäftsrisiken durch die Änderungen der klimatischen Bedingungen auf sich zukommen, dies in Höhe von 970 Milliarden US-Dollar. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) beschreibt die Folgen der sich anbahnenden Klimakatastrophe für Handel und Konsumgüterindustrie. Die Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette nehmen konkret zu.  Sie beeinträchtigen die Verfügbarkeit von Rohstoffen, lassen die Preise bei Rohstoffen und Energie steigen, und führen im Absatz zu Schwankungen in der Nachfrage nach wetter- und saisonabhängiger Ware. Die sich schon jetzt als dramatisch erweisende Entwicklung zeigt in Verbindung mit dem weiter steigenden Gefahrenpotenzial ein Szenario auf, dass wir im Sinne der sich extrem negativ gestaltenden Lebensbedingungen unserer Kinder unbedingt verhindern möchten.

2. Unser Engagement für die Umwelt
Unsere aus interdisziplinären Kompetenzen bestehende Gruppe hat deshalb ein Umweltschutz-Unternehmen gegründet, das eine besondere Zielsetzung verfolgt. Unser Fokus: Wir wollen Unternehmen helfen ihre CO2-Emissionen konkret messen zu können, um daraus technische Maßnahmen zu einer bedeutenden Verminderung schädlicher Treibhausgase ableiten zu können. Als Start Up mit dem Namen Clobal Climate GmbH haben wir in eine Software mit höchsten Ansprüchen (GHG-Protocol-Standard) investiert, die äußerst innovativ ist, und nachprüfbare Alleinstellungsmerkmale hat. Sie greift auf sämtliche Finanzdaten (Buchhaltungen nach GOBD) der Unternehmen zu und ermittelt somit CO₂-Werte auf Knopfdruck und in Echtzeit. Wir sind mit dieser umfassenden Software in der Lage eine „realistische“ Co2-Bilanz zu erstellen, und dies nach den geltenden, hohen gesetzlichen Steuerberatungs-Qualitätskriterien. Durch den Einsatz dieses „finanzdatenbasierten“ CO2-Controlling Systems lassen sich die „echten Emissions-Werte“ von Unternehmen berechnen und vergleichen. Auf dieses Ergebnis sind wir stolz: Denn erstmals existiert eine transparente und revisionssichere Co2-Bilanz, welche die Verursacher von Emissionen messen kann, und damit die Ansatzpunkte zu Möglichkeiten einer Emissionsreduktion in Unternehmen aller Art und jeder Größe ersichtlich macht.
3. Und: Wir generieren Vorteile für die Stakeholder der Natur
Der nur mit geringen Kosten und Personalressourcen verbundene Einsatz dieser Software hat diverse umweltgerechte Vorteile mit nachhaltigem Charakter.

3.1. Bewusstsein in Unternehmen
Schon jetzt, wenige Tage nach Fertigstellung der Software und Evaluation im Echtbetrieb bei befreundeten Unternehmen, sind wir auf ein großes Interesse gestoßen. Unserer Meinung nach eine Indikation dafür, dass sich Unternehmen stärker als zuvor für Umweltbelange interessieren. Zumal das Unternehmen selbst keinen Rechercheaufwand hat, Personalressourcen unberührt bleiben, und die Ergebnisse strengen gesetzlichen Qualitätskriterien entsprechen.
3.2. Transparenz
CO2 Spots im jeweiligen Unternehmen werden erstmals konkret identifiziert. Von Geschäftsessen über Produktionsabfälle und Transportlogistik bis hin zur Energiegewinnung. Wir schaffen so die Voraussetzung für eine „genaue“ und „dynamische“ Erhebung von CO2 –Daten.
3.3. Reduktionsmaßnahmen
Die branchen- und größenunabhängige  Ermittlung der C02-Hot-Spots ist ein realistischer Ausgangspunkt für eine anschließende, messbare Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase.
3.4. Investitionsanreiz Natur
Auf Unternehmensebene muss ein Anreiz geschaffen werden, das eigene Geschäftsmodell klimafreundlich auszugestalten. In diesem Zusammenhang können wir den Unternehmen gegenüber rechnerisch belegen, dass Restrukturierungen und Investitionen in entsprechende Umweltschutzmaßnahmen nicht nur mit einem return on investment, sondern sogar mit einer Rendite in relativ kurzer Zeit verbunden sind. Verschiedene realistische Kalkulationen unsererseits belegen dies. Diese stellen wir Ihnen im Rahmen des Dialogs gerne zur Verfügung.
3.5. Absage an „Greenwashing“
Durch Einsatz des finanzdatenbasierten CO2- Steuerungstools können wir sicherstellen, dass die eigene Verantwortung des jeweiligen Unternehmens zur Reduktion wächst, und eine „echte“ CO2-Reduktion am Wirtschaftsstandort Deutschland erfolgt. Dies ist unseres Erachtens nach die sinnvollere Alternative zum „Greenwashing“, also dem Kauf von vielfach fragwürdigen Klimaschutzzertifikaten in Dritt- und Schwellenländern. Ungeachtet der damit verbundenen humanitären Vorteile für solche Länder, stellt nicht jedes verfügbare Angebot zur Kompensation von Treibhausgasen den „rein rechnerischen“ Ausgleich tatsächlich vollständig sicher. Das sieht man auch an unterschiedlichen Kriterien der zertifizierenden Organisationen, die jeweils andere Schwerpunkte setzen. Zudem verzögert die Kompensation die dringend nötige Entwicklung umweltgerechter Maßnahmen und Produktionsprozesse. Das Verlassen auf den Status Quo führt wiederum dazu, dass deutsche Unternehmen ihre Chancen im Ringen um die Technologieführerschaft nicht nutzen.


