Jahresbericht 2014/2015

Kulturelles Erbe bewahren

Im Garten von Kloster und Kaiserpfalz Memleben

Kloster und Kaiserpfalz Memleben

Foto: mauritius images

Die Kulturpolitik des Bundes hat die Aufgabe, kulturelle Einrichtungen und Stätten nationaler Bedeutung zu erhalten und das kulturelle Leben zu fördern. Für den Kulturhaushalt stehen 2015 rund 1,34 Milliarden Euro zur Verfügung. Das sind rund 4,26 Prozent mehr als im Vorjahr.

Durch die zusätzlichen Mittel konnte der Neubau eines Museums für die Kunst des 20. Jahrhunderts in Berlin angestoßen werden. Der Bund beteiligt sich auch an der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, die seit Anfang 2015 die Provenienzforschung in Deutschland insbesondere zur NS-Raubkunst unterstützt. Im April konnte die Stiftung ihr Gebäude in Magdeburg beziehen. Außerdem unterstützt der Bund das Bauhausjubiläum und den Denkmalschutz.

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Die Provenienzforschung dient dazu, die Herkunft von Kunstwerken und ihre Eigentümer insbesondere der NS-Zeit zu ermitteln. Die zum 1. Januar 2015 errichtete Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste ermöglicht es, die Provenienzforschung zu bündeln und auszubauen. Sie ist national und international zentrale Ansprechpartnerin in Deutschland zur Umsetzung der „Washingtoner Prinzipien“ und der „Gemeinsamen Erklärung“, die Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände zur Auffindung und Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts vereinbart haben. Für den gesamten Bereich Provenienzforschung hat der Bund 2015 seine Mittel von jährlich zwei auf sechs Millionen Euro verdreifacht und die Stiftung in die institutionelle Förderung aufgenommen.

Novellierung des Kulturgutschutzes

Die Bundesregierung hat im November einen Gesetzentwurf beschlossen, nach dem illegal ausgeführtes Kulturgut anderer Staaten an diese zurückzugeben ist. Das Gesetz soll auch deutsches national wertvolles Kulturgut besser vor Abwanderung ins Ausland schützen. Artefakte aus Raubgrabungen sollen nicht mehr nach Deutschland eingeführt und hier illegal gehandelt werden. Damit wird unter anderem eine Finanzquelle des ISIS unterbunden, der auch mit Verkäufen aus Raubgrabungen seine Terrorherrschaft finanziert.

Nationale Kulturdenkmäler

Der Bund engagiert sich auf hohem Niveau für Kulturdenkmäler: Mit dem Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ werden seit 1950 Investitionen in herausragende Sanierungsprojekte - in Sachsen-Anhalt beispielsweise das Kloster Memleben oder die Stadtkirche St. Marien in Lutherstadt Wittenberg - unterstützt. Zusätzlich erhalten kleinere national wertvolle Denkmäler aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm rund 20 Millionen Euro. Von 2007 bis 2015 sind durch Sonderprogramme bundesweit rund 170 Millionen Euro für denkmalgerechte Sanierungen verwendet worden. Am Tag des offenen Denkmals stehen in ganz Deutschland rund 7.500 Baudenkmäler für alle Interessierten offen. Rund vier Millionen Besucher zählten die Veranstalter bei den Denkmalen und Themenführungen.

Reformationsjubiläum

Der Thesenanschlag Martin Luthers 1517 hat die Welt verändert. 500 Jahre danach wird das Reformationsjubiläum 2017 in ganz Deutschland gefeiert. Zusammen mit Kirchen, Ländern und Gemeinden beteiligt sich seit 2011 auch der Bund am Jubiläumsprogramm mit jährlich 5 Millionen Euro. Gefördert werden beispielsweise Veranstaltungen und Ausstellungen sowie Vorhaben der kulturellen Bildung mit besonderem Reformationsbezug, die im Vorfeld oder im Jubiläumsjahr 2017 stattfinden. Außerdem unterstützt der Bund die Sanierung und Substanzsicherung authentischer Orte und Stätten der Reformation und stellt dafür bis 2017 insgesamt 41,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Bauhaus

Das Bauhaus ist bis heute die weltweit einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs. 2019 begeht das Bauhaus sein hundertjähriges Jubiläum. Der "Bauhaus Verbund 2019" will das Jahr mit zahlreichen bundesweiten Veranstaltungen zu einem international beachteten Ereignis machen. Dazu sind Erweiterungsbauten der Bauhaus-Museen in Weimar, Dessau und Berlin geplant. Mit rund 52 Millionen Euro fördert der Bund diese Vorhaben.

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