Jahresbericht 2014/2015

Energieeffizienz

Ein Energieausweisformular vor dem Neubau eines Einfamilienhauses

Energieeffizienz ist die zweite Säule der Energiewende

Foto: Bundesregierung/Stutterheim

Die Bundesregierung baut die Energieeffizienz als zweite Säule der Energiewende konsequent aus. Im Dezember 2014 hat sie den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) verabschiedet.

Energieeffizienz im Gebäude voranbringen

Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Hierzu hat sie im November die Energieeffizienzstrategie Gebäude beschlossen, mit der der Energiebedarf für Wärme- und Kälte im Gebäudebereich deutlich reduziert und der Anteil erneuerbarer Energien an der Deckung des verbleibenden Bedarfs erheblich gesteigert werden soll.

Seit März 2015 ist die Förderung der Vor-Ort-Beratung durch einen Energieexperten noch höher. Künftig werden 60 Prozent der Beratungskosten gefördert (bisher 50 Prozent). Der Förderhöchstbetrag wird von 400 für Ein- und Zweifamilienhäuser auf 800 Euro sowie für Gebäude ab drei Wohneinheiten auf 1.100 Euro angehoben. Gebäudebesitzer können zukünftig wählen, ob sie vom Berater ein Sanierungskonzept für ein KfW-Effizienzhaus erhalten möchten, oder einen Fahrplan für eine umfassende, aber schrittweise Sanierung mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen oder Maßnahmenkombinationen. Die Bundesregierung hat darüber hinaus die Einführung eines Labels für alte Heizkessel zur Erstinformation der Verbraucher beschlossen. Es soll Verbrauchern helfen, schnell und leicht verständlich einen Überblick über den Energieverbrauch ihres alten Heizkessels zu bekommen. Neben den Informationen auf dem Energieeffizienzlabel sollen Verbraucher zudem kostenfrei auf weitergehende Energieberatungen wie z. B. Heizungschecks oder die Vor-Ort-Beratung hingewiesen werden. Zudem haben sich die Konditionen der KfW-Förderung für Wohngebäude Mitte des Jahres nochmals verbessert. Seit Juli profitieren auch Gewerbegebäude von der Förderung und ab Oktober 2015 können kommunale und soziale Einrichtungen Sanierungsmaßnahmen fördern lassen.

Energiesparen als Rendite- und Geschäftsmodell

Investitionen in Energieeffizienz bieten Unternehmen vielfältige Chancen. Sie sparen Energiekosten, erwirtschaften Rendite und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem bieten die weltweiten Märkte für Energiedienstleistungen und Effizienztechnologien Wachstumsmöglichkeiten für die Unternehmen. Mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz setzt die Bundesregierung auch gezielt Anreize für die Weiterentwicklung von entsprechenden Geschäftsmodellen. 2016 wird ein neues wettbewerbliches Ausschreibungsmodell für Stromeffizienz gestartet, um marktnahe und kostengünstige Effizienzlösungen zu fördern.

Mit der Richtlinie zur Förderung von Beratungen zum Energieeinspar-Contracting fördert die Bundesregierung Kommunen und kleine und mittlere Unternehmen. Ziel ist die Durchführung von Energieeinsparinvestitionen, um bestehende Energieeinsparpotenziale in den eigenen Liegenschaften zu erschließen. Energieeinspar-Contracting bedeutet, dass ein Dienstleister Energieeffizienzmaßnahmen an einem fremden Gebäude übernimmt, etwa Sanierungen, Installation und Betrieb der Heizungsanlage oder Energielieferung. Die Finanzierung erfolgt durch die angestrebten finanziellen Einsparungen der energetischen Maßnahme.

Bewusstsein fürs Energiesparen stärken

Das Bewusstsein für Energiesparen soll stärker werden: Die Bundesregierung baut das Beratungsangebot weiter aus. Sie setzt dabei auch auf Best-Practice. Dazu hat die Bundesregierung mit führenden Wirtschaftsverbänden die „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ gestartet. Ziel ist es, bis 2020 rund 500 freiwillige Energieeffizienz-Netzwerke zu gründen. Mit Hilfe erfahrener Energieberater sollen darin jeweils acht bis 15 Unternehmen gemein-sam Effizienzziele definieren und umsetzen.

In der Nationalen „Top-Runner-Initiative“ bündelt die Bundesregierung verschiedene Maßnahmen, Energieeffizienz bei Geräten und Dienstleistungen zu stärken und weiterzuentwickeln. Zusätzlich soll gemeinsam mit dem Handel versucht werden, die Verkaufszahlen energieeffizienter Produkte zu steigern, beispielsweise durch die Schulung der Verkäufer im Bereich Energieeffizienz und EU-Energielabel.

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