Jahresbericht 2015/2016

Wohnen und Miete

Bauarbeiter arbeiten auf der Baustelle eines Mehrfamilienhauses

Bau eines Mehrfamilienhauses in München

Foto: picture alliance / dpa

Viele profitieren von Wohngeldreform

Mit der Wohngeldreform vom Januar 2016 erhalten fast alle Wohngeldempfänger mehr Wohngeld. Das Wohngeld wurde an die Mieten- und Einkommensentwicklung seit der letzten Wohngeldreform 2009 angepasst. Die Neuberechnung berücksichtigt nicht nur den Anstieg der Kaltmieten, sondern auch die Entwicklung der "warmen Nebenkosten", also von Heizung und Wasser. So erhalten insgesamt rund 870.000 Haushalte Wohngeld. Etwa 320.000 Haushalte davon haben durch die Reform erstmals oder wieder einen Wohngeldanspruch.

Bundesregierung beschließt Wohnungsbau-Offensive

Nach aktueller Prognose werden in den nächsten Jahren jeweils mindestens 350.000 neue Wohnungen benötigt, um Familien, Alleinerziehende, Studierende und eine hohe Zahl von Flüchtlingen angemessen unterbringen zu können. Ende November hat die Bundesregierung den Kommunen neue Spielräume für den Wohnungsbau eröffnet. Mit der neuen Baugebietskategorie “Urbane Gebiete“ kann künftig auch in stark verdichteten innerstädtischen Gebieten oder in Gewerbegebieten gebaut werden. Mit dem urbanen Gebiet folgt die Bundesregierung dem Leitbild einer Stadt mit kurzen Wegen, Arbeitsplätzen vor Ort und einer guten sozialen Mischung.

Mit dem 10-Punkte-Programm der Wohnungsbau-Offensive liegt ein "Aktionsprogramm zur Belebung des Wohnungsbaus und der energetischen Gebäudesanierung" vor. Das Programm soll Anreize für die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum setzen. Das Programm sieht unter anderem die Bereitstellung von Bauland, steuerliche Anreize, eine Vereinfachung von Bauvorschriften sowie Mittel für den sozialen Wohnungsbau vor.

Mehr Geld für den sozialen Wohnungsbau

Zum zweiten Mal in Folge sind im Juli die Mittel für den sozialen Wohnungsbau um eine halbe Milliarde Euro aufgestockt worden. Erst zu Beginn des Jahres hatte die Bundesregierung die sogenannten Kompensationsmittel, die den Ländern für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden, auf über eine Milliarde Euro fast verdoppelt.

Ab dem 1. Januar 2017 stehen damit über 1,5 Milliarden Euro aus Bundesmitteln für den dringend benötigten sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. Die Länder, die seit der letzten Föderalismusreform für den sozialen Wohnungsbau zuständig sind, sollen diese Mittel weiter aufstocken.

Zusammenhalt in Städten stärken, Integration erleichtern

Mit der Strategie Soziale Stadt "Nachbarschaften stärken, Miteinander im Quartier" investiert die Bundesregierung zwischen 2017 und 2020 insgesamt 1,2 Milliarden Euro in benachteiligte Stadtteile. Stadtteilzentren und Sportstätten, Kitas und Schulen, aber auch Fortbildungsangebote und Gesundheits- und Verbraucherberatung erhalten eine Förderung. Problemviertel werden damit wirkungsvoller und dauerhafter als bisher unterstützt, Städtebauprojekte besser mit sozialen Angeboten verzahnt.

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