Schnelle Hilfe in der Not

Humanitäre Hilfe für die Ukraine Schnelle Hilfe in der Not

Unter den Folgen des russischen Angriffs leidet vor allem die ukrainische Zivilbevölkerung. Viele Menschen sind auf der Flucht, andere in den Städten von der Versorgung abgeschnitten. Aus vielen Ländern kommen Hilfsangebote für die Notleidenden und Geflüchteten. Auch Deutschland hilft – ein Überblick.

Humanitäre Hilfe

Hilfe für die Menschen in der Ukraine sowie Kriegsflüchtlinge in Europa können vielfältig erbracht werden, auch die Bundesregierung unterstützt vielseitig

Foto: SZ Photo/Stefan Trappe

Mehrere Millionen Menschen sind auf der Flucht – innerhalb und außerhalb der Ukraine. Meist nur mit dem Nötigsten im Handgepäck suchen vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen Schutz in weniger umkämpften Gebieten. Und die Situation der Menschen in den vom russischen Militär eingeschlossenen Städte wird ebenfalls immer dramatischer.

Humanitäre Hilfe deutlich aufgestockt

Um den Geflüchteten zu helfen, beteiligt sich Deutschland an Hilfsmaßnahmen der EU und leistet darüber hinaus auch bilateral Unterstützung – sowohl für die Ukraine selbst wie auch für die Anrainerstaaten, die durch die Aufnahme von Geflüchteten zum Teil an ihre Grenzen stoßen. 

Deutschland hat zugesagt, zusätzliche 425 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit für die Ukraine und ihre Nachbarstaaten zu geben. Das erklärte Bundeskanzler Olaf Scholz bei der weltweiten Online-Geberkonferenz „Stand up for Ukraine“ am 9. April 2022. Außerdem stellt Deutschland 70 Millionen Euro für medizinische Hilfsgüter über den EU-Zivilschutz-Mechanismus bereit. Seit 2014 hat Deutschland der Ukraine bereits mit mehr als zwei Milliarden Euro unterstützt, so Kanzler Scholz in seiner Videobotschaft.

Darüber hinaus stellt Deutschland 430 Millionen Euro für die globale Ernährungssicherung zur Verfügung. So sollen die Folgen des Krieges auch in den besonders gefährdeten Ländern in Afrika und der Nahost- und Nordafrika-Region abzufedern. (Stand: 24. März 2022).

Hilfe des Auswärtigen Amtes

Das Auswärtige Amt stellt finanzielle Mittel für humanitäre Hilfe und Katastrophenhilfe bereit. Darüber hinaus wird die Durchhaltefähigkeit des ukrainischen Staates und der Gesellschaft unterstützt.

Von der humanitären Hilfe wird der humanitäre Hilfsfonds der Vereinten Nationen unterstützt. Dieser hat mehrere humanitäre Zentren aufgebaut und konzentriert sich auf Nahrungsmittelversorgung sowie Verteilung von Bargeld und (Notfall-)Telekommunikation. Außerdem erhalten das Internationale Komitee des Roten Kreuzes, das in der Ukraine und auch in den Nachbarstaaten aktiv ist und Hilfe leistet, finanzielle Unterstützung. Ebenso erhält das Deutsche Rote Kreuz, das die Partnerorganisationen in der Ukraine und den Nachbarstaaten unterstützt, finanzielle Hilfen.  

Die Projektförderung von humanitären Maßnahmen im Rahmen des „IOM“ wird vom Auswärtigen Amt unterstützt. Hier stehen die Versorgung von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen und Gastgemeinden in der Ukraine und den Nachbarländern im Mittelpunkt. Die IOM hilft unter anderem bei Notunterkünften, medizinischer Versorgung und der Wasserversorgung.

Aus Mitteln der humanitären Hilfe werden auch Soforthilfemaßnahmen des World Food Programmes und Malteser International unterstützt. Die Projektförderung für den Verein Help mit seinem lokalem Partner Vostok SOS und das regionale Soforthilfeprojekt ADRA Deutschland erhalten finanzielle Hilfen. 

Hilfe des Entwicklungsministeriums

Die zweite Säule der humanitären Hilfe ist das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Angesichts der dramatischen Entwicklungen in der Ukraine hat das BMZ ein entwicklungspolitisches Sofortprogramm für die Ukraine von rund 185 Millionen Euro aufgelegt, um staatliche Strukturen sowie die Erbringung von Dienstleistungen für die ukrainische Bevölkerung aufrechtzuerhalten und damit schnelle und flexible Unterstützung für die Menschen vor Ort zu leisten. (Stand: 3. Mai 2022)

Bei der Umsetzung stützt sich das Ministerium auf seine bewährten Partner auf ukrainischer Seite, auch auf kommunaler Ebene, sowie auf seine internationalen Partner der Vereinten Nationen.

Dazu zählen die Bereit­stellung dringend benötigter Ausstattung für den Katastrophenschutz und die Feuerwehr und die Unterstützung der ukrainischen Kommunen bei der Krisenbewältigung. 

Finanzielle Unterstützung gibt es auch für die Internationale Organisation für Migration (IOM), die dafür sorgt, dass kleine und mittlere Unternehmen die Grundversorgung im Land aufrecht halten können. Hinzu kommen Hilfen für Unterkünfte von Binnenflüchtlingen.

Außerdem unterstützt das Ministerium Hilfsmaßnahmen für Menschen auf der Flucht, insbesondere auch für Frauen und Mädchen über den Women‘s Peace and Humanitarian Fund. Weitere Gelder stehen für den Zugang zu Bildung bereit. Hier werden unter anderem Online‐Kurse und berufliche Bildung für Binnenvertriebene ermöglicht.

In Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurde bereits vor Kriegsausbruch die soziale und psychologische Betreuung von Menschen in der Ukraine, die ihre Heimat verlassen mussten, unterstützt. Mit diesen Geldern soll insbesondere von Krieg und Vertreibung traumatisierten Kindern und Jugendlichen der Zugang zu psychosozialer Versorgung ermöglicht werden. 

Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat eine Koordinierungsstelle für Lebensmittelhilfen der deutschen Ernährungswirtschaft in die Ukraine eingerichtet. In enger Zusammenarbeit mit den ukrainischen Partnern koordiniert die neu geschaffene Stelle die offiziellen Anfragen aus der Ukraine und Spendenangebote der Ernährungswirtschaft in Deutschland.