Auf die Krisen von morgen vorbereiten

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Forschung für die zivile Sicherheit Auf die Krisen von morgen vorbereiten

Ob Pandemie oder Extremwetter: Um die Bevölkerung im Krisen- und Katastrophenfall bestmöglich zu schützen, braucht man die richtigen Rahmenbedingungen. Das Bundeskabinett hat dazu das neue Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“ beschlossen.

3 Min. Lesedauer

Helfer des THW schließen in einem Waldgebiet einen Schlauch neu an.

Im Krisen- und Katastrophenfall spielen aktive Helfer wie das Technische Hilfswerk eine wichtige Rolle.

Foto: picture alliance/dpa/Weihrauch

In Sicherheit und Freiheit zu leben, ist von je her ein Grundbedürfnis aller Menschen. Gesellschaftliche Veränderungsprozesse, wachsende sicherheitspolitische und globale Herausforderungen, aber auch soziale und technologische Innovationen wirken sich unmittelbar auf die Sicherheit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft aus - und somit auch auf die Sicherheit jedes einzelnen Menschen.

Dass Krisen und Katastrophen dabei auch nicht vor Ländergrenzen haltmachen und sich auf alle Lebensbereiche auswirken können, haben die vergangenen Jahre deutlich gezeigt: Pandemien, die zunehmende Zahl der durch den Klimawandel bedingten Extremwetterereignisse oder die weitreichenden Folgen von Krisen, Kriegen und Konflikten weltweit. All dies zeigt, wie verwundbar moderne Gesellschaften sind.

Um für solche Krisen- und Katastrophenfälle gewappnet zu sein sowie Schutz und Resilizenz der Bevölkerung zu erhöhen, hat die Bundesregierung das neue Rahmenprogramm „Forschung für zivile Sicherheit“ verabschiedet. Mit dem Programm bereitet die Bundesregierung für die Jahre 2024 bis 2029 den Weg für eine exzellente Forschung und Entwicklung zur Stärkung der zivilen Sicherheit Deutschlands.

Das Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ wurde erstmals 2007 aufgelegt und lief bisher in drei Programmphasen (2007 – 2011, 2012 – 2017, 2018 – 2023). Als lernendes Programm bildet es den Rahmen für eine flexibel ausgerichtete Förderpolitik, die auf Basis der Erfahrungen der Programmdurchführung und unter Einbeziehung aktueller Fragestellungen kontinuierlich weiterentwickelt wird. Seit dem Start des Programms hat das Bundesforschungsministerium rund 500 Forschungsprojekte mit mehr als 2000 Teilvorhaben gefördert.

Thematische Schwerpunkte der zivilen Sicherheitsforschung 2024 bis 2029

Mit dem neuen Rahmenprogramm verfolgt die Bundesregierung sechs zentrale Ziele, die gleichzeitig die thematischen Schwerpunkte der zivilen Sicherheitsforschung darstellen:

  • Stärkung der im Bevölkerungsschutz tätigen Akteure durch innovative Sicherheitslösungen, damit diese die Menschen im Krisen- und Katastrophenfall schnell und umfassend unterstützen.
  • Förderung von Forschung und Entwicklung, um hybride Bedrohungen rechtzeitig zu erkennen, Akteure bei ihrer Bewältigung zu unterstützen sowie die Auswirkungen hybrider Bedrohungen zu minimieren.
  • Förderung neuer Konzepte und Lösungen, um im Krisen- und Katastrophenfall die Bevölkerung mit elementaren Gütern optimal zu versorgen.
  • Unterstützung der nachhaltigen Stärkung der Eigenvorsorge der Bevölkerung. Dabei sollen vor allem kreative Potenziale der Bevölkerung für die Krisenvorsorge und Krisenbewältigung systematisch genutzt und gefördert werden, um so die Resilienz der Menschen zu stärken.
  • Neue Konzepte und innovative Einsatzmittel sollen dazu beitragen, verschiedene Kriminalitäts- und Radikalisierungsphänomene besser zu erkennen, zu verstehen und zu bekämpfen mit dem Ziel, die alltägliche Sicherheit der Menschen zu erhöhen.
  • Die Schaffung eines Innovationslabors Sicherheitsforschung, mit dem das Potenzial neuer Lösungen frühzeitig erkannt und der Transfer in die Anwendung unterstützt wird.

Forschung, Entwicklung und Innovation tragen wesentlich dazu bei, die zivile Sicherheit und die Resilienz der Bevölkerung zu erhöhen – und damit auch die Handlungsfähigkeit von Staat und Gesellschaft zu stärken.

Handlungsfähigkeit im Krisenfall gewährleisten

Eine herausragende Rolle im Krisen- und Katastrophenfall spielen alle aktiven Helferinnen und Helfer sowie die überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräfte vor Ort, wie zum Beispiel Feuerwehren, Polizei, das Technische Hilfswerk, Betreiber Kritischer Infrastrukturen oder auch Unternehmen der privaten Sicherheitswirtschaft.

Um diese Helferinnen und Helfer, Einsätzkräfte und Co. bestmöglich auszustatten und zu unterstützen, müssen zukunftsfähige Konzepte und Strukturen geschaffen beziehungsweise sicherheitsunterstützende Prozesse kontinuierlich weiterentwickelt werden. Dieser fortlaufende Prozess gewährleistet außerdem, dass auch Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben unter kritischen Einsatzbedingungen handlungsfähig bleiben.

Das neue Rahmenprogramm führt die erfolgreichen Vorgängerprogramme zur zivilen Sicherheitsforschung der Bundesregierung fort und ist deshalb ein zentraler Pfeiler, um die zivile Sicherheit in Deutschland und die Handlungsfähigkeit aller Akteure zu stärken. Wichtig dabei ist, dass Wissenschaft, Wirtschaft sowie Anwender eng zusammenarbeiten, damit die besten Ideen aus der Forschung schnell ihren Weg in die Praxis finden.