Weniger CO2-Emissionen bei der Energieerzeugung

Weniger CO2-Emissionen bei der Energieerzeugung

Bis 2030 soll die Energiewirtschaft ihren CO2-Ausstoß auf 108 Millionen Tonnen drosseln. Das höhere Minderungsziel ist Teil der Novelle des Klimaschutzgesetzes. Um das Ziel zu erreichen, unterstützt die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energieträger und die Verbesserung der Energieeffizienz. Gleichzeitig soll der Anteil klimaschädlicher Energiequellen am deutschen Stromverbrauch weiter sinken.

Grafik zum Erreichen der Energieziele (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß im Energiebereich auf weniger als ein Viertel reduziert werden.

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Foto: Bundesregierung

Die Energiewirtschaft ist der Bereich mit den höchsten Treibhausgasemissionen in Deutschland. Betrugen die Emissionen des Energiesektors im Jahr 1990 noch 466 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, sollen sie bis 2030 auf 108 Millionen Tonnen sinken. Das sind weitere 67 Millionen Tonnen CO2 weniger als ursprünglich vorgesehen. Das höhere Minderungsziel ist Teil der Novelle des Klimaschutzgesetzes

Strom aus erneurbaren Energien ist der Schlüssel für Emissionsminderungen in allen anderen Sektoren, in denen er fossile Brenn- und Kraftstoffe ersetzen kann. Es sind daher weitere Anstrengungen notwendig, um die Energieerzeugung klimaschonender zu gestalten. Alle Maßnahmen auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energiewirtschaft müssen gleichzeitig ökonomisch und sozial ausgewogen sein sowie die Versorgungssicherheit stets gewährleisten.

Mit dem Sofortprogramm 2022 will die Bundesregierung verschiedene Sektoren – etwa den Energiesektor – bei der Umsetzung der neuen Klimaschutzziele zusätzlich unterstützen.

Kohlekraftwerke spätestens 2038 stillgelegt

Wichtig für eine deutliche Verringerung der Treibhausgase ist es, die Stromproduktion aus Kohle zu beenden und durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen. Die Bundesregierung hat deshalb beschlossen, aus der Kohleverstromung auszusteigen. Das Gesetzespaket zum Kohleausstieg und das Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen, mit dem die Wirtschaftsstruktur der betroffenen Regionen parallel gestärkt werden soll, ist am 14. August 2020 in Kraft getreten.

Gemäß Kohleausstiegsgesetz sinkt bis zum Jahr 2022 die Leistung der Stein- und Braunkohlekraftwerke auf jeweils 15 Gigawatt. Bis 2030 sind weitere Reduktionen auf acht Gigawatt Leistung bei den Steinkohlekraftwerken und neun Gigawatt Leistung bei den Braunkohlekraftwerken vorgesehen. Spätestens im Jahr 2038 soll in Deutschland das letzte Kohlekraftwerk stillgelegt werden.

Grafik zum Kohleausstieg (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Bis 2038 soll Deutschland aus der Kohleverstromung aussteigen. Das hat die Bundesregierung im Kohleausstiegsgesetz beschlossen.

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Foto: Bundesregierung

Der Kohleausstieg wird Deutschlands Anteil am CO2-Ausstoß erheblich reduzieren. Die CO2-Emissionen dürften dadurch schrittweise auf rund 90 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2030 zurückgehen. Verglichen mit den Treibhausgasemissionen des Jahres 2018 mindert ein vollendeter Ausstieg die Treibhausgase in Deutschland um ein Viertel insgesamt.

Strom zu 65 Prozent aus erneuerbaren Energien

Regenerative Energiequellen werden zukünftig fossile Energieträger wie die Kohle bei der Stromproduktion ersetzen. Ziel ist es, im Jahr 2030 einen Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch von 65 Prozent zu erreichen. 2020 kamen Wind, Sonne, Wasser und Biomasse mit rund 46 Prozent am Bruttostromverbrauch zum Einsatz. Die  Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) enthält zudem das Ziel, dass vor dem Jahr 2050 der gesamte Strom in Deutschland treibhausgasneutral erzeugt wird. 

