Ein Monteur zieht Vorseile auf einem Starkstrommast

Netzausbau zwischen Schwerin und Hamburg

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Der Bundesbedarfsplan ist das zentrale Instrument für den Ausbau des Übertragungsnetzes. Das Bundesbedarfsplangesetz von 2013 ist Ende 2015 novelliert worden. Der Plan stützt sich auf den aktuellen Netzentwicklungsplan, der fortgeschrieben und an die aktuellen Entwicklungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien und im konventionellen Kraftwerkspark angepasst wird. Seit 2015 wird der Plan nur noch alle zwei Jahre erstellt. Dies gilt auch für den bislang separaten Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP). Ab 2018 werden beide Pläne zusammen geführt.

Der Bundesbedarfsplan beruht auf dem dritten Netzentwicklungsplan Strom (NEP) 2014/2024 und den Offshore-Netzentwicklungsplans (O-NEP) 2014/2024. Er umfasst Optimierungs- und Verstärkungsmaßnahmen in bestehenden Trassen über eine Länge von rund 3.100 km und Neubauvorhaben mit einer Länge von rund 2.550 km. Als weitere Neuerung sieht das Gesetz vor, die großen Gleichstromtrassen, sogenannte HGÜ-Leitungen, vorrangig als Erdkabel statt wie bisher als Freileitung zu bauen.

Die bestehenden Verteilnetze werden modernisiert , so dass die Infrastruktur vor Ort in den Kommunen zukunftsfähig wird. Die Anreizregulierungsverordnung sorgt für investitionsfreundliche Bedingungen, da sie den Zeitverzug für die Anerkennung von Investitionen beseitigt. Gleichzeitig wurden auch Effizienzanreize gesetzt und für mehr Transparenz gesorgt. So entsteht Raum für zukünftige digitale Technologien und Geschäftsmodelle. Auch die Vergabe der Wege- und Leitungsrechte wurde klar geregelt und kommunalfreundlich ausgestaltet.

Förderung der Akzeptanz

Der geplante Umbau der Energieversorgung gelingt nur, wenn die Bedürfnisse und Erwartungen aller Akteure und Betroffenen – von der Bevölkerung über Unternehmen und Betriebe, Land- und Forstwirtschaft - angemessen berücksichtigt werden. Deshalb ist die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit bei Infrastrukturvorhaben sehr wichtig. Für einen bürgerfreundlichen Netzausbau sollen stärker als bisher bestehende Trassen genutzt und neue soweit wie möglich vermieden werden. Erdkabel sollen bei den neuen Gleichstromtrassen, so genannten "Stromautobahnen", in der Bundesfachplanung grundsätzlich Vorrang vor Freileitungen haben.

Netz-Forschung

Stromleitungen müssen erhebliche Strommengen oft über große Distanzen zwischen Erzeugungsanlagen und Verbrauchszentren transportieren. Wetteränderungen führen dazu, dass die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien schwankt. All das erfordert neue Techniken und Konzepte, um die Netze in Balance zu halten. Die Förderinitiative " Zukunftsfähige Stromnetze" bringt Innovationen voran, etwa optimierte Übertragungs- und Verteiltechniken, intelligente Stromnetze, neue Konzepte zur Netzplanung, Betriebsführung und Lastmanagement. Die Bundesregierung fördert derzeit 83 Vorhaben mit rund 157 Millionen Euro.

Digitale Agenda für die Energiewende

Ein weiteres Förderprogramm ist das "Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEG), das seit Februar 2015 für vier Jahre läuft. Ziel des Projekts ist es, in fünf Modellregionen Lösungen für eine klimafreundliche, sichere und effiziente Energieversorgung trotz hoher Anteile schwankender Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie zu entwickeln.

Im Fokus stehen dabei intelligente Netze (Smart Grids), die für Stabilität und ein besseres Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch, Speichern und Netzen sorgen. Das Förderprogramm SINTEG ist gleichzeitig Teil des Maßnahmenpakets "Innovative Digitalisierung der Deutschen Wirtschaft" und damit auch ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der Digitalen Agenda.