Innovationen für den Klimaschutz

Innovationen für den Klimaschutz

Die Treibhausgas-Emissionen im Industriesektor sollen bis zum Jahr 2030 auf 118 Millionen Tonnen sinken. Das höhere Minderungsziel ist Teil der Novelle des Klimaschutzgesetzes. 1990 betrugen die Emissionen der Industrie noch 284 Millionen Tonnen CO2. Ein geringerer Energie- und Ressourcenverbrauch sowie klimafreundliche Produktionstechniken sollen dabei helfen, Treibhausgase einzusparen.

Grafik zum CO2-Ausstoß im Industriebereich (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß im Industriebereich auf weniger als die Hälfte reduziert werden.

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Foto: Bundesregierung

1990 betrugen die Emissionen der Industrie noch 284 Millionen Tonnen CO2. 2020 waren sie laut Klimaschutzbilanz des Umweltbundesamtes auf 178 Millionen Tonnen gesunken. Bis zum Jahr 2030 soll die Industrie ihren Treibhausgasausstoß weiter reduzieren auf maximal 118 Millionen Tonnen CO2. Das neue Minderungsziel ist Teil der Novelle des Klimaschutzgesetzes. Mit dem Sofortprogramm 2022 will die Bundesregierung den Industriesektor bei der Umsetzung der neuen Klimaschutzziele zusätzlich unterstützen.

Weniger CO2-Emissionen bei der Produktion

Für eine klimaschonendere Industrie ist es wichtig, CO2-intensive Energieträger und Einsatzstoffe durch erneuerbare, allen voran erneuerbaren Strom und künftig auch stärker grünen Wasserstoff, zu ersetzen. Produktionsverfahren werden sich ändern und Sprunginnovationen nötig sein, um die Emissionen einiger Industriebranchen zu reduzieren. So ist beispielsweise der Einsatz von Wasserstoff vielversprechend, um den CO2-Ausstoß in der Stahlindustrie zu mindern. Mit ihrer Wasserstoffstrategie will die Bundesregierung Deutschland zum weltweit führenden Ausrüster für moderne Wasserstofftechnologien machen. Staatliche Förderung speziell für die Einführung von Wasserstofftechnologien in der Industrie wird aus dem Programm "Wasserstoffeinsatz in der Industrieproduktion" bereitgestellt.

Für die Stahlindustrie knüpft das Handlungskonzept Stahl an das Klimaschutzprogramm 2030 an. Die Bundesregierung hat es gemeinsam mit der Stahlindustrie erarbeitet. Das Ziel ist eine CO2-arme und perspektivisch CO2-freie Stahlindustrie am Standort Deutschland.

Grafik zur Wasserstoffstrategie (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Die Bundesregierung fördert Forschung und Entwicklung von klimafreundlichem Wasserstoff. Wasserstofftechnologien sind die Zukunft für viele Anwendungen etwa in der Industrie.
 

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Foto: Bundesregierung

Auch das nationale Dekarbonisierungsprogramm unterstützt die Entwicklung von klimafreundlichen Produktionsprozessen in der Industrie. Bis 2023 stehen rund eine Milliarde Euro zur Verfügung, um innovative Projekte zu verwirklichen, um Treibhausgasemissionen zu verringern, die bei der Produktion entstehen. Im November 2019 gründete sich zudem das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien. Es berät energieintensive Industriebetriebe zu Fragen rund um die CO2-Minderung in ihren Prozessen.

Mit dem Klimaschutzprogramm 2030 hat die Bundesregierung zudem ein Förderprogramm "CO2-Vermeidung und -Nutzung in Grundstoffindustrien" beschlossen. Es unterstützt den Einsatz von CCUS-Technologien (Carbon Capture Usage beziehungsweise Storage) in Grundstoffindustrien sowie die schnellere und vollständige Einrichtung von CCUS-Prozessketten in diesem Sektor. CCUS beziehungsweise CCS-Technologien dienen dazu, CO2-Emissionen nicht in die Atmosphäre zu entlassen, sondern sie zu nutzen oder zu speichern.

Technologische Kompetenz fördern

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energieträger wird Energie zunehmend dezentral erzeugt. Der Bedarf an mobilen und stationären Stromspeichern wächst. Ziel der Bundesregierung ist es, die großen Wertschöpfungspotentiale der Batteriezellenfertigung auch in Deutschland und Europa zu erschließen. Die industrielle Fertigung von Batteriezellen für mobile und stationäre Energiespeicher bildet deshalb einen Schwerpunkt im Energie- und Klimafonds: Die Bundesregierung stellt hier bis zu drei Milliarden Euro an Investitionsmitteln bereit. Damit soll die technologische Kompetenz zur Batteriezelle mit ihrer gesamten Wertschöpfungskette am Standort Deutschland gebündelt und in nachhaltiger Weise gestärkt werden.

Energie effizienter nutzen

Weniger Energie zu verbrauchen, nutzt dem Klimaschutz. Die Bundesregierung will den Primärenergieverbrauch deshalb senken. Ein Instrument ist das Förderpaket "Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft". Das Programm unterstützt Investitionen in energiesparsame Produktionsabläufe. Außerdem erschließt es hohe CO2-Einsparpotenziale durch die Nutzung industrieller Abwärme, zum Beispiel für die klimafreundliche Versorgung kommunaler Fernwärmenetze.

Neue Werkstoffe für eine emissionsarme Industrie

Die Bundesregierung hilft Unternehmen und Forschungsinstituten dabei, Lösungsansätze für eine material- und ressourceneffiziente Industrie zu entwickeln und umzusetzen. Neben der Förderung von Forschung und Innovationen geht es vor allem darum, innovative und neue Technologien sowie innovative Konstruktions- und Fertigungstechniken in den Markt einzuführen und sie zu verbreiten. Entscheidend ist, dass die Einsparung von Treibhausgasen bereits beim Produktdesign mitgedacht wird und Stoffkreisläufe geschlossen werden. Ein Beispiel für solch eine Zukunftstechnologie ist der Leichtbau, der über das Technologietransfer-Programm Leichtbau gefördert wird.