Grafik zum Ausbau erneuerbarer Energieträger (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Der Anteil erneuerbarer Energieträger am deutschen Bruttostromverbrauch soll bis 2030 auf 65 Prozent steigen. Damit gelangen erheblich weniger Treibhausgase in die Atmosphäre.

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Foto: Bundesregierung

Ausbau der Windkraft – auf See und an Land

Den größten Anteil an erneuerbarem Strom produziert die Windenergie an Land und auf See mit über 51 Prozent. Die Nennleistung der Windkraft an Land beträgt aktuell rund 54 Gigawatt – die Bundesregierung will bis zum Jahr 2030 eine Leistung von 71 Gigawatt erreichen.

Hierfür will die Bundesregierung mehr Akzeptanz für den Ausbau in den jeweiligen Orten schaffen und den Ausbau der Windkraft wieder beflügeln. Beispielsweise sollen in Zukunft Windenergieanlagen in der Nacht nur noch in Ausnahmefällen rot blinken, damit Anwohner weniger davon gestört werden. Zudem können die Bundesländer nun von der Möglichkeit Gebrauch machen, eigene Abstandsregelegungen für Windkraftanlagen einzuführen, um die Akzeptanz zu verbessern.

Darüber hinaus wird mit der EEG-Novelle die Möglichkeit geschaffen, dass Windparkbetreiber freiwillige Zahlungen an die Kommune leisten können, um so ebenfalls für mehr Akzeptanz vor Ort zu sorgen. Die Bundesregierung hat außerdem mit dem Investitionsbeschleunigungsgesetz Maßnahmen zur Erleichterung von Planungs- und Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen beschlossen.

Auch die installierte Leistung von Windkraftanlagen auf See will die Bundesregierung erheblich steigern. Sie lag 2019 bei rund 6,4 Gigawatt. Die Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes sieht bis 2030 eine Erhöhung des Ausbauziels auf 20 Gigawatt Leistung und eine Leistung von 40 Gigawatt bis 2040 vor.

Mehr Strom aus Solarenergie

Neben dem Ausbau von Windkraftanlagen treibt die Bundesregierung auch die Energiegewinnung durch Solaranlagen voran. Das Ziel: Im Jahr 2030 soll die Photovoltaik-Technologie mit einer installierten Leistung von 100 Gigawatt zu einem klimafreundlichen Energiemix beitragen. Deshalb fördert die Bundesregierung den Zubau von Solaranlagen ohne Beschränkung. Der 52-Gigawatt-Ausbaudeckel wurde aufgehoben.

Mit der EEG-Novelle werden die Eigenversorgung und die Mieterstromförderung gestärkt. Mit der Einführung eigener Ausschreibungen für große Dachanlagen sollen zudem zusätzliche Potenziale erschlossen werden.

Moderne Kraft-Wärme-Kopplung

Moderne Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)-Anlagen ersetzen perspektivisch Kohle-KWK-Kraftwerke. Mit der jüngsten Novelle des KWK-Gesetzes flankiert die Bundesregierung den Kohleausstieg. KWK-Anlagen müssen sich einem Strommarkt anpassen, der zunehmend von volatil einspeisenden erneuerbaren Energien geprägt ist. Aus diesem Grund müssen die Anlagen zukünftig flexibler auf Marktsignale reagieren. Zudem gilt, dass die KWK-Anlagen aber nur einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können, wenn sie mit immer weniger fossilen Energieträgern arbeiten. Diese beiden Ziele, Flexibilisierung und Dekarbonisierung, sind die Leitmotive des bis Ende 2029 verlängerten, novellierten KWK-Gesetzes.

Energie effizienter nutzen

Wer weniger Energie verbraucht, verursacht unter sonst gleichen Bedingungen weniger Treibhausgasausstoß. Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz in allen Wirtschaftsbereichen zu erhöhen. Mit der Ende 2019 verabschiedeten Energieeffizienzstrategie 2050 legt die Bundesregierung erstmals ein Ziel fest, wie viel weniger Primärenergie bis 2030 verbraucht werden soll. Energieeffizienz und Verbrauchsreduktionen, also der sparsame und technisch optimale Einsatz von Energie, sind notwendig, damit die Energiewende gelingt und wir die Ziele des Klimaschutzprogramms 2030 und des Bundes-Klimaschutzgesetzes erreichen.