Berufliche Bildung von allergrößter Bedeutung

Kabinettklausur in Meseberg Berufliche Bildung von allergrößter Bedeutung

Die Corona-Pandemie und der digitale Wandel wirken sich in besonderem Maße auch auf den Ausbildungsmarkt aus. Für die Bundesregierung ist die Berufsausbildung die wichtigste Ausbildung in Deutschland. Die berufliche Bildung war deshalb eines der zentralen Themen bei der Klausurtagung in Meseberg. 

Die Bundesregierung hält die Berufsausbildung für die wichtigste Ausbildung, die es in Deutschland gibt. „Und deshalb wollen wir alles dafür tun, dass möglichst viele junge Leute eine solche berufliche Bildung ergreifen können, dass sie die Chancen haben, einen Ausbildungsplatz zu finden, der zu ihnen passt und damit eine Grundlage für ihr Leben zu schaffen, die sie durch die ganze Zeit ihrer Beruflichkeit trägt. Und umgekehrt wollen wir die Unternehmen ermuntern und dabei unterstützen, genügend Angebote für die berufliche Bildung zu machen“, betonte Bundeskanzler Olaf Scholz nach der Kabinettklausur in Meseberg.

Neben den Themen Sicherheit und Energie seien bei der Kabinettklausur in Meseberg auch andere Fragen verhandelt worden, die für die Zukunft unseres Landes von allergrößter Bedeutung seien. Die berufliche Bildung sei eines dieser Themen gewesen, so der Kanzler.

Ausbildungszahlen auf niedrigem Niveau

„Die berufliche Bildung steht unter Druck“, sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger bei der Klausurtagung in Meseberg. Sie zeigte sich besorgt, dass die Ausbildungszahlen auf dem Corona-Niveau stagnieren könnten. 

„Dabei brauchen wir doch gerade jetzt die klugen Köpfe und die fleißigen Hände, die uns ja auch helfen, den Wohlstand und das Wachstum zu sichern“, so die Bundesbildungsministerin. „Denn eines muss uns klar sein: Ohne die Fachkräfte wird es keine Energie-Souveränität geben. Es wird auch die Umsetzung der Digitalisierung nicht möglich sein. Und deswegen ist es auch noch mal unsere Aufgabe zu zeigen: berufliche Bildung und akademische Bildung sind unterschiedlich, aber sie sind gleichwertig. Sie haben einen hohen Stellenwert und den brauchen sie beide“, betonte Stark-Watzinger.

Die Zahl neuer Ausbildungsverträge ist im Jahr 2021 auf einem historisch niedrigen Niveau geblieben: Insgesamt wurden 466 200 neue Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung abgeschlossen. Laut Statistischem Bundesamt war die Zahl der Neuverträge damit zwar um 0,6 Prozent höher als im ersten Corona-Jahr 2020. Sie blieb jedoch noch immer 9 Prozent hinter dem Ergebnis des Vorkrisenjahres 2019 zurück.

Deswegen habe sich die Bundesregierung Einiges vorgenommen: Zur weiteren Stärkung des dualen Systems sei eine Exzellenzinitiative „Berufliche Bildung“ geplant. Man wolle unter anderem die Berufsorientierung nochmal deutlich verstärken und die Begabtenförderwerke öffnen für die berufliche Begabtenförderung besonderer Talente. 

Große Aufgabe: Sicherung der Fachkräfte

Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bezeichnete die Sicherung der Fachkräfte als eine zentrale Frage und eine große Aufgabe. Es gäbe bereits heute Unternehmen, die händeringend Fachkräfte suchten. Deshalb sei es wichtig, sich gemeinsam mit Wirtschaft und Gewerkschaften dieser großen Aufgabe widmen.

„Wir werden dazu im Herbst Entscheidungen treffen, wir werden eine umfassende Fachkräfte-Strategie auf den Weg bringen, wir werden das Thema Ausbildung angehen in Deutschland mit der Ausbildungs-Garantie, wir werden das Thema Weiterbildung fortentwickeln und wir werden gleichzeitig für ergänzte Fachkräfte-Einwanderung aus dem Ausland sorgen mit einem modernen Einwanderungsrecht“, sagte der Bundesarbeitsminister.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Bundesfamilienministerin Lisa Paus wies darauf hin, dass aktuell gut die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen in Teilzeit arbeiten, aber nur 11 Prozent der Männer. Umgekehrt sei es aber so, dass eben viele Frauen und viele Mütter vor allen Dingen mehr Zeit für den Beruf und viele Väter auch mehr Zeit für ihre Kinder haben wollen. 

„Wenn es also gelingt, mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehr Partnerschaftlichkeit umzusetzen, dann helfen wir nicht nur den Müttern und den Vätern in diesem Land, sondern das wäre eben auch ein substanzieller Beitrag zur Schließung der Fachkräfte-Lücke, die wir in Deutschland haben, wenn Frauen ihre Wochenarbeitszeit erhöhen“, so Paus.

Wichtig sei dafür natürlich auch die Betreuungssituation für die Kinder. Die Bundesregierung habe bereits etliche Schritte unternommen zu Verbesserungen auch im Bereich der frühkindlichen Bildung, der Kitas und der Schulen. „Gerade in der vergangenen Woche habe ich unser Kita-Qualitätsgesetz vorgestellt, mit dem wir 4 Milliarden Euro für die Länder zur Verfügung stellen, zur Verbesserung der Kitaqualität“, sagte die Bundesfamilienministerin. Auch beim Ganztagsausbau müsse es weitergehen. Es gäbe aber alleine im Bereich der Erzieherinnen und Erzieher eine Lücke in Höhe von über 250.000 zusätzlichen Fachkräften, die benötigt werden.

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