Klimaschonender Verkehr

Klimaschonender Verkehr

Im Vergleich zu 1990 müssen die Emissionen im Verkehr bis 2030 um knapp 42 Prozent sinken, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen. Das soll mit einem Paket aus mehr Elektromobilität, Rad- und Bahnverkehr, alternativen Kraftstoffen und CO2-Bepreisung gelingen.

Grafik für Klimaschutz im Verkehr (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Die Bundesregierung will die Emissionen im Verkehr bis 2030 um knapp 42 Prozent senken – mithilfe von Fördermaßnahmen und neuen gesetzlichen Regeln.

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Foto: Bundesregierung

Umstieg auf Elektromobilität fördern

Bis 2030 sollen sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sein, so das Ziel der Bundesregierung. Um den Umstieg zu beschleunigen, haben Bundesregierung und Automobilindustrie die Kaufprämie, den " Umweltbonus", für E-Autos erhöht: Bis zu 6.000 Euro können Käuferinnen und Käufer für Elektro- oder Brennstoffzellen-Autos erhalten. Bis zu 4.500 Euro beträgt der Zuschuss beim Kauf eines von außen aufladbaren Hybridelektrofahrzeugs. Der Umweltbonus gilt rückwirkend für alle Fahrzeuge, die ab dem 5. November 2019 und bis zum 31. Dezember 2025 zugelassen wurden. Auch junge Elektro-Gebrauchtwagen werden gefördert.

 Grafik zum Umweltbonus für E-Autos (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Alternative Antriebe sind klimaschonend. Deshalb bekommen Käuferinnen und Käufer eines neuen Elektro- oder Hybridautos einen Zuschuss.

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Foto: Bundesregierung

Im Konjunkturpaket zur Abfederung der Corona-Krise wurde der staatliche Förderanteil am Umweltbonus verdoppelt. So können Käuferinnen und Käufer von reinen E-Fahrzeugen noch bis Ende 2021 sogar von bis zu 9.000 Euro Innovationsprämie profitieren. Darüber hinaus gelten seit Anfang 2020 weitere steuerliche Anreize für Elektrofahrzeuge: Anschaffung und Nutzung von Elektro-Dienst- und Lieferfahrzeugen werden steuerlich besser gefördert. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können ihre Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge beispielsweise in der Tiefgarage des Arbeitgebers bis Ende 2030 steuerfrei aufladen.

Eine Million Ladepunkte für Elektromobilität

In Deutschland sollen bis 2030 insgesamt eine Million Ladepunkte zur Verfügung stehen. Das Bundeskabinett hat dafür im November 2019 einen " Masterplan Ladeinfrastruktur" beschlossen.

Ab 2021 wird es ein weiteres Förderprogramm für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur geben. Für die Langstreckenmobilität wird die Bundesregierung 1.000 Schnellladestandorte ausschreiben.

Private Lademöglichkeiten fördert die Bundesregierung erstmals im Jahr 2020 mit zusätzlichen 200 Millionen Euro. Ebenfalls gefördert werden Ladepunkte beim Arbeitgeber und anderen Gewerbetreibenden über ein weiteres Förderprogramm voraussichtlich ab 2021.

Die Automobilwirtschaft will bis 2022 zusätzlich mindestens 15.000 öffentliche Ladepunkte und bis 2030 100.000 Ladepunkte auf ihren Betriebsgeländen und beim angeschlossenen Handel beisteuern.

Größere Parkplätze, die zu Wohn-, Firmen- oder sonstigen Gebäuden gehören, müssen künftig mit Ladeinfrastruktur ausgestattet werden. Einzelne Wohnungseigentümer und Mieter können künftig den Einbau einer Lademöglichkeit auf eigene Kosten verlangen. Die entsprechenden Neuregelungen im Wohneigentumsgesetz sind auf den Weg gebracht.

Kfz-Steuer stärker an CO2-Emissionen ausrichten

Mit der Reform der Kfz-Steuer soll für Pkw, die ab 2021 neu zugelassen werden, neben dem Hubraum eine Klimakomponente in die Kfz-Steuer einfließen. Sie orientiert sich am CO2-Ausstoß des Autos und steigt in sechs Stufen von zwei Euro bis auf vier Euro je Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Die bekannte Freigrenze von 95 Gramm CO2 je Kilometer gilt auch weiterhin. Bis zu diesem Wert wird keine Steuer erhoben.

