Wir stärken den Ökolandbau

Klimaschutz mit Biss Wir stärken den Ökolandbau

Unsere Ernährung sichern und unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützen – all das muss die Landwirtschaft leisten. Ihr Treibhausgasausstoß soll auf höchstens 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente bis 2030 sinken. Dazu müssen Landwirte die Tierhaltung und den Einsatz von Düngemitteln umstellen – hin zu weniger Emissionen und mehr ökologischem Landbau. Die Bundesregierung unterstützt sie dabei.

Mit verschiedenen Programmen fördert die Bundesregierung den Ökolandbau.

Foto: Bundesregierung

Vor allem durch Tierhaltung und Düngung verursacht die Landwirtschaft rund acht Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. Betrugen die Emissionen der Landwirtschaft im Jahr 1990 noch etwa 90 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, sind sie 2020 auf rund 66 Millionen Tonnen gesunken. 

Nach der Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes soll der Treibhausgasausstoß des Sektors weiter sinken auf höchstens 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2030. Das sind etwa 14 Millionen Tonnen weniger als die zulässige Menge an CO2-Ausstoß im Jahr 2020.

Das Kabinett hat die Novelle am 12. Mai 2021 beschlossen. Die Bundesregierung will in Kürze ein Sofortprogramm 2022 vorlegen, um verschiedene Sektoren – etwa den Landwirtschaftssektor – bei der Umsetzung der neuen Klimaschutzziele zusätzlich zu unterstützen.

Ökolandbau verdoppeln

Der Anteil des ökologischen Landbaus soll sich in den kommenden zehn Jahren verdoppeln, von derzeit 9,7 Prozent bis auf 20 Prozent im Jahr 2030. Durch die Ausweitung der ökologisch bewirtschafteten Flächen können zwischen 0,4 bis 1,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente jährlich eingespart werden. Dies liegt in erster Linie an der Einsparung von Mineraldüngern, bei deren Herstellung Treibhausgase entstehen.

Grafik zum Ökolandbau (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

2030 sollen doppelt so viele Flächen ökologisch bewirtschaftet werden wie heute. Bund und Länder fördern das pro Jahr mit fast 110 Millionen Euro.

Barrierefreie Beschreibung anzeigen

Foto: Bundesregierung

Bund und Länder können den Ökolandbau im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" jährlich mit fast 110 Millionen Euro fördern. Das "Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft" wurde deutlich aufgestockt: Die Bundesregierung stellt allein 2021 rund 33 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Bundesregierung will die rechtliche und finanzielle Förderung für besonders umweltfreundliche und nachhaltige Verfahren der Landwirtschaft weiterentwickeln und Möglichkeiten zur klimaneutralen Land- und Forstwirtschaft intensiv erforschen.

Vom Hof auf den Tisch

Die Bundesregierung setzt sich für eine neue europäische Gemeinsame Agrarpolitik ein, die auf "mehr Umwelt-, mehr Klimaschutz und mehr Tierwohlstandards" ausgerichtet ist. Sie will dazu die Biodiversitätsstrategie und die "Farm-to-Fork-Strategie" ("Vom Hof auf den Tisch") als Teile des European Green Deal voranbringen und in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik berücksichtigen: Für kürzere Lieferketten, weniger Düngemittel und Pestizide, mehr biologische Landwirtschaft und besseren Tierschutz.

Klimaschützende Landnutzung

Neu in der Novelle des Klimaschutzgesetzes ist eine Zielvorgabe für den Erhalt und den Ausbau der natürlichen Senken wie Wälder, Moore und Wiesen. Dort  sind große Mengen an CO2 dauerhaft gebunden. Natürliche Senken werden benötigt, um das Ziel der Treibhausgasneutralität zu erreichen. Denn so können die unvermeidbaren Restemissionen von Treibhausgasen kompensiert werden, etwa aus der Viehhaltung oder bestimmten Industrieprozessen. Nach dem Jahr 2050 strebt die Bundesregierung negative Emissionen an. Dann soll Deutschland mehr Treibhausgase in natürlichen Senken einbinden, als es ausstößt.

Es braucht einen längeren zeitlichen Vorlauf, um trockene Moore wieder zu vernässen und Wälder aufzuforsten. Bund und Länder stellen bereits rund 1,5 Milliarden Euro für Maßnahmen wie Wiederaufforstungen und für Klimaanpassungen in Mischwäldern bereit.