Land- und Forstwirtschaft

Grafik zum Ökolandbau (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

2030 sollen doppelt so viele Flächen ökologisch bewirtschaftet werden wie heute. Bund und Länder fördern das pro Jahr mit fast 110 Millionen Euro.

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Foto: Bundesregierung

Vor allem durch Tierhaltung und Düngung trägt die Landwirtschaft mit rund acht Prozent zu den deutschen Treibhausgasemissionen bei. Lag ihre Emissionsbilanz vor 30 Jahren noch bei 90 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten, sind es heute etwa 68 Millionen Tonnen. Für diesen Rückgang sorgten vor allem die abnehmenden Tierbestände in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung.

Stickstoffdünger reduzieren

In der Landwirtschaft werden Treibhausgase vor allem durch Tierhaltung und den Einsatz stickstoffhaltiger Düngemittel freigesetzt. Mit der neuen Düngeverordnung vom 1. Mai 2020 sollen die Stickstoffüberschüsse sowie die Stickstoff- und Ammoniak-Emissionen in der Landwirtschaft gezielt vermindert werden. Auch wenn landwirtschaftliche Emissionen voraussichtlich langfristig nicht vollständig zu vermeiden sein werden, müssen sie so weit wie möglich reduziert werden.

Landwirtschaftliche Treibhausgase: Methan und Lachgas
Methan entsteht überwiegend in der Tierhaltung beim Verdauungsvorgang (hauptsächlich durch Rinderhaltung) sowie durch Wirtschaftsdünger aus Gülle. Methan ist rund 25-mal so klimaschädlich wie CO2. Lachgas wird durch die Einbringung stickstoffhaltiger sowie tierischer Dünger in die Böden freigesetzt. Es ist etwa 300-mal so klimaschädlich wie CO2.

Öko-Landbau verdoppeln

Der Anteil des ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlichen Fläche soll von derzeit 9,7 Prozent bis zum Jahr 2030 auf 20 Prozent steigen. Durch die Ausweitung können zwischen 0,4 bis 1,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten jährlich eingespart werden. Dies liegt in erster Linie an der Einsparung von Mineraldüngern, bei deren Herstellung Treibhausgase entstehen.

Bund und Länder fördern den Öko-Landbau im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz jährlich mit fast 110 Millionen Euro. Das "Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft" wurde deutlich aufgestockt: Allein 2020 stehen dafür im Bundeshaushalt fast 29 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Bundesregierung will die rechtliche und finanzielle Förderung besonders umweltfreundlicher und nachhaltiger Landbewirtschaftungsverfahren wie den ökologischen Landbau weiterentwickeln und optimieren.

Klimaschützende Landnutzung

In Wäldern und Böden sind große Mengen an CO2 gebunden. Entsprechend liegt ein enormes Klimaschutzpotenzial im Erhalt und nachhaltigen Ausbau der Wälder. Entscheidend sind auch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Verwendung von Holz, zum Beispiel als Baustoff. Außerdem ist es wichtig, Dauergrünland zu erhalten und Moorböden wieder zu vernässen. Diese Senken zu erhalten, ist Voraussetzung dafür, die in Paris vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. Eine Kompensation anderer, nicht vermiedener Treibhausgasemissionen ist damit noch nicht verbunden.
Bund und Länder stellen rund 1,5 Milliarden Euro für Maßnahmen wie Wiederaufforstungen und den Umbau zu klimaangepassten Mischwäldern bereit.

Klimaschutz sichert Ernährungsgrundlagen

Die Landwirtschaft ist einerseits selbst unmittelbar vom Klimawandel betroffen und hat daher ein großes Interesse sich anzupassen. Andererseits leistet sie durch die nachhaltige Erzeugung biogener Rohstoffe einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Ihre Kernaufgabe ist es, die Ernährung auf nachhaltige Weise sicherzustellen und Rohstoffe für andere Zwecke zu produzieren, zum Beispiel Bioenergie und Fasern. Auch deshalb ist es wichtig, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen.

Die Bundesregierung fördert Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, um weitere Potenziale für die Anpassung an die Klimaänderung und die Minderung von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft zu erschließen.

Deutschlands Landwirtschaft soll durch einen Maßnahmen-Mix klimafreundlicher werden:
 - Weniger Stickstoffüberschüsse
 - Mehr Ökolandbau
 - Weniger Emissionen in der Tierhaltung
 - Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und Holzverwendung
 - Energieeffizienz in der Landwirtschaft
 - Humuserhalt und Humusaufbau im Ackerland
 - Erhalt von Dauergrünland
 - Schutz von Moorböden/Reduktion von Torfeinsatz in Kultursubstraten
 - Stärkung nachhaltiger Ernährungsweisen inklusive Vermeidung von Lebensmittelabfällen