Bauen und Wohnen

Bauen und Wohnen

Im Gebäudesektor müssen die Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um zwei Drittel sinken. Mit einem Mix aus verstärkter Förderung und CO2-Bepreisung will die Bundesregierung Investitionen in Effizienz und erneuerbare Energien anreizen, um Bauen und Wohnen in Deutschland klimafreundlicher zu machen. Dabei soll das Wohnen bezahlbar bleiben.

Grafik zum CO2-Ausstoß im Gebäudebereich (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß im Gebäudebereich auf weniger als ein Drittel reduziert werden.

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Foto: Bundesregierung

1990 machten die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor noch 210 Millionen Tonnen CO2 aus. Dank energieeffizienter Neubauten und Sanierungen sanken die Emissionen in dem Sektor bis 2020 auf rund 120 Millionen Tonnen CO2. Bis 2030 sollen sie weiter auf 67 Millionen Tonnen CO2 reduziert werden. Das höhere Minderungsziel ist Teil der Novelle des Klimaschutzgesetzes, die das Kabinett am 12. Mai 2021 beschlossen hat. 

Dafür ist es wichtig, die Gebäude durch Investitionen in Effizienz und erneuerbare Energien energetisch auf einen besseren Effizienzstandard zu bringen und für die Wärmeerzeugung verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. Das Energiespar- und Klimaschutzpotenzial im Gebäudebestand ist groß. Deshalb wird die energetische Gebäudesanierung mit dem Klimaschutzprogramm stärker gefördert.

Die Bundesregierung will zusätzlich zur Novelle des Klimaschutzgesetzes in Kürze ein Sofortprogramm 2022 vorlegen, um verschiedene Sektoren – etwa den Gebäudesektor – bei der Umsetzung der neuen Klimaschutzziele zusätzlich zu unterstützen. Die Kosten des CO2-Preises für Heizöl und Erdgas sollen jeweils zur Hälfte auf Mieter und Vermieter aufgeteilt werden. Im Gegenzug sollen die Vermieter mit Investitionsanreizen entlastet werden. Eine Sanierungsoffensive mit attraktiven Fördermaßnahmen soll vor allem im sozialen Wohnungsbau für mehr Klimaschutz sorgen. 

Steuerförderung für energetische Sanierung

Energetische Sanierungsmaßnahmen wie der Heizungstausch, der Einbau neuer Fenster, das Dämmen von Dächern und Außenwänden werden seit Januar 2020 bis Ende 2029 steuerlich gefördert: Die Steuerzahlung kann um 20 Prozent der Sanierungskosten gemindert werden – verteilt über drei Jahre. Die steuerliche Förderung gilt für selbstgenutztes Wohneigentum.

Höhere Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren

Ebenfalls seit Januar 2020 gibt es in den von der Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KfW) umgesetzten Programmen des Bundes für energieeffizientes Bauen und Sanieren vielfach um zehn Prozentpunkte höhere Tilgungszuschüsse. Für Kauf, Sanierung oder Bau von Effizienzhäusern gewährt die KfW jetzt maximal 120.000 Euro zinsgünstige Kredite verbunden mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 40 Prozent. Einzelne Sanierungsmaßnahmen werden mit bis zu 20 Prozent der Kosten gefördert. Im neuen Gebäudeenergiegesetz sind verschiedene Gesetze nun in einem Gesetz zusammengefasst. Das Gesetz erleichtert das energetische Sparen schon beim Neubau, insbesondere aber beim Sanieren. 

Neue Heizung: Austauschprämie seit Januar 2020

Es lohnt sich, in den kommenden Jahren von alten Öl- und Gasheizungen auf klimafreundliche Anlagen oder direkt auf erneuerbare Wärme umzusteigen. In dem vom Bundesamt für Ausfuhrkontrolle für den Bund umgesetzten Marktanreizprogramm können Haus- und Wohnungseigentümer und -eigentümerinnen, die ihre alte Ölheizung gegen eine energieeffizientere Heizanlage austauschen, seit Anfang 2020 bis zu 45 Prozent Zuschuss erhalten. 

Ab 2026 wird der Einbau von reinen Ölheizungen in Gebäuden grundsätzlich nicht mehr erlaubt sein, wenn eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist. Eine entsprechende Regelung ist im Gebäudeenergiegesetz enthalten.

Großes Klimaschutzpotenzial Gebäudesanierung
Etwa 14 Prozent der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland stammen aus dem Gebäudesektor (Stand 2018). Von den knapp 22 Millionen Gebäuden in Deutschland wurden etwa 12,5 Millionen Wohngebäude vor 1977 errichtet, also vor der ersten Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz bei Gebäuden. In diesen Altbauten steckt ein großes Energiespar- und Klimaschutzpotenzial, sodass noch mehr Gebäude energetisch saniert werden müssen.   
Rund 60 Prozent des Energieverbrauchs von Gebäuden werden zum Heizen verbraucht. Fast 58 Prozent der Gebäude werden mit Erdgas und Heizöl beheizt; der Anteil an Heizungen, die erneuerbare Energien nutzen, steigt aber kontinuierlich an. Alles das macht deutlich, wie wichtig es für das Klima ist, Gebäude energetisch zu sanieren, um ihre Effizienz zu erhöhen und alte Heizungen durch Heizungen, die erneuerbare Energien effizient nutzen, auszutauschen.  
Auch zur Herstellung und Wiederverwertung von Baustoffen wird Energie verbraucht und es entstehen CO2-Emissionen, die u.a. dem Industriesektor zugeschrieben werden. Die Verwendung alternativer Baustoffe kann damit auch Anreize für die Treibhausgas-Einsparung in anderen Bereichen setzen.