4. Unsere Empfehlung für die Zukunft
Die Bundesregierung sollte möglichst viele Unternehmen, ungeachtet ihrer Branchenzugehörigkeit in ihre Klimaschutzziele mit einbeziehen. Denn wir sind überzeugt davon, dass Unternehmen einen weitaus größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten können und auch wollen, wenn dies zu einer individuellen Betrachtung und Entlastungen auf Unternehmensebene führt. Das heißt es müssten spürbare Anreize für Unternehmen kommuniziert und geschaffen werden, um das eigene Geschäftsmodell klimafreundlich auszugestalten. Bereits heute versprechen Investitionen in Umweltmaßnahmen hohe Renditen, was vielen Unternehmen nicht bewusst ist. Weitere empfohlene Anreize könnten in Form steuerlicher Entlastungen z.B. in Kombination mit dem neuen Ge¬setz zur steu¬er¬li¬chen För¬de¬rung von For¬schung und Ent¬wick¬lung (Forschungszulagegesetz) oder in Form einer Entlastung von der (mittelbaren) CO₂-Abgabe erfolgen, wenn entsprechende CO2-Bilanzen eingereicht werden.
Eine praktische Umsetzung unserer Empfehlung könnte in vier Schritten erfolgen.
a) Einführung einer Verpflichtung von transparenten, vergleichbaren CO2-Bilanzen, z.B. für mittelständische Unternehmen beginnend ab 100 Mitarbeitern.
b) Schaffung spürbarer unmittelbarer Anreize zur eigenen CO2-Reduktion für Unternehmen, z.B. durch steuerliche Vorteile vergleichbar mit dem „Forschungszulagengesetz“.
c) Schaffung einer technischen Möglichkeit zur automatisierten/elektronischen Einreichung von Klimabilanzen. Diese wären mit einer vergleichbaren Taxonomie ausgestaltet, ähnlich einer E-Bilanz.
d) Die Prüfung und Überwachung könnte durch Finanzämter über die bestehende IT-Infrastruktur (Schnittstellen: GOBD / Elster) mit wenig Aufwand sichergestellt werden.
Für diesen Vorschlag sprechen auch internationale Entwicklungen: Eine allgemeine Berichtspflicht nach dem GHG-Protocol oder Klimabilanzpflicht existiert bereits in Frankreich, Großbritannien oder Australien. Auch in Deutschland könnte eine Berichtspflicht eingeführt werden.


Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben uns im Sinne unserer Kinder und unserer bürgerlichen Verantwortung für das Gemeinwohl bemüht, unsere jeweiligen spezifischen beruflichen Kompetenzen in gemeinsamer Weise zu nutzen. Das Resultat: Wir können Unternehmen ein Instrument an die Hand geben, sich in Sachen schädlicher CO2- Emissionen selbst zu überprüfen. Und so für positive und nachhaltige Veränderungen sorgen. Im Unternehmens-Bewusstsein, in den Unternehmensprozessen und -Strukturen, selbst im geschäftlichen Verhalten. Je nach Definition gibt es rund 3,4 Millionen kleine und mittelständische Unternehmen hierzulande, in denen rund 58% aller Beschäftigten arbeiten. Wir sind sicher, dass nachhaltige und der Natur dienende Veränderungen in Unternehmen auch deren Mitarbeiter und deren Bewusstsein erreichen. Schließlich wird darüber intern diskutiert und extern kommuniziert.
Zum Schluss noch ein besonders wichtiger Aspekt: Unser finanzdatenbasiertes CO2-Erfassungssystem eignet sich auch für Verwaltungen, Behörden, oder Institutionen, Kommunen und Städte.

Herzliche Grüße
Altan Günsoy

Global Climate GmbH