Bauen und Wohnen

Im Gebäudesektor müssen die Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 66 bis 67 Prozent sinken. Mit einem Mix aus verstärkter Förderung, CO2-Bepreisung sowie durch ordnungsrechtliche Maßnahmen will die Bundesregierung Bauen und Wohnen in Deutschland klimafreundlicher machen.

Grafik zeigt Maßnahmen zur Senkung des CO2-Ausstoßes im Gebäudesektor.

Im Jahr 2030 darf der gesamte Gebäudesektor nur noch höchstens 72 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr emittieren.

Foto: Bundesregierung

1990 machten die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor noch 210 Millionen Tonnen aus. Dank energieeffizienter Neubauten betrugen die Emissionen im Jahr 2018 noch rund 120 Millionen Tonnen. Es ist wichtig, auch den Gebäudebestand energetisch auf einen effizienteren Stand zu bringen. Das wird mit dem Klimaschutzprogramm stärker gefördert.

Steuerförderung für energetische Sanierung

Energetische Sanierungsmaßnahmen wie der Heizungstausch, der Einbau neuer Fenster, die Dämmung von Dächern und Außenwänden werden ab dem 1. Januar 2020 bis Ende 2029 steuerlich gefördert: Die Steuerzahlung kann um 20 Prozent der Sanierungskosten gemindert werden – verteilt über drei Jahre. Davon profitieren Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen gleichermaßen.

Höhere KfW-Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren

Ebenfalls ab Januar 2020 gibt es höhere Tilgungszuschüsse und Kredite bei der KfW: Die Tilgungsszuschüsse in den Kreditprogrammen für energieeffiziente Sanierung und energieeffiziente Neubauten wurden um zehn Prozentpunkte erhöht. Für Kauf, Sanierung oder Bau von Effizienzhäusern gewährt die KfW jetzt maximal 120.000 Euro Kredit.

Heizung erneuern: Austauschprämie für alte Ölheizung ab Januar 2020

Es lohnt sich, in den kommenden Jahren von alten Öl- und Gasheizungen auf klimafreundliche Anlagen oder direkt auf erneuerbare Wärme umzusteigen. Haus- und Wohnungseigentümer, die ihre alte Ölheizung gegen eine energieeffiziente austauschen, können dafür ab Januar 2020 bis zu 45 Prozent Zuschuss erhalten.

Ab 2026 soll der Einbau von Ölheizungen nicht mehr erlaubt sein, wenn eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist. Das hat das Kabinett mit dem Gebäudeenergiegesetz am 23. Oktober 2019 beschlossen.


Etwa etwa 14 Prozent der gesamten  CO2-Emissionen in Deutschland stammen aus dem Gebäudesektor (Stand 2018).  Eigentlich müsste er  das Doppelte betragen, also nicht 14 sondern 28 Prozent. Denn weitere Emissionen entstehen bei der Herstellung von Strom und Fernwärme oder von Baustoffen. Obwohl man die Produkte maßgeblich im Gebäudesektor benötigt, werden die Emissionen der Energiewirtschaft und der Industrie zugerechnet. Das macht deutlich, wie wichtig es für das Klima ist, Gebäude energetisch zu sanieren, alte Heizungen auszutauschen und umweltschonendes Baumaterial einzusetzen.


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