Jahresbericht 2015/2016

Energieeffizienz

Hinweisschild zur Energieeffizienzklasse auf einer Waschmaschine

Waschmaschine mit Energielabel

Foto: Bundesregierung/Tybussek

Die Bundesregierung baut die Energieeffizienz als zweite Säule der Energiewende weiter aus und setzt den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) dazu konsequent um. Die Kampagne " Deutschland macht‘s effizient" unterstützt die Maßnahmen.

Da die Anforderungen steigen ist es erforderlich, bereits jetzt eine weitergehende, mittel- bis langfristige Energieeffizienzstrategie mit einem Zeithorizont bis 2050 zu definieren. Deshalb hat das Bundeswirtschaftsministerium im August 2016 eine öffentliche Konsultation zum "Grünbuch Energieeffizienz" gestartet.

Energieeffizienz in Gebäuden

Die Bundesregierung hat im November 2015 die "Energieeffizienzstrategie Gebäude" (ESG) beschlossen. Die Strategie für die Energiewende bei Gebäuden liefert einen wichtigen Beitrag zu einem nahezu klimaneutralen Gebäudebestand 2050.

Um die Energieeffizienz als Rendite und Geschäftsmodell zu etablieren und die Eigenverantwortlichkeit dafür zu erhöhen, sind vier neue Programme gestartet:

  • Förderprogramm zur Abwärmevermeidung und Abwärmenutzung (Start Mai 2016)
  • Programm zur Förderung hocheffizienter Querschnittstechnologien (Start Mai 2016)
  • Step up! - die wettbewerbliche Ausschreibung für Stromeffizienzmaßnahmen (Start Juni 2016)
  • Pilotprogramm Einsparzähler (Start Mai 2016)

Die sauberste und günstigste Energie ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen. Deshalb lohnt es sich, noch effizienter mit Strom und Wärme umzugehen. Ob Austausch der alten Heizungsanlage oder der Einbau energiesparender Fenster: Mit über 17 Milliarden Euro fördert die Bundesregierung Verbraucher, Unternehmen und Kommunen bei ihren Maßnahmen für mehr Energieeffizienz.

Neues Energielabel für alte Heizungen

Heizkessel, die älter als 15 Jahre sind, werden seit dem 1. Januar 2016 schrittweise mit dem neuen Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen ausgestattet. Verbraucher werden über Energieberatungsangebote und Förderungen informiert. Die Kennzeichnung soll den Austausch alter Heizgeräten fördern und einen Anstoß zum Energiesparen geben. Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger und bestimmte Energieberater sind seit 2016 berechtigt die Etiketten anzubringen - ab 2017 ist es Pflicht der Bezirksschornsteinfeger.

Beraten und fördern

Unterstützung gibt es für Verbraucher, Unternehmen und Kommunen von der Energieberatung bis hin zu Förderprogrammen für die Modernisierung von Heizung und Gebäude. Bei einer Vor-Ort-Beratung durch einen Energieexperten werden 60 Prozent der Beratungskosten gefördert. Der Förderhöchstbetrag wurde von 400 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser auf 800 Euro sowie für Gebäude ab drei Wohneinheiten auf 1.100 Euro angehoben.

Mit der "Richtlinie über die Förderung der Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und den hydraulischen Abgleich" setzt die Bundesregierung seit August 2016 neue Förderimpulse für eine Heizungsoptimierung. Gefördert werden ein Pumpenaustausch oder die Optimierung des Heizungsbetriebs. Auch eine Kombination der Maßnahmen ist möglich. Bezuschusst werden die Fördermaßnahmen jeweils mit bis zu 30 Prozent, maxi-mal 25.000 Euro.

Mit der "Richtlinie zur Förderung von Beratungen zum Energieeinspar-Contracting" fördert die Bundesregierung Kommunen und kleine und mittlere Unternehmen. Energieeinspar-Contracting bedeutet, dass ein Dienstleister Energieeffizienzmaßnahmen an einem fremden Gebäude übernimmt, etwa Sanierungen, Installation und Betrieb der Heizungsanlage oder Energielieferung.

Energieeffizienz im Haushalt

Im Juni 2016 hat die Bundesregierung die Nationale Top-Runner-Initiative (NTRI) gestartet, um energieeffizientere Geräte in Haushalten und Unternehmen schneller zu verbreiten. Die NTRI ist eine breite Allianz aus Politik, Wirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz für die Steigerung der Energieeffizienz von Produkten. Die Initiative setzt an allen Punkten der Wertschöpfungskette an: Produktion, Vertrieb, Kauf und Nutzung.

Über den Produktfinder der Nationalen Top-Runner-Initiative lassen sich effiziente und ökologische Produkte in den Kategorien Kühl-/Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Staubsauger, Kaffeemaschinen, Lampen, Fernseher, Computer-Monitore finden. Der Handel trägt beispielsweise durch Schulung der Verkäufer dazu bei, die Verkaufszahlen energieeffizienter Produkte zu steigern.

Netzwerke zum Erfahrungsaustausch

Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) sieht vor, rund 500 Energieeffizienz-Netzwerke bis 2020 zu initiieren. Ein Energieeffizienz-Netzwerk ist ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen einer Region oder Branche, um ihre Energieeffizienz zu steigern. Die ersten 50 Netzwerke der 2014 gegründeten Initiative haben ihre Arbeit aufgenommen. Mehr als 500 Unternehmen engagieren sich bundesweit für den sparsamen Einsatz von Energie.

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