E-Autos bleiben weiter von der Kfz-Steuer befreit. Das gilt auch für zwischen 2020 und 2025 erstmals zugelassene Elektro-Pkw.

Billiger Bahn fahren, teurer fliegen

Die Mehrwertsteuer auf Fernbahntickets ist seit dem 1. Januar 2020 auf den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gesunken. Das macht Bahnfahren attraktiver. Im Flugverkehr wurde die Luftverkehrsabgabe ab April 2020 leicht erhöht.

Grafik zum nachhaltigen Verkehr (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Die Bundesregierung investiert 86 Milliarden Euro in das Schienennetz und weitere Milliarden in den ÖPNV.

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Foto: Bundesregierung

Öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen

Die Bundesregierung stockt ab 2021 die Bundesmittel für den Öffentlichen Nahverkehr auf eine Milliarde Euro jährlich auf. Damit soll das Nahverkehrsnetz ausgebaut werden. Ab 2025 soll der Bundesanteil auf zwei Milliarden Euro jährlich steigen. Zudem sollen Busflotten mit elektrischen, wasserstoffbasierten und Biogas-Antrieben gefördert werden. Ziel ist es, dass bis 2030 die Hälfte der Stadtbusse elektrisch fährt.

Investitionen in die Bahn

Bis 2030 investieren der Bund und die Deutsche Bahn 86 Milliarden Euro in das Schienennetz. Mit der Erweiterung des elektrifizierten Netzes und der Digitalisierung der Leit- und Sicherheitstechnik werden Kapazitäten und Effizienz auf der Schiene steigen.

Auch der Güterverkehr wird von dieser Modernisierung profitieren. Um mehr Güter vom Lkw auf die Schiene zu verlagern, will die Bundesregierung zudem den Einzelwagenverkehr als Alternative fördern. Dieser gilt als Basis des Schienengüterverkehrs. Das Streckennetz für längere Güterzüge soll ebenfalls erweitert werden.

Bessere rechtliche Rahmenbedingungen in Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen den Schienenausbau beschleunigen.

Mehr Geld für den Radverkehr

Bis 2030 soll der Radverkehr deutlich gestärkt werden. Die Bundesregierung stellt dazu deutlich mehr Geld bereit. Wir unterstützen mit zusätzlich 900 Millionen Euro den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. Damit stehen insgesamt zwischen 2020 und 2023 rund 1,4 Milliarden Euro für den Radverkehr zur Verfügung. Wir fördern Modellprojekte und bauen flächendeckende Radwegenetze aus. Gesetzliche Regelungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Radfahrer sind bereits mit der Straßenverkehrsordnungs-Novelle am 28. April 2020 in Kraft getreten.

Strombasierte Kraft- und neue Biokraftstoffe

An der Mobilität der Zukunft kann Wasserstoff in Verbindung mit der Brennstoffzelle einen Anteil haben, zum Beispiel im Öffentlichen Personennahverkehr, für Lkw oder den Lieferverkehr. Die Beimischung regenerativer Energieträger reduziert den Einsatz fossiler Kraftstoffe. Konkret setzen wir weit über eine Milliarde Euro unter anderem für die Förderung von Erzeugungsanlagen für strombasierte Kraftstoffe und fortschrittliche Biokraftstoffe ein.

CO2-Emissionen vor allem vom Straßenverkehr
Der Verkehrssektor ist nach der Energiewirtschaft und der Industrie mit rund 20 Prozent CO2-Austoß (2019) der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen. Den weitaus größten Teil (94 Prozent) der Verkehrsemissionen verursacht der Straßenverkehr. Für etwa 59 Prozent davon sind Benzin- und Diesel-Pkw verantwortlich. Seit 1990 ist der CO2-Ausstoß des Verkehrs nicht gesunken. Grund: Die Fahrzeuge sind zwar energieeffizienter, aber es fahren sehr viel mehr, schwerere und leistungsstärkere Pkw auf den Straßen als vor 30 Jahren. Die gefahrenen Personenkilometer – meist mit dem Auto – nahmen bis 2017 um rund 64 Prozent zu. Der Güterverkehr stieg um 74 Prozent. 71 Prozent der Güter wurden auf der Straße transportiert. 2019 waren 47,7 Millionen Pkw angemeldet – davon 66 Prozent Benziner, 32 Prozent Diesel, zwei Prozent mit alternativen Antrieben (Broschüre " Klimaschutz in Zahlen", Ausgabe 2020). Um die Klimaziele zu erreichen, muss der Anteil der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben steigen.