Duale Berufsausbildung bleibt wichtig

Berufsbildungsbericht Duale Berufsausbildung bleibt wichtig

Die duale Berufsausbildung ermöglicht jährlich mehr als 500.000 jungen Menschen den Einstieg in eine qualifizierte berufliche Tätigkeit. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist die betriebliche Ausbildung unverzichtbar. Sie ist eine Grundlage für Innovation und Wachstum.

Auszubildender zum Koch und sein Ausbildungsbegleiter

Im vergangenen Jahr wurden 530.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen - 33.500 Lehrstellen blieben aber unbesetzt.

Foto: Burkhard Peter

530.700 neue Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2013 abgeschlossen. Die Bundesregierung appelliert an die Betriebe, nicht in den Ausbildungsanstrengungen nachzulassen und auch jungen Menschen eine Chance zu geben, denen der Einstieg in Ausbildung schwerer fällt.

Mehr Ausbildungsplätze bleiben frei

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen eines Altersjahrgangs beginnt in einem der etwa 330 anerkannten Ausbildungsberufe ihre Lehre. Bundesweit gab es Ende 2012 rund 1,43 Millionen Auszubildende.

2013 konnten 33.500 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Denn zum einen streben immer mehr junge Menschen ein Studium an: 2013 gab es - auch wegen der doppelter Abiturjahrgänge - erstmals mehr Studienanfänger als Anfänger einer dualen Berufsausbildung. Zum anderen gibt es viele Jugendliche denen der Einstieg in Ausbildung schwerer fällt. Teilweise fehlen ihren Schulabschlüsse, teilweise die berufliche Reife.

So suchten 2013 noch 62.500 junge Leute eine Ausbildungsstelle, die zunächst eine Alternative begonnen hatten.

Angebot und Nachfrage zusammenbringen

Vielen Ausbildungsbetrieben fällt es ebenfalls schwer, ihre freien Ausbildungsplätze zu besetzen. Je nach Region und Branche bestehen teilweise große Unterschiede bei der Nachfrage. So passen nicht immer Berufswunsch und Angebot zusammen. Oder es hapert aus der Sicht des Ausbildungsbetriebes an der Qualifikation der Bewerber.

Außerdem ziehen sich auch Kleinbetriebe aus der Ausbildung zurück. Die Zahl der kleinen Ausbildungsbetriebe ist inzwischen auf den niedrigsten Stand seit 1999 gefallen. Kosten und Nutzen stehen für sie nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis. Teilweise können kleine Betriebe die modernisierten Ausbildungsberufe nicht anbieten.

Denn die Ausbildungsberufe kontinuierlich überprüft, ob sie mit den wirtschaftlichen Innovationen standhalten können. Neue Berufe werden entwickelt. So wurden in den letzten zehn Jahren 149 Ausbildungsberufe modernisiert und 29 neu geschaffen.

Eine Folge davon ist, dass 2013 rund 21.000 Bewerber und Bewerberinnen zunächst keinen Ausbildungsplatz fanden. Das sind rund ein Drittel mehr als im Jahr davor. Dennoch konnte die Bundesagentur für Arbeit und die Wirtschaft bis Ende Januar 2014 noch unversorgte Bewerberinnen und Bewerber unterbringen.

Ausbildungsbetriebe werden gebraucht

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt fordert, dass alle Akteure die Attraktivität der dualen Ausbildung für Betriebe und Jugendliche weiter deutlich machen. Deshalb strebt die Bundesregierung eine "Allianz für Aus- und Weiterbildung" als Nachfolgerin des Ausbildungspaktes gemeinsam mit den Sozialpartnern an.

Die unternehmensstrategische Bedeutung der dualen Ausbildung soll gestärkt werden. Denn Fachkräfte mit Berufsausbildung werden zunehmend gesucht. Die Unternehmen sind auf gut qualifizierten Nachwuchs angewiesen, wenn sie zukünftig wettbewerbsfähig bleiben wollen. Deshalb engagieren sich die Unternehmen am nationalen Ausbildungspakt.

Die Wirtschaft konnte auch im letzten Jahr ihre Paktzusage erneut übertreffen. Sie hat 66.600 neue Ausbildungsplätze eingeworben und 39.100 neue Betriebe für Ausbildung gewonnen.

Ausbildungschancen und Attraktivität verbessern

Zusammen mit den Ländern und der Bundesagentur für Arbeit will das Bildungsministerium die teilqualifizierenden Maßnahmen nach der Schule abbauen und stärker auf eine vollqualifizierende betriebliche Berufsausbildung hin ausrichten. Sichtbarer Erfolg: Von 2005 bis 2013 verringerte sich die Zahl der jungen Menschen im "Übergangsbereich" um rund 160.000.

Um leistungsschwächere Jugendliche besser direkt in Ausbildung zu bringen, hat die Bundesregierung die Initiative "Bildungsketten" aufgelegt. Schüler und Schülerinnen werden von der 7. Klasse bis zum Übergang in Ausbildung begleitet. Schulabbrüche und Warteschleifen können so verhindert werden.

Die Bundesregierung will aber auch leistungsstarke Jugendliche für die Berufsausbildung gewinnen. So soll die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung höher werden: Fachkräfte sollen leichter studieren können. Umgekehrt sollen Studienabbrecher besser in die berufliche Aus- und Weiterbildung wechseln können.

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